Frage von Aiswarya, 87

Schwanger ohne Ausbildung oder Arbeit?

Hallo.

Bin jetzt mittlerweile in der 14 ssw angekommen und habe mich heute dazu entschlossen meiner Ausbilderin über meine ssw zu informieren (ich weiss, etwas spät). Ich hätte heute meine Lehre als Kauffrau im Einzelhandel beginnen müssen, war aber nicht da weil ich mir der ganzen Situation nicht klar gekommen bin. Habe dann angerufen und Ihnen alles erklärt. Alle hatten unerwartetes Verständnis und zugleich haben sie mir aber auch klar gemach dass das mit der Ausbildung schwierig werden würde (vor allem wegen dem Lernstoff, Fehlzeiten usw). Um es kurz zu fassen:Ich hatte gehofft Finanzielle Unterstützung durch meine Ausbildung zu bekommen (BaB, BaföG usw) ohne Ausbildung fällt dass ja nun weg... Es besteht evtl laut meiner Ausbilderin die Chance nach meiner Elternzeit wieder übernommen zu werden und ich könnte jetzt wenn mein Chef die Erlaubnis erteilt, eine ganz normale Hilfskraft sein. Als kleine Anmerkung, ist vielleicht hilfreich: Ich wohne mit meinem Partner in dem Haus seiner Eltern in einer 3 Zimmer Wohnung. Wir haben einen normalen Mietvertrag usw. Mein Partner hat eine abgeschlossene Ausbildung und verdient 1300€ netto.

Meine eigentliche Frage lautet aber: Was steht mir nun zu?

1:Bekomme ich bei Kündigung meinerseits überhaupt finanzielle Unterstützung?) (Mutterschaftsgeld, Elterngeld usw?) Und bei Kündigung des Arbeitgebers?

2: Bekomme ich überhaupt Mutterschaftsgeld oder Elterngeld ohne Ausbildung? (Evtl auch ohne Arbeit?) (Arbeitslosigkeit)

3:Was habe ich denn nun überhaupt für rechte und Möglichkeiten?

Ich weiß ist sehr viel verlangt, aber ich wäre dankbar für jeden der mir weiter helfen kann.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von MaraMiez, 20

Wenn du kündigst, bekommst du eine 3-monatige Sperre beim Arbeitslosengeld, bzw. beim Hartz4. Das solltest du bedenken. Gekündigt werden darf dir von Arbeitgeberseite aus wegen der Schwangerschaft nicht. Auch nicht in der Probezeit. Das heißt aber auch, dass du trotzdem arbeiten gehen musst, es sei denn du bekommst ein Beschäftigungsverbot.

Elterngeld gibt es immer, unabhängig davon, ob man vorher gearbeitet hat, oder nicht. Das wirkt sich nur auf die Höhe aus. Es berechnet sich aus dem durchschnittlichen Gehalt der letzten 12 Monate, mindestens gibt es aber 300€ (oder die Hälfte, wenn man es auf 2 Jahre aufteilt). Wenn man nur diesen Mindestsatz bekommt, wird dieser komplett als Einkommen an das Hartz4 angerechnet. Es ist Voranging, das heißt, man muss es beantragen.

Mutterschaftsgeld gibt es nur, wenn man in einem Arbeitsverhältnis steht und orientiert sich am Gehalt der letzten 3 Monate vor Beginn des Mutterschaftsurlaubs.

Mutterschaftsgeld wird 10 Wochen vor ET beantragt, Eltern- und Kindergeld nach der Geburt.


Antwort
von janinaschirmel, 45

Also da du dein Ausbildung ja nicht angefangen hast, braucht dir der Arbeitgeber (was er ja dann nie war) nichts zahlen. Du hast natürlich Anspruch auf Elterngeld. Da musst du aber zur Behörde. Um diese ganzen rechtlichen Fragen zu klären solltest du einen Anwalt/in aufsuchen. Hier wirst du nicht die gleiche kompetente Antwort erhalten.

Kommentar von Elaysa ,

Dafür braucht sie keinen Anwalt, da gibt es andere offizielle Beratungsangebote!

Antwort
von carn112004, 21

"Und bei Kündigung des Arbeitgebers?"

Der AG kann dir gar nicht kündigen, wenn du schwanger bist.

"Ich hätte heute meine Lehre als Kauffrau im Einzelhandel beginnen
müssen, war aber nicht da weil ich mir der ganzen Situation nicht klar
gekommen bin. Habe dann angerufen und Ihnen alles erklärt."

Geh doch hin, solange es geht und Sinn macht; dann pausierst du halt um die Geburt; und dann gehst du wieder hin.

"ich könnte jetzt wenn mein Chef die Erlaubnis erteilt, eine ganz normale Hilfskraft sein"

Mach das unbedingt, wenn obiges nicht mehr geht. Dürfte deine Chancen für später erheblich verbessern.

Antwort
von DanielBSt, 34

Da solltest du bei deinem Arbeitsamt mal nachfragen. Die können dir da mehr weiterhelfen.

Zu deiner Ausbildung die du wahrscheinlich nicht beginnen wirst, musst du bedenken, dass du in der Probezeit bist. D.h. ohne Angaben kann man dich Kündigen/Feuern oder du kannst Kündigen.

P.S. ich leg's dir ans Herz, dass du mit der Frage zu einem Experten gehst.

MfG

Kommentar von MaraMiez ,

Einer Schwangeren darf man auch in der Probezeit nicht mehr einfach so kündigen.

Antwort
von Matahleo, 43

Hallo Aiswarya,

erste einmal herzlichen Glückwunsch, auch wenn du gerade nicht so überzeugt zu sein scheinst.

Geh am besten mal zu einer Schwangerenberatung in deiner Nähe, die können dir genau sagen, was du alles bekommst und was nicht.

Auch am Sozialamt oder Jugendamt kannst du nachfragen, wo du dich hinwenden könntest.

Vielleicht gibt es auch ein Mütterzentrum oder so was bei euch, oder auch im nächstgelegene Pfarramt informieren.

Dir steht vermutlich Elterngeld zu, alles andere weiß ich nicht.

Frag einfach bei den zuständigen Stellen nach, das ist das Beste.

Ansonsten dir / Euch eine gute Zeit,

LG Mata

Antwort
von Elaysa, 33

Am besten fragst du bei  profamilia, Caritas, Kindergeldstelle oder Jugendamt (was es bei euch da so gibt's) und erkundigst dich dort danach. Wenn das Kind da ist kümmere dich unbedingt um einen Kitaplatz und um eine neue Lehrstelle. Allerdings empfehle ich eine Ausbildung mit familienfreundlicheren Arbeitszeiten, der Handel ist da allerdings denkbar schlecht geeignet. Ich bin seit kurzem im Handel und will schleunigst da weg....

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