Frage von ollikanns, 92

Seit ich im Rollstuhl sitze, jault und wimmert mein Hund von früh bis spät. Es tut mir in der Seele weh.Wie kann ich ihm erklären, dass es nicht so schlimm ist?

Er verbringt schon viel Zeit bei der Oma, die mit im Haus wohnt, aber die kann ihn auch nicht ständig um sich haben. Da ich den ganzen Tag zu Hause, bin, will er auch immer zu mir. Ich spiele mit ihm im Rahmen meiner Möglichkeiten, aber er lässt sich gar nicht zum Spiel animieren, sondern ist einfach nur tief traurig, jault, wimmert und leckt ständig meine eingegipste Hand und stupst am geschienten Bein herum. .

Meine Frau geht morgens und abends mit ihm lange Spaziergänge, die Oma geht mittags, aber er ist einfach nicht mehr der Alte. Hat jemand Tipps, was ich noch machen kann? Ich sitze hier noch mindestens 6 Wochen drin. Wenn das so weiter geht, sterbe ich noch an gebrochenem Herzen, weil mein Hund so traurig ist.

Expertenantwort
von jww28, Community-Experte für Hund, 11

Hi, ich glaube nicht das er traurig ist, er ist nur etwas verwirrt ;) Bist ja sonst ohne Gips und Rolli unterwegs gewesen, das kannte er wohl vorher nicht. Ein Rollstuhl kann für ein Hund sehr bedrohlich wirken, es gibt nix in der Natur was so ähnlich sich fortbewegt und der Gips macht es noch merkwürdiger.

Da er das so nicht kennt und anscheinend auch eher der fordende Typ ist, versucht er dich wohl zum aufstehen zu bewegen, es passt ihn nicht das du auf ihn nicht reagieren kannst.. Das hat mit Traurigkeit nichts zu tun, sondern ist eher frech von ihm da er dich fordert, das ist strenggenommen dauerbetteln was er macht, würde daher tippen das der Hund vorher auch schon sehr fordernd war und das nicht so ganz als Problem erkannt wurde? 

Mein Freund sitzt zwischendurch auch im Rollstuhl, alllerdings krankheitsbedingt, keiner unserer Hunde reagiert so darauf. Solltet ihr ein Arbeitshund haben, wie ein Jagdhund, Schäferhund, Hütehunde oder dergleichen, würde ich echt empfehlen für die 6 Wochen eine kompetente Ausführkraft zu suchen, die den Hund mal fordert, dann hat er weniger Kraft dich zu fordern. Und eben kleinere Übungen mal machen, zb Spielzeug verstecken oder Leckerchen und den Hund danach suchen lassen, das geht auch einhändig in der Wohnung, sofern der Hund das Prinzip verstanden hat, das es sich lohnt dir was zu bringen.

Wünsche noch eine schnelle und gute Genesung, das du schnell wieder auf die Beine kommst :)

Kommentar von ollikanns ,

Stanley ist ein Schäferhundmix und normalerweise gehe ich abends mit ihm, und zwar recht intensiv mit Crosslauf und allem pi pa po. Es kann sein, dass er derzeit nicht ausgepowert ist, weil meine Frau jetzt morgens und abends gehen muss, die Oma geht mittags und beide sind nicht die Ausdauertypen :-), was ich auch nicht von ihnen erwarten kann. Der Hund ist auch sonst mit mir im Büro.

Eigentlich ist er kein Bettler. Er bettelt nicht um Fressen, er geht zu seinem Platz, wenn er soll, er randaliert nicht, nervt keine Besucher, keine Kunden und hat auch sonst keine schlechten Eigenschaften. 

Ich kenne jetzt niemanden, dem ich meinen Hund kurzfristig anvertrauen würde. 

Kommentar von jww28 ,

aha, ja dann täte ich da auch mal drauf tippen, der Herr ist nicht genug beschäfitgt :) Hm wie stets denn mit deiner Frau? Ist sie etwas sportlich? Vielleicht mal ihr vorschlagen Powerwalking zu machen, ist so ähnlich wie Nordic Walking nur ohne Stöcker. 

http://partner-hund.de/info-rat/sport-spiel/sportliche-bewegung-fuer-mensch-und-...

Und man kann drinen ihn bei Laune halten durch Trickdogging zb wenn deine Frau dich da zb abends unterstützt dabei, kannst du den Hund in 6 Wochen recht viel beibringen und wenn du wieder gesund bist kannst dann erstmal im Büro angeben :D

http://www.easy-dogs.net/home/blog/training/gastautor/trickdogging.html

Antwort
von Annelein69, 42

Daran sieht man mal wieder wie treu so ein Hund sein kann.Voller Gefühle und Emotionen.

