Frage von chirahime, 36

Seit dem Klinikaufenthalt läuft gar nichts mehr , selbst in der Schule wird es mir zu viel. was kann ich tun?

Hallo ihr Lieben ,

ich bin Weiblich und 16 Jahre alt. Vom 01.10-19.11.15 war ich in einer Klinik , zur Stationären Therapie. Die Diagnose ist klar , Trauma..
(starke Depressionen,Selbsthass,Svv,Suizidgedanken,Schlafstörungen usw.)
und eigentlich sollte ich aufgrund dessen Therapiert werden , da dies Trauma an mir nagt. Doch ich wurde nicht Therapiert , ich hatte lediglich Maltherapie und Heileurythmie... Nach sieben langen Wochen wurde ich endlich entlassen , Mittwoch hatte ich dann einen Probetag in der Schule , es war wundervoll , ich liebe die Schule... doch ich war danach so erschöpft und bekam am Tage nichts mehr auf die Reihe , ich dachte es würde sich legen. Immerhin hatte ich in der Klinik höchstens drei Stunden Unterricht und dann nur 45 Minuten... Jedenfalls wurde ich Gestern entlassen und ging dann Heute ganz normal zum Unterricht , aber ich packe das einfach nicht. Ich kriege gar nichts mehr auf die Reihe.... In der Schule stelle ich mich enorm unter Druck , weil ich angst habe nicht mitzukommen und am ende des Tages bin ich dann total fertig , weil ich mich so anstrengen musste, wo ich eigentlich eine recht gute Schülerin bin , aber die Angst ist da. Dies ist jedoch nicht mal das schlimmste... Es geht mir seit dem Aufenthalt in der Klinik noch schlechter , als je zuvor... Ich träume ständig von den Dingen , die mir passierten... Ich kann nicht mehr essen , weil meine Stimmen es mir verbieten , ich zähle die Kalorien und erbreche Täglich. Und nun ist es so schlimm , wenn ich in der Schule bin , ich liebe ja die Schule , aber es wird mir zuviel. Es ist so laut , viel zu laut , auch sind zu viele Menschen an einem Ort , es ist viel zu eng und mir zu nah.Ich bekomme immerzu Panik und schrecke bei jedem unbekannten Geräusch auf , jeglicher Körperkontakt entfacht in mir Furcht und lässt Bilder auftreten ... Es ist furchtbar.. Vor dem Klinik Aufenthalt wünschte ich mir wieder weinen zu können... In der Klinik habe ich das weinen wieder erlangt , doch ich wusste nicht das dies so enden würde. Es hat mich geschützt und nun , nun fühle ich mich so zerbrechlich und Hilflos... So schlimm war es seit zwei Jahren nicht mehr und nun bleiben die Tränen wieder fort....Was kann ich tun? wie soll es weiter gehen?
Ich packe das alles nicht mehr... Dabei bin ich im Schulleben tief verankert , ich mache im Theater mit , mit Streitschlichterin und werde nun als Schulsanitäterin ausgebildet. Auch bin ich bei vielen Projekten vorn dabei und bin die Seelensorge von meinen Freunden... aber ich schaffe nicht einmal lächerliche fünf Stunden , ohne beinah zusammen zu brechen....
Ich hoffe ihr könnt mir helfen.
Mit Lieben Grüßen.

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Antwort
von newcomer, 36

du brauchst weiter Therapie sprich eine wo du lernst dich zu entspannen also an nichts mehr denken, fallen lassen. Dies sollteste alle Tage für einige Zeit machen. Dann mußt du deine kreisenden Gedanken z.B. Sorgen klasifizieren nach Wichtigkeit. Du wirst feststellen dass viele davon wenn du eine Skala von 1 bis 10 machst und 10 extrem wichtig ist , die meissten Probleme zwischen 1 und 3 liegen also nicht so wichtig um ständig darüber Nachzudenken. Was du aber höher einstufen solltest ist Schule und lernen. Erst dann ist Konzentrieren wieder möglich

Kommentar von newcomer ,

http://www.traumatherapie.org/docs/index.html

Konzentrationsschwierigkeiten

2. Traumabearbeitungsphase

Die Methoden der Stabilisierungsphase werden während der ganzen Therapie fortgesetzt. Die Phase der Traumabearbeitung und die Phase der Stabilisierung können sich im Verlauf der Behandlung immer wieder abwechseln.

Die Traumabearbeitung erfolgt durch ein strukturiertes, dosiertes und kontrolliertes Wiedererleben zentraler Aspekte des Traumas. Dadurch wird der Verarbeitungsprozeß der traumatischen Erlebnisse weiter fortgesetzt, die Speicherung der Traumata im Gehirn verändert sich, durch Wiedererleben kommt es zur Integration dieser Erfahrungen in die Gesamtpersönlichkeit.

Anders ausgedrückt, kann man auch sagen, es findet eine Entgiftung mit nachfolgender veränderter gedanklicher und emotionaler Bewertung statt.

Die Konfrontation mit dem Trauma führen wir mit den Methoden der Screen- bzw. Bildschirmtechnik oder dem EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) aus. Wesentlich bei beiden Techniken ist, daß die Betroffenen keine Retraumatisierung durch einen erneuten Kontrollverlust erleiden, die Kontrolle des Patienten über den Prozeß hat Vorrang. Bei der Bildschirmtechnik wird das traumatische Erlebnis nochmals gezielt und gesteuert kurzfristig erlebt, so daß eine Synthese aus Wort, Bild, Affekt und Körpersensation erreicht wird. Die Wirksamkeit der EMDR-Methode versteht z. Zt. man so, daß die Informationsverarbeitung der traumatischen Ereignisse nachträglich beschleunigt wird und so zu einer Speicherung des verarbeiteten Traumas als Erinnerung führt. Dabei kommt es auch zur Veränderung der Bewertung der Situation und der eigenen Rolle in dem Geschehen. Dies führt zu einer Selbstwertstärkung, so daß im Laufe des therapeutischen Prozesses die Vorstellung, ein passives Opfer zu sein zu der eine aktiv handelnde Überlebende zu sein wechselt. Es entwickelt sich wieder mehr Selbstvertrauen in die eigene Person und die eigenen Fähigkeiten.

