schwere Depressionen und Antiepileptika?

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8 Antworten

Das bei Depressionen Antiepileptika verabreit werden ist nicht selten, dabei handelt es sich vorwiegend um das Medikament Lamotrigin (http://deprimed.de/lamotrigin/). Dieses ist eigendlich zur Phasenprophylaxe gegen Depressionen bei bipolaren Störungen zugelassen, wird jedoch auch bei unipolaren Depressionen gerne gegeben.

Ich persönlich habe sehr gute Erfahrungen mit Lamotrigin gemacht, hatte kaum Nebenwirkungen und es half im Vergleich zu anderen Medikamenten relativ gut.

Meist werden Antiepileptika jedoch als Zusatzmedikation zu einem Antidepressivum gegeben und nicht als Monotherapie (das einzige Medikament welches verabreicht wird) gebraucht.

Du darfst dich nicht entmutigen lassen, wenn du auf 2-3 Medikamente nicht angesprochen hast. Nur rund 30% reagieren ausreichend auf ihre Erstmedikation (das erste Medikament, welches Ihnen verabreicht wird), rund 40 weitere Prozent reagieren erst nach diversen Umstellungen sowie der Einnahme ganzer Medikamentenkombinationen ausreichend. 30% reagieren gar nicht oder nur stark unzureichend.

Ich habe unzählige Male die Medikamente ändern müssen bis ich eines fand das half. Wenn du nicht auf Fluoxetin reagiert hast würde ich es ev. mit einem Antidepressiva der SSNRI-Klasse (wie z.B. Duloxetin, http://deprimed.de/duloxetin/) versuchen. Diese hemmen im Gegensatz zu Fluoxetin nicht nur den Botenstoff Serotonin, sondern auch Noradrenalin.

Duloxetin hat mich persönlich nicht suizidal gemacht (im Gegensatz zu anderen Medikamenten wie z.B. Sertralin oder Fluoxetin), aber das ist bei jeder Person ein wenig anders. Klappt das mit einem SSNRI auch nicht, kannste es immer noch mit einem Tri- bzw. Tetrazyklika (älteres Antidepressiva) versuchen oder gar einen MAO-Hemmer probieren.

Klappt alles nix, gibts immer noch EKT... davon biste hoffentlich weit entfernt.

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Du musst dich genau von einem Psychologen untersuchen lassen.  Eigentlich müssten sie dann wissen was sie dir verschreiben können. Nebenwirkungen gibt es immer. Ich habe zum Beispiel 30 kg in 6 Monaten zugelegt, aber die Medikamente haben mir geholfen (Paroxetin). Ich wurde vorher jahrelang verkehrt behandelt. 

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Kommentar von Indivia
25.09.2016, 19:14

wenn dann sollte ihn ein psychiater untersuchen, denn ein Psychologe ist kein arzt, nur ein therapeut

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Zum einen, was dir bestimmt kein Arzt gesagt hat, ist dass Antidepressiva nur das Sympthom bekämpfen, aber niemals die Ursache. Was ja im Grunde keine Heilung ist.

Erst wenn die Ursache behoben wird, wird es dir auch besser gehen. Zudem gehen Antidepressiva auf die Leber und schädigen die Zirbeldrüse, die für die Wahrnehmung verantworlich ist.

Der Mensch wird von vielen Ärzten immer noch als biologische Maschine angesehen, mehr aber auch nicht, sie denken nicht in größeren Dimensionen.

Der Begründer der Psychoanalytik Siegmund Freud, war zudem der Auffassung, dass der Mensch ein Ich, ein Es und ein Über-Ich hat, und dies muss bei dem Heilungsprozess und Entwicklungsprozess berücksichtigt werden.

Aber ganz ehrlich welch ein Arzt behandelt einen Patienten schon danach.

Tatsache ist dass man jetzt dank der Epigenetik weis, dass Krankheiten auch durch das Umfeld, sprich durch traumatische Erlebnisse usw. ausgelöst werden können und diese auch zu körperlichen Erkrankungen führen.

Würde dir deshalb mal eine Psychoanalytiker empfehlen, denn die gehen in der Regel tiefer als ein Psychologe.

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Kommentar von yungeskidd
25.09.2016, 23:08

ach dass das schädigend ist kann ja sein aber nicht allzudoll, ausserdem wird man regelmäßig untersucht. hast du überhaupt erfahrungen mit diesen medikamenten? ich bin in therapeutischer Behandlung.

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Kommentar von Takmassidam
26.09.2016, 09:51

Stimmt so was du sagst!

Trotzdem ist ein Psychoanalytiker nicht für jeden das richtige. Da gibt es kein Patentrezept, welche Therapiemethode jemanden am weitesten bringt. Der eine kann drauf losreden, dem anderen muss alles aus der Nase gezogen werden. Einem hilft die Aufarbeitung der Vergangenheit, dem anderen nützt es eher, das Kapitel abzuschließen. 

