Frage von vayyo, 55

Seit dem Tod meiner Schwester Verlustängste?

Hey Leute,

ich fang einfach mal direkt an, zu erzählen:

Meine kleine Schwester ist vor 4 Jahren gestorben. Sie hatte eine Krankheit und wir wussten, dass sie irgendwann sterben wird, aber ihr Tod kam trotzdem ziemlich überraschend.

Als meine Schwester starb, war ich 11, jetzt bin ich 15 und mir kommt es so vor, je älter ich werde, desto schlimmer wird die Trauer.

Ausgerechnet jetzt, 4 Jahre nach ihrem Tod, habe ich schon seit längerer Zeit starke Verlustängste. Sie schränken mich zwar nicht im Leben ein, aber ich denke nicht, dass es "normal" ist. Ständig habe ich Angst das meine Eltern oder meine Geschwister einen Unfall haben und dabei ums Leben kommen. Ich träume auch öfters davon, dass ein Familienmitglied stirbt. Heute zum Beispiel habe ich geträumt, dass mein Bruder ertrinkt, was mich auch dazu bewegt hat, hier einen Beitrag zu schreiben. Jetzt im Nachhinein komm ich mir ziemlich idiotisch vor und ich will diese Gedanken nicht mehr haben.

Vielleicht hat ja jemand einen Tipp für mich, ich freue mich über jede ernst gemeinte Antwort!

Vayyo

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Philipp59, 11

Hallo vayyo,

es tut mir sehr leid, dass Du etwas so Schlimmes wie den Tod Deiner kleinen Schwester verkraften muss! Möglicherweise hast Du dieses Erlebnis noch immer nicht ganz verarbeitet. Insofern ist es nicht unnormal, wenn Dir Verlustängste zu schaffen machen.

Ich selbst habe vor einige Jahren meine ältere Schwester frühzeitig durch den Tod verloren. Ich weiß daher, dass der Schmerz nach dem Verlust eines geliebten Menschen sehr groß sein kann und man braucht unter Umständen sehr viel Zeit, um diesen Schmerz verarbeiten zu können. Mir hat jemand einmal erklärt, dass jeder auf eine andere Weise trauert und es auch kein Zeitmaß für die Trauer gibt. Das hat mir schon sehr geholfen. Ich finde es auch immer sehr hilfreich, wenn man mit jemandem über meine Gefühle sprechen kann, der vielleicht Ähnliches erlebt hat und sich am besten in meine Lage hineinversetzen kann. Für den Trauernden ist es nämlich schon eine große Erleichterung, jemanden zu haben, der verständnisvoll zuhört.

Was ebenfalls Erleichterung bringen kann ist, wie ich finde, zu weinen. Schon die Bibel sagt, dass es "eine Zeit zum Weinen" gibt. (Prediger, Kapitel 3, Vers 1 u. 4) Ja das Vergießen von Tränen der Trauer ist ein wichtiger und notwendiger Bestandteil des Heilungsprozesses. Hinterher fühlt man sich immer ein wenig erleichtert. Ich glaube, es ist gar nicht gut, wenn man irgendwie versucht, vor anderen seine Gefühle zu verbergen und stark sein zu wollen. Seinen Tränen freien Lauf zu lassen, hilft am besten bei der Trauer.

Mir hilft auch ungemein die Hoffnung, die die Bibel im Hinblick auf die Verstorbenen gibt. Da ich mich viel mit der Bibel beschäftige, hat es mich sehr getröstet, das zu lesen, was Jesus einmal über die Toten sagte: " Denn so, wie der Vater die Toten auferweckt und sie lebendig macht, so macht auch der Sohn die lebendig, welche er will. Wundert euch nicht darüber, denn die Stunde kommt, in der alle, die in den Gedächtnisgrüften sind, seine Stimme hören   und herauskommen werden, ..." (Johannes, Kapitel 5, Verse 21, 28 u. 29a).

Diese Verheißung beschreibt, dass Millionen von Verstorbenen wieder auf der Erde leben werden, und zwar unter besseren Verhältnissen als heute. Wir werden sie so sehen, wie wir sie gekannt haben und können sie dann endlich wieder in unsere Arme schließen! Ist das nicht großartig?
Die Bibel lässt auch erkennen, dass wir dann unter friedlichen, paradiesischen Verhältnissen leben werden. Dazu heißt es in Psalm, Kapitel 37, Vers 29: " Die Gerechten selbst werden die Erde besitzen, Und sie werden immerdar darauf wohnen." Diese wundervollen Aussichten, die die Bibel gibt, hat schon Millionen Trauernden geholfen, besser über den Verlust eines lieben Menschen hinwegzukommen. Ja, die Hoffnung auf die Auferstehung kann den großen Schmerz, den ein Trauernder empfindet, enorm lindern!

Ich wünsche Dir, dass Du es schaffst, mit Deiner Trauer einigermaßen umgehen kannst und Dein Schmerz eines Tages nicht mehr so groß ist! Du hast auf jeden Fall mein Mitgefühl und meine Anteilnahme! Alles Gute!

LG Philipp

Kommentar von vayyo ,

Danke für die antwort, ich wünsche dir auch alles alles gute! 

Kommentar von Philipp59 ,

Es freut mich, dass Dir die Anwort gefallen hat! Und vielen Dank für den Stern!

Antwort
von mexp123, 19

Hey, also ich glaube jeder von uns hat diese Ängste, und die beschäftigen uns natürlich sehr, weil sie (wenn auch unwahrscheinlich) nicht unmöglich sind.
Mir hilft es immer dann mir ins Gedächtnis zu rufen, dass alles nachdenken und Angst haben nichts nützt weil wir unsere Zukunft schlecht beeinflussen können, es kommt halt so, wie es kommt. Und drum genieß den Moment den du jetzt lebst und wo alles gut ist und mach dir nicht so viele Gedanken darüber, was alles passieren könnte. Da macht man sich unnötig verrückt, denn es kommt im Leben immer alles anders als man es plant.

Versuch den Ängsten nicht zu viel Platz in deinem Alltag zu lassen und anstatt dir heute sorgen zu machen, ob deinem Bruder was passiert, unternimm heut was mit ihm, geht ins Kino oder so, und habt einfach eine schöne Zeit zusammen.

Es ist aber auch eine Einstellungssache - wobei man die Einstellung selbst ändern kann oder sich dabei helfen lassen kann - und wenn deine Ängste richtig schlimm werden geh vielleicht zu einem Psychologen. Der kann mit dir die Angst dann aufarbeiten.

Verlustängste in einem bestimmten Maß halte ich aber für normal, das zeigt uns ja nur, wie viel uns unsere Freunde und Familie bedeuten.

Antwort
von comhb3mpqy, 14

Hallo,

Du kannst mit einem Menschen reden. Es gibt im Internet und über das
Telefon kostenlose Seelsorge. Auch kannst Du zu einem Psychologen gehen.

Ich bin Christ. Wenn Du einiges wissen möchtest, was mich überzeugt, dass es Gott und ein Leben nach dem Tod gibt, dann kannst Du mich z.b. fragen oder auf mein Profil gehen. :)

Alles Gute 

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