Frage von yamazi, 45

Schulwechsel, wieder theraphie oder zu meinem Vater ziehen?

Hi, Ich bin w/15 und habe ein Problem. Zunächst muss man wissen das ich ein Jahr und mittel bis starken Depressionen (von einem anerkannten therapheut diagnostiziert) gelitten habe und anschließend ein halbes Jahr lang in Therapie war. Mittlerweile habe ich aufgehört mich zu ritzen und komme ganz gut klar. Die depressiven Gefühle bzw Zustände kommen nicht mehr so oft.

Das problem ist das meine Mutter diese Gefühle und Zustände wieder zurück bringt. Sie hat einen Unterton in der Stimme der einem das Gefühl gibt als würde sie in dein Herz kriechen und es die von innenheraus zerstören. Sie hat diesen Ton immer wenn sie mit mir redet und wenn es nur um das raustragen eines Tellers oder ähnlichem geht. Sie weiß von diesem Ton aber sie bekommt ihn nicht weg.

Ich muss meine Mutter anschreien, das sie aus meinem Zimmer geht und ich nicht zusammenbreche. Ich ertrage diesen Ton nicht ( da gibt es noch einen Vorgescichte mit meiner Oma aber das würde den Ramen sprengen.

Jetzt kommt noch dazu das ich in die 10 Klasse eines elite gymnasiums gehe und meine Noten drastisch in den Keller gehen. Das liegt daran das ich selbst durch die Depressionen nicht die Energie habe mich jeden Tag hinzusetzten und zu lernen. Mein Stundenplan erschwert dies noch dazu: Montags bis 15:30(16 daheim) Dienstags bis 17:00 ( 17:30 daheim) Donnerstags muss ich alle zwei Wochen zur smv und eig zur Technik ag (bis 15:30 ) h´da habe ich mich gestern aber abgemeldet Freitags habe ich abwechselnd bis zur 5. oder 7. unterricht. Am Wochenende trainiere ich für meine Leidenschaften eisfreestyle und tanz

Ich komme zurzeit immer nachmittags heim, mach 1h pause in der ich esse o.ä, dann Hausaufgaben mache versuche zu lernen und dann falle ich völlig fertig ins Bett und bekomme trozdem zu wenig schlaf.

Ich habe weder Zeit für Freunde/Familie/meinen Freund oder mich selbst.

wenn das so weiter geht breche ich komplett zsm.

Mein Vater pendelt. er ist von Montag bis freitag weg und ich sehe ihn nur am Wochenende wobei ich am we ja kaum dahei´m bin.

Ich könnte vllt unter der Woche zu ihm ziehen und dort zur Schule gehen aber ich weiß nicht:/ Ich könnte wieder in theraphie ( ich habe angst das meine Depressionen zurück kommen ich fühle mich immer öfter schlecht.) oder hier die Schule wechseln.

Ich weiß nicht was ich machen soll, ich brauche Hilfe. mfg Laura

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Antwort
von RoteTraene98, 18
Therapie

Hallo Laura,

erstmal super,dass du dir Gedanken darüber machst, wie du dir selbst bzw. wie andere dir helfen könnten. Gerne kannst du eine "Pro-Contra-Liste" erstellen, auf der du zu jedem Lösungsansatz Vor- und Nachteile aufschreibst. So bekommst du einen guten Überblick und kannst dann beurteilen, welche Punkte besonders wichtig sind.
Hier mein Rat an dich:

Therapie?

Ja, du solltest dich auf jeden Fall wieder in Therapie begeben. Wenn es dir schlecht geht und du keinerlei Antrieb mehr hast bzw. keinen Sinn mehr darin siehst, jeden morgen aufzustehen und zur Schule zu gehen, solltest du dir professionelle Unterstützung suchen. Umso besser,wenn du damit schon Erfahrung gemacht hast, dann fällt dir der erste Schritt hoffentlich leichter. Du kannst dich entweder bei deinem früheren Psychologen wieder melden (Vorteil: er kennt deine "Vorerkrankungsgeschichte"), oder dir einen anderen Psychologen suchen, der dir sympatisch erscheint.
Jedoch Achtung, die Wartezeiten können zum Teil sehr lange sein, lass dich am besten vom Hausarzt überweisen und betone die Dringlichkeit.

