Frage von Mina241099, 158

Schwangerschaftsabbruch ethische Sicht?

Was sagt ihr ?
Weil ich verstehe es nicht ganz
Habt Ihr Beispiele ?

Antwort
von Kitharea, 37

Ich persönlich stelle hier das Recht der Mutter auf Selbstbestimmung über den eigenen Körper und Leben in den Vordergrund.
Es ist ihr Körper der mitspielen muss, ihre Psyche und ihre Zukunft die "auf dem Spiel steht". Davon abgesehen unterstellt man abtreibenden Müttern gerne Dinge die so nicht sind. Alle die ich kenne, haben Jahre danach noch Gedanken an das abgetriebene Baby. Es ist kein "mal schnell zum Metzger gehen". Es belastet einen so oder so extrem und keiner sollte das Recht haben, darüber zu urteilen.
Ich vermute die "Beratungsstellen" legen klar, was passiert je nachdem wie man sich entscheidet - zumindest würde ich das hoffen und davon ausgehen dass diese wissen, was sie tun. Niemand kann besser wissen auf dieser Welt, wie Eltern oder die Mutter damit umgehen können und niemand Anderer muss das "ausbaden" und ein Leben lang damit umgehen können - insofern geht es keinen was an.
Ich bin froh, dass man die freie Wahl hat und es gibt auch genug Fälle die mit dem Vorsatz wach wurden das Kind abzutreiben und dies dann doch nicht tun. Man sollte niemanden zwingen dazu wenn es die Wahl gibt - weil jeder Zwang in unserem Leben mehr negative Energie freisetzt als nötig.

Natürlich gibt es da auch noch die Option der Adoptierung nach der Geburt - was allerdings auch kein "Metzgerlaufen" ist weil man sein Leben lang einen Menschen vor Augen hat im Gedanken, der eigentlich für einen selbst nicht wirklich existiert. So oder so - die Entscheidung ist schwer genug.

Und mal ehrlich - so wie die Menschen mitunter auf Kinder reagieren - wundert es mich nicht dass die Abtreibungen mehr werden. Wer will schon Kinder in einer Umgebung, welche immer Kinderunfreundlicher wird. Je jünger eine angehende Mama desto schneller lässt sie sich vom Gesellschaftsbild beeindrucken. Wer Abtreibungen partout ablehnt sollte sich mal Gedanken darüber machen, was er dazu beitragen kann, dass Kinder und Jugendliche in unserer Gesellschaft wieder mehr Wert bekommen und nicht nur als Belastung gesehen werden.

Kommentar von isebise50 ,

Im Großen und Ganzen stimme ich dir zu Kitharea, möchte aber noch eine Fehlinformation geraderücken:

wundert es mich nicht dass die Abtreibungen mehr werden.

Seit zehn Jahren sinkt die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland stetig. Und das nicht nur absolut, sondern auch bezogen auf die Quote je 1 000 Geburten und auch auf die Quote pro 1 000 Frauen im gebärfähigen Alter.

Nix für ungut!

Kommentar von Kitharea ,

ok - das ist dann ja mal eine gute Nachricht und Verbesserung. Ich will trotzdem nicht wissen, mit welchen Argumenten und dämlichen Aussagen da manche im Umfeld kommen. Nach dem was ich gesehen, gehört und mitbekommen habe ist so eine Entscheidung extrem schwer und hat - egal wie man sich entscheidet immer große Auswirkungen auf das eigene Leben.

Antwort
von punk41, 34

Nur mal so ein (stark von Kant beeinflußter) Gedanke:

Wenn ein Mensch stirbt, dann wird das entstandene Leid - das Schlechte in der Welt - nicht von dem/der Gestorbenen getragen, sondern von den Hinterbliebenen. Bei Menschen mit religiöser Prägung wird man hier ggf. auf Widerstand treffen, aber das interessiert nicht, wenn du selbst nicht religiös bist. Also: der Mensch ist Tod, die anderen haben das Leid.

Würden jetzt alle Menschen ebenfalls sterben, denen durch den ersten Tod Leid entstand, dann wäre das effektive Leid in der Welt wieder wie vor dem ersten Tod. Selbstverständlich muss man für dieses Gedankenexperiment eine isolierte Gruppe betrachten, sodass wirklich niemand, der auch nur im Ansatz von dem/den Toten gehört hat o.Ä. davon erfährt.

