Frage von Tschuschi, 97

Wer erteilt das Berufsverbot bei einer Schwangerschaft?

Hey :)

Ich bin 22, in der 7. Woche Schwanger und an Ende meiner Ausbildung zur Zahnmedizinischen Fachangestellten (mache meine Ausbildung also normal zu Ende), in der Praxis bin ich nur noch an der Rezeption, da es bei uns dort aber oft sehr stressig voran geht & meine Chefin auch nie zu Frieden zu stellen ist & dementsprechend viel meckert, zerrt die Arbeit dort vorn schon stark an meinen Nerven. Noch halte ich das aus, aber ich denke stark, das ich das ca. dann im 4./5.Monat nicht mehr aushalte. Nun zu meiner Frage, wer kann mir ein Berufsverbot aussprechen ? Meine Frauenärztin sagt, das sie dies nicht tun kann, aber wer dann ??
Danke schon mal für antworten !!

Antwort
von motorrad95, 63

Naja das ist gesetzlich geregelt ab wann du den Schwangerschaftsurlaub nehmen kannst.

https://de.wikipedia.org/wiki/Mutterschaftsurlaub

"In Deutschland besteht während 14 Wochen Anspruch auf einen
Mutterschaftsurlaub (6 Wochen vor dem voraussichtlichen
Entbindungstermin und 8 Wochen nach der Entbindung, bei Früh- und
Mehrlingsgeburten 12 Wochen, § 6), bei dem 100 % des bisherigen Einkommens bezahlt wird."

Kommentar von Tschuschi ,

Danke schon mal für die antwort, aber ist Berufsverbot nicht etwas anderes als dieser Urlaub ?

Kommentar von motorrad95 ,
Kommentar von Pilotflying ,

Das was Du schreibst, ist der gesetzliche Mutterschutz. Der hat aber nichts mit einem Beschäftigungsverbot zu tun, wenn vom Arbeitsplatz eine Gefährdung für Mutter und /oder Kind zu tun. Das Beschäftigungsverbot wird unabhängig vom Mutterschutz erteilt. Die Gefährdung kann ganz unterschiedlich sein -auch psychischer Natur!

Antwort
von elismana, 28

Deine Chefin hat richtig gehandelt und dich an die Rezeption gesetzt. Dass es dort auch mal stressig sein kann etc. ist erstmal keine Gefahr für dich und/oder dein Kind. 

Ein BV gibt es vom Arzt nur, wenn Gefahr für dich und/oder dein Baby besteht, sofern du weiter arbeitest. 

Deine Chefin kann/darf dir nur dann ein BV ausstellen, wenn sie dich nicht weiter im Sinne des MuSchG weiter beschäftigen kann. Kann sie aber offenbar - du bist ja bereits an der Rezeption. 

Mal eben so gibt es kein BV. Da müssen schon triftige Gründe vorliegen. 

Antwort
von blackforestlady, 31

Stress ist doch kein Grund das der Gynäkologe Dir ein Berufsverbot zu erteilen. Schwangerschaft ist keine Krankheit und da sollte man sich mit solchen Dingen schon umgehen können. Daher hat der Gynäkologe richtig gehandelt. Wenn Du so empfindlich bist, dann dürftest Du auch kein Auto fahren, Einkaufen gehen, Shoppen gehen usw. das kann auch stressig werden.

Kommentar von Pilotflying ,

Das ist so nicht richtig. Natürlich ist eine Schwangerschaft keine Krankheit. 

Negativer Stress kann sich aber sehr negativ auf die Schwangerschaft auswirken und negative Folgen für den weiteren Verlauf und die Entwicklung des ungeborenen Kindes haben. Eine Schwangere ist nicht mehr so belastbar.  Ein Beschäftigungsverbot kann sehr wohl auch bei psychischer Arbeitsbelastung erteilt werden.

Die Entscheidung sollte man dem behandelnden Frauenarzt überlassen. Kein vernünftiger Frauenarzt wird hier irgendein Risiko eingehen. Manche Frauen werden von ihren Chefs insbesondere in der SS terrorisiert - und das darf nicht sein.

Wir kennen die Arbeitssituation der Fragestellerin und den Verlauf der SS nicht. Von daher können wir es nicht beurteilen. 

Eine schwangere Frau ist im Berufsleben absolut schützenswert -auch wenn eine Schwangerschaft keine Krankheit ist! 

