Schulstoff heute noch zeitgemäß?

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11 Antworten

Die Frage könnte von meinem Sohn stammen ;o) . Er hat am Montag sein Abiturzeugnis erhalten, und muss sich jetzt an den Unis bewerben, BAFöG beantragen und alles mögliche. Er schimpft auch, wozu ihm das ganze Abitur nützt, wenn er nicht mal weiß, wie man richtig seine Bewerbung abschickt, wie man am geschicktesten Angaben umgeht, damit man BAFöG bekommt, und eben wie man seine Lohnsteuer macht.

Ich denke auch, dass man zumindestens im jeweils letzten Schuljahr derartige Dinge beibringen sollte, egal, welche Schulbildung. Dafür könnte man doch getrost weglassen, in welchem Jahr Napoleon was getan hat. Manches könnte sicher gerafft werden. 

Jetzt nicht gerade Mathe, Deutsch und Englisch, das braucht man noch am ehesten. Aber gerade Geschichte, wozu muss man das bis ins allerletzte Schuljahr austreten. Religion ist sicher auch ein wichtiges Fach, aber warum noch im letzten Schuljahr? Sport mag für den einen cool sein, für den anderen lästig. Im letzten Schuljahr würde auch eine Stunde Sport, anstatt 2-3 reichen. - Und schon verbliebe Zeit für das Fach "Vorbereitung auf das Berufsleben".

Mein Sohn hat Abitur - klasse! Aber wie oft lasse ich den Spruch vom Stapel "Abitur, aber alleine nicht lebensfähig!" Die Jugendlichen haben weder gelernt, wie man sich was kocht (das lernt man nur noch von Mama), wie man sich einen Knopf annäht, oder heute ganz aktuell: sein Hemd für den Abi-Ball bügelt. Auf der Realschule ist das aber nicht viel anders. Da geht es schon etwas praktischer zu, aber solche Sachen weiß mein anderer Sohn, der eben Mittlere Reife gemacht hat, auch nicht.

Früher gab es an der Realschule wenigstens für die Mädchen noch Hauswirtschaftsunterricht, für die Jungs Werken oder Technik. Da hatte man wenigstens in den Bereichen ein wenig Ahnung. Aber alles andere musste man sich selber aneignen, und hat es teilweise bis heute nicht begriffen.

Da werden Schulen dahingehend immer moderner, dass man Gemeinschaftsschulen einrichtet, wo jeder nach seinem Können lernen kann. Das ist ja alles schön und gut. Aber das Lernen für das wahre Leben wird nirgendwo gelehrt. 

Somit hast du recht: Zeitgemäß sind Schulen heutzutage immer noch nicht.

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Kommentar von Josie92
03.07.2016, 14:07

Ja, genau das meine ich auch. Das waren meine Gedanken, als ich die Frage gestellt habe :)

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Hallo!

Gute Frage -------> DH :)

Zum Stichwort "schwere Gleichungen" oder geometrische Berechnungen, anspruchsvolle biologische Zusammenhänge oder aber lateinische Fachbegriffe für Fälle der deutschen Sprache bin ich voll deiner Ansicht! Aber das ist ein Problem, das mit den weltfremden Kultusministerien zusammenhängt, die in ihren Regierungsvierteln viel zu weit weg von der Realität in den Schulen auf dem flachen Land entfernt ist, ganz hart formuliert! Das stimmt schon!

Ansonsten ---------> die Schule lehrt uns nicht nur Grundrechenarten, Schreiben, Lesen & wichtige Inhalte in Fächern wie Geschichte, Gemeinschaftskunde oder Erdkunde, sondern auch Werte wie soziales Denken/Verhalten und Gemeinschaftsgefühle, sog. "Soft Skills" eben.. die sind auch nicht unwichtig!

