Frage von 0815schueler, 66

Schulwechsel ans Internat als "Entzug"?

Ich gehe jetzt in die 11. Klasse und es läuft völlig ohne Lernen echt super (1,7). Trotzdem überlege ich seit Anfang des Schuljahres, die Jahrgangsstufe zu wiederholen, einfach weil ich Angst habe davor, bald das Abi zu haben und meine Schule verlassen zu müssen. Ja, das klingt vielleicht etwas komisch, aber meine Schule ist wie ein Zuhause für mich. Und ich weiß ja, dass das keine Lösung wäre und ein solches Verhältnis zur Schule auch nicht gut für mich, deshalb wäre meine nächste Idee, für die 11. und 12. Klasse an ein Internat zu gehen. Ich müsste mich sozusagen von "meiner" Schule verabschieden, hätte aber einen geordneten Rahmen, innerhalb dessen ich mich in Ruhe neu sortieren kann. Außerdem hätte ich Ruhe vor meinen sehr besitzergreifenden, aber genauso desinteressierten Eltern (diese Mischung macht mich fertig). Ich wäre gezwungen, neue Kontakte zu knüpfen, was ich konsequent vermieden habe, seit ich mit meinen lieben Mitschülern in der Grundschule äußerst schlechte Erfahrungen gesammelt habe. ABER ich müsste die Person hier zurücklassen, der ich am meisten vertraue und die mich am besten kennt. Und obwohl dieser Schulwechsel ja zum Zweck hätte, mich auf möglichst sanfte Art aus dieser Art von Abhängigkeiten zu befreien, weiß ich nicht, ob ich ohne ihn klar komme. Was soll ich tun? Einfach weitermachen wie bisher oder es drauf ankommen lassen und es einfach ausprobieren? Vielen Dank fürs bis hier durchlesen und jede sinnvolle Antwort!

Antwort
von Schwimmakademie, 20

Guten Morgen, zunächst einmal sind wir in deinem Fall sehr weit davon weg, von "Entzug" zu sprechen. Dennoch finde ich deine Schilderung leicht bedenklich. Ob ein Internat jedoch der Beste Weg ist erscheint mir ebenfalls fragwürdig. Einzig das Argument der ländlichen Wohnlage würde hier für mich dafür sprechen. Mein Vorschlag wäre, dass du dir eine Liste anfertigst: "Was stört mich grade, was möchte ich verändern, was finde ich gut" Dort listet du alles Mögliche auf. Wenn am Ende immer noch rauskommt "ich will hier raus" solltest du dir ein 2. Gedankenexperiment einfallen lassen zum Beispiel: "Wie sollte meine Idealsituation aussehen". Mit diesem Ergebnis kannst du dan gezielt auf die Suche gehen. Dir viel Erfolg LG

Antwort
von Kaesebohrer, 32

Den Eltern konsequent aus dem Weg zu gehen, wäre wohl die bessere Lösung. Ein eigenes Zimmer hast Du ja hoffentlich.

Kommentar von 0815schueler ,

Ja, aber ohne Schlüssel. Außerdem leben wir auf dem Land mit schlechter Busanbindung. Ich muss für alles gefahren werden und auch wenn das nicht sooo lang dauert motzt meine Mutter schon, wenn sie mich bloß zum Gitarrenunterricht fahren soll. Da habe ich wenig Lust, irgendwas anzufangen. Aber es tut mir auch nicht gut, die ganze Zeit allein in meinem Zimmer herumzugammeln. Und ich wäre immer noch mehr in der Schule zuhause und somit nach nächstem Jahr heimatlos...

Kommentar von Kaesebohrer ,

Ihr jungen Leutet tut so, als würde Euch die Zeit davonrennen, weil Ihr spätestens mit 30 sterbt. Das Jahr wirste wohl noch durchhalten. Wenn Du studierst, bist Du ohnehin irgendwo in der weiten Welt.

Ich kann nur raten, das beste aus der Situation zu machen. Wer sagt denn, dass es dort, wohin Du flüchten willst, nicht noch viel schlimmer ist.

Auf ein Türschloss oder einen Riegel würde ich bestehen, notfalls die Klinke mit einem Holz blockieren, in Deinem Alter braucht man eine Privatsphäre.

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