Frage von Wiinformatiker, 86

Schulden aufbauen um studieren zu können (Wirtschaftsinformatik)?

Guten Tag,

Kurz zu meiner Situation. Wohnhaft Eltern, Auto komplett selber zahlen, 83 € AOK da über 25, Handy, Sportverein zählen zu meinen Fixkosten

Nun komme ich ins 2 Semester und muss feststellen das mein Erspartes zu Ende geht. Bafög bekomme ich keins weil angeblich die Eltern zu viel verdienen, weiterhin möchte ich persönlich NICHT mit 27 Jahre noch Geld von Ihnen bekommen, es reicht dass die Eltern Dach über den Kopf und Co. zahlen.

Ein Nebenjob ist sehr schwierig, da meine komplette Freizeit fürs Studium drauf geht. Ich weiß der eine oder andere tut sich super leicht und hat super viel Freizeit aber ich PERSÖNLICH nicht. Ich stecke sehr viel Zeit rein um so viel wie möglich zu verstehen und mitzunehmen . Nicht bloß irgendwelche Prüfungen irgendwie bestehen. Das ist nicht mein Ziel.

Nun ist die Frage ob ich von diesen Bildungskredit Gebrauch nehmen soll, da das Geld von den Ferienjobs nicht langt.

Problem ist, dass ich momentan Felsen fest überzeugt bin noch einen Master dran hängen und wahrscheinlich da auch den Kredit bräuchte und bestimmt insgesamt auf Ca. 15.000 - 20.000 per Kredit aufnehmen müsste (eventuell nicht nur den Bildungskredit).

In wiefern ist mein Vorhaben in Ordnung oder meine Überlegung sinnvoll?

Grüße aus Berlin

Antwort
von oelbart, 12

Dass Du in den ersten vier Semestern keinen Nebenjob gebrauchen kannst, verstehe ich absolut. Wenn Du Dir von Deinen Eltern nichts borgen willst ist dann Studienkredit erstmal die einzige Möglichkeit.

Wenn die große "Sieb"-Phase vorbei ist (üblicherweise ab dem fünften Bachelorsemester) kannst Du Dich ja auch mal nach Ferienjobs oder Werkstudentenjobs umsehen, gerade als Informatiker ist das oft nicht so schwierig.

Am Geld sollte ein Studium jedenfalls nicht scheitern.

Antwort
von schleifpferd, 45

Meiner Meinung nach ist Geld, dass in Bildung investiert wird, nicht herausgeworfen. Ich kenne einige Studenten die nach ihrem Bachelor, dank Studienkredit schon Schulden über 20 000€ haben.

Hast du dir schon mal überlegt eine Festanstellung zu suchen und den Master nebenbei zu machen? Es gibt ja einige Fachhochschulen, die einen berufsgebleitenden Master anbieten.

Ich denke nur, dass wenn du mit 30 zwar nen super Master hast aber noch überhaupt keine Berufserfahrung in der Branche, dann wird es nicht unbedingt einfach nen Job zu finden.

Kommentar von TailorDurden ,

In der IT schon :-) Da geht das sogar noch sehr gut. Trotzdem ist Berufserfahrung natürlich ein riesiger Vorteil.

Kommentar von schleudermaxe ,

... und ein Stipendium wurde da auch abgelehnt oder nur nicht beantragt? Ich denke an das ev. Studienwerk und andere!

Antwort
von TailorDurden, 39

Du studierst Wirtschaftsinformatik!

Dann geb ich Dir mal einen guten Tipp, denn ich bin gerade am Ende meines Informatik-Master mit Mathematik (mit guten Noten) und habe auch erst mit 25 das Studieren angefangen, musste mich komplett selbst finanzieren, habe auch keine Unterstützung bekommen.

Ich habe während meines kompletten Studiums Halbzeit gearbeitet und dabei noch 4 mal die Woche regelmäßig trainiert. Ich weiß, was das heißt mit der Zeit.. Du hast gesagt, Du willst davon nichts hören, aber ich lasse Deine Begründung einfach nicht zählen.

Die Werkstudentenjobs sind super bezahlt, man bekommt schnell welche und in diesen Jobs lernst Du bei weitem mehr als an der Uni. Du sagst, Du willst möglichst viel mitnehmen? Ja, dann tu das in einem Job.

Wenn Du Dir das von der Belastung her psychisch nicht zutraust, dann ist das ein anderes Thema, dann suche eben eine Alternativlösung in Form eines Stipendiums oder eines Bildungskredits. Aber zu sagen, dass eine Arbeitsstelle Deine Bildung beeinträchtigen würde, ist schlicht und ergreifend nicht der Fall. Im Gegenteil würdest Du davon sogar sehr profitieren.

Tailor

Antwort
von PhotonX, 42

Vielleicht kannst du Tutorien halten und so ein bisschen dazu verdienen. Ich bin in einer sehr ähnlichen Situation (habe anfangs Bafög bekommen, dann aber irgendwann nicht mehr) und habe jedes Semester mindestens eine Tutorien-Gruppe genommen, viel bekommt man zwar nicht, aber wenn man nicht Miete und Essen zahlen muss, dann reicht es ganz gut. Und das Schöne ist, dass man beim Tutorieren auch wahnsinnig viel dazulernt. Auch wenn es Zeit kostet, ist das keine verlorene Zeit.

Antwort
von Ifm001, 22

Hast Du denn schonmal die Ausgabenseite durchleuchtet? Viele Leute zahlen z. B. viel zu viel für ihren Mobilfunkvertrag. Beim Auto stellt sich auch erstmal die Frage, in wie weit Du es tatsächlich benötigst.