3. Integrationsphase

In der 3. Therapiephase, die eher einer 'normalen' Psychotherapie ähnelt, geht es um die weitere Verarbeitung im Sinne von Integration des Geschehenen. Häufig muß Trauerarbeit geleistet werden, das Selbsterleben und Lebensgefühl hat sich verändert, so daß neue Bewältigungsstrategien entwickelt werden müssen. Wichtig ist, daß die PatientInnen sich wieder stark und im Besitz ihrer Kräfte fühlen, so daß sie angemessene Entscheidungen für ihr weiteres Leben fällen können.

Auch in dieser Phase kann sozialarbeiterische Unterstützung oder die Durchführung von Paar- oder Familiengesprächen notwendig sein.

Dies sind die Folien eines Vortrags, der bei der Feuerwehr in Hürth gehalten wurde: 

Antwort
von beopro, 29

Meine Vermutung: Du hast einen (Schul)-Burn-Out, weil du zuviel machst !

(Dein Zitat: Dabei bin ich im Schulleben tief verankert , ich mache im Theater mit , mit Streitschlichterin und werde nun als Schulsanitäterin ausgebildet. Auch bin ich bei vielen Projekten vorn dabei und bin die Seelensorge von meinen Freunden... )

Du überlastest Dich, das geht auch schon in jungen Jahren, jeder hat eine Grenze !

Meine Idee:

1) Fahr das alles runter, denk erstmal an Dich, lege diese vielen Aufgaben nieder, mach was ruhiges z.B. Qi-Gong oder Tai-Chi, was ohne viel Reden und ohne Computer/Internet

2) Zwei bis drei gute Freund(innen) sind genug, Achtung vor zuviel Facebook-"Freundschaften", das würde ich alles abstellen oder stark einschränken.

3) Achte auf GUTE Ernährung ! Das heißt auch viel Gewürze, wie Kurkuma, Kardamom, gutes Joghurt mit aktivierten Kulturen, das bringt Kraft in deinen Darm ! Finger weg von billigem Fertig-Brot oder Fertig-Brötchen, stattdessen Vollkornbrot, Reis, Linsen, Polenta, Couscous (gibt's beim Türken)

4) Gymnastik und Sport an der frischen Luft, statt zuviel drin hocken vor dem PC und Internet. Warum nicht mit deinen guten Freund(innen) zusammen ?

Nochwas: Mach Dich nicht fertig wegen der Schule. Was ist schon, wenn du im schlimmstem Fall ein Jahr verlierst, weil du von der Schule Pause machen mußt ? Ja und ? Was ist schon ein Jahr, jeder hat irgendwo mal ein Jahr verloren, schau mal die Leute mit 25 Jahren an. Da hat jeder irgendwo mal eine Zeitlang was ausprobiert, oder was nicht ganz hingekriegt !

Spricht doch mit deinen Lehrern oder deinem Rektor, das du einfach frei mitmachen kannst, wie du es kannst. Und wenn es Dir zuviel wird, sollst du frei entscheiden können, und einfach nach Hause gehen. Du mußt doch LANGSAM wieder einsteigen, und nicht von 0 auf 100, das geht doch nicht !

Wenn du die Klasse wiederholen mußt, ja und ? Andere haben vielleicht mal eine längere Krankheit oder einen Unfall und fallen auch aus.

Also, mach Dich nicht fertig, gelle :-)






Antwort
von Chibimoon86, 28

Hallo ,

ich kann dich sehr gut verstehen  , habe ebenfalls diverse Diagnosen . Das du jetzt am Anfang kurz nach dem Klinikaufenthalt überfordert bis ist völlig normal .  Geb dir bitte noch etwas zeit um dich einzufinden .  Wichtig ist auch das fortlaufend eine ambulante Therapie gemacht wird  , ist da was in aussicht ?

Nimms du Medikamene ein ?

Kommentar von chirahime ,

Ja , eine ambulante Therapie ist in Sicht , also ich bin in einer Therapie....

Ich habe schon verschiedene Medikamente genommen , doch die letzten sind mir nicht gut bekommen und derzeit nehme ich keine.

Kommentar von Chibimoon86 ,

ok das ist gut .  Ich weiss echt das das elendig sch**** klingt  , ich hasse es auch immer wenn mir jemand das sagt , und bin da in meinen schlechten phasen auch sehr ungeduldig  . Aber es braucht wirklich Zeit . Versuche dir selber nich zuviel zuzumuten  , wenn du merkst das es zuviel ist dann is das so , sprech es aus , und lass dann die sache eben für den Tag oder paar Tage bleiben .

Kommentar von chirahime ,

aber ich darf doch nicht einfach fehlen , oder?

Kommentar von Chibimoon86 ,

wenn es nicht anders geht dann darfst du das sehr wohl . Die seelische sowie physchische Gesundheit geht nunmal vor . Wichtig ist das du ehrlich in dr Schule bist und deine Lehrer informierst  und mit ihnen besprichst wie es weiter gehen kann . Es gibt da mit Sicherheit viel Möglichkeiten .

Kommentar von chirahime ,

okay , danke

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