Aber auf jeden Fall sind nicht die Medikamente die Antwort. 

Sie sind halt einfach, zeitsparend, rentabel. Erfordern auch keine besondere Fachkompetenz - da ist ein Blick auf die Indikationsliste und ausprobieren angesagt (Günstigenfalls unter Beachtung des gesundheitlichen Zustands.) Weil es auch da kein Patentrezept.. wobei... doch, da gibt es sowas... ;)

So "schafft" der "durchschnittliche" Psychiater vielleicht 20 oder mehr Patienten am Tag und ein Behandler (welcher Art auch immer) der sich Zeit nimmt, weil es seine Methode erfordert, max. 8. 

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Ich nutze auch ein Epilepsimedi. Das heißt Ergenyl. Früher war der Einsatz dieser Antiepileptika sogenannter off label use, heute ist der Einsatz von Ergenyl bei manischen Depressionen z.B. Standart. Mir hat dieses Medikament sehr geholfen. Ich habe es fast 10 Jahre genommen. Dann wurde es langsam ausgeschlichen. Seit einem halben Jahr ohne Medis. Mal sehen wie es klappt. Die dunklen und depressiven Tage kommen erst noch.

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Ich ahbe in der Klinik in der Einschleichphase von Citalopram Tavor zur Stabilsierung bekommen und ich glaube das esgut war. Allerdings hat die Klinik es auch langsam wieder ausgschlichen ( benzos können schnell abhämgig machen) und die Leute erst entlassen, wenn sie ganz von dem Tavor weg waren. Allerdings muss ioch auch sagen das ich noch Zwangsgedanken und eien Angsstörunghatte und Tavor angstlösend ist,allerdings lässt mit der Zeit die Wirkung nach.

Wie gesagt es macht süchtig ,demnach ist große Vorsicht geboten, der Bruder einer Patientin hatte in einer anderen klink 7,5 mg ( höchstdosis unter ärztl aufsicht) bekommen und sagte der entzug ist schlimmer als vom alkohol.

Wenn dann solltest du es nur unter strenger ärztliche aufischt machen.

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Kommentar von yungeskidd
25.09.2016, 22:53

das ist ein echt gute info.. auch wegen der suchtgefahr.. mhh die sache ist die, wegen Klinik und andere medikamente ausprobieren..ich gehe definitiv nicht zurück in die klinik da ich mich nach etwa 10monaten wieder gut sozial eingefunden habe und das nicht wieder aufgeben mag.. schulwechsel hab ich auch hinter mir.. wollte generell auch erstmal nen eindruck bekommen bezogen auf die antiepileptika:) nachdem ich den vorschlag meiner ärztin ablehnte meinte sie dass sie jetzt keine anderen medikamente für mich "haben" (natürlich gibt es noch andere antidepressiva undso, aber ich kann viele auch nicht nehmen in verbindung mit meinen schilddrüsenmedikamenten) also hat mich die ärztin jetzt komplett ohne medikamente nachhause geschickt. ich verstehs echt nicht, obwohl ich die letzten monate soooo intensiv behandelt worden bin, bin zwar aus meiner anfangskrise raus aber schon noch alles sehr mies. ja ach was weiss ich ist alles so kompliziert eh haha, danke nochmal

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Traurig das hier keiner eine Antwort hat^^
Naja dann schreib ich mal einen Kommentar dazu ;)

Ich selber habe auch 12 verschiedene Medikamente (gegen meinen Willen) genommen
Diese haben mich damals sehr dick, müde etc. gemacht
Wodurch ich für mich entschieden habe keine mehr zu nehmen
Weil ich letzen Endes Unglücklicher war als vorher
Also meine persönliche Meinung bzw. Erfahrung dazu ist Sehr schlecht

Allerdings!
Gibt es sehr sehr viele Menschen, denen diese Medikamente sehr gut geholfen haben
Teilweise sagt man sogar das ohne diese Medikamente keine Heilung möglich wäre
Wenn der Arzt dir empfehlt würde ich sie schon nehmen
Hast du denn eine andere Wahl?^^
Ohne sie wird es auch nicht besser
Versuch dich auf sie einzulassen
Vertrau auf die Ärzte
Und denk immer daran du bist nicht alleine

Wenn du jemanden brauchst zum reden oder sonst etwas dann melde dich

Lg und gute Besserung

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Kommentar von Takmassidam
25.09.2016, 04:51

Teilweise sagt man sogar das ohne diese Medikamente keine Heilung möglich wäre
Wenn der Arzt dir empfehlt würde ich sie schon nehmen
Hast du denn eine andere Wahl?^^

Entschuldigung! Das ist Bull****. Man probiert häufig gar nicht erst aus, ob es ohne Medikamente geht.

