Frage von FelinasDemons, 284

Schule oder Suizid?

Ich glaub, ich bin am Ende. Wir haben jetzt seit einer Woche Schule und die Suizidgedanken werden schlimmer. Bin Wiederholerin zum zweiten Mal. Einmal in der 10. und jetzt in der 11. Ich dachte,ich komme damit klar. Aber ich fühle mich wie eine absolute Versagerin. Letztes Jahr fing das mit der Depression und den Suizidgedanken richtig an. Es folgten zwei Psychiatrie Aufenthalte in dem Jahr,die alles verschlechterten. Ich mag meine Klasse nicht,von den Lehrer wird man als Wiederholer kaum beachtet (in der 10. war das nicht so),ich kann mich nicht konzentrieren,weil ich ständig,ohne Pause daran denke wie ich mich umbringe und das ich es unbedingt will. Heute hatten wir das erste Mal bis zur 6. Stunde und es war schlimm. Vor allem in der letzten Stunde konnte ich mich 0 konzentrieren. Wurde auch von der Lehrerin deswegen angesprochen. Eigentlich bin ich eine gute Schülerin,arbeite mit und schreibe relativ gute Noten. Aber alles ist neu, die meisten Lehrer, die Schüler. Ich hab Glück,dass eine "Freundin" von mir in der Klasse ist. Jedoch bin ich nicht nur im Unterricht sondern auch bei meinen "Freunden" extrem passiv geworden. Das ist unerträglich. Hinzu kommt,das wir auch keine richtigen Freunde mehr sind. Es ist komisch. Mir ist absolut klar,dass ich das Jahr jetzt schaffen muss ohne wenn und aber. Eine Ausbildung kommt nicht in Frage. Da ich mich 0 bereit fühle für die Berufswelt. Da kam mir während des Unterrichts,dass ich entweder die Schule weiter mache oder mich umbringe(bin aber religiös). Ich ertrage es in der Klasse kaum,ohne eine Person in der Klasse wäre es wohl eine absolute Katastrophe. Das Problem ist auch,dass ich wieder mal eine "fixe Idee" im Kopf habe, die einfach nicht verschwinden will. Das letzte mal als ich das hatte endete ich auf der Intensivstation und anschließend ein zweites Mal in der Klinik. Es war schlimm. Jetzt überlege ich,diese bestimmte Sache in den Herbstferien zu machen, also Anfang Oktober. Es könnte tödlich enden,oder auch nicht. Keine Ahnung. Man könnte jetzt sagen,dann lass dich einweisen. Aber ich weiß nicht ob ich es letztendlich wirklich habe,erst dann wenn ich's schon getan habe. Ich weiß,bescheuert. Eine Therapie steht in Aussicht,aber das könnte noch dauern. Ich bin in Sachen Therapie bis jetzt immer gescheitert. Seit ich 10 war ging es langsam mit mir bergab. Mittlerweile ertrage ich es nicht mehr. Hab schon so ziemlich alles versucht. Ich gehöre einfach nicht hierher. Ich würde hier auf der Plattform nicht ständig nerven, wenn ich einfach sterben dürfte. Und klat ist das kein Selbsthilfeforum,jedoch haben mir die ganzen Foren nichts gebracht. Eher noch mehr runtergezogen. Tut mir Leid für den langen Text. Vlt hat jemand einen Rat.

Support

Liebe/r FelinasDemons,

Deine Situation klingt besorgniserregend.

Sprich bitte mit einem Menschen darüber, dem Du vertraust. Das kann ein guter Freund, ein Verwandter oder auch eine Vertrauensperson aus der Schule sein.

Du kannst Dich zudem jederzeit an die Telefonseelsorge wenden. Dort ist rund um die Uhr jemand erreichbar und Du hast die Möglichkeit, ein anonymes und vertrauliches Gespräch zu führen. Telefon: 0800/1110111 oder 0800/1110222 (gebührenfrei aus dem deutschen Fest- und Mobilfunknetz).