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suche dir einen anderen Dampfer :-)
Die Schule muß allen vorgegebenen Stoff vermitteln der sie zur freien Berufswahl hinreichend schult. Da die Schüler ihre Berufswahl meisst noch nicht kennen bringt ihnen die Schule für alle Berufe ein gewisses Basiswissen bei. Dies gilt auch für das alltägliche Leben.
Berufsorientierte Wissensvermittlung führen dann Berufsschulen und Ausbildungsbetriebe durch.
Hier würde sich genau das Problem ergeben wenn nun Azubis sehr begrenztes Wissen hätten. Innerhalb 3,5 Jahren Ausbildungsdauer müsste Berufsschule den Stoff von Grund - und Hauptschulen bzw weiterführenden Schulen nachholen und das ist nicht ihre Aufgabe

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Kommentar von newcomer
02.07.2016, 16:32

nun nehmen wir mal den Fall dass ein Schüler schon in der ersten Klasse seinen Traumberuf weiß. Er wird dann gezielt 9 Jahre darauf hingeschult.
Als er aber seine Ausbildung anfängt stellt er fest dass ihm das was da gemacht wird überhaupt nicht gefällt sprich er möchte einen anderen Beruf ergreifen. Nun fängt er erneut mit 9 Jahre Schule an um speziell darauf geschult zu werden.
Wenn er dann endlich weiß was er möchte hat er das Senjorenalter erreicht

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Geh mal davon aus, dass die Schule dir Grundlagen in allen Bereichen liefert, die du dann in deiner späteren Ausbildung / deinem Studium vertiefst. Zudem sollst du ja alles einmal kennen lernen, damit du in deiner Findungsphase entscheiden kannst, wo deine Begabungen liegen.

Insofern würde ich dir erst recht geben, wenn du mit 10 Jahren schon weißt, was du mit Sicherheit später werden willst und dann könnte man deine Ausbildung genau in diese Richtung treiben.

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Wart ihr auf einem Gymnasium? Klingt so. Falls ihr studiert habt oder das noch vor euch habt, solltet ihr gemerkt haben oder merken dass vieles von dem was man in der Schule macht die Basis für die universitäre Lehre bildet. Das gilt ganz besonders für Mathe.

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Kommentar von azervo
02.07.2016, 18:23

Genau das ist eines der Probleme ... die verstaubten Professoren auf der Universität haben sich in ihrer Schulzeit "Markierungen" geschaffen, die sie nicht gerne aufgeben wollen ... rückblickend erinnern diese Leute sich noch gerne, an die "Leiden", die sie in ihrer Schulzeit durchgemacht haben und da das, mit dem Abstand, immer verschönt wird, wollen die, dass ihre Nachfolger das auch erleben.

Die haben monatelang Goethe-Gedichte "gebüffelt", dieses Wort gehört, zu ihrem halbstarken Slang ... aus vergangenen Zeiten, wie "Mathe" ... (auch das gehört zu den nostalgischen Erinnerungen) und dann, mit Schweissperlen, auf der Stirn, das Gedicht vorgetragen .. wunderbare Erinnerung, das ist, bis ins Altersheim, in ihrem Verstand verankert ... die haben dann zwar schon lange vergessen, wie sie, anno dazumal, ihre Schulfreundin ... wie hiess die Schl**** doch gleich? .. im Besenschrank, der Schule, "gebumst" haben ... aber die Erinnerung ans "Büffeln", die wollen sie noch an Ihre Ur Enkelkinder weitergeben.         

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Die Schule sollte Euch Wissen vermitteln, um später einen Beruf ergreifen zu können. Dazu Kann beispielsweise ein Studium notwendig sein, aber ganz einfach auch alternativ eine Ausbildung in einem Betrieb.

Möchtest Du später beispielsweise Naturwissenschaften studieren, muss Dir die Schule hierzu die Grundlagen vermitteln. Genauso benötigst Du bei vielen Ausbildungsberufen fundierte Grundlagen in Mathe. Ein Landschaftsgärtner muss zum Beispiel in der Lage sein zu berechnen, wie viel Material er benötigt, wenn er eine freie Fläche pflastern soll. Da fängt dann oftmals bereits das Problem an!

Da die Schule nicht weiß, welchen Beruf Du später mal ergreifen möchtest, liegt deren Aufgabe darin, Dir die Grundlagen in allen Bereichen zu vermitteln!

