Frage von BahnKontro, 172

Schuld am Selbstmord (Rechtskunde)?

Hallo liebe Community. Also wir beschäftigen uns gerade in Rechtskunde mit Selbstmordfällen und so als kleinen Exkurs. Und da habe ich eine Frage gehabt, die mir mein Lehrer nicht beantworten konnte. Deshalb wollte ich die mal hier reinstellen.

Person A und B haben sich durch das Internet kennengelernt. Sie wohnen beide bundesländerweit entfernt.

Person A ist depressiv und hatte eine schwere Kindheit. Person A und B tauschen ihre Handynummern aus.

Person B macht A Komplimente und will evtl. was von ihr. Dann schreibt Person B sie mehrere Tage nicht mehr an. Person A kommt nach mehreren Tagen auf B zurück und will eine Beziehung. Person B lehnt ab. Person A hält es nicht aus und droht sich umzubringen. Person B versucht Person A abzuhalten. Person B schafft es jedoch nicht und Person A bringt sich um. (Person B hat im Grunde genommen den Selbstmord getriggert...er war zwar nicht der einzige Grund, aber der Trigger...)

Welche Konsequenzen wird es für Person B in Zukunft geben im Sinne vom Recht? Wird die Polizei irgendwie auf ihn zurückkommen oder so? Kann er überhaupt für irgendwas verantwortlich gemacht werden?

Expertenantwort
von furbo, Community-Experte für Polizei & Recht, 31

Suizid ist nicht strafbar, somit kann B in keiner Weise verantwortlich gemacht werden.

Anders wäre es, wenn B aktiv auf A einwirkt und sie, vielleicht auch als instabile Persönlichkeit, zu einem Suizid veranlasst, B also den Tatentschluss sowie Tatausführung kontrolliert, er die Tatherrschaft hat.

Es gibt einen ziemlich guten Thriller zu der Thematik "dein Wille geschehe" von Michael Robotham. Dort manipuliert der Täter die Opfer bis hin zur Selbsttötung. 

Expertenantwort
von chog77, Community-Experte für Schule, 52

Rechtlich  trifft in da keinerlei Schuld.

Eine Selbsttötung ist kein Mord! Eine Selbsttötung ist nicht strafbar - deshalb kann ein Mitwisser auch nicht juristisch belangt werden. Der Mitwisser trägt keine Verantwortung für das Handeln von Person A.

Man könnte ihm lediglich einen moralischen Vorwurf machen, die Drohung nicht ernst genommen zu haben, aber keinen juristischen.

Es ist noch nicht einmal unterlassene Hilfeleistung. Da zu dem Zeitpunkt des letzten Kontakts keine akute Verletzung oder akute Lebensgefahr erkennbar war. Unterlasse Hilfeleistung wäre jemanden mit aufgeschnittenen Pulsadern oder vergiftet noch lebend zu finden und keinen Notarzt zu holen.

PS. Akute Suizidgefahr ist manchmal sogar für einen Arzt schwer abschätzbar. Wie soll das ein unbedarfter Laie, anhand eines Whatsapp Textes erkennen können.

Antwort
von Goodnight, 98

Man kann nur vorwerfen, dass nicht die Polizei  oder ein Notfallpsychiater gerufen wurde. Das ist unterlassene Hilfeleistung. Alles andere hat nichts mit Schuld zu tun. Da müsste man schon jemanden absichtlich und perfide triggern. Also mit klarem Plan mit Mordabsicht.

Kommentar von BahnKontro ,

Person B wusste ja nicht was sie machen sollte. Ich meine woher soll Person B wissen ob das jetzt nur so daher gesagt ist weil Person B keine Beziehung mit Person A will oder ob das ernst ist...

Kommentar von Goodnight ,

Person B versucht A abzuhalten.. Hat es also sehr wohl gewusst!

Kommentar von Bitterkraut ,

Das spielt so oder so keine Rolle. Es leigt keine Strafbarkeit vor. Für niemanden.

Kommentar von Goodnight ,

Unterlassene Hilfeleistung ist strafbar, die Ermittlungen können wegen geringfügiger Schuld eingestellt werden.

Kommentar von furbo ,

Das ist unterlassene Hilfeleistung.

Nein. Einen Menschen, der freien Willens seinem Leben ein Ende bereiten will, muss man nicht davon abhalten. Der TB der unterlassenen Hilfeleistung wird dadurch nicht berührt.

Sollte der Suizid aber nicht erfolgreich verlaufen und das Opfer liegt schwerverletzt auf der Straße, ist das ein Unglücksfall i. S. des § 323c StGB und es gibt eine Hilfsverpflichtung. 

Antwort
von vitus64, 43

Keine Konsequenzen.

Was mir Sorgen macht, ist, dass euer Rechtskunde-Lehrer das nicht gewusst hat.

Antwort
von Bitterkraut, 49

Kein Konsequenzen für B. Da Selbsttötung nicht strafbar ist, gibt es auch keine Kosequenzen für B.

Antwort
von Hosekopf999, 83

Ich kenne mich mit der Rechtslage nicht aus aber vom rein logischen denken her würde ich sagen nein, Person b kann nichts dafür und auch nicht verfolgt werden. Ausser wenn Person b wusste das Person a krank sei.

Antwort
von SeBrTi, 52

Nein, B wollte das ja nicht. Was B aber hätte machen sollen, ist die Polizei und Rettung verständigen, als A mit selbstmord droht. 

Wenn jemand mit einer anderen Person keine Beziehung führen möchte muss diese es akzeptieren, man kann das nicht erzwingen. 

Antwort
von Szwab, 19

Person A leidet offenbar an einer Borderline Persönlichkeitsstörung. Person B ist nicht strafbar.

Antwort
von Meandor, 16

Selbstmord ist keine Straftat, also gibt es auch keine Anstiftung zum Selbstmord.

Antwort
von atzef, 50

Nein. Was für ein Blödsinn. B besitzt keinerlei Verantwortung für den Sebstmord von A, schon gar keine rechtliche!

Antwort
von pinapplfruitboi, 57

Keine natürlich.

Antwort
von BahnKontro, 41

Ok, danke schonmal für eure echt irre schnellen Antworten! Respekt Leute. Beste Seite.

Weitere Antworten und vor allem Meinungen sind natürlich gerne gewünscht! 

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