Oder schau mal hier: http://www.nummergegenkummer.de

Herzliche Grüße

Leif vom gutefrage.net-Support

Antwort
von Noidea333, 116

Hallo FelinasDemons,

du hast besorgniserregende Worte geschrieben. Wenn ich darf, möchte ich dir auch etwas aus meinem Leben "kurz" erzählen.

Ich hatte früher (von der 7. bis 10. Klasse) extreme Angst vor der Schule und wurde von vielen gemoppt. War zusammen mit zwei anderen totale Außenseiter. Einer hatte sogar nach der 8. Klasse die Schule abbrechen müssen. In der Abiturstufe habe ich die 12. Klasse wiederholt und dann mein Abitur trotzdem nicht geschafft. Die Leute waren dann zwar besser, aber man fühlte sich trotzdem nicht gut aufgehoben.

Ich hatte dann schon meinen Ausbildungsvertrag "am anderen Ende von Deutschland" unterschrieben gehabt und deshalb nicht "nochmal" wiederholt.

Später nach 10 Jahren fühlte ich mich bereit, mein Abitur nachzuholen. Sprich, drei Jahre jeden Abend nach der Arbeit hin zum Abendgymnasium.

Ergebnis. Ein Schnitt von 2,1 was total super für mich ist. (Damals hatte ich ca. 3,5 bis 4). Ich habe einen Traum, den ich mir mit dem Studium, welches mir nun endlich möglich ist, verwirklichen möchte :-)

Die Leute waren super, die Lehrer waren super, vor allem die ganze Umgebung mit dem Neuanfang war super für mich. Ich komme aus Berlin und wohne jetzt in München. Freunde habe ich nicht viele. War immer mehr der Einzelgänger. Ich komme aber mittlerweile mit fast allen Menschen super aus und bin echt menschenoffener geworden!

Aber ... um Berlin muss ich trotzdem, so gut es geht, weiterhin einen großen Bogen machen. Sind zu viele schlechte Erinnerungen für mich, obwohl meine Eltern dort noch wohnen. Aber mein Verhältnis ist nicht so extrem gut zu denen...

Jetzt noch das Wichtigste: Bitte habe keine Gedanken mehr an Suizid! Suche dir Hilfe, wie vom Support empfohlen und versuche positivere Gedanken zu bekommen. Für mich ist die Natur das aller Wichtigste mit der Vielfalt an Tieren und Pflanzen. Ich fühlte mich immer zu den Bergen hingezogen und zu den Seen. In Bayern gibt es zum Glück viele Möglichkeiten.

Auch wenn ich nicht sehr viel unternehme, genieße ich es doch um so mehr, wenn ich mal Zeit dafür habe! :-)

Musik kann mir auch helfen. Aber nicht Techno oder Heavy Metal. Ich bevorzuge Entspannungsmusik aus China oder Irland :-)

Ich hoffe, ich konnte dir wenigstens etwas helfen. Lass deinen Kopf nicht hängen. Du glaubst gar nicht, wie viele Menschen in ihrem Leben Probleme haben und in sich reinfressen. Ich habe schon einige kennengelernt gehabt... mich inklusive.

Das Leben ist wie eine Berg- und Talfahrt. Wichtig ist, dass du dich auf dein Leben mit all seinen Facetten einlässt. Die Menschen, die Umgebung beobachtest und deinen Tunnelblick ablegst.

Lieben Gruß Noidea333

Antwort
von SassyDLaw, 145

Ich verstehe dich sehr gut. Hatte eine Weile eine extreme Schulphobie, war ein Jahr auf keiner Schule, habe hinterher eine neue Schule besucht, wurde recht schnell wieder krank geschrieben und habe nun mit Ach und Krach die 11. Klasse mit etlichen Fehlstunden überstanden.. Gerade so. Ein weiteres Jahr kam für mich allerdings auf keinen Fall in Frage.
Lass dich krank schreiben, wenn es absolut gar nicht geht, aber tu dir nichts an!
In Sache Therapien habe ich bislang auch nur schlechte Erfahrungen gemacht.
Wenn du möchtest, können wir privat Kontakt zueinander aufnehmen. Einfach, damit du jemandem schreiben kannst, der deine Probleme vielleicht versteht.

