Frage von xXxPMxXx, 99

Schwangerschaftsphobie beim Mann?

Hallo liebe Community,

ich habe wahrscheinlich ein kleines Problem. Kurz zu meiner Person, ich bin 20 Jahre alt und bin Student. Ich habe keine feste Freundin und lebe noch zu Hause bei meinen Eltern.

Ich habe die Vermutung, dass ich unter einer Schwangerschaftsphobie leide. Ich habe panische Angst davor eine Frau zu schwängern. Teilweise mache ich mir 24/7 Gedanken drum und verspüre sogar wenig Lebensfreude und Motivation während dieser anhaltenden Zeit. Ich habe zum Beispiel eine gute Freundin die ich seit ein paar Jahren kenne, wir hatten bereits oft miteinander geschlafen und dabei nur mit der Pille verhütet. Teilweise auch mit Kondom, aber man kennt sich bereits so gut, dass man es hat irgendwann weggelassen. Vor einer Woche das letzte mal und verspüre wieder diese Ängste, obwohl bisher noch nie etwas passiert ist und sie sich bestens mit der Pille auskennt und sie regelmäßig nimmt. Natürich sagt man dann, wenn ich weiß, wie labil ich in diesem Thema bin lasse ich doch niemals das Gummi weg, aber unter uns, selbst wenn ich ein Gummi benutzt und zB nur mit Gummi und ohne Pille verhüte, habe ich die gleichen Angstzustände. Es ist schlimm, wirklich und ich weiß nicht, wie ich mich davon befreien kann. Es zieht mir die Lebensenergie aus den Knochen. Ich kann doch nicht bis ich eine Familie gründen will auf den GV verzichten. Sind meine Sorgen berechtigt, oder mache ich mich jedes mal aus neue nur Verrückt? Wahrscheinlich, weil bisher ist noch nie etwas passiert, Habe auch wie gesagt nicht ständig andere Partner. Wenn ich das hätte, würde ich wahrscheinlich total verrückt werden. Ich habe die Ängste nicht aus dem Grund, dass ich keine Kinder mag.. Im Gegenteil, ich mag Kinder und möchte später auf jeden Fall welche haben, aber halt noch nicht jetzt. Ich habe kein Einkommen, bin student und möchte erst mit der Familienplanung beginnen, wenn ich ende 20 bin, vor allem ist es ja etwas, was das ganze Leben schlagartig ändern kann. Das sind meine Beweggründe.

Viele Junge Männer machen sich da ja nicht all zu viele Gedanken drum. Wenn ich teilweise mitbekomme, wie viele meiner Freunde wechselnden Geschlechtsverkehr haben und dabei überhaupt keine Furcht empfinden, mache ich mir da natürlich Gedanken über meinen Fall.

Über die Verhütung bin ich bestens aufgeklärt. Ich weiß wie die Pille funktioniert - wahrscheinlich sogar besser als manche jungen Mädchen, könnte aus dem Ärmel sämtliche Informationen ziehen, einfach, weil ich mich so gut drüber informiert habe, ist mir auch ziemlich wichtig, weil ich selber so mit aufpassen kann. Außerdem weiß ich auch wie man Kondome richtig verwendet, sodass theoretisch nichts passieren kann und bisher ist auch rein gar nichts passiert.

Ich weiß nicht, ob ich damit mal zum Arzt gehen soll, oder meine Eltern davon informieren soll, meine Mutter kennt das nämlich schon zum Teil von mir. Wollte mir hier mal ein paar Ratschläge einholen wie ich damit umgehen soll und was ihr mir raten würdet.

Danke!!!!

Beste Grüße

Expertenantwort
von HelpfulMasked, Community-Experte für Pille & Verhuetung, 42

Es bringt dir herzlich wenig wenn du weißt wie die Pille funktioniert, wenn es das Mädchen nicht auch weiß.

Wenn du derartige Angst davor hast Vater zu werden solltest du dich selbst um Verhütung bemühen. Und das bedeutet nicht deiner Partner die Pille einzuflößen sondern selbst tätig zu werden.

Bei richtiger Anwendung (!) sind Kondome völlig ausreichend. Wenn du dennoch eine Schippe draufschlagen möchtest - warum dann die Pille?