Wichtig ist auch noch, dass es ein unvorhergesehener, schmerzloser Tod ist.

Zur Verständlichkeit: dir entsteht keinerlei Leid, wenn irgendwo auf der Welt jemand stirbt, von dem du nie in deinem Leben gehört hast.

Fazit: ein (unvorhergesehener, schmerzloser) Tod tut niemandem weh, wenn keiner davon erfährt bzw. sich des/der Gestorbenen bewusst war.

Was ich damit sagen will

Eine befruchtete Eizelle und der Gedanke an ein eigenes Kind mag bei den Eltern, Verwanten, Bekannten, etc. Freude auslösen, aber wenn das Kind abgetrieben wird - wieder: unvorhergesehen und schmerzlos, was bei einem Fötus aber vorausgesetzt werden kann, bedient man sich sog. "humaner Tötungsmethoden" - ist es im Kreis der Betroffenen der Mensch mit dem wenigsten Leid, nämlich keinem. Das Leid liegt einzig und allein bei den anderen, den Eltern.

Im Grunde sollte es also einzig und allein den Eltern überlassen werden, ob sie abtreiben oder nicht. Sie sind auch diejenigen, die die Lebensumstände des Kindes am besten bewerten können - ob sie mit einem behinderten Kind klarkommen, etc.

Die Frage, ob Abtreibung moralisch richtig oder falsch ist sollte sich daher in der Debatte von der Grundentscheidung

ob

zur Entscheidung aufgrund zukünftiger Umstände verlagern und in ihrer Endgültigkeit und Rechtskräftigkeit an die Eltern abgegeben werden.

Deshalb darf es keinerlei Gesetz geben, dass Eltern eine Abtreibung grundsätzlich verbietet. Damit es allerdings keine Komplikationen mit anderen Gesetzen gibt, sollte wohl die Geburt den Zeitpunkt markieren, ab dem es rechtlich als Mord gilt das Kind zu töten. Ob das ethisch vertretbar ist, sei dahingestellt.

Hoffe ich konnte mich verständlich machen.

Antwort
von minaray1403, 10

Wenn es wirklich nicht geht, denke ich das eine Abtreibung die richtige Wahl ist. Die Frau bestimmt über ihren Körper selber und sie muss es sich ja zumuten. Und wenn sie das aus verschiedenen Gründen nicht kann/möchte sollte man das akzeptieren.

Antwort
von Hefti15, 65

Also, ich bin mir schon bei "Ehetisch" nicht ganz sicher, müsste erstmals schauen, was das ganz genau bedeutet und nicht nur landläufig.

Ansonsten ist es doch ein sehr ergiebiges Thema. Schon der Ansatz, festzuhalten, ab wann man von Leben spricht. Direkt nach der Befruchtung oder erst nach x Wochen....

Dann sich überlegen, warum es eine Straftat ist ein Baby zu töten, aber es legal ist ein "Kind" abzutreiben...

Dann eine Gegenüberstellung von Recht des ungeborenen Kindes auf Leben und z.B. das Recht der Mutter über ihren Körper zu entscheiden..

Oder die Beweggründe ein Kind "abzutreiben". Finanzielle Gründe, wurde die Mutter vergewaltigt, ist das ungebohre Kind behindert...

Dann kann man sich auch mit der Religion befassen. "Du sollst nicht töten..."...

Oder auch, wie hat sich die Ansicht darüber z.B. in Deutschland in den letzten Jahren bzw. Jahrzehnten bzw. Jahrhunderten entwickelt oder wie ist die Ansicht in anderen Ländern...

Wie gesagt, ich kann nicht beurteilen, was von diesen Punkten unter "Ethik" fällt, aber vielleicht hilft dir der eine oder andere Punkt weiter.

Kommentar von Kitharea ,

Bitte bedenken, dass es noch nicht soooo lange eine Straftat ist ein Baby zu töten. Früher wurde Kindstötung nicht bestraft weil man davon ausging, das (unbehandelte) postnatale Depressionen dazu führten. Heutzutage geht man davon aus diese werden behandelt und Ärzte, Hebammen achten vermehrt darauf - also ist es wieder eine Straftat.

