Frage von Muggelchen71, 120

Schwerer Asthmaanfall und Spo2 gut, geht das?

Ich habe mal wieder ein Problem was mich bewegt. Ich habe seit vielen Jahren schweres Asthma (Mischform). Bin 44 und Nichtraucher, regelmäßig in Behandlung auch beim Lungenfacharzt. Aufgrund eines schweren Anfalls, der schon 14 Stunden ging und sich dann drastisch verschlimmerte, musste ich per RTW und Notarzt in die Klinik. Dokumentation vom Notarzt: HF 120, AF, 40, Zyanose, Orthopnoe, SpO2 mit 6 l O2 bei 100%, vorher wurde nicht gemessen, Cilent lung, schwere Dispnoe,exp. Pfeifen. An Medis gab es: 2 Amp. Bronchospasmin, 250 mg Solu Decortin, Fenistil, Inhalation mit Atrovent/Sultanol, Dormium 1 Amp., Ranidindin 1 Amp.Bei Eintreffen in Klinik deutliche Besserung. BGA war anscheinend normal. Kein Infekt im BB und Rö. Weitere orale Therapie 50 mg Kortison, Levocetricin 5 mg, Singulair 10 mg, dazu Inuvair Spray, Berodual Respimat Spray, Inhalationen mit Sultanol/Atrovent. Trotz alles an Medikamente erneute schwere Anfälle mit (laut Doc) Silent lung, Allerdings bei guter SpO2 Sättigung (92-99) und normaler BGA, vom Doc dann 2 Amp.Bronchospasmin, Bricanyl, Cortison iv. Inhalation von Adrenalin in NaCl. Nach Besserung etwas Morphin. Nach 30 min Besserung. Dies wiederholte sich täglich ca 2 mal. Nach 4 Tagen gab es 3 mal am Tag Bricanyl s.c. gespritzt. Allerdings nach Wirkungsende (3-max 4 Stunden) wieder deutliche Verschlechterung (PFW Abfall max nur noch 250, Normalwert 520). Der eine Doc, der mich meist betreute im Notfall in der Klinik hatte keine Zweifel daran, dass es mir wirklich sehr schlecht ging und versorgte mich sehr zügig und es ging dann auch schnell wieder besser. Hatte ich Pech und die junge Assistenzärztin kam, wurde ich als Simulantin abgestempelt, da die Sättigung ja gut war und die BGA auch. Sie hörte die Lunge innerhalb von 3 Sek ab. Ist ja nur psychisch und ich soll mich beruhigen. Bricanyl zeigte keine Wirkung, Inhalation auch nicht. Nach mehrmaligen Klingeln wurde mir dann Cortison gespritzt und etwas Morphin,dann noch ne Tavor, damit wurde ich wieder alleine gelassen. Nach Dienstwechsel und 6 !!! Stunden massiver Luftnot wurden mir dann Bronchospasmin und Dexamathason gespritzt, Inhalation mit Adrenalin und NACL. Danach gab es endlich Besserung. Wird ein Asthmaanfall mit PFW von unter 80% (100-200 statt 520), massiv empfundener Atemnot, Reden nicht möglich, Puls von 120 später nur noch 58, Atemfrequenz 120 zunehmende Erschöpfung, nur am Sauerstoffgehalt bewertet? Ich bekomme die Luft einfach nicht raus. Ich kam mir vor wie eine Simulantin und kann dieses Verhalten nicht verstehen. Natürlich habe ich einen Termin beim Lungenfacharzt, aber erst mitte Juni, früher hat die Klinik keinen Termin abmachen können. Eine Verlegung in eine nahegelegene Lungenfachklinik wurde gar nicht erwähnt. Die Oberärztin bei Visite meine ich sei Austherapiert. Wer kann mir Antworten auf meine Fragen geben? Was läuft falsch? Bin nun daheim, doch es ist eine Frage der Zeit wann ich wieder in die Klinik muss. Ganz lieben Dank, Muggelchen

Antwort
von IngeloreHolst, 50

Hallo muggelchen, ich habe dieses Elend auch über viele Jahre durchgemacht und mich genauf wie du gefühlt!  Dein Text könnte also von mir stammen. Jetzt habe ich einen Lufa der mich und mein Asthma das nicht allergisch ist, ernst nimmt.  Es gibt ein Medikament namens nucala, dass bekomme ich einmal monatlich gespritzt!, es ist aber nur durch eine Blutuntersuchung zu analysieren ob man für dieses Medikament infrage kommt! Versuche es mal bei deinem Lufa, es kann dir diese fürchterlichen Erstickungsanfälle nehmen. Du kannst über ,, nucala " auch einiges im Internet finden und nachießen. Lg.cosi

Kommentar von Muggelchen71 ,

Lieben Dank für Deine Antwort,

ich hatte einen Termin beim LFA und er hat aus diesem Grund (und anderen Gründen) Blut abgenommen. Doch es kommt bei mir wohl nicht in Frage. Alles bissi schwierig.