Mal ganz abgesehen davon, dass es natürlich die Entscheidung deiner Partnerin ist...

Wenn du dich angeblich sooo gut mit Verhütung auskennst - warum weißt du dann nicht, dass die Pille nicht das sicherste Verhütungsmittel ist?

Lg

HelpfulMasked

Kommentar von xXxPMxXx ,

Mir ist durchaus bewusst, dass sie nicht das sicherste Verhütungsmittel ist, aber einer der sichersten und bei korrekter Einnahme zu 99% vor einer Schwangerschaft schützt. Habe auch nicht gesagt, dass die Pille das sicherste ist! Daher finde ich den letzten Satz unpassend.

Ich zwinge niemanden sich die Pille einzuflösen, im Gegenteil. Außerdem ist wohl nichts falsch dabei, sich als Mann ausreichend über die Pille zu informieren.

Bei richtiger Anwendung reichen Kondome vollständig aus, wie es bei der Pille genauso ist. Außerdem habe ich erwähnt, dass ich selbst in Kombination beider einige Angstzustände verspüre - daher verstehe ich den Kommentar nicht wirklich.

Trotzdem Danke.

Expertenantwort
von Janiela, Community-Experte für Liebe, 23

Eine so große Angst davor, dass es dich runterzieht und deinen Alltag
belastet, ist natürlich schon außergewöhnlich. Es könnte eine
Bereicherung sein, deine Angst los zu werden. Es könnte sein, dass du
das alleine schaffst und es könnte sein, dass du dafür therapeutische
Hilfe brauchst. Als ersten Schritt würde ich dir empfehlen, einen Termin
bei einer Familienberatungsstelle zu machen und dort über dein Problem
zu sprechen. Ich weiß nicht, ob dir vielleicht auch schon ein kleiner
Perspektivwechsel hilft, den ich versuchen möchte.

Angenommen
du würdest wirklich eine Frau schwängern, wärest du bei weitem nicht
der erste Mann, der sozusagen mit nichts vor dem Problem einer
Familiengründung steht. Möglicherweise wäre die Mutter des Kindes nicht
deine Traumpartnerin und das Kind wäre von Anfang an als
Patchwork-Familien-Kind "angelegt". Vielleicht könntest du die Mutter
und das Kind nicht in dem Umfang unterstützen, in dem du das angemessen
finden würdest. Vielleicht hättest du nicht so viel Zeit für dein Kind,
wie du einem Kind zugestehen willst.

Aber...

Patchwork-Familien,
in denen die Kommunikation gut läuft und in denen die Eltern des Kindes
sich gut verstehen, funktionieren als Rückhalt für ein Kind genau so
gut wie klassische Familien. Jeder Vater steht vor ungelösten Problemen
und vor einer Vaterrolle, in die er erst hineinwachsen muss. Selbst
Jugendliche werden manchmal Eltern und erfüllen ihre Rollen erstaunlich
souverän und gut. Es gab nie einen korrekten Zeitpunkt zum Kinderkriegen
und es wird ihn auch nie geben. In jeder Lebensphase gibt es Punkte,
die dagegen sprechen. Finanzielle Garantien gibt es eh nicht. Wenn du
kein Geld hast, wird die Familienkasse gewährleisten, dass dein Kind
nicht verhungern muss, es gibt Lösungen für sowas. Wenn so viele Jungs
es schaffen, ganz passable Papas zu werden, ohne dass sie sich darüber
den Kopf zerbrochen haben, dann schaffst auch du das. Gerade du, weil du
dir jetzt bereits im Klaren darüber bist, dass du mal Familie haben
möchtest und weil du dir so viele Gedanken darum machst, warum das alles
fürchterlich schlimm sein könnte, sie zum falschen Zeitpunkt
versehentlich zu gründen. 

Also falls es wirklich so weit kommen
sollte, dass du eine Frau schwängerst, dann gibt es Möglichkeiten, mit
der Situation umzugehen und das Leben so zu nehmen, wie es kommt. Und
gerade der Umstand, dass du das nicht willst, senkt die
Wahrscheinlichkeit, dass es trotz Vorsichtsmaßnahmen passiert.