Wenn der Frauenarzt das nicht kann,  ist das der falsche Frauenarzt!

Antwort
von beangato, 26

Die Frauenärztin könnte schon, aber sie macht das offenbar nicht, weil es nicht nötig ist.

Versuch, Dich durchzubeissen. Wenn Du mal mehr als 1 Kind hast, musst Du das auch aushalten.

Kommentar von blackforestlady ,

Vermute mal, dass sind nur die Hormone der Fragestellerin und sie ist wohl ein wenig empfindlich geworden.

Kommentar von beangato ,

Könnte sein. Oder auch nicht.

Antwort
von klara1953, 35

Wenn die Schwangerschaft normal verläuft kannst du deinen Beruf auch weiter ausüben. Du bist nur schwanger nicht krank. 

Antwort
von Pilotflying, 30

Dein Frauenarzt kann mit sofortiger Wirkung ein sog. Beschäftigungsverbot erteilen. Das heißt,  Du darfst nicht mehr arbeiten, bekommst aber weiterhin Deine vollen Bezüge. 

Das Beschäftigungsverbot hat nichts mit der Schutzfrist vor der Entbindung zu tun, wie hier schon fälschlicherweise gesagt wurde.

Eine Arbeitsunfähigkeit hat den Nachteil, dass Du im Prinzip krank geschrieben bist. Das heißt,  Deine Gehaltsfortzahlung läuft 42 Tage lang und dann bekommst Du Krankengeld  (das ist weniger als Dein Gehalt) bis zum Beginn des Mutterschutzes.

Daher empfehle ich Dir, Deinen Frauenarzt auf das Beschäftigungsverbot anzusprechen. 

Alles Gute für Dich und Dein Baby. 

Kommentar von Tschuschi ,

Vielen Dank für die Antwort ! Ich denke auch das es das beste ist, sie einfach nochmal darauf anzusprechen

Kommentar von blackforestlady ,

Fragestellerin ist doch nur schwanger und nicht krank, solch eine Situation wie sie es jetzt auf der Arbeitsstelle hat, da muss man mit klar kommen. Fragestellerin scheint nur durch die Hormone ein wenig empfindlich geworden zu sein und da sie erst am Anfang der Schwangerschaft ist, wird sich das noch ändern.

Kommentar von Pilotflying ,

Wieviel Schwangerschaften hast du denn hinter Dir?

Jede SS verläuft anders und jeder empfindet sie anders. Auch ist Dein Arbeitsplatz vielleicht nicht mit dem der Fragestellerin zu vergleichen.

Wir sind nicht dabei und können es nicht beurteilen. Auch wenn eine SS keine Krankheit ist, ist sie dennoch absolut schützenswert.

Natürlich sollte man eine Schwangere nicht wegen jedem Pups aus dem Verkehr ziehen. Aber auch starker Stress kann ein Grund sein! Es gibt genug Negativbeispiele, bei denen eine SS im weiteren Verlauf negativ verläuft und wo Kontraktionen und Frühgeburtsbestrebungen für wochen- und monatelanges Bangen sorgen. 

Die ständigen Stresshormone sind für ein Ungeborenes alles andere als positiv.

Antwort
von Samila, 41

doch sie kann schon aber sie sieht wohl keinen grund

Kommentar von Tschuschi ,

Sie sagte zu mir, das sie kein Berufsverbot aussprechen kann & ich arbeite natürlich so lang ich kann weiter, möchte nur nicht mein Kind dieser Gefahr aussetzten

Kommentar von Samila ,

das macht eigentlich wirklich der/die gyn.  ich würde nochmal nachfragen warum sie das ablehnte

Kommentar von Pilotflying ,

Genau so ist es. Man hat in der SS Höhen und Tiefen. Gerade am Anfang ist es eine ziemliche Umstellung für den Körper. Natürlich kann man sich etwas "zusammen nehmen". Aber eine Schwangerschaft macht in der Tat "dünnhäutig" und an manchen Arbeitsplätzen werden Chefs und Kollegen plus Arbeit zur unzumutbaren Belastung, wenn man vielleicht sogar noch für jenanden mitarbeiten muss. Niemand hier kann beurteilen,  wie es Dir an Deinem Arbeitsplatz geht. Das kannst nur Du selbst. 

Und wenn Du das Gefühl hast,  dass Du es nicht mehr packst, musst Du handeln.  Ein Risiko solltest Du nicht eingehen. Alles Gute.

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