Frage von Virus1512, 75

Schwarzer Gürtel nach 3, 4 oder 10 jahren?

Hallo

Also ich trainiere seit 3 Jahren Taekwon-do und werde nächstes Jahr im Sommer zu meiner Schwarzgurt/Danprüfung antreten. Viele in meinem Bekanntenkreis (die ebenfalls Taekwondo trainieren allerdings in anderen Vereien, Städten und Ländern) meinen aber, dass 4 Jahre total wenig sind um den Schwarzen Gürtel zu erreichen. Einer davon meinte, dass er 7 Jahre gebraucht hat, ein anderer brauchte nur 3 Jahre und ein anderer wiederum 5. Nochmal zur Info: Wir betreiben alle die selbe Kampfkunst aber warum ist das mit dem ersten Dan trotzdem so umstritten?

Danke und LG

Antwort
von SiaFan77, 26

Ich glaube, wenn man durch die Kups durch ist, bleibt man (bei uns jedenfalls) mindestens 1 Jahr stehen, bis man zum Dan - Prüfung gelassen wird.

WENN der Meister die Erlaubnis gibt.

Die Kups schafft man in unterschiedlichen. Ich durfte z.B. bei der zweiten Prüfung schon eine Doppelprüfung machen, d.h. 8. und 7. Kup zusammen.

Das hängt aber auch mit dem Niveau zusammen, und was der Meister sagt.

Es kann aber auch sein, dass manche Schule nur 2 Kup - Prüfungen im Jahr machen und manche 4.

So gesagt, dauert bei manchen die "Kup - Zeit" schon 4 Jahre.

Bei manchen großen Organisationen stehen aber auch Vorschriften fest, die die einzelnen Vereine befolgen. Kann dir aber leider nicht mehr dazu sagen.

Zu einer Dan - Prüfung gehören praktische sowie theoretische Aufgaben. Ist ein Schüler praktisch gut, kann aber theoretisch nichts, wird er auch wohl nicht zur Prüfung gelassen.

LG, hoffe konnte helfen :)

Antwort
von OnkelSchorsch, 23

Ist unterschiedlich.

In den Budo-Künsten kenne ich es so, dass in Japan (und Korea) Erwachsene als erste Prüfung die zum 1. Kyu (Kup), also Braungurt machen, nach etwa einem halben bis einem Jahr und dann nach weiteren ein bis zwei Jahren die Prüfung zum 1.Dan. Das wären dann insgesamt etwa drei Jahre. Für einen erwachsenen Anfänger.

Kinder und Jugendliche brauchen länger, weil sie erst die Kyu-Grade absolvieren, also die Kinder-Graduierungen.

In Deutschland wird üblicherweise von jedem das Duchlaufen der Kyu- bzw Kup-Grade erwartet, was alleine schon drei bis vier Jahre dauerm kann. Dann noch ein Jahr bis zur 1.Dan-Prüfung, dann kommt man auf in Deutschland realistische Zeiten von vier bis fünf Jahren bis zum 1.Dan. Es kann aber auch länger dauern, wenn man etwa nicht so häufig trainiert, oder schneller, wenn man fix durch die Kup-Grade gekommen ist.

Clubs, oder dann wohl eher gewerbliche Schulen, in denen man den 1.Dan bereits nach einem oder zwei Jahren erlangt, oder gar noch schneller, kann man meiner Meinung nach als unseriös einstufen.

Kommentar von Enzylexikon ,

Clubs, oder dann wohl eher gewerbliche Schulen, in denen man den 1.Dan bereits nach einem oder zwei Jahren erlangt, oder gar noch schneller, kann man meiner Meinung nach als unseriös einstufen.

Kann ich so unterschreiben, das klingt für mich nach McDojo.

Antwort
von DasWeiseKind, 16

Hallo Virus1512,

Wenn das abschließen von Gürtelprüfungen umstritten ist, dann wohl nur von Neider, die es selbst nicht in derselben Zeit geschafft haben.

