Frage von einuser88, 8

Schwester mit 28 wohnt trotz Vollzeitarbeit immernoch zuhause in kleiner Wohnung?

Hallo, ich wollte mir nur mal einpaar Meinungen zu dem Thema durchlesen. Also, meine Schwester ist fast 28 Jahre alt und wohnt noch mit mir und meiner Mutter Zuhause. Vor einem Jahr sind wir umgezogen und schon da sollte sie garnicht mehr mitkommen und sich eine eigene Wohung suchen, leider hatte sie da noch keine Arbeit und so wurde das nichts. Also zog sie doch wieder mit uns ein, in eine kleine 3 Zimmer Wohnung, wo zwar jeder sein Zimmer hat, es dennoch sehr eng ist und man sich oft auf die Nerven geht. Am anfang hieß es, sie hat 2 Monate Zeit, sucht sich eine Arbeit und zieht dann aus. Sie hat jetzt seit 10 Monaten einen gutbezahlten Vollzeitjob und hat bis her nicht einen Finger krumm gemacht, um endlich mal von hier auszuziehen. Sehr viel Geld zur Miete steuert sie auch nicht bei (180 Euro gibt sie, bei c.a. 1400 Euro Gehalt) So, das Schlimmste kommt allerdings noch. Jetzt wo sie sich nach knapp einen Jahr hier eingelebt hat, holt sie sich schon ihre Freundinnen hier her und lässt sie in dieser kleinen Butze einfach 3 Nächte lang übernachten. Meine Mutter wollte das überhaupt nicht, lässt sich aber ganz schnell um den Finger wickeln und hat es letztendlich erlaubt.

Also sagt mal bitte, was haltet ihr davon? Wie hättet ihr als Elternteil reagiert? Soll meine Mutter sie einfach rausschmeißen? Auf der Straße wird sie sicherlich nicht leben, da hat sie andere Möglichkeiten.

Antwort
von Tasha, 5

Ich würde vermuten, dass eine Angst oder Unsicherheit dahinter steckt. Diese Unsicherheit kann viele Aspekte betreffen, von der Wohnungssuche über das nachts allein in der Wohnung Sein, Unsicherheiten bzgl. Versicherungen und Haushaltsführung, Unsicherheiten bzgl. des Umzugs oder der evtl. nötigen Renovierung usw.

Vielleicht wäre eine WG für sie erst mal nicht schlecht, weil sie da nur ein Zimmer hätte, fast keine neuen Möbel bräuchte, beim Heimkommen meist jemand zu Hause wäre und sie allg. noch mehr Unterstützung hätte (und sei es, dass abends jemand zum Quatschen da ist). Eine WG kann sie mit ihren Freunden gründen oder sie sucht eine WG, die nach einer Mitbewohnerin sucht. Vorteil: Miete gering, Leute zum Quatschen da, erst mal nicht die Verantwortung für die ganze Wohnung, keine neuen Möbel nötig, ggf. gemeinsame Aktivitäten wie Kochen oder Hobbys außerhalb der Wohnung etc.

Alternative: Man bespricht mal mit ihr, was der Wohnungssuche im Weg steht und gibt ihr Tipps, wie man das bewältigen könnte. Viele können sich erst mal nicht vorstellen, einen Umzug alleine zu wuppen, der Schritt weg von der Sicherheit der Familie ist eben sehr groß.

Statt der WG wäre auch eine Ein-Zimmer-Wohnung für den Anfang vielleicht nicht schlecht, weil man da mit Putzen und Möbelkauf etc. vielleicht nicht so überfordert ist.

Dem kann man abhelfen, indem man kleine Listen mit Einzelschritten erstellt und Anlaufstellen. Suche doch mal nach WGs in eurer Nähe (z.B. Seite "WG gesucht"), sieht dir einfach online mal einige mit ihr an. Geht vielleicht mal zu Vorstellungsgespärchen/ Besichtigungen und schaut, wie das so abläuft. Anfangs kann ja jemand mitkommen - du oder eine Freundin - später kann sie auch mal alleine gehen. Meist dauert es sowieso etwas, bis man die passende WG gefunden hat. Ängste, Unsicherheiten, Fehler sind anfangs normal. In meiner ersten WG stellte ich schnell fest, dass ich noch nie Badezimmerartikel (Shampoo etc.) gekauft hatte, und vieles davon regelmäßig vergaß. Oder auch für jede Mahlzeit extra einkaufen gehen musste. Oder man steht plötzlich vor kleinen handwerklichen Problemen: Wandregal befestigen etc. Da können Mitbewohner auch oft ganz gut helfen, man muss dann nicht Mama fragen.


