Frage von learhode, 68

Schwiegereltern in Spe über Handgreiflichkeit und Alkoholkonsum des Partners informieren?

Ich bin mit meinem Freund seit 1,5 Jahren zusammen. Aktuell in der 36.Schwangerschaftswoche. Dh wir bekommen im Februar eine gemeinsame Tochter. Seit ich ihn kenne hat er schon immer gerne mal einen über den Durst getrunken und es war nicht selten, dass wir uns wenn er betrunken war gestritten haben. Ich habe ihm ganz am Anfang unserer Beziehung schon gesagt, dass ich mir langfristig nix mit ihm vorstellen kann, wenn er seinen Alkoholkonsum nicht einschränkt. Auch deshalb schon einmal die Beziehung für einen Monat beendet. In dieser Zeit hat er sich einen Therapeuten gesucht und ich habe mich wieder überreden lassen es nochmal zu versuchen. Leider hielten die Therapeutensitzungen nicht lange an, weil er beruflich viel unterwegs und ein regelmäßiger Besuch beim Therapeuten so unmöglich zu koordinieren war. Da er aber sehr schnell Besserung zeigte bin ich dem Trugschluss aufgesessen, dass er es wohl selber in den Griff bekommt. Leider ist es im November letzten Jahres eine Nacht so eskaliert, dass er als er betrunken nach Hause kam und ich ihn nicht sofort ins Schlafzimmer gelassen habe, weil ich in Ruhe schlafen wollte handgreiflich geworden ist. Ich hatte die Tür abgeschlossen und er fing an mich wüst zu beschimpfen als ich ihn bat die Nacht bitte woanders zu schlafen. Ich bin die ganze Zeit ruhig geblieben und habe versucht weiterzuschlafen. Irgendwann als ich ihn nicht mehr hörte und dachte er würde woanders schlafen, habe ich die Tür wieder aufgeschlossen. Dann bin ich eingeschlafen. Er muss dann wohl wieder wachgeworden sein, jedenfalls kam er auf einmal ins Zimmer und riss mir aus dem Schlaf die Bettdecke weg und fing an mich auf die Arme und Beine zu schlagen (ich war im 7.Monat schwanger zu dem Zeipunkt). Ich war total perplex, weil das für mich aus dem nichts kam und habe nur versucht die Bettdecke zurückzuziehen und ihn mit Tritten abzuwehren. Als ich gemerkt habe, dass er immer wütender wurde und die Schläge immer stärker habe ich einmal laut geschrien. Daraufhin liess er ab und legte sich neben mich und schlief sofort ein. Am nächsten Morgen konnte er sich nur vage erinnern und es kam auch keine richtige Entschuldigung. Nachdem ich ihn darauf angesprochen habe kam dann eine "kleine" Entschuldigung und das Versprechen, dass er keinen Alkohol mehr trinken würde. Hat er natürlich nicht eingehalten. Meine Frage ist nun, ob ich seine Eltern darüber informieren sollte (mein Freund ist 40) um den Druck auf ihn zu erhöhen wieder eine Therapie anzufangen. Auf mich alleine hört er nicht. Langfristig muss ich mir eh überlegen, dass wenn er keine Therapie macht ich mich trenne, aber so kurz vor der Geburt traue ich mir keinen Umzug zu. Freue mich über eure Meinung

Antwort
von Ille1811, 23

Hallo!

Guck mal auf der Webseite Al-Anon.de nach einer für dich erreichbaren Gruppe. Al-Anon ist eine Selbsthilfegemeinschaft für Menschen, die durch die Folgen des Alkohol trinkens eines nahestehenden Menschen Probleme haben.

Es ist wichtig, dass du klar sehen kannst, was Alkohol mit einem Menschen macht.

Auch wenn ich normalerweise keine RatSCHLÄGE gebe, so denke ich in deiner Situation doch auch, dass du lieber heute als morgen ausziehen solltest. Wenn du Freunde hast, die dir helfen, dann nimm die Hilfe an - sonst wende dich an das nächste Frauenhaus. Dort bekommst du Unterstützung.

Gerade in der ersten Zeit ist es wichtig, dass deine Tochter sich sicher und geborgen fühlt. Das kann sie nicht, wenn du Angst hast.

Ich selbst habe damals schlechte Erfahrungen mit meiner Schwiegermutter gemacht. Als ich sie um Rat bat, was ich tun kann, dass mein Mann nicht so viel säuft, antwortete sie mir nicht. Statt dessen erzählte sie ihm, dass ich mich bei ihr über ihn beschwert hätte! Daraufhin rastete mein Mann total aus!

Kommentar von learhode ,

Danke dir, Ille1811 für den Tipp mit AlAnon. Werde da genau morgen Abend hingehen. Zum Glück habe ich keine Angst vor ihm, da er sich momentan komplett einschränkt mit dem Alkohol - aber eben nicht genug (er muss einsehen, dass er ein Alkoholproblem hat und nicht nur einfach "gerne mal was trinkt"). Ich weiß aber auch, dass es nicht meine Aufgabe ist den Therapeuten zu spielen. Mich würde ein Umzug gerade mehr stressen als dass es das Zusammenleben mit ihm gerade tut. Aber ich werde mir mal anhören was die in der Gruppe dazu sagen werden.

Zu den Eltern: die Mutter ist zum Glück Krankenschwester und ich habe ein gutes Verhältnis zu ihr - eine Vetrauensbasis - deshalb erhoffe ich mir von ihr, dass sie ihren Sohn auch nocheinmal ins Gebet nimmt und ihm klarmacht, dass er sich Hilfe holen muss. Letztendlich ist es seine Entscheidung. Ich kann nur das Ultimatum stellen, dass eine Therapie der letzte Weg ist um die Beziehung/Familie zu retten. Von mir nimmt er leider keine Ratschläge an bzw erzählt mir, dass ich keine Ahnung hätte bzw übertreibe. (typisches Suchtverhalten halt).