Etwas fragwürdig FIDE ich deine Verweigerung eines Nebenjobs. Das bringt dir teilweise sogar Erkenntnis, die dir bei deinem Studium helfen. Am Ende sollst Du ein anstudiertes Wissen nun mal in einem Job zu nutzen wissen.

Antwort
von Denischen, 29

Von einem Kredit würde ich an deiner Stelle ganz schnell weg kommen :/ Kredite sind die Hölle :/ das dauert bis du die wieder zurück gezahlt hast nach lieber einen guten Nebenjob...

Antwort
von grubenschmalz, 23

Nicht sinnvoll. Lieber Studium 1-2 Jahre länger und Nebenjob.

Antwort
von schleudermaxe, 47

... das verstehe ich nun nicht. Das Studentenwerk glaubt also, daß die Eltern zu viel verdienen?

Aber ein Unterhalt wird doch nicht nach dem BAföG mit seinen läppisachen Pauschalen ermittelt, sondern nach dem deutlich besseren BGB.

Wie konnte das denn passieren, das mit dem fehlenden Widerspruch?

Wurde wenigstens ein Stipendium geprüft?

Kommentar von TailorDurden ,

Wahrscheinlich Zweitausbildung oder so in dem Alter. Bei mir waren mit 25 die Ansprüche auch aus verschiedenen Gründen verwirkt. Das geht ganz schnell :D

Kommentar von schleudermaxe ,

... dann kommt der volle Bedarf vom Studentenwerk, so jedenfalls das Familiengericht bei mir.

Kommentar von Kristall08 ,

Ja und? Es soll Eltern geben, die tatsächlich nicht wenig verdienen und von denen man wirklich erwarten kann, ihren Kindern eine Ausbildung zu finanzieren. Dazu sind Eltern da.

Und vergiss doch bitte mal Stipendien. Es ist nicht so einfach, eins zu bekommen, man muss schon herausragende Leistungen bringen. Zudem überschätzt du die Höhe einer solchen Zahlung deutlich wie mir scheint.

Kommentar von TailorDurden ,

Sehe ich ähnlich. Die Stipendien für etwas ältere Studenten sind oft mit viel Extra-Arbeit oder ausschließlich in Form von Auslandsaufenthalten verfügbar. Für die Suche und das Engagement braucht man meistens weitaus mehr Zeit, als man dann an Geld rausbekommt.

Kommentar von schleudermaxe ,

... also auch noch nie etwas von z.B. dem ev. Studienwerk gehört aber hier aberwitzige Fehlinformationen rausblasen?

Kommentar von schleudermaxe ,

Quatsch? ... noch nie etwas gehört vom ev. Studienwerk und anderen Gebern?

Höherer Bedarf, Komplett geschenkt, bis zur Dissertation gefördert, und alles ratz fatz. Wer keine so richtige Ahnung hat sollte dazu sich nicht äußern, oder übersehe ich etwas?

... und was die herausragenden Leistungen angeht, widerspreche ich heftigst. Aber woher willst Du das auch wissen.

Kommentar von TailorDurden ,

Welcher "Bedarf" denn? Unterhaltsberechtigt ist man nach einer Ausbildung (oft auch nach einer abgebrochenen Ausbildung) nicht mehr. BAföG-berechtigt ist man auch nicht mehr, wenn man (wie bei mir) nach dem 2ten Semester die Fachrichtung gewechselt hat. Da fallen dann alle Türen zu.

Kommentar von schleudermaxe ,

... und auch die aus Villigst und andere Einrichtungen haben abgelehnt? Das ist dann wirklich Pech.

Antwort
von iMasterFinance, Business, 21

Grüße,

also meiner Ansicht nach solltest du in jedem Fall eine Lösung finden, dass Studium bzw. auch den anschließenden Master umzusetzen. 

Bildung zahlt sich grundsätzlich langfristig immer aus. Da du außerdem sehr engagiert zu sein scheinst - insofern ich deine mangelnde Freizeit korrekt interpretiere - gehe ich davon aus, dass du auch deinen Beruf in dieser Branche beginnen möchtest. Wenn du mich fragst, wäre bereits der Studienkredit (schau z.B. mal bei der KfW-Bank) eine annehmbare Lösung.

Andererseits solltest du auch nach Alternativen suchen. Angenommen, du könntest ein Stipendium erlangen, wäre das eine sehr gute Lösung.

Auch die Variante mit dem Nebenjob würde ich generell aber nicht völlig außer Acht lassen. In jedem Fall kannst du damit sicherlich Lebensunterhalt besser finanzieren. Wichtiger ist meiner Auffassung nach aber, dass du Ausschau nach Stellen suchst, die eine thematische Relevanz zu deinem Studiengang haben. Wenn du also im Nebenjob auch für das Studium relevante Inhalte anwenden könntest, würde dich das, aufgrund der höheren Lerngeschwindigkeit bei praktischer Anwendung, vermutlich sogar kaum Lernzeit kosten.

Bezüglich des Masters solltest du dich vielleicht auch über Partner für berufsbegleitende Systeme informieren bzw. schon mit ihnen in Kontakt treten, um Planungssicherheit zu erlangen. 

Wenn du weitere, allgemeine   Tipps rund um deine Finanzen brauchst, schau doch mal auf unserer Webseite vorbei, sie ist im Profil verlinkt (beachte bitte, dass unser Wissensangebot noch in der Aufbauphase ist, aber stetig neue Inhalte hinzu kommen werden!).

Mit freundlichen Grüßen,

iMasteFinance

Antwort
von Asturias, 26

Passt doch. Viel Erfolg

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