Frage von HHBootsmann, 155

Schwangerschaft streit mit dem Arbeitgeber. Wie sollten wir uns verhalten?

Hallo, meine Frau ist bei einer GmbH beschäftigt und befindet sich derzeit noch in Elternzeit von unserem erst geborenem (noch bis 1.4.2016). Vor ein paar Wochen wollte meine Frau sich über den wiederantritt ihrer Arbeit Informieren und bekam Mündlich am Telefon von ihrem Prokoristen mitgeteilt das man sie nicht wieder einstellen würde und ihr ein Angebot über eine Abfindung entsprechend 2 Monatsgehältern macht. Dies geschah alles Mündlich per Telefon! Wir lehnten das Angebot ab! Wir bekamen dann Telefonisch die Information das meine Frau zum 1.4 bitte normal in die Firma kommen solle und sie dann Persöhnlich ihre Kündigung abholen soll ohne eine Abfindung etc. da man jetzt eh nichts machen kann da sie ja noch in Elternzeit ist und nicht Kündbar. Ich denke, hiermit wolllte man uns die Pistole auf die Brust setzten damit wir dem ganzen schnell zustimmen. Was wir jedoch nicht taten!

Jetzt haben wir vor gut 1 Woche eine erneute Schwangerschaft vom Arzt bescheinigt bekommen und dies sofor per Einschreiben dem Arbeitgeber mitgeteilt womit meine Frau ja "eigentlich" wieder unter besonderen Kündigungsschutz fällt.

Unter den Umständen ist klar das meine Frau nicht wieder zu ihrem alten Arbeitsplatz zurückkehren möchte. Jedoch müsste sie bis der Mutterschutz Anfängt 4 Monate dort Arbeiten wenn die Firma sie nicht irgendwie doch vorher Kündigt!

Meine Idee war jetzt mit dem Arzt zu sprechen und sie Freistellen zu lassen für diese Zeit. Aber geht dies Überhaupt? Ich möchte ihr das Arbeiten in einer Firma wie dieser ersparen wo sie nur wie "Abschaum" behandelt wird weil sie Schwanger ist und eh im Hinterkopf weiß das sie alle dort los haben wollen.

Was würde dies für unser Elterngeld/Mutterschaftsgeld bedeuten? Wie würdet ihr vorgehen? Was dürfen wir jetzt in keinem fall Falsch machen?

Ich hoffe wir finden hier hilfe...

Antwort
von isebise50, 89

Ein individuelles Beschäftigungsverbot spricht der behandelnde Facharzt ganz oder teilweise per Attest aus und ist auf den persönlichen Gesundheitszustand der werdenden Mutter bezogen (§ 3 Abs. 1 MuSchG). Dabei muss noch kein krankhafter Zustand vorliegen, es genügt alleine die Möglichkeit eines Schadenseintrittes infolge der weiteren Beschäftigung. Dies trifft z.B. auch für psychische Belastungen am Arbeitsplatz zu.

Wird ein Beschäftigungsverbot ausgesprochen, hat die werdende Mutter gegen ihren Arbeitgeber Anspruch auf zeitlich unbegrenzte Zahlung des vollen Arbeitsentgelts (Mutterschutzlohn) nach § 11 Absatz 1 Satz 1 MuSchG. Dieses bekommt der Arbeitgeber auf Antrag über das Umlageverfahren 2 (U2-Verfahren) von der Krankenkasse der werdenden Mutter erstattet.

Alles Gute für dich und eine gesunde und tolle Schwangerschaft und Geburt!

Expertenantwort
von lenzing42, Community-Experte für Arbeitsrecht, 63

Im folgenden Link findest du nähere Angaben zum Kündigungsschutz während der Elternzeit und bei erneuter Schwangerschaft:

https://www.haufe.de/personal/personal-office-premium/besonderer-kuendigungsschu...

Antwort
von auchmama, 96

Am Sichersten wäre es, wenn Ihr Euch von einem Fachanwalt für Arbeitsrecht beraten lasst!

Diesen Weg würde ich in der aktuellen Situation durchaus gehen!

Und ich denke auch, dass jeder vernünftige Frauenarzt, diesem Stress nicht zustimmt und ein entsprechendes Attest ausstellt. Immerhin geht es um die Gesundheit von 2 Menschen!

Ich wünsche Euch alles Gute ;-)

Antwort
von Maximilian112, 75

Weder ein Anwalt noch der Frauenarzt werden in dieser Situation sofort helfen können.

Sie wird ihre Arbeit wieder antreten müssen. Was dann auf Arbeit passiert ist im Moment nur ein Schattenboxen, es muß halt erst passieren.

Vielleicht würde ein vorheriges Gespräch mit dem Arbeitgeber weiterhelfen. Wenn sie dabei hinten runter fällt kann sie den FA schon mal konsultieren und ev absprechen wie weit das Ganze gehen muß.

Da von Euch ein Mobbing befürchtet wird bitte alles aufschreiben was irgendwie in dieser Richtung passiert. Den einen oder anderen Zeugen dazu vermerken.

Axo: Wenn der Doc ein Beschäftigungsverbot verhängt hätte das keine Auswirkungen auf die künftigen Bezüge. Krankschreibungen im Zusammenhang mit der Schwangerschaft auch nicht.

Antwort
von robi187, 71

die beste die sich da auskennen sind die gewerkschaften?

Antwort
von Farridio, 87

wenn deine frau in elternzeit ist, wie du schreibst, wieso schreibst du dann "das man sie nicht wieder einstellen würde"?

der AV ist doch nach wie vor gültig?

Kommentar von HHBootsmann ,

Sie hat sich über den wiederantritt ihrer Arbeit Informieren wollen und dort hieß es dann Telefonisch sie brauch garnicht wiederkommen man würde sie Kündigen...Also der AV ist noch Gültig aber sobald sie aus der Elternzeit rausfällt würde sie die Kündigung bekommen...

Damit wir dem schnell zustimmen bekamen wir das angebot der Abfindung

Kommentar von auchmama ,

Verständnislose Arbeitgeber versuchen es mit allen Mitteln - ob sie damit durchkommen, steht auf einem anderen Blatt!

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community