Kommentar von Ille1811 ,

Wenn dein Freund abhängig ist - und das, was du schreibst, lässt mich das vermuten, dann ist er auf jeden, der ihm die Flasche wegnehmen will, sauer. Er braucht, wenn er abhängig ist, den Alkohol - da ist er dann nur sauer auf die Menschen, die ihm seine Flasche wegnehmen wollen.

Mir ist durch Al-Anon bewusst geworden, dass ich mit dem, was ich tat, damit mein Mann nicht so viel säuft, genau das Gegenteil erreicht habe.

Kommentar von learhode ,

Danke dir nochmal, auch für deine Nachricht unter "Komplimente". Weiß leider nicht wie man darauf antworten kann - das klappt irgendwie nicht. Das hat mir sehr geholfen und motiviert mich schonmal selber den ersten Schritt zu tun und zu gucken ob er nachzieht...

Antwort
von tachyonbaby, 18

Du willst die Eltern involvieren? Sich Hilfe zu holen, kann im Prinzip nicht verkehrt sein.

Die Frage ist allerdings, warum trinkt Dein Lebensgefährte? Sind da eventuell Verletzungen durch die Eltern? Was sind bei ihm für Schuldgefühle vorhanden? Was nagt da an seiner Seele, daß er sich selbst nur im Suff ertragen kann und sich selbst zugrunde richtet?

Aber das sind Fragen, die er sich selbst stellen muß, wenn eine Heilung seiner Seele eintreten soll. Du kannst vielleicht den entscheidenden Anstoß geben, wenn Du ihn in Liebe fallen läßt. Manche Menschen brauchen einfach einen kräftigen Nasenstüber damit sie aufwachen! Glaube nicht, daß Du einen anderen Menschen ändern kannst. Du kannst nur Dich selbst ändern. Mitgefühl und Verständnis sendet in so einem Fall nur die verkehrten Signale.

Du mußt jetzt auf Dich selber und auf das in Dir heranwachsende neue Leben achten. Du teilst mit Deiner Tochter nicht nur die Nahrung, sondern auch die Emotionen und Gedanken. Deine Tochter bekommt ALLES mit! Diese intensive Bindung reißt auch nicht nach der Geburt ab.Alles, was Du denkst und fühlst spiegelt sich in Deiner Tochter. Deshalb ist wichtig, daß DU ausgeglichen bist und keine Sorgen hast. Dich voll auf den neuen Erdenbürger konzentrieren kannst.

Ein Mann, der Dir und Deiner Tochter keine Geborgenheit geben kann, richtet mehr Schaden als Nutzen an.

Wenn Du finanziell dazu in der Lage bist, such Dir eine neue Wohnung (Hilfe für den Umzug findet sich, wenn Du nur wirklich willst) und richte für Dich und Deine Tochter ein kuscheliges Nest ein.

Ich wünsche Dir ganz viel Kraft, Liebe und Licht!

Antwort
von Killerkatze11, 31

Kurz und knapp: Den Typen abschießen. Wer so drauf ist wird sich niemals ändern.

Kommentar von learhode ,

Danke dir für deine schnelle Antwort. Langfristig wird das auch darauf hinauslaufen, gerade weil wir ein Kind erwarten. Mir ging es jedoch primär um die Frage, ob ich seine Eltern involvieren sollte...

Antwort
von Mewchen, 18

Was sollen die Eltern machen bzw denkst du, dass sie dir glauben werden? Oder wissen sie davon schon?

Dein Freund ist ein Alkoholiker und wird sich auch nicht ändern. Er wird dich wieder schlagen, ganz egal was er jetzt behauptet.

Du sagst, dein Freund ist viel unterwegs? Sieh zu, dass du deine Freunde und Familie mobilisierst, deine Sachen in der Zeit aus der Wohnung kriegst und solange bei deinen Eltern wohnst. Der Stress eines Umzugs mag gerade nicht gut sein, aber der Stress, der durch die Angst wieder Opfer von Gewalt zu werden, verursacht wird, ist definitiv schlimmer! Denk auch mal an dein Baby. Es ist ja offensichtlich, dass er sich nicht um dich oder deine Gefühle schert. Was macht dich glauben, dass er es bei dem Baby anders macht? Lass das BAby einmal schreien, wenn er besoffen ist und er schüttelt es vllt aus lauter Wut. Was dann passiert, muss ich dir wohl nicht sagen.

Also, sieh zu, dass du da raus kommst.


Antwort
von lieblingsmam, 23

Das alles klingt gar nicht gut. Seine Eltern können dabei bestimmt nicht helfen. Er ist total rücksichtslos und sorry das klingt hart, aber ich sehe keine harmonische Zukunft für Euch als Familie.

Ich wünsche Dir alles Gute mit dem Baby und die Power die Du und Dein Kind brauchen.

Antwort
von Tronje2, 19

Der Spruch : "Mädchen lass den Macker laufen, der säuft!" hat sich schon immer bewahrheitet.

Du kannst seine Eltern ansprechen, die Situation beschreiben, es ihnen freistellen ob sie den Enkel sehen wollen oder nicht und den Abschluss der Beziehung erklären.

Erwarte nicht, dass der Kerl sich ändert. Beim nächsten Angriff, die Polizei rufen. MfG

Antwort
von MrSchmidt90, 26

Schicke ihn in die Wüste, der Typ ist krank und eine tickende Zeitbombe. Er gefährdet das Leben eures Kindes und verletzt dich. Ich würde dir raten, dass du wieder zu deinen Eltern ziehst, ihn anzeigst und das alleinige Sorgerecht beantragst. 

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