Frage von TimKunZe, 72

Schwächt sich das Higgsfeld ab?

So viel ich weis, ist das Higgsfeld die Folge der spontanen Symmetriebrechung. Als populäres Analogon ausgedrückt, ist es das Ausschwingen der Kugel, die vom Sombrero, welcher die unterschiedlichen Energieniveaus darstellt, hinab rollte. Doch müsste sich die Kugel nicht irgendwann zur Ruhe legen? Übertragen auf das theoretische Modell müsste es doch bedeuten, dass sich die Oszillation und somit auch das Higgsfeld abschwächt, was allerdings zur Folge hat, dass sich die Ruhemasse der Teilchen ändert. Ist das ein sinnvoller Gedanke oder alles nur Mumpitz? Bitte klärt mich auf, wenn ich mit meiner Überlegung falsch liege.

Vielen Dank schon mal für alle hilfreichen Antworten

LG Tim Kunze

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Reggid, 58

So viel ich weis, ist das Higgsfeld die Folge der spontanen Symmetriebrechung.

nein. das higgsfeld ist da. und war immer da. sowie alle anderen felder auch. es hat nach der symmetriebrechung nur einen anderen grundzustand.

Als populäres Analogon ausgedrückt, ist es das Ausschwingen der Kugel, die vom Sombrero, welcher die unterschiedlichen Energieniveaus darstellt, hinab rollte.

nein. das feld ist nicht das "ausschwingen". die kugel stellt die anregungen des higgsfeldes dar. im grundzustand sitzt die kugel ganz unten im potential ---> das ister vakuumzustand, der zustand niedrigster energie.

Doch müsste sich die Kugel nicht irgendwann zur Ruhe legen? 

im vakuumzustand liegt die kugel in ruhe.

und das higgsfeld schwächt sich nicht ab. der vakuumerwartungswert (dort wo die kugel sitzt) ist konstant.

Kommentar von TimKunZe ,

Vielen Dank für die Antwort. Aber hättest du noch einen Link, der zu einer passenden Internetseite führt, damit ich es nochmal nachlesen kann? Danke

Antwort
von ThomasJNewton, 32

Ich vermute, dass du dich da zu weit aus dem Fenster lehnst, wie man so sagt.

Ich verfolge das auch in der Presse, und das ist mehr als die bekannten Nachrichtensender. Aber wirkliches Verständnis habe ich nicht.
Ich hab nicht mal genau verstanden, wie das Higgs-Boson den W- und Z-Bosonen ihre Masse verleiht, und wie/warum Leptonen und Quarks einen anderen/direkteren(?) Zugang zum Higgs-Feld haben.

Ich vermute sogar, dass du mit einem Baytschela in Physik da noch nichts verstehst, und mit einem Master nur dann, wenn du dich entsprechend spezialisierst. Aber da lasse ich mich gern korrigieren.

Der größte Fehler im Denken ist immer noch das Denken. Wenn du nur ein Bild hast, ohne die Hintergründe wirklich verstanden zu haben, ist ein Denkfehler, das Bild weiterzudenken.
Ich kenne vom Higgs-Mechanismus das Bild einer Party. Das kann man auch weiterdenken, dann wäre unser All betrunken.

Das würde dann sehr sehr vieles erklären!

Kommentar von TimKunZe ,

Vielen Dank für die Antwort. LG

Antwort
von OlliBjoern, 51

Soweit ich das nun verstanden habe, "merkt" man normalerweise nur die Auswirkungen der "Delle" des Potentials, d.h. das Minimum des Higgsfelds, welches z.B. den Eichbosonen die Masse "verleiht". Erst wenn man entsprechend Energie zuführt, hat man die Chance, "das Teilchen" zu "beobachten" (von dem merkt man ja normalerweise gar nix). Das entspricht dem "Vakuumerwartungswert" (der >0 ist) eines der 4 reellen Felder. Das Feld ist also immer da, aber das Boson zeigt sich so gut wie nie (da es gewissermaßen immer "runterrollt", und man muss es auf einem instabilen Maximum "erwischen").

Die Kugel ist also sozusagen normalerweise in Ruhe (links oder rechts, eben unsymmetrisch), es sei denn, man führt eine Menge Energie hinzu, dann kriegt man einen hochenergetischen, instabilen Zustand (symmetrisch), der entspannt sich wieder durch "Runterrollen". 

Kann natürlich sein, dass ich das etwas zu salopp ausgedrückt habe.

Kommentar von TimKunZe ,

Vielen Dank für die Antwort. LG

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