Frage von DerWeisseHelm, 108

Schwerer Bildungsweg gleich viel Gehalt - ist das nich die Regel in Deutschland?

Viele Leute die ich kenne, verdienen trotz Hochschulabschluss nur wenig Geld. Die meisten müssen Überstunden machen und sind unzufrieden. Wird ein schwerer Bildungsweg meistens mit viel Gehalt belohnt ? Irgendwie kommt es mit vor, dass Anzugträger meistens finanziell schlecht dastehen und meistens alles nur 'Fasade' ist.

Viele Freunde bei RWE, Bayer, Lanxess, Covestro, Shell etc. verdienen als Schichtarbeiter sehr viel Geld. Als Schichtmeister sogar manchmal sechstellig Brutto im Jahr ! Keiner hat jemals eine Hochschule von innen gesehen und die meisten haben mittlere Reife oder nur den Hauptschulabschluss. Lohnt es sich Heute überhauptnoch für Schüler ein 1er Abitur anzustreben ?

Antwort
von ThommyGunn, 23

So pauschal kann man das nicht sagen, Äthiopisch zu studieren ist sicher auch schwer, nur für den hiesigen Arbeitsmarkt wohl kaum zu gebrauchen und damit wertlos, andere Studiengänge sind überlaufen - damit drücken sich die vielen Studenten gegenseitig die Löhne.

Ärzte und Steuerberater verdienen hingegen sicher nicht schlecht.

Antwort
von berkersheim, 55

Der Bildungsweg und ein gutes Abi sagen noch gar nichts. Zu lange haben Wohlstandskinder gemeint, das Studium sei zur Selbstverwirklichung da und jetzt häufen sich die nutzlosen Selbstverwirklichten. Die Gehälter werden danach verteilt, ob die Leistung einen gesellschaftlichen Bedarf decken. Dann verdienen Fußballspieler und Disjockeys mehr als diplomierte Tiefseebiologen. Wenn es mehr Tiefseebiologen gibt als wir tiefe See haben müssen die Überflüssigen, die sich verkalkuliert haben, halt Taxi fahren. Was in den Hätschel-Schulen mit Antikapitalismusgejammere nicht vermittelt wird: Persönlichkeit und Führungsqualität, weil den Leuten die Fähigkeit, Verantwortung zu übernehmen, ausgeredet wird. Mit Zupacken, guter Organisation und Kreativität kann ein Handwerksmeister ökonomisch besser dastehen als ein Akademiker mit Philosophiestudium. Obwohl, Rüdiger Safranski oder Richard-David Precht sind keine armen Leute. Man muss das Richtige draus machen.

Kommentar von Almalexian ,

Ach, ist das so? Du solltest vielleicht auch mal die Statistiken zu Arbeitslosigkeit und Gehaltssituation von Akademikern, im Vergleich zu anderen Qualifikationsgruppen, anschauen. Aber nicht vom Stuhl fallen.

Und deine Schulzeit dürfte wohl lange genug vorbei sein damit du auch nur eine Ahnung haben könntest, was in Schulen vermittelt wird. Ein derartig Disqualifizierter sollte sich mit herablassenden über die "Studenten von heute" besser zurückhalten. Oder, ist das etwa Neid?

Kommentar von berkersheim ,

@Almalexian

Nur nicht so heftig. Natürlich hast Du recht mit der Statistik. Allerdings sagt die auch nicht aus, wie stark das Heer der  Bildungslosen durch Import von Sozialhilfeempfängern aufgefüllt wurden. In dieser Frage schweigt die statistisch politisch korrekte Höflichkeit. Dass ich nicht mehr der Jüngste bin, verschweige ich nicht, aber in einem Alter, in dem ich mitbekomme, wie die Eltern und Großeltern (meine Freunde) über die Zustände und kurzfristigen Projektbeschäftigungen ihrer jungen Verwandschaft jammern. Vor allem Papa Staat, der früher ein gesuchter Arbeitgeber war, lässt die jungen Akademiker spüren, dass seine Kassen leer sind - und das trotz steigender Steuereinnahmen. 

Kommentar von Almalexian ,

Also, ums zusammenzufassen, du hörst und siehst ein paar Dinge, mixt dir daraus eine zynische Gegenwartsmeinung und Zukunftsprognose zusammen und garnierst es mit ein bisschen Fremdenfeindlichkeit.

Selbst wenn die Situation so schlecht wäre, darüber jammern und die Schuld bei anderen suchen hilft nicht.

