Frage von Yloking2000, 67

Seit ich 4 bin ...?

Hallo und wollte nur kurz was fragen . Ich stottere schon seit dem ich 4 jahre alt bin momentan bin ich 15 und kann meiner mutter halt nicht mehr sagen wie mein tag ist weil ich escht soooo hart stotter das ich mich nicht mehr trau in der schule was zusagen .?! Habe immer gestotter aber mal nur 1 monat lang dann mal wieder 6 monate nichtmehr und seit 2 monaten wenn ein lehrer fragt wo ich praktikum gemacht habe bekomme ich kein wort drüber das ist soo schlimm meine eltern merken es nicht danke .

Expertenantwort
von Andreas Starke, Experte für Stottern, 19

Das scheint eine schwierige Situation zu sein. Ich nehme an, dass Du bei Deiner Mutter nicht stotterst oder so wenig stotterst, dass sie nicht weiß, was für ein großes Problem das Stottern für Dich ist. In der Schule, mit Deinen Lehrern (und mit anderen Erwachsenen) sprichst Du wahrscheinlich gar nicht. Das nennt man "Vermeidung". Das machen fast alle Stotterer, mehr oder weniger. Sie sagen nur Wörter und Sätze, von denen sie glauben, sie ohne Stottern sagen zu können. Sie gehen Situationen, in denen sie jemand ansprechen könnte, aus dem Wege, und so weiter.

Was passiert denn eigentlich, wenn Du in der Schule Dich nicht traust, etwas zu sagen? Wird das einfach hingenommen? Denkt der Lehrer / die Lehrerin, Du bist faul oder dumm? Sagst Du manchmal "Weiß nicht" oder "Keine Ahnung", obwohl Du eine Antwort weißt oder einen Beitrag leisten könntest?

Mein erster Tipp wäre, dass Du mit Deiner Mutter redest. "Mama. Es muss etwas passieren. Ich stottere und habe solche Angst zu stottern, dass ich mich in der Schule nicht mehr traue, etwas zu sagen." Deine Mutter weiß vielleicht nicht, dass Stottern eine gut behandelbare Störung ist. Durch eine gute Therapie kannst Du dazu kommen, dass Du tatsächlich leben kannst, als ob Du nicht stottern würdest. Das hört sich verrückt an, ist aber wahr. Die meisten Stotterer, die eine gute Therapie machen, auch die besten der Welt, überwinden das Stottern nicht vollkommen, sondern stottern ab und zu immer noch, aber leben ein im Grunde fast ganz normales Leben.

Wenn Du Deine Mutter überzeugt hast, dass etwas geschehen muss (und zwar dass Du eine Therapie machen solltest), musst Du oder sie oder Ihr beide eine Therapeutin suchen. Nimm Kontakt auf mit Logopädinnen in Deiner Nähe, gern auch per E-Mail, wenn Du eine E-Mail-Adresse findest. Frage jede Therapeutin zu Beginn, ob sie besonderes Interesse an Stottern hat und ob sie Erfahrung in der Therapie des Stotterns hat. Wenn sie eine dieser Fragen verneint, frage sie, ob sie Dir eine Kollegin oder sogar eine Gruppentherapie empfehlen kann. Eine Gruppentherapie wäre meiner Meinung nach das Beste und wenn die Logopädin ein bisschen Ahnung hat, wird sie Dir wahrscheinlich meine Therapie empfehlen. (Ich habe früher sehr stark gestottert, bin jetzt Logopäde, auf die Behandlung des Stotterns spezialisiert und führe Gruppentherapien durch.)

