Frage von Pugon, 88

Schufaeintrag vorzeitig löschbar und wenn was tun?

Hallo ich habe einen Schufaeintrag weil ich mit meiner Gebühr für das Fitnesscenter im Verzug war.Hatte damals meinen Bruder gebeten es zu bezahlen.Paar Tage später wurde mir mit Inkasso gedroht.Ich sagte ich habe bezahlt und habe den Kontoauszug als Beweis.Mein Name war angegeben aber nicht die Mitgliedsnummer deshalb konnten die die Zahlung nicht zuordnen.Trotz Zahlung und Beweis der Zahlung kam es zum Inkasso.Mit Inkasso hatte ich mich mit einer Ratenzahlung geeinigt.Da die Firma die komplette Summe von etwa 900 Euro innerhalb paar Wochen forderte.Ich Zahlte irgendwann Monate später kam ein Brief vom Gericht und Drohung einer Vollstreckung weil ich angeblich die Rate nicht eingehalten habe.Ich war dumm das ich in der Zeit keinen Anwalt eingeschaltet habe.Sonst wäre es nicht soweit gekommen.Mit den Kosten vom Gericht musste ich etwa 950 Euro zahlen habe es sofort bezahlt um es hinter mir zu haben.Mein Eintrag bei der Schufa läuft bis 09.2017 also insgesamt 3 Jahre.Nun ist die Frage kann ich es vorzeitig löschen ? Was muss ich tun? Die Leute vom Fitnesscenter kontaktieren oder die von Inkasso ?

Antwort
von Realisti, 50

Also, wenn man bis zum Vollstreckungsbescheid gekommen ist, dann hat man schon eine ganze Anzahl Fristen verstreichen lassen und hat reichlich Briefe ignoriert. - Aber das ist ein anderes Thema -

Es ist jetzt alles bezahlt? Der Betrag aus dem Vollstreckungsbescheid ist voll beglichen?

Dann bitte um die Aushändigung des Titels. Auf dem VB sollte ein Erledigungsvermerk sein.

Ferner finde heraus wer dich bei der Schufa eingemeldet hat. Das Inkassobüro, oder wer war das? Zur Not besorge dir eine Schufa-Selbstauskunft. Da steht es drin. Den der dich eingemeldet hast, bittest du diesen Eintrag als "erledigt" zu melden. Damit verschwindet der Eintrag nicht vor der 3-Jahres-Frist, aber er steht dort als erledigt und behindert dich dann weniger. 

Antwort
von Xipolis, 24

Mein Eintrag bei der Schufa läuft bis 09.2017 also insgesamt 3 Jahre.

Ich muss Dich leider korrigieren. In Deinem Fall wird der Eintrag erst am 01.01.2018 gelöscht werden - vorausgesetzt er ist erledigt, was einen entsprechenden Vermerk bedarf (§ 35 Abs. 2 Nr. 4 BDSG).

Vorzeitig löschen lassen kannst Du es nur unter unter Einwilligung des Gläubigers, denn Du dazu direkt kontaktieren solltest. Zumindest um den Erledigungsvermerk zu erhalten.

Bezüglich des Erledigungsvermerkes kannst Du Dich mit Nachweisen auch direkt an die Schufa wenden, die dann den Gläubiger anhöhren wird. In dem Fall wird zumindest ein Vermerk des Betreitens angebracht werden.

Wenn sich der Gäubiger weigert, bedarf es meines Erachtens rechtsanwaltlicher Unterstützung. Gerichtlich schätzte ich die Chance für den Erledigungsvermerk sehr gut ein. Ob eine finale Löschung durchsetzbar ist, hängt hier dann sehr vom Einzelfall ab.

Allerdings nach Deiner Schilderung kann ich mir vorstellen, dass Du nicht vollkommen Chancenlos bist.



Antwort
von KaterKarlo2016, 18

Leider ist es in der Tat so, dass Einträge bei der Schufa erst nach drei Jahren ist grundsätzlich nicht vor drei Jahren nach der Erledigung möglich.