Zu Vater ziehen?

Ich kann verstehen, dass diese Option verlockend für dich ist, jedoch rate ich dir das ab. Du hast geschrieben,dass dein Vater nur am Wochenende da ist. Sprich, du wärst Montag bis Freitag alleine? Keine gute Idee, besonders wenn du sowieso schon an Antriebsmangel leidest. So "kontrolliert" dich keiner und alleine neigst du schnell dazu, dich noch mehr zurückzuziehen und in ein "schwarzes Loch" zu fallen.
Auch würde sich die Beziehung zu deiner Mutter wahrscheinlich nur noch mehr verschlechtern. Tipp: Vielleicht hilft ein Gespräch mit ihr, indem du zumindest andeutest, wie es dir momentan geht? Auch ein Gespräch zu dritt mit einem Psychologen kann helfen, bzw. bitte deinen Psychologen darum, mit deiner Mutter zu reden. So zeigt sie hoffentlich mehr Verständnis dir gegenüber und ihr könnt besser zusammenleben.

Was ich dir allerdings rate, ist, dich deinem Vater anzuvertrauen. So wie ich das aus dem Text lese, hast du zu ihm ein besseres Verhältnis als zu deiner Mutter, demnach rede auch mit ihm und besuche ihn zumindest am Wochenende.

Schulwechsel?

Kann helfen, muss aber nicht. Ich beispielsweise habe mir vom Schulwechsel viel erhofft, jedoch nach spätestens 2 Monaten ging es mir wieder genauso schlecht wie davor und ich war an der selben Stelle angelangt wie an meiner alten Schule, sprich ich war kurz davor, alles aufzugeben (was du nicht tun solltest!)

Ich kann verstehen, dass durch all die Probleme deine schulische Leistung darunter leidet, das ist bei mir auch so. Jedoch werde ich etwas stutzig, wenn ich Elite-Gymnasium lese.. vielleicht solltest du darüber nachdenken, auf ein normales Gymnasium zu wechseln und dort Abitur zu machen? In diesem Sinne würde ich ein Schulwechsel schon empfehlen, jedoch nicht aus Prinzip, sondern wegen der Schulform. So wird vielleicht etwas Druck von dir genommen. Und du solltest dir auf jeden Fall im Klaren sein, dass Leistung nicht alles im Leben ist. Man braucht kein 1,0-Abitur, um ein perfektes Leben zu führen, nein.

Fazit

Therapie: Auf jeden Fall so schnell wie möglich an Angriff nehmen,
Zum Vater ziehen: Eher nicht, bzw. im Notfall nur übergangsmäßig und mit Therapeuten abgesprochen,
Schulwechsel: Wenn der Druck zu groß wird, ist es ein Versuch wert.

Sorry für den langen Text - Viel Glück und alles Gute✨

Kommentar von yamazi ,

Danke für die ausführliche antwort ich weiß wirklich nicht was ich machen soll das hat mir geholfen

Kommentar von RoteTraene98 ,

Das freut mich,wenn ich dir zumindest ein wenig weiterhelfen konnte. Schritt für Schritt, du schaffst das. Zunächst solltest du wie gesagt dich um einen Therapieplatz kümmern.:)

Antwort
von FABAMY, 30
Therapie

Hallo,

das tut mir echt leid für dich.

Ich persönlich habe bedenken wenn du zu deinem Vater ziehen würdest, da du dann schnell einsam werden kannst was nicht förderlich wäre. Ich würde dir raten noch mal eine Therapie zu machen. eventuell mit deiner Mutter, das sie auch versteht was in dir vorgeht.

LG Amy

Antwort
von grossbaer, 23

Hallo Laura,

der Fall ist für mich ganz klar. Du solltest als allererstes wieder mit einer Therapie beginnen. Du bist vielleicht nicht mehr so hochgradig depressiv wie noch vor einem oder zwei Jahren, aber die Depression ist bei dir noch nicht komplett weg. Deine Erschöpfung ist ein Symptom der Depression und die Sache mit deiner Mutter ist ein Thema das du unbedingt mit einem Therapeuten besprechen solltest.