Ich habe ihn jedoch ganz speziell gefragt, ob bei einem schweren Asthmaanfall auch die SpO2 Sättigung relativ normal sein kann. Da meinte er ganz klar "JA". Ich erzählte ihm, wie die Ärzte, bzw auch Assistenzärzte mit mir umgegangen sind, weil diese eben normal war und sie meinten, das es ja nicht so schlimm sei.

Da sagte er, dass diese Ärzte und ja auch Schwestern eben nichts von Lungenfachkunde verstehen würden (normale Internistische Station) und sich das leider noch nicht rumgesprochen hätte. In einer Lungenfachklinik wüsste man das und würde auch diese Anfälle sehr ernst nehmen.

Diese Antwort half mir sehr weiter, vielleicht kann ich das den Ärzten dort ja auch mal erklären... Damit die mich nicht wieder mehrere Stunden unbehandelt lassen, nur weil die SpO2 Sättigung gut war.

Bis jetzt war ich nicht wieder in der Klinik seit Ende Mai, hoffe es bleibt mal so. Aber Probleme hab ich jeden Tag. Hab nun Spiriva Respimat zusätzlich seit Juni, aber das bringt auch nicht wirklich was.

LG vom Muggelchen

Antwort
von toomuchtrouble, 71

Um es auf den Punkt zu bringen, Deine Symptomatik läuft für die behandelnden MedizinerInnen auf Simulantin hinaus. Behandlungsleitlinien kommen an ihre Grenzen und die Vorbefunde signalisierem jedem Mediziner "Vorsicht, Abstand".

Ob ein Lungenfacharzt die richtige Anlaufstelle ist, kann ich genauso wenig beurteilen wie Deine psychische "Disposition".

Wenn ich allerdings den Eindruck hätte, dass man mich für austherapiert hält, würde ich bei entsprechendem Leidensdruck die psychomatische Abteilung einer großen Uni-Klinik wählen, also eines der Krankenhäuser, die noch nicht komplett vor dem Hintergrund von Fallpauschalen agiert, sondern sich noch einen gewissen Qualitätsstandard erhalten hat.

Persönlich kann ich die Psychosomatik des Uniklinikums Hamburg-Eppendorf wärmstens empfehlen,

http://www.uke.de/kliniken-institute/institute/institut-und-poliklinik-f%C3%BCr-...

aber jede andere Uniklinik dürfte den Vorteil von Konsilen bieten, die es Dir ermöglichen, aus der Psychomatik heraus z.B. in der Pneumologie und/oder der Thoraxchirurgie "vorbeizuschauen" ohne Terminstress...

Kommentar von Muggelchen71 ,

Vielen Dank für Ihre Antwort. Hamburg ist doch leider etwas zu weit weg. Da ich diese Heftigkeit der Anfälle in der Art vorher noch nicht hatte, auch in den Intervallen, hatte ich mich noch nicht bemüht. Es gibt hier in der Nähe eine gute Lungenfachklinik, allerdings ohne Ambulanz, d.h. nur stationäre Aufnahme. Da bin ich momentan gerade dran, dann muss ich erst mal abwarten was mein Lungenfacharzt dazu sagt, aber eben auch erst Mitte Juni. Dieser meinte nach dem vorherigem KH Aufenthalt schon, dass wir nun alle Medis mehfach umgestellt haben und es da wohl nichts mehr gibt. IG E wurde auch abgenommen, aber eben unter Kortison und Antiallergika, so war der Wert normal. Nun soll nochmal geschaut werden, wenn ich diese beiden Sachen nicht nehme. Was aber momentan nicht möglch ist. Leider reagiert mein Körper nicht auf alle Medikamente so wie es sein soll. Es gibt oft paradoxe Wirkungen, wie zB. auf Benzos, da gibt es keine Beruhigung, sondern sie wirken aufpuschend und machen sehr unruhig. Sämtliche Schlafmittel machen sehr wach und munter. Einige Schmerzmittel haben keinerlei Wirkung, wie auch Dolantin. Leider hat mir noch nie jemand erklären können, warum das so ist.