Eine vorzeitige Löschung des Eintrages kommt nur unter den Voraussetzungen des § 35 BDSG in Betracht:

Hierbei muss es sich dann um eine falsche oder unrichtige Datenübermittlung gehandelt haben. Diese Voraussetzungen liegen bei Ihnen leider nicht vor.

Sie können aber den Gläubiger bitten, zu bestätigen, dass die Forderung bezahlt wurde und bitten Sie ihn auch, den Eintrag löschen zu lassen. Die Schufa ist zwar auch dann nicht verpflichtet, den Eintrag zu löschen, kann aber einen Erledigt Vermerk eintragen.

Sie sollten dem Gläubiger auch eine Quittung über die Begleichung einreichen.

Ich hoffe ich konnte Ihnen helfen.

KaterKarlo2016

Antwort
von kevin1905, 32

Du hast so ziemlich alles falsch gemacht, was man falsch machen kann.

  1. Man kommuniziert nicht mit Inkassobüros
  2. Dein Name reicht zur Zuordnung, andernfalls hat man dir das Geld zurück zu überweisen!
  3. Man schließt keine Ratenzahlungen ab, schon gar nicht mit Inkassobüros
  4. Wenn der Fitnessvertrag fristlos gekündigt wird, dürfen niemals 100% der Kosten als Schadenersatz veralangt werden. Die nicht mehr zu erbringende Leistung muss gegengerechnet werden.
  5. Bei einem gerichtlichen Mahnbescheid gibt es die Möglichkeit zu zahlen, Teil- oder Vollwiderspruch einzulegen. Wenn die Hauptforderung inkl. Mahngebühren, Rücklastschriftkosten und Zinsen bezahlt ist (davon ausgehen sie ist berechtigt), sollte man Vollwiderspruch einlegen. Die Frist von 14 Tagen zu versäumen ist natürlich ziemlich schlecht, dann ergeht in der Regel der Vollstreckungsbescheid.

Der Eintrag in der Schufa bleibt auch nach Erledigung 3 Jahre stehen. Daher sollte man sich frühzeitig dagegen wehren und schon wenn man einer Forderung widerspricht darauf hinweisen, dass man mit einem Eintrag nicht einverstanden ist, vor gerichtlicher Klärung (§ 28a BDSG).

Kommentar von Realisti ,

Deine Liste würde ich nicht unbedingt so stehen lassen.

1. Nicht alle Inkassobüros sind Butzen. Viele Firmen lassen über zugelassene Inkassobüros ihre Sachen eintreiben. Wenn eine reale unbezahlte Rechnung hinter einer Sache steht, dann würde ich das durchaus ernst nehmen. Bevor ein Gläubiger was zu einem IK gibt, hat er selber auch schon x-mal gemahnt. Also besser vorher sich um seine Rechnungen kümmern, dass es erst gar nicht dort landet. Wenn es dann passiert ist:  unterscheiden, gutes oder böses Inkassobüro?

2. Wenn ich bezahlt habe und bekomme trotzdem Mahnungen, dann kläre ich das ab. Da hast du völlig Recht. Ein Name hätte für die Zuordnung reichen müssen. Alles was danach kommt ist dann fragwürdig.

3. Warum keine Raten vereinbaren? Nur muss man dann die Sache im Auge behalten und verfolgen. Wenn man sich überhoben hat ist es oft die einzige praktikable Lösung.

4. Das ist leider gängige Praxis, dass bei ausbleibenden Zahlungen komplett der restliche Vertrag sofort fällig wird (also die Kosten und Beiträge bis Vertragsende + bisher fehlende). Bei Unterschrift ist dies vielen Sportbegeisterten nicht klar. So genau hinterfragen es die Wenigsten. Gerade erst jetzt ist sogar gerichtlich festgelegt worden, dass selbst ein Umzug kein Grund für ein Vertragsende ist. Ich glaube da ist nur eine Klausel drin für den Krankheitsfall. Abtrainieren darf man den allerdings weiter bis zum Vertragsende. Könnte sogar sein, dass er noch explizit gekündigt werden muss, damit er sich nicht auch noch automatisch verlängert.