Zu deinem Vater ziehen ist meiner Meinung nach nicht möglich. Du bist zwar schon 15, aber immer noch minderjährig. Du kannst von daher nicht ganz alleine von Montag bis Freitag in der Wohnung deines Vaters leben.

Fakt ist auf alle Fälle, das du aufgrund deiner Erkrankung nur ein bestimmtes Kontingent an Energie und Kräften hast und im Moment ist es so, das du mehr Energie und Kräfte verbrauchst als du hast. Das kann man als gesunder Mensch mal eine Zeitlang machen, aber wenn man schon an einer Depression erkrankt ist, die einem alle Kräfte raubt, dann geht das auf Dauer nicht gut. Du bist so auf dem besten Weg wieder in den Zustand von vor ein, zwei Jahren zu fallen.

Auch wenn es dir schwer fällt, du musst schauen, wo du Energie und Kräfte sparen kannst. Das du dich bei der Technik-AG abgemeldet hast, ist schon mal ein guter Anfang. Überlege wo du noch sparen kannst. Du schreibst das Eisfreestyle und Tanz deine Leidenschaften sind. Doch hier solltest du bedenken, das du für diese Aktivitäten auch viel Energie verbrauchst. Auch wenn es dir vielleicht widerstrebt, überlege einmal ganz genau und ziehe ganz nüchtern Bilanz. Geben dir diese Leidenschaften mehr Energie als du verbrauchst oder verbrauchst du dafür mehr Energie, als dir diese Leidenschaften geben. Wenn sie dich mehr Energie kosten, als du aus diesen Aktivitäten gewinnst, dann solltest du ernsthaft darüber nachdenken, diese Aktivitäten aufzugeben. Denn wichtig ist in deiner Situation das du alle freiwilligen und zusätzlichen Aktivitäten, die von der Energiebilanz her für dich ungünstig ausfallen, umgehend beendest.

Es gibt Sachen die musst du einfach machen, egal wie es dir geht. Als erstes kommt natürlich deine Gesundheit, aber danach kommt gleich die Schule und alles andere muss erst Mal zurückgestellt werden. Du kannst deine Hobbys und Leidenschaften ja auch wieder betreiben, wenn du wieder stabiler bist und es in der Schule besser läuft. Dann kannst du langsam wieder anfangen. Aber überfordere dich nicht. Habe Geduld mit dir. Ich glaube das dies auch ein Grund für deinen jetzigen Zustand ist. du bist noch nicht hundertprozentig gesund, auch wenn es dir besser geht und die Therapie zu Ende war. Du bist noch labil und kannst keine 100 Prozent Leistung bringen. Du musst jetzt Prioritäten setzen.

Aber als allererstes würde ich mir an deiner Stelle an deinen Therapeuten wenden und dafür sorgen, das du wieder mit einer Therapie beginnst. Mit ihm kannst du dann auch alles weitere besprechen und darüber Gedanken machen wie es weitergeht.

Ich wünsche dir von Herzen alles Gute!

Kommentar von yamazi ,

Zunächst mal Vielen dank für die ausführliche Antwort.

ich denk wirklich darüber nach wieder in Therapie zu gehen, ich habe jedoch angst davor, weil meine letzte Therapie gar nicht geholfen hat. Außerdem ist mein ehemaliger Therapeut neben einer Schule von der ich Leute kenne. 

Diese Leidenschaften sind so stark das sie mich in meinen dunkelsten Zeiten vor einem Selbstmord bewahrt haben. Sie zu pausieren halte ich persöhnlich für keine gute Idee außerdem ist es das worauf ich mich die Woche über immer freue.

Aber nochmals vielen vielen Dank

Kommentar von grossbaer ,

Wenn du dich auf die Aktivitäten freust und du den Eindruck hast, das sie dir mehr Kraft geben als das sie dich kosten, dann mache die Aktivitäten weiter. Es geht nur darum soviel wie möglich an belastenden Aktivitäten zu reduzieren, Aktivitäten die dir gut tun, kannst und solltest du weiter machen.