Wenn Du Deine Mutter nicht überzeugen kannst, wende Dich an denjenigen Deiner Lehrer, zu dem Du am meisten Vertrauen hast, notfalls auch per Brief, wenn Du glaubst, dass Du ihm Dein Anliegen nicht mündlich erklären kannst. Dieser Lehrer soll dann alles Notwendige in die Wege leiten, vor allem den sog. "Nachteilsausgleich". Alle Deine Lehrer müssen wissen, dass Du stotterst. Sie müssen Deine mündliche Beteiligung entsprechend bewerten und mit Dir evtl. Ersatzleistungen vereinbaren. Weitere Informationen zum Nachteilsausgleich erhältst Du bei der Bundesvereinigung Stottern & Selbsthilfe. Die findest Du im Internet. Am besten rufst Du dort an. Die sind darauf gefasst, dass jemand anruft der stottert, und können damit umgehen.

Alles Gute wünsche ich Dir!

Wenn ich etwas an Deiner Frage oder zu Deiner Situation falsch verstanden habe, schreib einen weiteren Kommentar, gern auch sehr ausführlich!

Expertenantwort
von Isabel Wagner, Expertin für Stottern, 18

Hallo,

ich bin Isabel und arbeite seit einigen Jahren für die Kasseler Stottertherapie.

Diese Phasen, die du beschreibst, sind typisch für das Stottern. Mal läuft es besser und dann wieder viel schlechter.

Stottern ist leider nicht heilbar, aber Du kannst mit Hilfe von Therapie versuchen, es unter Kontrolle zu bringen und flüssiger zu werden. Das heißt zwar dann nicht, dass es weg ist, aber es kann sich deutlich bessern.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Therapie:

Zum Beispiel kannst Du zu einem Logopäden bei Dir in der Stadt gehen. Dann musst Du vorher zum Arzt und Dir ein Rezept holen. Informier Dich auf jeden Fall vorher, welcher Logopäde auf Stottern spezialisiert ist. Infos findest Du dafür auch bei der BVSS (Bundesvereinigung Stottern und Selbsthilfe). Und denk daran, dass Du hier nur 1x in der Woche an deinem Sprechen arbeitest. Das kann sich also sehr lange hinziehen.

Ein anderer Weg ist eine Intensivtherapie. So etwas bieten wir an. Da kommst Du für 2 Wochen her und arbeitest jeden Tag intensiv an Deinem Sprechen. Hier lernt man eine neue Sprechtechnik, mit der Du das Stottern kontrollieren kannst. Das ganze findet in einer Gruppe statt, so dass Du auch über Erfahrungen mit anderen sprechen kannst. Und nach den 2 Wochen begleiten wir Dich online und an 2 Wochenenden über 10 Monate hinweg. So kannst Du das Gelernte besser in deinen Alltag bringen.

Wenn Du Fragen hast oder mehr wissen willst, schau einfach auf unserer Seite vorbei. Hier kannst Du auch mit uns chatten.

http://www.kasseler-stottertherapie.de/stottern/bei-erwachsenen/

Bitte verzweifel nicht. Es kommen auch wieder bessere Phasen und wenn Du magst, kannst Du mit einer Therapie etwas dagegen halten.

Alles Gute und beste Grüße,

Isabel

Antwort
von turnmami, 36

Dann geh zu deinem Hausarzt und rede mit ihm über das Problem.

Er wird dir hier sicher weiter helfen können!

Antwort
von FroZiiN, 26

Hallo,

Ich würde dir die http://www.andreasstarke.de/4mal5.html Stottertherapie empfehlen.

Ich stottere selbst und hatte in der vergangenheit auch probleme damit gehabt.

Zum einen wegen dem Stottern selbst und dann noch, weil ich immer Angst hatte zu sprechen und dadruch habe ich dann eine lange Zeit viel weniger geredet oder Sätze umgeformt wenn sich ein Block angebahnt hat.


Diese Therapie hat mir nicht nur beim Sprechen enorme Fortschritte und Tipps gebracht, sondern auch mein Selbstwertgefühl aufgebaut und mich sozusagen "resistenter" gegenüber dem Stottern gemacht.

Aber es ist ganz wichtig, dass du das auch wirklich willst, denn damit du mit der Therapie erfolg hast musst du an deinem Sprechen "Herumexperiementieren"

Ich hoffe ich konnte dir helfen

Lg FroZiiN



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