Frage von JasminXX90, 82

Schwarzer Schimmel wird vom Vermieter trotz einer Fristsetzung nicht beseitigt. Was sind meine Rechte?

Hallo,

Ich bin in Stuttgart in eine WG eingezogen, ohne dass ich den Mietvertrag unterschrieben habe. Meine Vormieterin meinte, das wäre alles in Ordnung, da dem Vermieter es Recht war. Somit gab es auch keine Überhabe. Leider hatte ich in Stuttgart 6 Monate nach einer WG gesucht, aber ohne Erfolg. Es ist verdammt schwer, etwas "normales" zu bekommen. Nach 6 Monaten hatte ich nun endlich eine Zusage und konnte es erst kaum glauben. Zu dem ist die Wohnung auch zentral und ich hätte schon vor, mind. 4 Jahre in der Wohnung zu bleiben. Meiner Vormieterin musste ich einige Möbelstücke übernehmen (ist in Stgt üblich). Darunter auch den Kleiderschrank. Was ich erst nach einer Woche bemerkt hatte war, dass an der Fassade oben in der Ecke über dem Kleiderschrank ein ca. 10 cm großer, schwarzer Schimmel war!

Nach 2 Wochen hatte endlich mal der Vermieter Zeit, sodass ich zu ihm gefahren bin, mich bei ihm vorgestellt habe und wir beide den Mietvertrag unterschrieben haben. Danach habe ich den Vertrag in meine Tasche gepackt und das Problem mit dem Schimmel, aber auch einige kleinere Probleme (Fenster gehen schlecht auf, im Bad gibts sehr schlecht lauwarmes Wasser...) angesprochen.

Er meinte, dass im Haus (das komplette Gebäude gehört ihm) in einer Wohnung saniert wird und dass sich einer Anfang November mein Zimmer angucken wird. Dazu kam es leider nicht. Erst Anfang Dezember hatte er selber Zeit, um sich die Wohnung anzugucken, da er sich ja lange Zeit die Wohnung nicht angeguckt hatte, da er bei WGs keine Übergaben macht (wir sind die einzige WG im Haus). Neben ihm war noch jmd. da, der die Mängelbeseitigung durchführen wird.

Das Problem ist nun, dass er eigentlich den Schimmel sofort beseitigen muss, da ich dafür nicht verantwortlich bin, sondern er, auch wenn es durch meine Vormieterin verschuldet ist. Hätte er immer Übergaben gemacht, wäre der Schimmel bestimmt weg. Dann hatte ich mir überlegt, Miete unter Vorbehalt zu zahlen, doch aufgrund der miesen Wohnungsmarktsituation in Stuttgart habe ich ihm zunächst eine Mail geschrieben mit meinem Vorhaben. Er meinte, eine Mietminderung kommt garnicht in Frage und er versuchte schon damals, als er in der Wohnung war, sich alles schön zu reden.

Was soll ich denn nun tun? Ist es nicht so, dass wenn der Vermieter die Frist nicht einhält, dass ich das Recht habe, 30% von der Bruttomiete abzuziehen? Aber was, wenn ich dann rausgeschmissen werde? Mit der Begründung des Eigenbedarfs und 3 Monate Kündigungsfrist?

Es kann und darf doch in Deutschland nicht wahr sein, dass die Vermieter solche Situationen ausnutzen und sich auch noch über Mängel, die vom Mieter angezeigt werden, beschweren, weil man als Wohnungssuchende doch überhaupt dankbar sein soll, dass man eine Unterkunft hat. Ich will aber nur, weil ich in Stuttgart wohne, nicht in einer Schimmelbude leben!

Ich hoffe auf Vorschläge und Empfehlungen von euch.

Liebe Grüße, Jasmin

Antwort
von Huflattich, 46

Du kannst, nachdem du den Vermieter schriftlich aufgefordert und ggfs. noch einmal schriftlich mit einer Fristsetzung angemahnt hast, die Miete kürzen. Dies solltest Du im Mahnschreiben ankündigen.

So einfach ist das nicht Da der Nachweis fehlt wer den Schimmel zu verantworten hat. 

Gerade in dieser verrückten Zeit von abgedichteten isolierten Wohnungen sind Schimmel und schlechtes Raumklima vorprogrammiert. Wenn doppel - glas und/oder dreifach Glasfenster dicht schließen schlägt warme Raumluft an den jetzt kühleren Wandflächen als Kondenswasser nieder, das heißt Heizung an und Fenster auf . 

