Hieronymus Wandpilz am 16.05.2008 um 0:39 Uhr
Nachdem ich mich gerade durch die letzten Seiten von Das egoistische Gen gekämpft habe (wirklich gutes Buch, nur die letzten beiden Kapitel wahren etwas langatmig), wurde mir die Tatsache bewusst, dass ich die Bücher in meinem Leben, die ich nicht zu Ende gelesen habe, an einer Hand abzählen kann. Ich habe sogar (!) Danse Macabre von Stephen King durchgelesen, ohne dass mir vorher das Hirn aus Langeweile aus den Ohren floss. Meine Frage nun: Seid ihr harte Kämpfer und bleibt bei der Sache (beim Buch) oder legt ihr öfters auch mal Exemplare beiseite, weil ihr die Hoffnung aufgegeben habt?
Ich bin beim Bücherlesen ausdauernd und aus Interesse an dem Thema auch bereit, mich durch schwierige Abschnitte zu kämpfen.
Manche Bücher lösen aber überhaupt nicht ein, was sie nach der Beschreibung im Klappentext oder auf der Rückseite versprechen oder was berechtigterweise von ihnen erwartet werden kann. Dies geschieht bei mir zwar selten, aber wenn ein Buch nach einer gewissen Textmenge immer noch überhaupt nicht unterhaltsam ist bzw. nichts zum Hinzulernen und keine geistigen Anregungen bietet, lege ich es endgültig weg. Meine Zeit ist nicht unendlich und ich wende mich dann lieber einen anderen, hoffentlich lohnenderen Lektüre zu.
Ein Blick in Buchrezensionen, Nachfrage bei Personen mit ähnlichem Geschmack oder ein Anlesen in Bibliotheken kann die Gefahr von Fehlkäufen vermindern.

Ich kämpfe mich durch, wo Kämpfen sich lohnt. Bei Büchern und im Leben.
Hieronymus Wandpilz am 16. Mai 2008 00:48 ich sag nur Danse Macarbe...das war...wie ein 100km Marathon auf einem Bein... :-D
Angel84 am 16. Mai 2008 00:48 D.H. ... ich auch
Hieronymus Wandpilz am 16. Mai 2008 00:56 ähm...mir fällt gerade auf, dass ich "wahren etwas langweilig" geschrieben habe - also in der Frage...es heisst natürlich "waren"

Ich kaue und beiße mich durch alles durch...lach.
Als S.King Fan weiß ich was du meinst, hab auch des öfteren lange Augen gekriegt, bis ich´s durch hatte.
Aber am Anstrengensten waren die Heiligen Schriften...wie Bibel, Koran usw. ich dachte, ich erlebs nicht mehr...aber ich wollte unbedingt wissen was da genau drin steht - mit dem Resultat, das einmal lesen garnix nützt :-(
Jetzt les ich z.Z. an der Bibel ein zweites Mal rum, geb aber zu, daß ich seit einem ca halben Jahr immer noch an der Stelle rumeiere andem die ganze Zeit erzählt wird, wer der Sohn von wem ist und wie alt die wurden und wen sie wieder auf die Welt brachten, nur um 900 Jahre!!! alt zu werden...schnarch...aber wenn man mitreden möchte, ist Basiswissen immer gut. ;-p
Hieronymus Wandpilz am 16. Mai 2008 00:53 ich erinnere mich da an Glas - dem vierten Buch des Turm-Zyklus. Meine Fresse, war das langatmig :-D
Und bei der Bibel habe ich aufgehört zu lesen, als es um die Kleiderordnung der Priester ging. Oder war es die Bauanleitung der Bundeslade? Jedenfalls gehört die Bibel zu meinen persönlichen ganz schlimmen Büchern...So unfassbar langweilig, dass ich es schon als eine weitere Bestrafung ansehe, dass sie in den meisten Gefängnissen zur Standardlektüre zählt...
Devildog am 17. Mai 2008 15:11 lol

Hieronymus Wandpilz am 16. Mai 2008 00:45 ich muss zugeben, dass die paar Bücher, die es nicht in den Olymp meines Bücherregals geschafft haben, sondern als Nistmaterial für meine Nager benutzt wurden, alle von eher unbekannten Autoren waren...

Das letzte war "Eine Billion Dollar" von Andreas Eschbach. Da wäre ich vom lesen gekommen, wenn ich das zu Ende gebracht hätte.
Hieronymus Wandpilz am 16. Mai 2008 00:46 meines war To(r)tengräber...den Autor habe ich vergessen....das Buch...wow....schlimm... :-D

Normalerweise hat jedes Buch erstmal ne Chance verdient und da ich mir die Bücher gut aussuche, ist der Anteil der nicht zuende gelesenen Bücher sehr gering.
Hieronymus Wandpilz am 16. Mai 2008 00:47 die eine oder andere Empfehlung habe ich ja dir zu verdanken. Daher kann man auf deine Auswahl vertrauen ;-)
Denny Crane am 16. Mai 2008 01:28 und ich nur 90% meiner Buchempfehlungen dir ;-) wir sind vielleicht gut... :-D