Nach der ersten WG-Erfahrung weiß man, was man (nicht) will und kann sich viel gezielter eine Wohnung suchen; evt. reicht ja auch erst mal eine kleine.

Als Mutter würde ich allerdings bei einer Tochter, die 1400 € verdient, eine kleine Miete fordern, oder "Essensgeld", und seien es nur 200 € im Monat! Die Mutter muss/te schließlich auch ein Großteil ihres Geldes für die Kinder ausgeben: Kleidung, Essen, Möbel usw. Wenn die Tochter so viel übrig hat, kann sie doch einen kleinen Beitrag leisten, oder nicht? Sich an den Nebenkosten beteiligen, am Einkaufsgeld - schließlich isst sie wohl auch mit - an den Benzinkosten, falls sie das Auto mitbenutzt etc. Das sind ja keine "Geschenke" an die Mutter, sondern anteilige Erstattungen von Kosten, die sie auch mit verursacht.

Antwort
von Nadelwald75, 3

Hallo einuser,

was du beschreibst, ist das Phänomen "Hotel Mama".

Was ihr machen könnt:Die Tochter soll eine vernünftige ortsübliche Miete bezahlen. Schließlich vermietet die Mutter nicht nur, sondern hat auch persönliche Einschränkungen.

Die Tochter muss sich an den Hausarbeiten (Einkäufe, Putzen usw.) beteiligen und auch an den Nebenkosten (Wasser, Strom...). Begründet werden kann das von der Mutter: "Bezahlt werden muss es - aber warum soll ich das tun?"

Die Mutter kann ihr untersagen, dass sie Gäste mehrere Tage bei sich übernachten lässt (einmal als Ausnahme geht ja noch).

Der Tochter muss ständig und deutlich klargemacht werden, dass sie in ihrem Alter mal selbst auf eigenen Füßen stehen sollte und dass ihr das als mangelnde Persönlichkeitsentwicklung betrachtet, wenn sie das nicht tut.

Ob ihr das durchsetzt, ist eine andere Frage, je nachdem, wie das Verhältnis zwischen Mutter und Tochter ist. Aber man kann es ständig deutlich machen.

Antwort
von silberwind58, 3

Raus schmeissen nicht aber eine Frist setzen! In drei Monaten könnte Sie eine eigene Wohnung beziehen,natürlich ist es in Hotel Mama am billigsten aber Sie sollte jetzt langsam mal auf eigenen Beinen stehen,wenn Sie schon gut verdient!

Kommentar von Tasha ,

Rausschmeißen ohne Hilfe kann heikel sein. "Hotel Mama" klingt sehr bequem, oft stehen aber einfach Ängste dem Auszug entgegen, man traut sich nicht zu, eine Wohnung zu finden, zu renovieren, den Umzug zu managen, alleine in einer Wohnung zu sein. Egal, wie alt man ist, wenn man das noch nie gemacht hat, kann es große Ängste verursachen.

Übrigens kann es auch mit 28 für die Mutter erst mal komisch sein, wenn ein Kind plötzlich "fehlt".

Aber Unterstützung wäre sicher besser als einfach Rauswerfen. Vor allem, wenn man nicht genau weiß, woran es eigentlich hapert, vielleicht gibt es unausgesprochene oder sogar unbewusste Ängste, die man erst mal finden muss!

Antwort
von Gwennydoline, 3

Würde eine 2-3Monatsfrist setzen und sie dann vor die Tür setzen. Mit 28 und berufstätig noch Zuhause leben ist die eine Sache - sich dann noch unmöglich zu benehmen die andere und viel schlimmere.

unfassbar! 

Antwort
von profile1, 3

Ich würde ihr einfach mal klar machen dass sie sich jetzt mal darum kümmern sollte

Antwort
von M0dj0, 3

Deine Schwester weiß ganz genau Bescheid, wie sie deine Mutter manipulieren kann. Solange von deiner Mutter kein "Rauswurf" kommt, geht sie natürlich den leichtesten Weg. Zuhause bei Mami ist es schön bequem. Daran kann nur deine Mutter etwas ändern.

Kommentar von einuser88 ,

ja da hast du vollkommen recht, meine Mutter kann ihre Meinung einfach überhaupt nicht durchsetzen. Habe ihr das selbe schon 100 mal gesagt.

Antwort
von DieRatSuchende1, 3

Also mit 28 und festem Beruf wäre mir das peinlich noch bei mama zu wohnen.... Ich hätte da als Elternteil definitiv ein Machtwort gesprochen....

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