Frage von Sarina70, 37

Schuldgefühle, weil ich nicht trauere?

Hallo

Ich habe vor 7 Monaten meine geliebte, wundervolle Mama verloren. Sie war sehr schwer krank, und der Tod war eine Erlösung für sie. Wir waren unglaublich eng verbunden durch unsere Biografien, ja, ich hätte mir ein Leben ohne sie nie vorstellen können.

Wir sind in absolutem Frieden auseinander gegangen, es gibt nicht Unausgesprochenes zwischen uns.

Klar, sie fehlt mir sehr. Manchmal muss ich auch noch weinen. Es ist unendlich leer ohne sie. Und doch: Ich bin nicht traurig. Ich fühle mich irgendwie getragen. Ich spreche sehr oft mit ihr und bete auch oft. Es geht mir wirklich gut. Ich versuche, dankbar zu sein, für die wunderschöne Zeit dir wir zusammen erleben durften. Ich fühle einen tiefen Frieden in mir.

Es gibt immer wieder Leute, die nun behaupten, dass ich sie gar nicht richtig geliebt habe, weil ich so fröhlich sei und nicht trauere. Ob ich es schlussendlich nur auf ihr Haus abgesehen hätte, etc. Solche Aussagen tun mir sehr weh, denn ich bin in meinem Herzen tief verbunden mit meiner Mama.

Muss ich mich schämen, weil es mir gut geht? Muss ich mich schämen, weil ich dankbar bin für die schönen Dinge, die ich erleben durfte mit meiner Mama? Muss ich mich schämen, wenn es mir den Umständen entsprechend gut geht?

Ich wäre dankbar für eure Antworten.

Herzliche Grüsse

Sarina

Antwort
von Hannibalistgeil, 20

Letzendlich zählt doch das was du fühlst. Jeder geht mit Trauer anders um. Du trauerst so wie du es tust. Das was zählt ist das was in deinem Herzen. Vlt sieht dich deine mutter in dem Moment aus dem Reich der Toten und grinst, weil sie sieht das du nicht über sie trauerst. Falls du an ein Leben nach dem Tod glaubst

Antwort
von Bloodwalker, 35

Nein, ich denke nicht das du dich schämen musst oder die irgendwelche Vorwürfe machen solltest.

Ich persönlich bin auch jemand der eher kurz und unauffällig trauert.

Persönlich finde ich deine Herangehensweise sehr gut, du lässt die Trauer zu und weinst auch wenn die danach ist, aber du lässt nicht dein Leben davon beherrschen. Du bist dankbar für die schöne Zeit und die schönen Erinnerungen und das ist gut so. 👍

Antwort
von Paule2011, 19

Du gehst so toll damit um. man sollte froh sein dürfen, dass ein Mensch nicht mehr leiden muss! wenn Leute dir so einen quatsch vorwerfen, können die euch nicht wirklich gekannt haben! u dann sch*** auf die! Leute quatschen zu viel von Sachen die sie nicht verstehen.  ich finde die absolut frech u unmöglich! nach 7 Monaten (!!) darf man fröhlich durch's leben laufen! wusste nicht, dass man einen Zeitraum zum trauern für bekannte dafür einhalten muss!

Antwort
von nesi1939, 18

Hallo,   nein du brauchst dich nicht zu schämen. Was andere Leute über dich denken,  darf dich gar nicht berühren. Denn nur du allein kennst die enge Verbindung, die zwischen dir und deiner Mutter war und immer noch ist. Da muss das Gerede der Leute doch an dir abprallen und dein Seelenfrieden sich über all dem stellen. 

Antwort
von Bluemchen281214, 26

Du musst nicht trauern. Denn so lange wie du Erinnerungen an die hast und an Sie denkst ist sie in deinem Herzen noch am Leben 

Antwort
von Rodarte, 37

Ich finde nicht, dass du ein schlechtes Gewissen haben musst. Man müsste ein schlechtes Gewissen haben, wenn man schlecht oder im Streit mit seiner Mutter auseinander gegangen und sie dann gestorben wäre, ohne dass es geklärt worden wäre. Aber deine Art, damit umzugehen, gefällt mir mehr, als täglich zu heulen und total traurig zu sein. Das Leben geht schließlich auch ohne sie weiter. Muss ja.

Antwort
von Virginia47, 5

Hallo Sarina, 

es gibt keine Regeln, wie man zu trauern hat. Und jeder trauert auf seine Weise. 

Und ich finde, dass du es genau richtig machst. Du gedenkst deiner Mama in stillen Momenten. Erinnerst dich an das viele Gute, das ihr zusammen erleben durftet. Und in deinem Herzen bleibt sie ewig erhalten. 

Und deine Mama würde sicher nicht wollen, dass du ewig wie ein Griesgram rumläufst. 

Deshalb verdienst du meine Hochachtung, dass du so bist, wie du bist. Sei fröhlich und schaue nach vorn. Denn selbst zur Schau getragene Trauer würde deine Mama nicht wiederbringen. 

Du bist ehrlich. Und das schätze ich an dir. 

Alles Gute

Virginia

Antwort
von Jily2001, 24

Ich glaube du wolltest einfach das beste für deine Mutter. Und du hast ja selbst gesagt, dass das beste für die war in den Tod zu gehen. Ich würde nicht sagen, dass du herzlos oder ähnliches bist. Du weißt ja, dass es ihr jetzt besser geht :) mein Beileid

Antwort
von Jenne1982, 27

Du siehst ihren Tod als Erlösung. Niemand hat das Recht dir vorzuschreiben, wie du trauern solltest.

Antwort
von monster2015, 16

Nicht jeder trauert

Antwort
von MarvinKey, 19

Ganz und garnicht alle personen haben eine eigene art zu trauert p.s. Das tut mir sehr leid

Antwort
von Platzregen, 6

Es ist alles gut, so wie es ist! 

Nahezu perfekt. 

 

Du vermisst Deine Mama, sie fehlt Dir. Aber Du nimmst etwas als Gegeben hin, das unvermeidbar war, hier sogar als Erlösung gesehen wird.Deswegen muss man nicht vor Trauer zusammen brechen oder sich hängen lassen.   
 

Die Leute......... 

Was wissen die schon??  

Sollst Du mit rotgeheulten Augen rumlaufen, schwarz tragen und nie mehr lachen? Nur damit die Leute zufrieden und damit sie sagen: guck nur, die hat ihre Mama aber geliebt? Man muss doch sein Leiden nicht zur Schau tragen.

 

Trauer spielt sich im Innern ab, und bei jedem ein wenig anders. 

Du machst es genau richtig: lässt Deine Mutter in Frieden ziehen und lebst weiter Dein Leben. So hätte es Deine Mutter sicher auch gewollt.

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