Schließlich ist das ein riesiger und profitabler Markt.

Von Heilung kann man auch nicht wirklich sprechen, eher von Symptomunterdrückung und Persönlichkeitsveränderung.

Und: Antipsychotika z.B. können einen auf Dauer anfälliger für (Supersensibilitäts-)Psychosen machen und Antidepressiva erhöhen das Risiko, "Bipolar" (manisch-depressiv) zu werden.

Und ja, selbst wenn der Arzt einen zwingen wollte, hat man eine andere Wahl. (Es sei denn, man ist als akut eigen-/fremdgefährdend eingestuft, wobei hier für eine Zwangsverabreichung rein rechtlich gesehen schon sehr viel passieren müsste.)

Vertrau auf die Ärzte

Ja, am besten blind. Schließlich sind Ärzte die einzige Antwort auf (seelische) Leiden... |-;

Selbst informieren! Nicht einfach jemandem Vertrauen schenken, der sich evtl. nachher als der größte Vollpfosten herausstellt. (Seltenheit?!)

Vor allem im Bereich Psychiatrie ist dieses Motto des bedingungslosen Vertrauens nicht unbedingt angebracht.


Und denk immer daran du bist nicht alleine


Wenn du jemanden brauchst zum reden oder sonst etwas dann melde dich


Das klingt doch vernünftig!

Nicht übel nehmen. Will dich gar nicht angreifen und Psychopharmaka nicht grundsätzlich schlecht reden. Aber du siehst die Psychopharmakotherapie etwas zu unkritisch.

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Kommentar von kkatzenfreund
25.09.2016, 11:21

Du hast schon vollkommen recht^^

Aber ich wollte ihm/ihr keine Angst machen
Wie gesagt ich habe selber auch nur schlechte Erfahrungen damit gemacht

Und naja manchen hilft es eben sehr^^
Und mir wurde es gesagt das ich nicht mehr ohne diese Medikamente gesund werden würde

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Kommentar von kkatzenfreund
26.09.2016, 01:51

Hast wohl recht ;)
Wie gesagt wenn du jemanden zum reden brauchst dann melde dich einfach mal (;
Ansonsten gute Besserung
Und Versuch stark zu bleiben

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Kommentar von kkatzenfreund
26.09.2016, 12:27

Naja ich gehe davon aus der er die schwere meiner Depression eingeschätzt hat und daraus schlussfolgert das dass nurnoch so geht
Kein Plan er ist Arzt nicht ich :D
Und da geht man halt davon aus der er sich auskennt

Wenn ich wegen irgendetwas Unters Messer muss und eine schwere op habe mir Vollnarkose muss ich auch vollkommen auf den Arzt vertrauen ^^

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Hi, Ich habe vor einigen Jahren Citalopram wegen Depression und Derealisation bekommen. Hat leider nicht viel geholfen und ich wollte mich auch nicht mit Medikamenten vollpumpen. Bei mir hat letztendlich eine Psychotherapie geholfen. Hast du das schon mal probiert?

Da die Depressionen nicht so stark waren, hatte ich eine ambulante Therapie.  Je nachdem kann man natürlich auch über eine stationäre nachdenken. Bist oder warst du denn schon mal in psychotherapeutischer Behandlung? Meiner Meinung nach kennen sich viele Allgemeinärtze nicht ausreichend aus (ist ja halt auch nicht deren Fachgebiet) und sind sehr schnell dabei mit dem Verschreiben von Medis.

Liebe Grüße

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Kommentar von yungeskidd
25.09.2016, 23:05

schwere Depressionen wurden von ärzten, psychotherapeuten und psychologen vor etwa 10monaten diagnostiziert, war 3monate auf station, bin regelmäßig in therapeutischer behandlung:) ich schau einfach mal wie sich das jetz bei mir hält, nehme momentan halt keine medikamente. 

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Es wurden bei weitem nicht alle Medikamente (Antidepressiva/-psychotika) ausprobiert und das ist auch gut so. Hast vermutlich nichts verpasst.

Zum Antiepileptikum: meinst du zufällig Lyrica (Pregabalin)? Oder irgendwelche Benzodiazepine?

Versuche am besten, ohne jegliche Medikamente klarzukommen, weil es dich meist nicht besonders weit bringen wird. (Wie du ja schon erfahren hast.)

Besonders empfehlen, kann ich dir folgende Seite und vor allem den verlinkten Artikel. Dort wird das Thema Psychopharmaka anders beleuchtet als zumeist.

https://goo.gl/qgJsMT

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Kommentar von yungeskidd
25.09.2016, 22:59

ja alle Medikamente hab ich natürlich nicht probiert. Aber alle die die ich probieren kann. Ich hab nicht viele Möglichkeiten wegen meinen schilddrüsenmedikamente.

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