Irgendwas scheint ja nicht in Ordnung zu sein, die Lufu in der Klinik und beim LFA zeigen eindeutig Obstuktionen an und die Werte sind absolut nicht im Normbereich. Hier in der Gegend gibt es so gut wie keine Fachkliniken und die Wege sind sehr weit. Evtl lässt es sich ja einrichten bei dem nächstem Notfall mit RTW in die Lungenfachklinik (40 km) einliefern zu lassen, doch kann ich mir das nur wenig vorstellen. Der NA hatte ziemlich auf Zeit gedrängt und die Fahrt ins KH war mit Signal. Entfernung war (8 km). Bei der Übergabe hieß es, er hätte seit Jahren keinen so ausgeprägten Anfall mehr erlebt... Doc war Anästhesist.

Es schmerzt sehr, wenn man nicht ernst genommen wird. Ich hasse diese Zustände, bin sonst ein sehr aktiver Mensch, liebe es mich draussen aufzuhalten und bin immerunterwegs. Habe keinen Grund mich in irgendeine Krankheit zu flüchten. Mit Asthma habe ich mich ziemlich auseinandergesetzt und hatte Asthmaschulungen. Probiere alles ganz normal zu machen und gebe diesem Thema eigendlich recht wenig Raum, doch momentan (da die Anfälle sehr häuftig sind) muss ich mich irgendwie mehr damit beschäftigen.

Kommentar von toomuchtrouble ,

Nur um Missverständnissen vorzubeugen, ich nehme Dich und "das" ernst. Als Kunstherzpatient mit 3 Jahren auf der Transplantationsliste würde ich mich durchaus als "Profi-Patient" bezeichnen, der trotzdem beeindruckt ist von Deiner vor Detailliebe nur so strotzenden inneren Visite.

Du giltst als austherapiert, weil die Fallpauschale Deinen Fall nicht mehr abdeckt. Für einen sauberen ICD-10 Code wie J.44 (chronische obstruktive Lungenkrankheit o.ä.) bekommt das Krankenhaus bei unterer Verweildauer des Patienten  z.B. € 2352,-- nach Fallpauschalen-Katalog

(http://www.g-drg.de/cms/inek_site_de/layout/set/einspaltig/G-DRG-System_2015/Fal...), ob Du nun 3 Tage oder 3 Monate in der Klinik bist.

Daher noch einmal: such Dir eine hübsche psychosomatische Abteilung in einer Uni-Klinik, zieh unter Umständen die Karte "mittelschwere Depression" oder andere unspezifische Symptome.

Pass auf Dich auf...

Kommentar von Muggelchen71 ,

Puh, dann haste aber auch einiges zu tragen... Tja, wenn ich das mal von dieser Seite betrachte, dann haste evtl recht. Ich bin eigendlich exam. Krankenschwester und habe somit auch Fachwissen, doch krankheitsbedingt kann ich meinen Beruf nicht mehr ausüben. Ich könnte über den letzten KH Aufenthalt ein Buch schreiben. Von einer Schwester, die nicht wusste, wie der Inhalierer funktionierte (der an der Wand im Zimmer), nicht verstanden hatte, wie sie 1 Amp Morphin auf insg. 10 ml mit NaCl aufziehen soll, Adrenalin als Kurzinfussion anhängen wollte, statt den Inhalierer damit zu befüllen und dann noch meinte, ich könne ja den Inhalierer selber in Gang setzen. Das war der Punkt, wo dem Doc der Krangen platzte und er dann doch ziemlich ungemütlich wurde.

Auf Psychokliniken hab ich so gar kein Bock, vor allem, weil man sich da ja dann doch recht lange aufhält. Ich liebe meine Freiheit und mein Leben und halte mich in der Regel meist den ganzen Tag draussen auf. Ich hasse Kliniken und bin froh so schnell wie möglich da wieder raus zu kommen.

Verstehe das halt alles nicht so wirklich.

Ich danke Dir, pass Du auch gut auf Dich auf!

Kommentar von toomuchtrouble ,

weil man sich da ja dann doch recht lange aufhält.

Das zählt natürlich als Argument. Mit jedem Tag steigt die Wahrscheinlichkeit, dass man sich den Aureus einfängt. Hier in der Med. Hochschule Hannover geht jede Woche mindestens einer über die Wupper.

Kommentar von Muggelchen71 ,

Ja, auch daran sollte man denken.... Ich halte es da lieber so, schnell rein, reparieren und schnell wieder raus ;-) Aber leider kam es ja anders.

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