5. Ich habe hier die Vermutung, dass der Fragesteller die Begrifflichkeiten und Zuständigkeiten durcheinander wirbelt. Für mich liest sich das so, dass nach ausbleibenden Raten das IK erst mit einem Mahnbescheid gedroht und den dann auch geschickt hat. Ob der jetzt ignoriert und in einen VB umgewandelt wurde ist mir nicht ganz klar. Es liest sich zumindest so, dass er in dieser Phase schnell gezahlt hat.


Kommentar von Xipolis ,

3. Warum keine Raten vereinbaren? Nur muss man dann die Sache im Auge behalten und verfolgen. Wenn man sich überhoben hat ist es oft die einzige praktikable Lösung. 

Das hängt dann sehr vom Einzelfall und vom Verhandlungsgeschick des Schuldners ab, denn Inkassounternehmen lassen sich solche Vereinbarungen gerne vergolden.

4. Das ist leider gängige Praxis, dass bei ausbleibenden Zahlungen komplett der restliche Vertrag sofort fällig wird (also die Kosten und Beiträge bis Vertragsende + bisher fehlende). Bei Unterschrift ist dies vielen Sportbegeisterten nicht klar. So genau hinterfragen es die Wenigsten. Gerade erst jetzt ist sogar gerichtlich festgelegt worden, dass selbst ein Umzug kein Grund für ein Vertragsende ist. Ich glaube da ist nur eine Klausel drin für den Krankheitsfall. Abtrainieren darf man den allerdings weiter bis zum Vertragsende. Könnte sogar sein, dass er noch explizit gekündigt werden muss, damit er sich nicht auch noch automatisch verlängert. 

Im Falle einer Kündigung darf allerdings nicht der komplette Betrag der Restlaufleistung als Schadenersatz verwendet werden, sondern gem. einem OLG-Urteil nur 50 %, denn der Gläubiger spart ja selbst auch Aufwendungen ein.

Kommentar von Realisti ,

Im Falle einer Kündigung darf allerdings nicht der komplette Betrag der Restlaufleistung als Schadenersatz verwendet werden, sondern gem. einem OLG-Urteil nur 50 %, denn der Gläubiger spart ja selbst auch Aufwendungen ein.

Da scheinen die Gerichte sich wohl nicht einig zu sein. Er kürzlich berichtete mir ein Bekannter, dass er zur kompletten Summe verdonnert wurde gem. dem Grundsatz: "Vertrag ist Vertrag", das hast du schließlich unterschrieben.

Kommentar von kevin1905 ,

Ich kenne die Rechtsprechung im TK Bereich, da werden  50% angesetzt, da der Provider ja keine Bandbreite mehr zur Verfügung stellen muss, keinen Traffic des Kunden im mobilen Netz mehr hat.

Ob die nicht mehr zu erbringende Leistung bei Fitnessstudios auch auf 50% angesetzt werden kann, kann ich nicht abschließend beurteilen. Das ist Aufgabe der Gerichte und eine Argumentation, die der eigene Rechtsbeistand in so einem Fall aber entsprechend anführen sollte.

Antwort
von Wiesel1978, 47

Der Schufa Eintrag ist ja begründet, da gerichtlich ein Urteil gefällt wurde. Daher ist das nicht vorzeitig löschbar

Kommentar von kevin1905 ,

Ein Mahnbescheid ist kein Urteil. Von Urteil steht dort nichts.

Antwort
von grubenschmalz, 27

Das wird nix. Und wenn ein Titel vorliegt, verschweigst du uns hier was.

Kommentar von mepeisen ,

Was verschweigt er denn? Er schreibt doch, dass er so dumm war, damals nicht widersprochen zu haben und keinen Anwalt eingeschaltet zu haben. Es ist auch egal, denn die Frage des TE ist ja nicht, ob er dagegen etwas machen kann, die Frage bezieht sich ausschließlich auf die Schufa.

Realisti hat im Grunde alles Wissenswerte geschrieben.

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