spätestens nach der dritten seite merkt man, ob man das buch verschenken soll oder einen ehrenplatz im regal zuweisen. dabei muss ich sagen, dass ich noch nie eigene bücher verschenkt habe, also lag ich bislang immer richtig ;)
Hieronymus Wandpilz am 16. Mai 2008 00:49 hmmm...ich weise nur auf Stephen King hin...wirklich lange Einleitungen, aber der Haupteil ist (manchmal, nicht immer) recht gut...also erweitere ich die Aussage auf die ersten 50 Seiten ;-)
Miss gf 2008, miss world 2010, miss universum 2012 am 16. Mai 2008 00:53 im moment lese ich assassini von thomas gifford....einfach nur super
Hieronymus Wandpilz am 16. Mai 2008 00:54 hui, das habe ich auf der fensterbank stehen und war immer skeptisch, ob ich es lesen sollte. Momentan habe ich High Fidelity von Nick Hornby zu meinem "neuen Buch" auserkoren.
Miss gf 2008, miss world 2010, miss universum 2012 am 16. Mai 2008 00:58 das beschreibt das wahre leben im vatikan, obwohl es "nur" ein thriller ist. sowas finde ich zum bleistift ganz toll. sonst liebe ich wahre kriminalfälle, die vor 100-150jahren passierten

Allerdings habe ich dann damit auch keine Probleme. Kommt aber selten vor, denn biher habe ich meine Bücher immer gut ausgewählt.
Hieronymus Wandpilz am 16. Mai 2008 00:50 ich bin meist Spontankäufer...aber irgendwie wurde ich dennoch erschreckend selten enttäuscht. Wahrscheinlich bin ich sehr anspruchslos :-D

jetzt, wo Du es sagst!
Hieronymus Wandpilz am 16. Mai 2008 00:55 lach na wenigstens rege ich zu Überlegungen an...
neurodoc am 16. Mai 2008 00:56 Oh ja, seit Deine Frage auftauchte mache ich eine interne Statistik!

Wenige Ausnahmen bestätigen die Regel des unbedingt zu Ende Lesens.
Heinlein war mal so ein Autor, den es zu meiden galt (Die Zahl des Tiers).
Dann ist die Welle der Krimis, in denen irgendwelche Viecher die Fälle lösen, bis zu den Schweinen als Protagonisten hinübergeschwappt ("Tartufo" von Zdral), das hätte ich beinahe nicht mehr geschafft (war ein Geschenk).
Und es gibt leider völlig fantasielose Fantasy-Schinken...<indenEimerkübel>
Hieronymus Wandpilz am 16. Mai 2008 01:15 Ich erinnere mich an ein Buch von Terry Pratchett (einer meiner Lieblingsautoren, was humorvolle Fantasy anbelangt), welcher sich mit "Die dunkle Seite der Sonne" echt ein starkes Stück geliefert hat. Aber das macht ihn wenigstens menschlich. Ich war kurz davor, ihm einen Brief zu schreiben, indem ich ihn gelobt hätte, welchen Mut er bei diesem Buch bewiesen hat...
Man muss auch mal den Mut haben, Scheiße zu labern (schreiben) Hieronymus Wandpilz 2008
Maienblume am 16. Mai 2008 13:54 lol Da hast Du wahrhaftig Recht! Auch Autoren haben ihre Durchhänger (wie bei GF täglich bewiesen werden kann...). LG
Allerdings hatte ich noch nicht so viele Buecher, die so wirklich langweilig waren. Ich weiss, dass ich "Der Schwarm" ein wenig langatmig fand, da hab ich dann auch ein paar der ca. 20 Seiten zum Tsunami ueberschlagen.
Also ein heissen Kakao mit Sahne ist mir lieber. Für Bücher lesen, außer Fachbücher, habe ich keine Zeit und ehrlich gesagt auch keine Lust.

Wie kann ich abschließend beurteilen, ob ein Buch wirklich komplett mies war, wenn ich es nicht fertig gelesen habe?
Bisher kann die Bücher, die ich beiseite gelegt habe noch an einer Hand abzählen. Meistens bin ich zu einem späteren Zeitpunkt noch mal ran gegangen.


und dazu ein gutes Buch. Bei mir entscheidet es sich auf den ersten Seiten ob ich ein Buch lesenswert finde oder nicht. Ich muß angetan sein vom Stil, vom Inhalt , von der Ausdrucksweise - was auch immer - es muß mich auf irgendeine Art und Weise mitreißen und dann verschlinge ich das Buch buchstäblich und lege es erst weg, wenn es fertig gelesen ist. Und während ich bei den letzten Seiten bin, bemerke ich jedesmal eine gewisse Traurigkeit an mir, daß das schöne Buch nun leider fast zu Ende gelesen ist.

"Ein nicht zu Ende gelesenes Buch gleicht einem nicht zu Ende gegangenen Weg." chinesische Weisheit ;)
Ich lege ein Buch auch selten weg. Entweder ist es mir nach ein paar Seiten schon zu blöd, oder ich ziehe es dann bis zum ende durch. Es ist mir aber auch lange nicht mehr passiert, dass ich ein Buch zum "Weglegen" fand!
Sachbücher reichen i.d.R. ;)

Da geht es mir fast wie dir: Sach- und Fachbücher mal ausgenommen brauch ich auch keine zwei Hände.
Wenns doch zu anstrengend wurde, hab ich allerdings schon längere Pausen eingelegt und eine andere Lektüre dazwischen geschoben.
Danke übrigens für die Stephen King-Warnung.

Bitte nur Sach- und Computerfachbücher!

Ich habe bei Büchern immer so einen ungeheuren Anteil an Restoptimismus, daher kämpfe ich mich auch bei nervenden Büchern durch... Und auf Buchrezensionen gebe ich ehrlich gesagt nichts mehr...ich habe mindestens 4 Buchtitel bei mir stehen, die ich wirklich ausgezeichnet fand, welche aber nach Strich und Faden verrissen worden sind ;-)