Schwangerschaft und arbeiten - wie seid ihr damit umgegangen?

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5 Antworten

Wieso "krankschreiben"? Das wirst du, wenn du eine Grippe oder einen Magen-Darm-Infekt oder den Fuß verknackst hast.

Da deine Beschwerden ursächlich mit deiner Schwangerschaft zu tun haben, kommt für dich eventuell ein individuelles Beschäftigungsverbot infrage.

Dieses spricht der behandelnde Facharzt ganz oder teilweise per Attest aus und ist auf den persönlichen Gesundheitszustand der werdenden Mutter bezogen (§ 3 Abs. 1 MuSchG). Dabei muss noch kein krankhafter Zustand vorliegen, es genügt alleine die Möglichkeit eines Schadenseintrittes infolge der weiteren Beschäftigung. Dies trifft z.B. auch für psychische Belastungen am Arbeitsplatz, anhaltende Rückenschmerzen oder auch bei Übelkeit und Erbrechen zu.

Das Attest beim individuelles BV ist klar abzufassen. Es muss neben der Rechtsgrundlage die voraussichtliche Geltungsdauer („zunächst bis ...“) enthalten.

Der Facharzt kann auch den Umfang, d.h. die begrenzte Arbeitsmenge („nicht mehr als ... Arbeitsstunden pro Tag“) bzw. die Art der untersagten Tätigkeit möglichst genau und mit allgemein verständlichen Angaben darstellen. Es ist auch möglich, darzustellen, welche Art von Tätigkeit die Schwangere ausüben darf (Positivliste).

Wird ein Beschäftigungsverbot ausgesprochen, hat die werdende Mutter gegen ihren Arbeitgeber Anspruch auf zeitlich unbegrenzte Zahlung des vollen Arbeitsentgelts (Mutterschutzlohn) nach § 11 Absatz 1 Satz 1 MuSchG. Dieses bekommt der Arbeitgeber auf Antrag über das Umlageverfahren 2 (U2-Verfahren) von der Krankenkasse der werdenden Mutter erstattet.

Darüber hinaus ist auch dein Arbeitgeber ab dem Zeitpunkt der Kenntnis der Schwangerschaft verpflichtet, die notwendigen Schutzmaßnahmen einzuleiten und für ein angemessenes Arbeitsumfeld Sorge zu tragen.

Besprich das mit deinem Frauenarzt.

Alles Gute für dich und eine gesunde und tolle Schwangerschaft und Geburt!


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Ich war bis zur 26. SSW arbeiten (danach Resturlaub und MuSchu) und war von diesen 26 Wochen 20 Krankgeschrieben. Mir ging es ganz genau wie dir. Ich musste mich morgens nach dem aufstehen wieder setzen, weil sich alles gedreht hat. Mir war übel, ich konnte mir die Zähne nicht putzen weil ich nur am würgen war - ich wäre ständig zu spät gekommen.
Vorher war ich auch nie der Typ der sich schnell hat krank schreiben lassen. Aber bitte bedenke, in dir wächst ein kleines Wesen heran. Dein Körper leistet schwerstarbeit. Wenn du es nicht schaffst so arbeiten zugehen, lass dich BITTE krankschreiben und genieß die Zeit zuhause. Ich weiß wovon ich spreche. Tank Kraft und Ruhe, Arbeiten kannst Du immer noch genug wenn das Kind alt genug ist! :-*

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Kommentar von Kathy0905
09.03.2016, 16:51

Danke für deine lieben Worte :)

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Ich kann es dir nur aus Sicht einer nicht Schwangeren Kollegin beantworteten:

Lass dich krankschreiben oder noch besser für alle (ein beschäftigungsverbot) 

...so bist du einfach kaum zu brauchen, "blockierst" aber die Std die kein anderer machen kann! Dann hab ich lieber eine "kranke" Kollegin zuhause aber im Markt jemanden der richtig und überall mitarbeiten kann!

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Kommentar von Kathy0905
03.03.2016, 16:47

Die besetzen aber keine Stunden von Mitarbeitern die krank sind oder im Mutterschutz, Elternzeit, Beschäftigungsverbot. Das haben die schon einige Male gesagt. Es wird fast nur noch gekürzt und mit den paar Leuten gearbeitet die noch da sind.

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In deinem Fall würde ich mich umgehend "arbeitsunfähig" schreiben lassen, so wie es dir deine Kollegin vorschlägt.

Schließlich geht es hier nicht alleine um dich, sondern auch um dein Ungeborenes.

Ich selbst hatte diese Probleme nicht in der Schwangerschaft. Zudem einen Bürojob, bei dem ich wechselweise sitzen, stehen und laufen konnte.

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Wenn ich das lese, wird mir bewusst, dass meine Schwangerschaft - vor vielen Jahren - offenbar sehr einfach verlief, obwohl ich schon über 38 war (erste Schwangerschaft). Die Morgenübelkeit war erträglich, ich habe Vollzeit gearbeitet, 40 Stundenwoche mit einigen Überstunden, bis 6 Wochen vor der Geburt. Danach war ich knapp 2 Wochen später wieder arbeiten, weil man keinen Ersatz für mich fand. Weil ich gestillt habe, durfte ich das Kind mit zur Arbeit nehmen.

Ich habe mir gesagt, dass eine Schwangerschaft keine Krankheit ist, "mind over matter", das hat geholfen.

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