Kommentar von FelinasDemons ,

Die erste Richtige Antwort. Ich komme mir mit der Frage jetzt weniger vor wie ein Idiot. Danke!:) Und gerne,schick mir eine FA.

Antwort
von persephonex, 64

Hallo Liebes! Ich wünsche dir ganz viel Kraft und Liebe um durch diese schwere Zeit zu gehen, vergiss nie, dass die guten und schönen Zeiten noch vor dir liegen und du wirst es packen! Ich habe gerade auf Netflix einen super super schönen und hilfreichen, vor allem inspirierenden und sehr emotionalen Film entdeckt über eine 10. Klässlerin, die gemobbt wird und versucht sich umzubringen. Er heißt ' A girl like her'  Du solltest ihn dir unbedingt anschauen!
Ganz viel <3333 an dich.

Antwort
von Mcscheise, 23

Hey ganz wichtig gehe zu Leuten die du liebst und die dich lieben ! Überlege dir was zu Anfang deiner "Depression" für ein gravierendes Ereignis stattgefunden hat z.b. Scheidung der Eltern , Tod einer geliebten Person ..... Dann solltest du dir mit Hilfe von Problem Kliniken einen passenden Psychologen suchen das kannst du bis zu einem Punkt sogar vollkommen anonym machen der hilft dir dann hoffentlich.

Antwort
von einfachichseinn, 56

Der Tod ist absolut keine Lösung,  was ist wenn alles noch viel schlimmer ist, nachdem wir tot sind? 

Ich kann den Gedanken vollkommen nachvollziehen,  dass jemand den Tod als letzten Ausweg akzeptiert.  Das tue ich ehrlich gesagt auch. Ich habe momentan auch wieder verstärkt Gedanken vom Selbstmord. 

Wobei ich weiß, dass ich mich nicht umbringen könnte zu mindestens noch nicht. Ich hasse selberstmörder dafür viel zu sehr. Ein einzelner Mensch kann somit viel zu viele Leute kaputt machen, deswegen kämpfe ich so gut ich kann. Sobald ich wirklich nicht mehr kann, habe ich aber einen Ausweg... 

Das bringt dir nichts. 

Wenn ich du wäre, würde ich ganz schnell schauen, dass ich noch einmal in eine Psychiatrie komme. Vielleicht können dabei nicht alle Probleme gelöst werden. Viele Probleme bedürfen viel mehr Zeit, als eine Klinik stationär bieten kann. Aber vielleicht kann man dir helfen dein Leben wieder einigermaßen in den Griff zu bekommen.   

Außerdem überbrückst du so die Zeit bis du einen ambulanten Therapieplatz hast.

Wenn du stationär gar nicht aufgenommen werden willst, hättest du vielleicht auch die Möglichkeit in eine Tagesklinik zu gehen. 

Dort hast du in der Regel auch andere Therapeuten, als in der vollstationären Klinik. 

Kommentar von FelinasDemons ,

Das Problem ist,dass ich mir eine stationäre und teilstationäre Therapie von der Zeit her nicht leisten kann. Die 11.Klasse muss ich dieses Mal schaffen. Ich glaub einfach Augen zu und durch. Wenn's zu schlimm wird, weiß ich was zu tun ist.

Kommentar von einfachichseinn ,

Wieso kannst du dir das von der Zeit nicht leisten? 

Zum einen bist du noch sehr jung und kannst das Abitur nachholen,  wenn es denn nötig sein sollte... 

Davon abgesehen hast du ja auch während einer stationären Therapie nicht 24/7 Therapien, sondern auch viele Freiraum in dem.du zum Beispiel lernen könntest...