Ich gehe mal davon aus,dass du die Bezugsperson des Hundes bist.Der Hund fühlt und leidet mit dir,er sieht da ist etwas anders als sonst,kann es sich aber nicht erklären.Er will dir helfen und kann es nicht.Beschäftige dich, wie du schon schreibst,in dem Rahmen der dir möglich ist mit dem Hund.Sprich völlig normal mit ihm und verhätschel ihn nicht zu sehr.Das verstärkt seine Gefühle nur noch mehr.Zeig dem Hund nicht wie traurig du über sein Verhalten bist.Benimm dich,wie immer,vom Rollstuhl eben abgesehen.Die Zeit vergeht und es ist ja dann Gott sei Dank kein Dauerzustand.

Expertenantwort
von Berni74, Community-Experte für Hund, 42

Gut, daß es kein Dauerzustand ist.

Wahrscheinlich bist Du mit dem Rollstuhl auch nicht besonders glücklich (was jedem so gehen würde!). Das überträgt sich auf Deine Fellnase.

Kannst Du versuchen, Deine innere Einstellung zu der Tatsache mit dem Rolli zu verändern? Das ganze vielleicht irgendwie umzulenken, um dem Hund Dinge beizubringen, die in direktem Zusammenhang mit Deinem Zustand stehen aber dem Hund trotzdem Spaß machen?

Socken ausziehen, Dinge aufheben und Dir geben oder apportieren. Neben dem Rolli herlaufen und irgendwas tragen usw.

Du schreibst, Deine Frau und die Oma gehen mit dem Hund. Kannst Du da mit-"gehen", also mit dem Rolli mitfahren? Für den Hund ist es ja sicher auch sehr neu, daß Du beim Spaziergang nicht dabei bist.

War der Hund dabei, als Du den Unfall hattest (es klingt zumindest alles nach Unfall)? Wenn ja, könnte seine Reaktion auch auf ein traumatisches Erlebnis zurückzuführen sein.

Kommentar von ollikanns ,

Der Hund war bei dem Unfall nicht mit dabei (zum Glück!). Mit dem Hund und mir spazieren gehen ist für meine Frau zu anstrengend. Sie müsste mich schieben und gleichzeitig den Hund halten. Ich habe keinen elektrischen Rolli und einen gebrochenen Arm und einen gebrochenen Fuß. Aber die Spielideen (Socken und Co.) sind sehr gut. Das probiere ich gleich mal aus.

Zu meinem Rolli habe ich in der Tat ein schlechtes Verhältnis, weil ich ihn mit nur einer Hand und einem Fuß schlecht manövrieren kann und auch auf der Toilette nicht gut klar komme. Dort verliere ich dauernd das Gleichgewicht, weil fast meine ganze linke Körperhälfte  "außer Betrieb" ist.

Kommentar von Berni74 ,

Gehört zwar jetzt nicht direkt hierher - aber hast Du eine Hauskrankenpflege? Das gibts auf Rezept und wird von der Kasse bezahlt. Die kommen dann je nach Bedarf auch mehrmals am Tag. Bei meiner Mutti kamen sie zweimal täglich, als sie mal für 6 Wochen etwas gehandicapt war.

Kommentar von ollikanns ,

Ich habe sowieso eine Putzfrau, da meine Frau und ich beide berufstätig sind. Und in der restlichen Zeit ist meine Schwiegermutter auch noch da, die mir auf die Toilette hilft. Sonst wär das gar nicht möglich, mich den ganzen Tag allein zu lassen :-)) Männer leiden ja viel schlimmer als Frauen.

Antwort
von kreuzkampus, 29

Daran wirst Du jetzt nichts ändern können. Sei aber froh, dass Du den Rollstuhl wieder verlassen kannst. Dann wird auch Dein Hund wieder fröhlich sein. Bis dahin musst Du durchhalten. Wenn es ein kleiner Hund ist, nimm ihn einmal öfter auf den Schoß.

Kommentar von ollikanns ,

Dafür ist er zu groß (Schäferhundmix)

Kommentar von kreuzkampus ,

Ich hab's befürchtet. Dann musst Du leider durchhalten......

Antwort
von angelikaliese, 14

Ollikanns,

es ist für Deinen Hund ja auch nicht leicht mit anzusehen das sein Herrchen momentan im Rollstuhl sitzt.

Er versucht mit dem jaulen und wimmern zeigen, sowie Hand ablecken das er merkt, dass er Dir beisteht und traurig ist, dass Du krank bist und es Dir bald wieder besser geht.

Mein Tipp: Streichel Deinen Hund viel, dann merkt er auch, dass es nicht so gravierend ist und es Dir bald wieder besser gehen wird.

Ollikanns, ich wünsche Dir auch alles gute und die 6 Wochen gehen ja auch vorrüber.

Antwort
von Strolchi2014, 26

Was machst du denn, wenn er dich anstupst oder ableckt ?

Du solltest es ignorieren. Er fühlt sich sonst nur bestätigt.

Erklären kannst du es ihm nicht.

Kommentar von ollikanns ,

Ich mache nichts, wenn er mich anstupst. Aber auch das hilft nicht.

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