Ich würde an deiner Stelle zum Mieterschutzbund und mich rechtlich beraten lassen. 

Kommentar von JasminXX90 ,

Vielen Dank für den Tipp mit dem Mieterschutzbund, aber in Stuttgart muss man 78€ zahlen... Sehe ich nicht ein zu zahlen. Außerdem wohne ich in einer runtergekommenen Altbauwohnung

Kommentar von Huflattich ,

Nun 71 Euro sind lächerlich im Verhältnis zu den Beratungskosten beim Rechtsanwalt. Aber jedem seins........ 

Antwort
von JasminXX90, 36

Vielen Dank erst mal für die Antworten. 

Dass der Vermieter mich mit einer 3 Monatsfrist "rausschmeißen" kann ist mir klar. Mir geht es aber darum, dass ich als Studentin eigentlich nichts machen kann, als zu abwarten oder den Schimmel in Eigenleistung zu beseitigen. Umziehen wäre prinzipiell die beste Lösung. Aber ich wohne in Stuttgart und hier ist keine Wohnung mangellos. Viel kann ich nun mal für eine Wohnung nicht ausgeben mir reicht das Geld gerade mal für den Unterhalt aus und noch etwas für die Freizeit. 

Mit meinem Lüftungsverhalten hat es nichts zu tun, da der Schimmel bereits da war, als ich eingezogen bin. Was natürlich auch sein kann ist, dass der Vermieter erst einige Monate abwartet und mich verantwortlich für den Schimmel machen will. Was dann? Ich trau dem Vermieter überhaupt nicht, aber muss ich deswegen in einem schimmelbefallenen Zimmer leben? Deutschlands Gesetzte schützen doch den Mieter wie kein anderes Land. Aber davon merke ich nichts! 

LG,

Jasmin

Antwort
von ZuumZuum, 44

Also, zuerst einmal hat deine Vormieterin den Schimmel bestimmt nicht verschuldet. Du schreibst das es an der Fassadenseite ist, das spricht häufig für eine Undichtigkeit so das Wasser ins Mauerwerk eindringen kann. Zusammen mit der feuchten Wand und entsprechenden Raumtemperaturen entstehen sogenannte Kondensationsbrücken oder auch Kältebrücken genannt. Die Mauer ist kalt, feucht, im Rauminneren ist es warm und das Wasser kondensiert auf der Wand und gibt dem Schimmel einen herrlichen Nährboden.

Du kannst, nachdem du den Vermieter schriftlich aufgefordert und ggfs. noch einmal schriftlich mit einer Fristsetzung angemahnt hast, die Miete kürzen. Dies solltest Du im Mahnschreiben ankündigen.

Eine Kündigung wegen Eigenbedarf kann er so oder so zu jeder Zeit aussprechen das hat nichts mit dem Anzeigen eines Mangels zu tun.

Kommentar von napoloni ,
Du schreibst das es an der Fassadenseite ist, das spricht häufig für eine Undichtigkeit so das Wasser ins Mauerwerk eindringen kann.

Falsche Schlussfolgerung. Durch Bewohner verursachter Schimmel ist wesentlich häufiger als irgendwelche Undichtigkeiten. Und IMMER an der Fassadenseite.

Gerade in Wohngemeinschaften dürften baubedingte Probleme den kleinsten Teil ausmachen, weil hier per sé mehr Bewohner mit mehr Möbeln auf engem Raum leben. Das bedeutet, das sich die viele entstehende Feuchtigkeit auf nur wenige Kubikmeter Luft verteilen kann.

Dass der Schimmel höchstwahrscheinlich durch die Bewohner verursacht ist, hat aber wiederum nichts mit einer Schuldfrage zu tun.

Antwort
von Desox, 38

Da wirst du ohne Rechtsanwalt nicht viel machen können.

Hast du bei der Übergabe den Schimmelbefall vermerkt?

Wurde ein Gutachten angelegt das der Befall vom Vermieter verursacht wurde durch bauliche Mängel?

Weist du welche Art des Schimmels dort ist und dieser Gesundheitsgefährdend ist?

Einfach eine Mietminderung anzudrohen ohne wirkliche Rechtsgrundlagen ist ein gefährliches Spiel. Das kann nämlich ganz schnell in einer Schadensersatzklage enden.

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