Kommentar von einfachichseinn ,

auch wenn ich mit dieser Aussage nur wieder Kritik ernten werde, muss ich das noch einmal loswerden: deine Argumentation ist unheimlich feige und egoistisch. Du willst keine Hilfe annehmen in der aktuellen Aktsituation. Stattdessen willst du lieber flüchten und deine Eltern, Familie und so weiter alleine lassen. Diese werden vermutlich dank dir nie wieder glücklich in ihrem Leben. 

Kommentar von FelinasDemons ,

Das blöde ist, ich mach momentan nicht mein Abi. Hab zwei Jahre aus dem Fenster geschmissen wegen meiner sozialen Phobie und der Depression. Deswegen möchte ich erst mein MBA machen. Weil ich schon viel zu viel Zeit verloren habe. Schon klar. Jedoch bin ich da von 09-15 Uhr,außerdem meinte meine damalige Bezugstherapeutin,dass ich wenn schon in der Klinik bin, mir nur stationär weiter helfen könnte. Aber wegen den negativen Erfahrungen in der Klinik,werde ich wohl kein drittes Mal hingehen. Nein, ich werde dich nicht kritisieren. Du hast zum Teil recht. Meine Familie wird vlt daran zerbrechen. Vor allem für meine Mutter wird es bestimmt schlimm. Und das Suizid egoistisch ist steht nicht zur Debatte. Weißt du,ich bin mir eigentlich sicher,dass ich mich nicht umbringen werde(wegen meiner Religion) jedoch kommt oft so ein Druck. Der Druck mir etwas anzutun. Es "auf gut Glück" zu versuchen. Deswegen stehe ich ja ständig so im Zwiespalt und muss hier auf gf herum jammern..Ich möchte nicht leben, aber ich muss. Manchmal ist diese Gewissheit unerträglich. Und ich wiederhole : Hilfe werde ich niemals ablehnen. Sonst würde ich demnächst ja keine Therapie anfangen. In meiner Situation wäre das mehr als dumm. Nur meinen Pessimismus kann ich einfach nicht ablegen. Dafür ist zu viel passiert.

Kommentar von FelinasDemons ,

Sorry,ist ziemlich viel geworden😅

Kommentar von einfachichseinn ,

was ist dir so schlimmes in der Klinik widerfahren, dass du nicht zurück willst? 

Und wie gesagt es gibt ja auch immer noch die Möglichkeit eine andere Station oder so aufzusuchen und in der KJP wirst du nebenbei noch unterrichtet. Das Argument mit der Schule ist in meinen Augen immer Nonsense...

Vielleicht gibt es bei euch in der Nähe auch so ein Übergangs-Ambulanzzentrum. Dort kannst du hingehen, wenn du schon einmal in der Klinik warst und noch keinen festen ambulanten Therapeuten hast...

Kommentar von FelinasDemons ,

Ablehnung. Ist schlimm. Vor allem, wenn man gerade deswegen dahin kommt. Bin schon 18,also könnte ich nicht mehr in einer KJP unterkommen. Das Unterrichtsangebot in der Klinik, in der ich war ist ziemlich mager. Ich versuch das jetzt durchzustehen,ohne hier wieder rumzujammern. Hab ja noch Zeit, wenn ich wieder vor habe was dummes zu machen,weiß ich was zu tun ist. Über das Ambulanzzentrum werde ich mich mal informieren. Wenn es länger dauert,bis sich mein neuer Therapeut bei mir meldet. Danke.

Antwort
von HanzeeDent, 93

Klingt fast nach meinem Lebenslauf^^

Das Leben wird besser, auch wenn es nicht so scheint! Ich würde dir jetzt gerne mehr schreiben, aber ich habe leider nicht mehr so viel Zeit.

Denk nur daran, dass du mehr drauf hast, als es dir vorkommt und deine negative Selbstwahrnehmung unbegründet ist. So wie du schreibst hast du genug Intelligenz um etwas Großes zu erreichen, du musst nur an dich glauben, der Rest kommt von allein!

Auch wenn du dich manchmal durchquälen musst, es lohnt sich, glaub mir!

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