Frage von berke40, 69

Schule: WR und Recht Eigentumsfrage?

Hallo Leute, ich habe folgende Klausurfrage, die ich auf jeden Fall beantworten können muss:

Der Lehrer leiht einem seiner Schüler (Lukas) sein Buch. => Lehrer: Eigentümer, Lukas Besitzer. Lukas verkauft das Buch an seinen Klassenkameraden Fabian.

Nun bemerkt das der Lehrer und fordert die Herausgabe Buches. nun zu meinen Fragen:

Welche Ansprüche hat der Lehrer gegenüber Lukas und Fabian?

Ich gehe davon aus, dass Lukas das Buch garnicht verkaufen dürfte. Aber Fabian wusste ja nichts davon, ist er nun Eigentümer oder Besitzer? Muss Fabian das Buch dem Lehrer zürückgeben?

Bitte um hilfreiche Antworten, Danke im voraus!!

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Antwort
von Friedel1848, 21

Bisher wurde hier nur Falsches oder zumindest zum Teil Unrichtiges geschrieben.

Womit der Fall oben gar nichts zu tun hat, ist Strafrecht. Betrug, Unterschlagung oder ähnliche Delikte liegen nicht vor, wir bewegen uns komplett im Zivilrecht.

"Das ein "gutgläubiger" Käufer die Sache bevalten kann ist ein weit verbreiteter Irrtum." schreibt ein User. Das ist falsch. Aber dazu gleich mehr.

Zu deiner Frage, welche Ansprüche der Lehrer (im Folgenden A) gegen Lukas (L) haben könnte:

I. Anspruch A gegen L auf Herausgabe des Buches aus § 985 BGB.

Dazu müsste A Eigentümer sein und L Besitzer. L hat das Buch aber nicht mehr, ist dementsprechend also auch kein Besitzer mehr, der Anspruch geht ins Leere.

II. Anspruch A gegen Fabian (F) aus § 985 BGB:

Dazu müsste A wieder Eigentümer sein, F müsste Besitzer sein und dürfte außerdem kein Recht zum Besitz haben.

Fraglich ist, ob A noch Eigentümer ist. Ursprünglich war er es, auch durch die Übergabe des Buches an L hat er sein Eigentum nicht verloren. Allerdings könnte er es durch die Übergabe von L an F verloren haben.

Normalerweise kann nur der Eigentümer das Eigentum an einer Sache nach § 929 BGB übertragen: "Zur Übertragung des Eigentums an einer beweglichen Sache ist erforderlich, dass der Eigentümer die Sacher dem Erwerber übergibt und beide darüber einig sind, dass das Eigentum übergehen soll."

Nun ist L nicht Eigentümer, kann somit auch das Eigentum an dem Buch nicht nach § 929 BGB übertragen. Aber es gibt § 932 BGB. Dieser lautet:

(1) Durch eine nach § 929 erfolgte Veräußerung wird der Erwerber auch dann Eigentümer, wenn die Sache nicht dem Veräußerer gehört, es sei denn, dass er zu der Zeit, zu der er nach diesen Vorschriften das Eigentum erwerben würde, nicht in gutem Glauben ist. In dem Falle des § 929 Satz 2 gilt dies jedoch nur dann, wenn der Erwerber den Besitz von dem Veräußerer erlangt hatte.

(2) Der Erwerber ist nicht in gutem Glauben, wenn ihm bekannt oder
infolge grober Fahrlässigkeit unbekannt ist, dass die Sache nicht dem
Veräußerer gehört.

Wie bei einer "normalen" Eigentumsübertragung hat L dem F das Buch übergeben und sie waren sich auch darüber einig, dass das Eigentum übergehen soll. Allerdings war L nicht der Berechtigte. Doch gerade dieses Hindernis überwindet der gutgläubige Erwerb. Wenn F nicht wusste oder wissen musste, dass das Buch A und nicht L gehört, dann war er gutgläubig und konnte das Eigentum an dem Buch von L erwerben.

Also zu deiner Frage: F ist Besitzer und Eigentümer des Buches, der Lehrer kann sich das Buch nicht mehr zurückholen, er hat kurz gesagt, Pech gehabt.

@Jewiberg hat also nicht recht mit seiner Aussage, der gutgläubige Erwerb sei ein Irrglaube.

Natürlich kann der Lehrer jetzt Schadensersatz von L oder den Kaufpreis, den er von F erhalten hat, nach § 816 BGB verlangen. Das ändert aber nichts daran, dass das Buch für A futsch ist.

Kommentar von Ronox ,

Wobei es hier bei der Übereignung noch zu Problemen kommen kann, wenn der Schüler minderjährig ist. Da davon aber nichts im Sachverhalt steht, gehe ich mal nicht davon aus.

Antwort
von holgerholger, 28

Er hat lukas das Buch geliehen, also hat er einen Anspruch auf Herausgabe gegen Lukas. Fabian hat das Buch gekauft, also ist er Eigentümer geworden, zudem Besitzer. DAs gilt allerdings nicht, wenn Lukas das Buch gestohlen hätte.


Antwort
von Jewiberg, 18

Wenn etwas entwendet wurde, dann der Käufer dieser entwendeten Sache kein Eigentum daran erwerben. Konsequenz: Fabian muß das Buch dem Lehrer aushändigen und kann von Lukas das Geld zurückverlangen. Das ein "gutgläubiger" Käufer die Sache bevalten kann ist ein weit verbreiteter Irrtum.

Kommentar von Friedel1848 ,

Ein gutgläubiger Erwerber (Käufer ist nicht ganz korrekt, denn der Kauf hat mit dem Eigentumsübergang nichts zu tun, Abstraktions- und Trennungsprinzip) darf natürlich die Sache behalten, da hilft ein Blick ins Gesetz: § 932 BGB.

Fabian muss also nicht das Buch aushändigen, er ist Eigentümer geworden und darf es behalten.

Lukas dagegen muss Schadensersatz zahlen oder den Kaufpreis des Buches an den Lehrer weitergeben.

Antwort
von 4ssec67, 20

Er ist unwissend Opfer eines Betrugs geworden. Damit kann ihm nichts rechtlich nichts passieren, Lukas jedoch schon. Er war Betrüger und hatte kein Recht damit zu handeln. Somit könnte ihm er den beiden anderen eine Entschädigung schuldig sein.

Antwort
von Bestie10, 22

Eigentum ist eine rechtliche Definition einer Sache, er kann sie verkaufen verleihen, wie auch immer

Besitz ist etwas körperliches ... was man in Händen hat, darüber verfügt

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