Kommentar von HansH41 ,

"Zu lange haben Wohlstandskinder gemeint, das Studium sei zur Selbstverwirklichung da und jetzt häufen sich die nutzlosen Selbstverwirklichten."

Dieser Satz beantwortet die Frage perfekt. Es sind nicht nur die Tiefseebiologen und andere Umweltbewegte, die sich verkalkuliert haben, vor allem die Diskussionswissenschaftler finden später keine Industrie vor, die sie einstellen werden. 

Kommentar von Almalexian ,

Doch, aber das weißt du nicht weil du keine Ahnung hast welche Qualifikationsbereiche Geisteswissenschaftler außerhalb ihres speziellen Fachgebietes noch erfüllen.

Geisteswissenschaftler arbeiten nicht so oft genau in dem Bereich für den sie studiert haben, sofern es da überhaupt nennenswert Jobs gibt, das ist richtig. Ein gutes geisteswissenschaftliches Studium öffnet auch in anderen Bereichen Türen. Ich bin zwar selbst kein Geisteswissenschaftler, kenne deren Situation aber grob.

Antwort
von iMonty, 5

Es ist derzeit so, dass es zu viele Studenten gibt...

Da sind ausgebildete Fachkräfte mehr gefragt. Und vor allem ist das Problem bei Studierenden, dass es einfach mal weniger Stellen gibt, als in der Industrie..

Antwort
von weisskopfadler, 38

Es gibt einfach zu viele Akademiker in Deutschland, was Folge einer ideologisch irregeleiteten und völlig verfehlten Bildungspolitik ist. Wen wundert es, wenn Bildungspolitiker meist Ausschuß sind und mit ehrlicher Arbeit keinen Cent verdienen könnten.

Kommentar von Almalexian ,

Wenn Deutschland zu viele Akademiker hat, wie erklärst du es dir dass die Arbeitslosenquote unter Akademikern nach wie vor am niedrigsten ist?

Deutschland verändert sich von einem Industrie- zu einem Dienstleistungsstandort. Gefragt wird immer mehr Hinrschmalz statt Muskelkraft. Die Konzentration auf die höheren Bildungswege ist schon richtig.

Antwort
von grubenschmalz, 29

verdienen trotz Hochschulabschluss nur wenig Geld. Die meisten müssen Überstunden machen und sind unzufrieden.

Das kann dann von deinem persönlichem Umfeld her kommen, im Durchschnitt verdienen die meisten Personen mit Hochschulabschluss deutlich mehr Geld als Personen ohne Hochschulabschluss. Überstunden sind in fast jedem Job Standard, aber wenn die ausgeglichen oder ausbezahlt werden ist das ja okay. Der Großteil der Deutschen ist Übrigens in ihrem Job zufrieden.

Also stimmen deine Grundaussagen schon nicht.

Antwort
von lesterb42, 12

Deshalb: Augen auf bei der Berufswahl. Ich möchte nicht 8 Stunden am Hochofen stehen, nur weil das gut bezahlt wird.

Antwort
von ScoreMagnet, 54

Geht ja nicht nur um Geld, sondern auch um die Nützlichkeit /Wichtigkeit des Berufes.

Meiner Meinung nach ist Forschung und Wissenschaft nun mal das sinnvollste, was man in seinem Leben machen kann, weswegen Abitur und Studium durchaus sehr wichtig sein können.

Kommentar von ScoreMagnet ,

außerdem bin ich überhaupt nicht für körperliche Arbeit geeignet^^

Antwort
von Referendarwin, 52

Du wirst immer dann gut bezahlt, wenn du etwas kannst, was die Leute unbedgingt brauchen/wollen und was man nicht in einigen Monaten lernen kann.

Daher werden Ärzte gut bezahlt, sie erfüllen beide Kriterien. Pfleger werden nur mittelmäßig bezahlt, weil sie das 2. Krieterium nur teilweise erfüllen.

Ja, ein gutes Abi lohnt sicher immernoch. Wer Medizin studiert, findet überall einen sicheren Job mit hohem Ansehen und gutem Gehalt. Wer ein super Abi hat, kann das ohne Gebühren in Deutschland studieren. Wer eine zwei vorm Komma hat, sollte einen Kredit aufnehmen und im Ausland Medizin studieren.

Bei anderen Studiengängen kommt es auf den Markt an. Vermutlich werden Informatiker auch in Zukunft sehr gefragt sein. Auch hier ist mein 1. Satz entscheidend.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community