Jeder erfahrene Kämpfer hält sich da eher an Mr.Miyagi: "Gürtel ist zu Halten von Hose" 

Ich hab' zum Beispiel bei meinem Einstieg in den Kampfsport erst einmal nur weiß-gelb und gelb gemacht und dann fast 3 Jahre lang garkeine Prüfung mehr. Erst als mich mein Trainer dann überredet hatte für unseren Verein zu Werbezwecken an den Landesmeisterschaften teilzunehmen,  habe ich (zwangsweise) unter Berücksichtigung der Mindestwartezeiten zwischen den Prüfungen (ich glaube es waren jeweils 5 Monate) im Jahr '97 orange (Januar), grün (Juni) und (1.)blau (Dezember) gemacht. Um dann im März '98 teilnahmeberechtigt zusein. (also der 5.Kyu, sprich Blaugurt, war Bedingung)

Dennoch sagt die Farbe des Gürtels nichts, oder zumindest nicht zwangsläufig etwas über die Fähigkeiten oder das Talent aus.

Deshalb mach dir da überhaupt keine Gedanken, falls dir jemand den 1. Dan missgönnt.

Übrigens: meine erste Landesmeisterschaft endete bereits nach 8 Sekunden, weil ich meinen Gegner mit einem jodan mawashi schlafen gelegt habe. Die gesamte Halle war entsetzt,  einzig das Lachen meiner Mutter hallte durch den Raum, so kam ich anders als vom Trainer geplant in die Zeitung. Mein Trainer war übrigens verständlicherweise pappensatt - nicht nur wegen der vergeudeten 25 DM Startgeld, sondern auch weil er eigentlich wollte, dass ich mit einer Finalteilnahme in den Kreis des Landeskaders hätte aufgenommen werden sollen. Das musste dann halt noch ein Jahr warten, da hatte ich das mit dem Halbkontakt allerdings auch mittlerweile auch soweit verinnerlicht, dass mich das Adrenalin nicht wieder selbst aus dem Turnier geschossen hat. Manche Sachen brauchen eben doch ein wenig Erfahrung. ;-)

Liebe Grüße

P.S. In vielen Verbänden ist es so, dass, meistens ab dem 3. Dan, für die Zulassung zur Prüfung "besondere Dienste" für den Sport geleistet werden müssen. Das kann von der Ausrichtung von Lehrgängen über Trainereinsätze auf solchen, Schiedsrichtereinsätze auf Bundes- oder internationaler Ebene, Erfolge auf internationalen Turnieren oder Aktivitäten in eine solche Richtung gehen,  sprich man muss oftmals mehr tun als nur "Schüler" zusein und zu trainieren. 

Kommentar von Virus1512 ,

Musste bei dem Part mit deiner Mutter irgendwie lachen :'D wenn man sich das so vorstellt, dass einem eine ganze Halle entsetzt anstarrt und nur das Lachen seiner Mutter hört.

Das mit den besonderen Diensten ist auch bei uns so. Ab dem 3. Dan war es früher unter Kwon jae Hwa (ein Nordkoreanischer TKD Großmeister) PFLICHT ein TKD Dojang (auf Japanisch "Dojo") zu leiten bzw. Trainer zu werden. Ist man nicht bereit dieses Kriterium zu erfüllen gibts auch keinen dritten Dan.

Expertenantwort
von Enzylexikon, Community-Experte für Kampfsport, 30

Kriterien für Dan-Grade

Für die Abstände zwischen den einzelnen Prüfungen und die sonstige Vergabe von Graduierungen, gibt es keine gesetzlichen Vorgaben.

Allerdings sind viele Vereine entweder einem nationalen, oder sogar internationalen Dachverband, wie etwa der "International Taekwondo Federation" (ITF) angeschlossen und befolgen deren Vorgaben.

Wenn also die Regularien des Verbandes einen solchen schnellen Aufstieg ermöglichen, ist das also theoretisch durchaus denkbar.

Eine (fiktive) Regelung könnte zB lauten:

"Ein Schüler muss mindestens 666 Trainingsstunden absolviert haben und zwei mal pro Woche am Training teilgenommen haben, bevor er zu einer Prüfung zugelassen wird. Er muss die Techniken, die in Anlage 2 Absatz 3 genannt werden, je nach Graduierungsanforderung (siehe dort) absolvieren. Zwischen den Prüfungen liegt ein Mindestabstand von einem Jahr"

Bei einer solchen Regelung hat man eine andere "Aufstiegsgeschwindigkeit" als in Vereinen mit davon abweichenden Regeln.

Bedeutung des 1. Dan

Ich persönlich halte nichts von schnell produzierten Schwarzgurten, auch gerade, weil dessen Bedeutung, vor allem im Westen, häufig überschätzt wird.