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Da ein Schulstoff sich nicht an den Bedürfnissen der Lernenden orientiert, sondern, bildlich gesprochen, in die Hirne von Menschen gefüllt wird, war er nie zeitgemäß und ist es bis heute nicht.

Es war noch nie die Aufgabe der Schule Bildung zu vermitteln. Die Hauptaufgabe der Schule ist Erziehung und ein gewisses Maß an Ausbildung. Bildung ist etwas anderes; vor allem ist es etwas sehr individuelles.

Gruß Matti

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Es ist schon sehr lange, sehr vieles, im Bereich Schulbildung, total hinter dem Mond.

Schon alleine, das es bis zu 10 Jahren geht, bis irgend so ein verblödetes Schulbuch "zugelassen" wird.

Aber es ist auch keine gute Idee, dass man die Leute da mit sehr komplizierten juristischen Sachen beschäftigt wo es darum geht, dass sie dann total unsinnige Prozeduren lernen.

Es ist auch Unfug, die Leute in Gruppen zu unterrichten, wo sie  ständig darauf warten müssen, bis andere Leute, die langsamer lernen, endlich etwas begriffen haben.  

Im Augenblick, wird in der Schule und an der Universität extrem viel Zeit verschwendet, weil fast alle Lernsysteme auf einem Stand sind, wie das schon vor 50 Jahren der Fall war.

Aber es ist auch Unfug, wenn man da ständig irgendwelche Ideen einbaut, die gerade Mode sind.

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Im Bezug auf praktische Lerninhalte hast du sicherlich recht. Auf der anderen Seite wird dir in der Schule beigebracht, wie unser Steuersystem funktioniert. Das ausfüllen der Steuererklärung ist letztlich nichts Anderes als die praktische Anwendung dieses theoretischen Wissens. 

Mathematische Gleichungen und Funktionen sind nie veraltet, denn sie behalten ihre Gültigkeit über die Jahre hinweg weiter. Lediglich die Anwendbarkeit dieses Wissens ist fraglich. 

In der Schule das Ausfüllen eines Antrags auf Arbeitslosengeld zu lernen, wäre eine Bankrotterklärung. Genau das soll doch durch den Schulbesuch und durch die Aneignung von Wissen und Fertigkeiten vermieden werden. 

Im Übrigen ist das Ausfüllen dieser Formulare nun wirklich keine große Sache. 

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Kommentar von Josie92
02.07.2016, 16:36

Da gebe ich dir natürlich recht, das war ja nur ein Beispiel. Aber ich sehe immer wieder im Beruf (arbeite bei der Stadt), wie die Leute mit den Ausfüllen der Formulare heillos überfordert sind und Hilfe brauchen. Oder sie ganz und gar falsch ausfüllen. Was die Steuererklärung angeht, ich selbst habe da auch so meine Schwierigkeiten mit diesem Elster Programm. Ich blick da auch nicht wirklich durch und muss dann auf "einfache" Programme zurückgreifen.

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Dieses Schulsystem lehr non sense... Absolut nicht mehr tragbar! 

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Wie glaubst denn Steuererklärungen, Mietverträge, irgendwelche Abrechnungen ausfüllen zu können, wenn nicht vorher "endlos" lange mathematische Gleichungen geübt hast?

Woher könntest wohl wissen, dass Fruchtsäfte bei Wärme vergären können, ohne Kenntnis über alkoholische Gärung?

Für gewöhnlich wird in der allgemeinbildenden Schule Allgemeinwissen vermittelt. Solange Dir als Schüler nicht über Deine Berufsziele bzw. -wünsche im Klaren bist, ist es doch sinnvoll, ein möglichst breit gefächertes Wissen anzuhäufen, oder siehst das anders?

Sicherlich gibt es Unterrichtsstoffe, die zum x-ten Mal wiederholt werden und damit unnütz erscheinen, aber das ist ein Fehler im System an sich und nicht in der Aufstellung der Themen.

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