Antwort
von blechkuebel, 86

Ich glaube, man braucht keine Beispiele... ich denke, Du sollst sagen, ob eine Abtreibung "richtiges Handeln" oder "falsches Handeln" ist. Unter welchen Umständen ist eine Abtreibung gerechtfertigt? Unter welchen nicht?

Kommentar von Mina241099 ,

Ich muss ja schon eine Seite schreiben.... Mir fällt absolut nichts ein

Kommentar von blechkuebel ,

Ok, was man schreiben könnte:
- man beendet ein potentielles menschliches Leben (contra) <- vllt deswegen ethisch schlecht.
- Da stellt sich die Frage: Ab wann beginnt das menschliche Leben? Wenn erst nach der 14. Schwangerschaftswoche wäre das ethisch nämlich kein Problem. Aber vielleicht beginnt es auch vorher?
- Und selbst wenn Schwangerschaft ethisch problematisch ist: Wie sieht es mit dem Recht der Mutter auf Selbstbestimmung aus? Was ist, wenn das Kind durch Vergewaltigung gezeugt wurde (dann könnte das Übel der Vergewaltigung schlimmer sein als das Übel, dass dadurch entsteht, dass man ein potentielles Leben beendet)?

Es geht wahrscheinlich nicht darum, dass Du eine Superlösung findest, mit der das Thema dann erledigt wäre. Es geht eher darum, dass Du Dir Gedanken machst, was alles bei der ethischen  Bewertung eine Rolle spielt, und dass Du evtl. Position beziehst (also deine Meinung darlegst).

Kommentar von Mina241099 ,

Ok ja danke !

Antwort
von Allesmachbar, 24

Ich muss sagen es kommt auf die Situation an, ich selber habe einen Sohn er ist mittlerweile schon 10 und ich selber 26 also habe ich ihn schon bereits mit 16 bekommen.

Mit 21 wurde ich wieder Schwanger, da ich mich aber gerade in den letzten zügen der Ausbildung befand, habe ich mich gegen das Kind entschieden und habe einen Schwangerschaftsabbruch entschieden.

Ich denke einfach es kommt auf die Situation an, zu mir ich konnte damals meinem Sohn nichts bieten ´heute schon und hätte ich das Kind bekommen, wäre ich auf dem vorherigen stand, außer meiner Sicht habe ich alles richtig gemacht :-)

Zu dem Thema es wäre Mord, was hier schon beschrieben worden ist, was ist mit einer Frau die Vergewaltigt worden ist? Müsste sie das Kind bekommen, weil es ansonsten Mord wäre?

Das nur als kleines Beispiel

Kommentar von Mina241099 ,

Wow danke sehr hilfreich!!

Kommentar von Mina241099 ,

Dürfte ich das als Beispiel nehmen in meinem Referat, natürlich keine Namen ( nickname)...

Kommentar von Allesmachbar ,

Natürlich, ich habe da kein Problem mit :-)

Antwort
von Pfaffenhofener, 40

Bitte berücksichtige auch, daß die Natur auch schon rd. 30% der Schwangerschaften innerhalb der ersten 10 Wochen abbricht.

Antwort
von halloschnuggi, 49

Wenn es eine Bedrohung der Gesundheit der Mutter ist, ist es ok, ansonsten Mord....

Kommentar von 019095 ,

Mord?? Ich bitte Dich. Wenn die Regeln der Beendung der Schwangerschaft eingehalten werden. Ist es sich kein Mord.

Kommentar von halloschnuggi ,

Sobald das Kind 4 Wochen alt ist, ist es ein Lebewesen, ab dann ist es Mord. Ist ja auch nur meine Meinung  zum Thema ;-)

Kommentar von Kasumix ,

Wieso beschönigen? In Woche sechs schlägt ein kleines Herz. Es ist Mord. Du tötest willentlich etwas lebendes ab.

Kommentar von Kitharea ,

Maximal wäre es Totschlag und die Aussage ist so oder so eine Frechheit. Wenn man noch nie in einer solchen Situation war sollte man sich zurücknehmen mit derartig abartigen Anschuldigungen. Walking in your Mocassins...

Kommentar von isebise50 ,

Definiere "Gesundheit der Mutter" - du beziehst dich wahrscheinlich ausschließlich auf die "physische" Bedrohung.

Und was ist mit der Psyche?

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