Der 1. Dan sagt nach meiner Ansicht lediglich aus, dass man die Grundschule beherrscht und Techniken richtig ausführen kann. Die ganzen Kyu/Kup-Grade vorher sind lediglich eine Motivation für den Schüler, weiter zu trainieren.

Mit dem 1. Dan ist man also quasi "offiziell anerkannter Anfänger" und sollte sich nicht zu sehr etwas darauf einbilden.

Graduierungen

Viele Disziplinen kannten feste Prüfungsordnungen und Graduierungen ursprünglich nicht. Das Gürtelsystem, an dem sich heute viele Stile orientieren, wurde erst durch Jigoro Kano, den Begründer des Judo, populär.

Stattdessen wurde Schülern teilweise verschiedene Zertifikate, je nach ihrem technischen und geistigen Verständnis der Disziplin, ausgestellt. Zuletzt erfolgte dann die offizielle Lehrbefugnis.

Heute ist das durch die Gürtelprüfungen viel reglementierter und man muss ein bestimmtes Maß an technischem Können vorweisen - dabei kann aber der geistige Aspekt auf der Strecke bleiben.

Ich trainiere die japanische Kampfkunst Aikido und kann sagen, dass bei uns auch schon mal Übende nicht zu Prüfungen zugelassen werden, wenn sie zwar technisch, aber charakterlich noch nicht so weit sind.

Da haben  die Verbände und Vereine unterschiedliche Ansprüche,

In einem Verein der sagt "technisches Können reicht uns als Kriterium" wird man schneller aufsteigen, als in einem Verein, der auch die persönliche Entwicklung des Einzelnen berücksichtigt.

Ich hoffe, die Antwort war hilfreich.

Antwort
von TezZY1202, 32

ICh würde glatt sagen es liegt entweder am studio wo ihr trainiert (Falls alle wo anders trainieren) oder daran das ihr verschieden gut seit und du einfach früher dazu bereit bist

Und ganz vielleicht haben sich die bedingungen einfach geändert um diesen Gürtel zu bekommen

Antwort
von Qochata, 27

Weil es gesetzlich nicht vorgeschrieben ist, wie z.b. eine staatliche Ausbildung oder ein Studium. Abgesehen davon ist auch entscheidend, wie oft du pro Woche trainierst. Wenn jemand nur 2mal trainiert, der ist dann erst nach 5 jahren soweit, während ein anderer fast täglich trainiert, in 2 Jahren schon seine 1.Dan-Prüfung absolvieren kann

Kommentar von OnkelSchorsch ,

Nein, so einfach ist das nicht, da die jeweiligen Prüfungsordnungen vorschreiben, dass zwischen den einzelnen Prüfungen bestimmte Zeitspannen liegen müssen.

Kommentar von Qochata ,

Diese können von Verein zu Verein verschieden sein bzw. erheblich variieren.. Welche Mindest-Zeitspanne liegt denn zwischen dem Weiß Gurt (Anfänger-Gurt) und dem 1. Schwarzgurt (1.Dan), wenn alle Gürtel - Zwischenprüfungen erfolgreich bestanden wurden? Schließlich gehören nicht alle Tae Kwon Do - Vereine der dt. Tae Kwon Do-Union oder vergleichbaren Fachverbänden an.

Kommentar von Qochata ,

Und ein erfahrener Trainer weiß schon selber, wie es mit seinen Schülern bestellt ist, ob sie die Prüfung bestehen, bestehen  könnten oder ob sie im schlimmsten Fall kläglich versagen

Kommentar von Qochata ,

...Als ich meine Schwarzgurtprüfung absolvierte, musste ich u.a. im Sparring gegen 3 Blaugurte antreten. Nicht ich wusste, dass ich mir das zutrauen konnte, sondern mein Trainer - unabhängig davon, wie lange ich den Braungurt schon besaß

Antwort
von Vampire321, 27

Vielleicht liegt die Ursache in der Zeit der gürtelprüfung auch im Talent und der Trainings Intensität?

Ein talentierter 'schüler' mit viel Zeit auf der matte wird seinen 1.dan sicherlich schneller haben, als der durchschnittlich talentierte und motivierte Sportler der 1-2x /Woche zum Training geht!

Also: ne pauschale Angabe gibt's nicht!

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