Frage von gluehstrmpfHVC, 37

Schulwechsel + Gespräch mit Rektor - welche Fragen stellt er?

Ich möchte auf das jüdische Gymnasium in Berlin wechseln und ich habe mit dem Rektor ein Gespräch, was könnte er Fragen? Zur Info es wird Hebräisch und Jüdische Religion gelehrt und die nehmen nicht jeden!

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von AMentschlein, 8

Aus deiner Umschreibung "Halbjude" entnehme ich, dass du einen jüdischen Vater hast - sonst hättest du gesagt, dass du Jude bist. Demnach bist du Nichtjude, denn Halbjuden gibt es nicht.

Du wirst zu den 40% Nichtjuden auf der Schule gehören  - das wird vermutlich eine der ersten Lektionen sein, die du auf der Schule lernst (dass es eben keine Halbjuden gibt und man entweder Jude ist, oder eben nicht) und bist doch damit in ganz guter Gesellschaft (denn es sind immerhin 40% und nicht 10%).

Wenn du möchtest, wirst du vermutlich am jüdischen Religionsunterricht teilnehmen können, so wie ein Jude auch am Ethikunterricht oder am katholischen Religionsunterricht teilnehmen kann, wenn er es will. Die Frage die du dir stellen musst wird nur sein, wie sinnvoll dies sein wird, da du eben nicht jüdisch bist, im Religionsunterricht Religion aber nach dem Verständnis der Halacha gelehrt wird, die da eben sehr klar ist.

Der Rektor wird wissen wollen, wer du bist und was du bist und wo du einzustufen bist. Du hast nicht geschrieben, in welche Klassenstufe es gehen wird. Solltest du nicht in Klasse sieben beginnen, sondern höher, so dass die anderen schon Hebräisch hatten, du aber nicht, wird er dazu Fragen stellen, um dich in den passenden Kurs zu integrieren. Religion wird sicher auch ein Thema sein, wobei du aber eben, wenn deine Mutter nichtjüdisch ist, auch als Nichtjude geführt werden wird und nicht in Kategorien aus dem dritten Reich (wie Halbjude, Vierteljude, etc), denn das gibt es im Judentum nicht.

Vielleicht wird es auch um Essgewohnheiten gehen (Kaschrut klammere ich in deinem Fall aus), es könnte um Interesse an angebotenen Arbeitsgemeinschaften gehen und einfach um das Schulleben und den Ablauf.

Die jüdische Oberschule macht diese Art von "Bewerbungsgesprächen", um die für sie passenden Schüler zu finden und um sicherzustellen, dass sie die passende Schule für ihre Bewerber ist. Du solltest dir also nicht allzu viele Sorgen bezüglich des Gespräches machen, sondern einfach hingehen und die Fragen wahrheitsgemäß beantworten. Es ist eine sehr schöne Schule (ich kenne sie und war schon drin), aber es ist eben einfach eine Schule.

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