Du musst ja nicht zum gleichen Therapeuten wie damals gehen. Du kannst zu einem anderen gehen. Die ersten 5 Stunden sind ja auch mehr oder weniger Probestunden. Dort können dann du und der Therapeut feststellen, ob eine Zusammenarbeit sinnvoll ist oder nicht. Wenn du nach den 5 Stunden feststellst, das du mit dem Therapeuten nicht klar kommst, dann kannst du zu einem anderen gehen.

Antwort
von Panazee, 37
Therapie

Mein Rat wäre zu einem Therapeuten zu gehen und ihm das zu schildern. Hier kann nur ein sehr begrenzter Rat erfolgen, weil wir nie dabei sind.

Wir wissen nicht, ob deine Mutter wirklich so einen Ton drauf hat wie du sagst, oder ob du das nur so wahr nimmst.

Mein sehr oberflächlicher Eindruck ist, dass du dich selbst überforderst. Den ganzen Tag Schule und dann noch lernen ist schon Stress. Daneben noch in der SMV tätig sein, eine Technik AG besuchen und am WE statt zu entspannen noch Leistungssport betreiben. Das kling für mich nicht nach einer reinen Depression, sondern ein bisschen nach einem "Burn-Out". Der Umzug zu deinem Vater würde da nicht viel ändern, denn du würdest ja alles weiter so machen wie bisher, nur deine Mutter wäre nicht da.


Kommentar von yamazi ,

Das mit dem Ton kommt nicht nur von mir. Auch mein Vater nimmt diesen Ton war und hat schon oft mit ihr darüber geredet.

Ich habe ziemliche Bedenken wieder zu einem Therapeuten zu gehen weil meine letzte Therapie gar nicht geholfen hat sie hat es eher verschlimmert.

Mein Vater hatte vor ein paar Jahren mal Burn out   ich versuche mir mal etwas Zeit für mich zu nehen.

Von der Technik AG habe ich mich wiegesagt mitlerweile abgemeltdet.

Danke für die schnelle Antwort

Kommentar von Panazee ,

Eine Therapie ist selten angenehm, weil man sich allem was man an Problemen hat und den Ursachen dafür stellen muss. Man kann dann nicht mehr einfach vieles verdrängen.

Der Vergleich hinkt etwas, aber es ist wohl ein bischen wie mit einer Diät. Die Diät ist nicht schön und während der Diät hat man erst recht Hunger, aber am Ende, wenn man dann sein Wunschgewicht erreicht hat, geht es einem viel besser.

Antwort
von KleinToastchen, 45

Das tut mir leid für dich, aber es ist toll, dass du dir Hilfe geholt hast beim Therapeuten! Ich würde unter der Woche zum Vater ziehen und die Schule wechseln - ob das aber nicht noch zusätzlichen Stress bedeutet, musst du selbst abwägen. Zusätzlich würde ich nochmals einige Therapiestunden machen in dieser Zeit, damit dir der Therapeut dabei helfen kann, alles ein wenig besser wegzustecken. Du schaffst das! 

Antwort
von DODOsBACK, 20

Du solltest die Sache mal mit einem Außenstehenden ausführlich besprechen - ob es gleich eine Therapie sein muss, weiß ich nicht. Vielleicht reicht auch ein Vertrauenslehrer, ein guter Freund oder dein Hausarzt.

Schreib dir auf, was du genau ändern willst - nicht nach dem Motto: "Ich will nicht mehr..." sondern ganz gezielt: "Ich will...".

Und dann überleg dir, ob du dafür wirklich einen Therapeuten, einen Umzug oder eine andere Schule brauchst. Oder ob es nicht reicht, einfach deine eigenen Ansprüche ein bisschen herunterzufahren. Weil dir alles zuviel wird, nicht, weil du Depressionen hast, den Tonfall deiner Mom nicht erträgst oder die Schule dich überfordert.

Weglaufen ist nur dann eine Lösung, wenn du auch irgendwo HINläufst. Ohne konkretes Ziel ist es nur Zeit- und Kraftverschwendung!!!

Also denk ein bisschen genauer darüber nach, bevor du dich entscheidest.

Alles Gute!

Antwort
von AlexChristo, 21
Therapie

Ich bin für die Therapie. Da könntest du auch das Thema mit deiner Mutter anschneiden.

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