Frage von blaueshaar, 27

Seht ihr eine Beziehung von Mutter mit Therapeuten der Tochter (9 Jahre) als problematisch an?

Hi!

Für mich ist das Verhältnis Psychotherapeut zu den Eltern ähnlich wie jenes zwischen Therapeut und Patient. Eine Liebesbeziehung zwischen Patient und Therapeut sollte ja eigentlich tabu sein. Wie seht ihr das bei Mutter und Therapeut?

Ich war zuvor schon skeptisch und die Skepsis stieg als ich ihm von einem meiner Probleme erzählte. Er erschrak, entschuldigte sich und meinte, dass es zu einer Übertragung bzw Gegenübertragung gekommen sei und erzählte mir dann die Hintergründe.

Sehe ich das richtig, dass so eine Übertragung/Gegenübertragung eigentlich nur in einem Therapeuten-Patientenverhältnis vorkommen kann? Wenn ja, dann müßte doch auch eine Beziehung zwischen Mutter und Therapeut ebenfalls unzulässig sein.

Bevor die Frage kommt: Ja, ich frage aus gegebenen Anlass, ohne näher darauf eingehen zu wollen. ;)

Danke für eure Antworten! lg blaueshaar

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von implying, 27

natürlich kann es auch so zu einer art übertragung kommen. wenn er deiner tochter hilft, und dafür sehr einfühlsam ist punktet er bei dir entsprechend und du nimmst ihn nicht mehr so sehr als arzt wahr und beurteilst ihn eher wie einen bekannten.

ich würde jetzt nicht sagen dass sowas generell verboten wäre. kommt eben darauf an was der arzt so für prinzipien hat. aber wenn er schon so erschrocken reagiert, sehe ich da eh keinerlei chance etwas ins laufen zu bringen.

wenn er deiner tochter gut tut solltest du lieber zu ihm auf distanz gehn, soweit wie möglich, damit du nicht riskierst, dass er wegen eurem verhältnis deine tochter lieber an einen kollegen überweisen möchte.

Antwort
von schloh80, 11

Das verstößt gegen die Berufsordnung und kann bzw. sollte damit bei der Kammer (bei ärztlichen Psychotherapeuten der Ärztekammer, bei psychologischen Psychothereapeuten und Kinder- und Jugendlichentherapeuten die Psychotherapeutenkammer) angezeigt werden.

Antwort
von blaueshaar, 10

Danke für eure Antworten!
Auch wenn die Antwort von implying das Problem im Kern erfasst hat, denke ich mir, dass meine Ausführungen vielleicht missverständlich waren.

Ich habe mir auf jeden Fall die Berufsordnung durchgelesen und finde nicht, dass er dagegen verstossen hat. Im Gegenteil, er scheint diese sehr ernst zu nehmen und grenzt in Situationen, in denen er mit der Berufsordnung in Konflikt geraten könnte, sehr klar ab bzw klärt es ab.

Eine private Beziehung betrachtet er in unserem Fall als unproblematisch, da es keine Therapie sei. Er hat von Anfang an mehrfach darauf hingewiesen, dass trotz Auffälligkeiten kein Psychotherapiebedarf besteht (bestätigte damit auch die Meinung einer anderen Psychologin) und er auch keine Therapie bei meiner Tochter mache.
Ich hatte jedoch Gründe meine Tochter trotzdem hinzubringen.

Dennoch kam es zu einer Übertragung/Gegenübertragung.
Ich frage mich also, ob es doch in den Therapiebereich fällt oder das auch ohne eine solche vorkommen kann. Hintergrund war ein beruflicher Kollissionspunkt, indem wir beide tätig sind. Ob "erschrocken" das richtige Wort ist, bin ich mir nicht sicher. Er war auf jeden Fall selbst überrascht, dass es zu einer gekommen ist.

Ich gehe nicht davon aus, dass er uns an einen Kollegen weiterverweist. Er hat aber schon mehr als eindeutig klar gemacht, dass er das so nicht mehr weitermacht.

lg

Antwort
von Zumverzweifeln, 22

Wenn es die Therapie der Tochter nicht beeinflusst, dann sehe ich kein Problem.

Zulässig ist es auf jeden Fall.

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