Genieß
den Sex weiterhin so verantwortungsbewusst, wie du das tust. Eine
Schwangerschaft ist zwar eine große Hausnummer, aber bei deiner Vorsicht
erstens unwahrscheinlich und zweitens ist sie kein Weltuntergang.

Kommentar von xXxPMxXx ,

Vielen Dank für die Mühe und die damit in Verbindung stehende Zeit diese Antwort zu verfassen. Sehr ausführlich und liebevoll.

Ich werde mir deine Worte sehr zu Herzen nehmen!

Danke.

Antwort
von eni70, 26

Mutig und gut das du Rat suchst.

Vermutlich hat das ganze einen Auslöser, der dir gar nicht bewusst ist. Eine ungewünschte Schwangerschaft in Familie oder Bekanntenkreis, einen eindrücklichen Film gesehen, Buchfalsche religiöse Reife......

Da dich das ganze so sehr belastet, ist es schon neurotisch und du solltest dir professionelle Beratung suchen. DAs kann jemand (anonym und kostenfrei) bei der pro familia sein , eine andere Beratungsstelle oder natürlich(mit langer Wartezeit) ein spezialisierter Psychologe. 

Scheue dich nicht das zu suchen, Neurosen sind Alltagsgeschäft, die einen haben Angst Bus zu fahren, Spinnenphobien und du bist, was sehr positiv ist!, eben verantwortungsbewußt auf der einen Seite und dadurch aber auch über die Maßen belastet durch die Sorge zu früh ein Kind zu zeugen.

Daran ist gar nix komisch oder so, ganz im Gegenteil! Lass dir helfen und du wirst hoffentlich auf ein erträgliches Maß zurückfinden. Kondom sollte man immer nehmen, allein wegen HIV. Du machst also eigentlich alles richtig!

Kommentar von xXxPMxXx ,

Vielen lieben Dank.

Teilweise schrecklich von wie vielen Leuten Vorwürfe kommen, ohne einen Versuch der Hilfe. Hier rein positives..

Werde ich mir so zu Herzen nehmen!

Dankeschön

Antwort
von Sogemacht, 9

Du hast vielleicht unbewusst Angst davor, dass dich deine Freundin verarschen könnte in Bezug auf die Verhütung. Und diese Sorge ist auch berechtigt. 

Es sind in der Regel Männer, die ungewollt Elternteil werden. Wenn es Frauen passiert, war es eben eine Panne. #Oops 

Ich würde an deiner Stelle aufpassen und mit Kondom verhüten, respektive das Kondom eigenhändig entsorgen.

Antwort
von Bleihorn, 27

Im Prinzip weißt du alles was du wissen sollst. Was sollen wir dir da noch erzählen?^^

Ich kann dir nur eines raten: Finde heraus woher die Angst kommt. Ist scheinbar eine psychische Störung. Ergründe es, behandle es mit Hilfe eines Verhaltenstherapeuten und werde bald wieder gesund :)

Wünsche dir alles Gute und viel Erfolg!

Antwort
von KINGofREVENGE, 14

Naja...such dir doch ne Freundin die nicht im Stande ist Kinder zu gebären^^ und wenn du dann doch Kinder willst suchst du dir ne andere :D

Antwort
von CAPTAlN, 30

Vasektomie, so brauchst du nie wieder Angst davor zu haben

Und wenn du dann doch mal Kinder willst, kannst du sie adoptieren

Kommentar von xXxPMxXx ,

mit 20?

Kommentar von CAPTAlN ,

Würd ich an deiner Stelle schon machen. Du könntest dich natürlich auch psychologisch behandeln lassen, aber das dauert länger und hat keine Erfolgsgarantie

Kommentar von Janiela ,

Vasektomie hat auch keine Verhütungsgarantie und ist für jemanden, der später Kinder haben möchte, auch nicht gerade die Lösung der Wahl. Jedenfalls meiner Meinung nach...

Kommentar von CAPTAlN ,

Bei einer tatsächlichen Phobie, die bereits die Lebensqualität beeinflusst, kann man schon mal zu "härteren" Mitteln greifen. (Ich weiß, dass es keine Garantie ist, aber es ist eines der sichersten Methoden)

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