Frage von sakyra91, 223

Schützenverein beitreten - Kosten, Verpflichtungen und empfehlenswerte Vereine (NRW, Ruhrgebiet)?

Hallo, meine Freundin und ich (22 u. 24) würden gerne einmal wöchentlich Sportschießen gehen. Wir wohnen im Ruhrgebiet (Bochum) und vermutlich bietet sich eine Vereinsmitgliedschaft an?! Später würden wir dann gerne beide auch eine WBK beantragen (nach 1-jähriger Mitgliedschaft).

Dazu ein paar Fragen:

  • Was kostet eine Mitgliedschaft (wir sind beide Studenten) pro Jahr im Durchschnitt?
  • Gibt es unterschiedliche Arten von Vereinen? Wir sind beide eigentlich eher nicht die Vereinsmenschen und würden eigentlich nur gerne zu zweit (natürlich mit Trainer) 'ungestört' auf einem Schießstand schießen
  • Vielleicht eine komische Frage: Wettbewerbe, Schützenfeste etc. unterliegen keiner Teilnahmeverpflichtung oder?
  • Passen wir mit unserem Alter überhaupt in den durchschnittlichen Verein oder sind wir zu jung?
  • Was ist der 'standardmäßige' Ablauf eines Trainingstages für Anfänger? Kommt man da z.B. um 17-00 Uhr, leiht sich (für umsonst?) eine Waffe, zahlt für entsprechende Munition und trainiert dann 1-2 Stunden Scheibenschießen?
  • Was für Vereine sind empfehlenswert in meiner Region (Bochum u. Umgebung) ?

Hoffe jemand kann mir die Fragen beantworten. Danke im voraus!

Antwort
von Ninombre, 135

Für die Region kann ich keinen Verein direkt empfehlen (kenne keinen). Dass es die Rentnerfraktion gibt, die im Schützenhaus den geselligen Teil übernimmt ist normal, davon lebt ein Verein ehrlich gesagt auch - zahlen Beitrag und verursachen keinen Aufwand. Im Zweifel organisiert die altgediente Truppe die meisten Vereinsangelegenheiten. Ein Verein, der allerdings nur aus diesen Mitgliedern besteht wird Dir eher keinen Spaß machen.

Generell ist es aus eigener Erfahrung ein positives Signal, wenn im Verein viele auch wettbewerbsorientiert schießen, es vielleicht auch Mannschaften gibt, die an Ligawettbewerben teilnehmen. Das musst Du natürlich nicht selbst machen, das sind aber die Schützen, die dem Sport wegen dort sind und Ahnung haben, also auch was zeigen können. Die haben meist auch weniger Problem, wenn man mehr zum Schießen und nicht zur Geselligkeit hingeht.

Kommentar von sakyra91 ,

Danke für die Infos.

Ein Verein mit solch wettbewerbsorientierten Mitgliedern wäre für mich wirklich am interessantesten.

Gibt es denn Vereine die du generell empfehlen könntest? Etwas im näheren Umkreis (bis 50km) lässt sich mit dem Auto ja auch noch erreichen.

Antwort
von kheido, 106

- Die jährlichen Gebühren einer Mitgliedschaft in einem
Schießsportverein hängen meist  von der Größe des Vereins und  dem was
geboten wird ab......: zwischen 35€ pro Jahr für einen
Dorf-Luftgewehrverein und 350...400€ ( oder mehr ) für einen
Großkaliberverein mit teurer Anlage in der Hauptstadt ist so gut wie
alles drin.

Die wenigsten Vereine rufen aber mehr als irgendwas um
die 70.... 100€ pro Jahr auf, für Studenten, Azubis, Rentner oder
andere Menschen mit eher geringem Einkommen gibts aber oftmals auch noch
Ermäßigung.

- Es gibt durchaus unterschiedliche Arten von
Vereinen, wobei das Standartklischee des Schützenvereins vom Typ....: "
rote Nase - grüne Jacke " tatsächlich auf eine nicht kleine Anzahl von
Vereinen zutrifft, in denen sich wenig um´s sportliche schießen, dafür
aber umso mehr um diverse Feierlichkeiten, Schützenfeste und sonstige
gesellige Anlässe dreht.

Zur Erklärung......: In Deutschland sind die Schießsportvereine in mehreren unterschiedlich großen Verbänden organisiert.

Der
mit Abstand größte Verband ( 1,37 Mio. Mitglieder, 15000 Vereine ) ist
der DSB. Die erwähnten Klischeevereine gehören übrigens zu fast 100%
diesem Verband an.

Dem DSB wird gern nachgesagt, daß die
Strukturen altbacken sind, daß die Disziplinen eher langweilig sind und
das ziemlich spießig und verbissen an Traditionen und olympischem
Gedanken festgehalten wird.

Nun, so ganz von der Hand zu weisen ist das nicht.....

Der
zweitgrößte Verband ( 50000 Mitglieder, 2000 Vereine ) ist der BDS....:
der hat sich vor etlichen Jahren gegründet weil viele Schützen was
moderneres und nicht so verknöchertes wie im DSB haben wollten.

Der
BDS ist bei weitem nicht so Luftgewehr-, Kleinkaliber-und
Traditionslastig wie der DSB, dafür aber eben erheblich kleiner und
entsprechend sind Vereine in der Nähe natürlich auch schwieriger zu
finden.

BDMP ( 27000 Mitglieder ) und VdRdBW sowie DSU ect. sind
weitere kleinere Verbände, die natürlich noch weniger angeschlossene
Vereine haben.

Zusammenfassend kann man sagen, daß der DSB in
Deutschland die meisten Vereine mit größerer eigener Schießanlage hat,
die interessanten Disziplinen werden aber z.T. in den " moderneren "
Verbänden angeboten.

Die elegante Lösung dieses Problems sind dann
zum Glück immer mehr DSB-Vereine, die zwar zum einen ihre " Traditionen
" pflegen, daneben aber eben eine große Schießanlage und dazu eine
BDS-oder BDMP-Untergruppe haben.

In den größeren DSB-Vereinen
findet man das inzwischen sehr oft....: sprich die Anzahl solcher "
modernen " DSB-Vereine dürfte in etwa so groß sein wie die Gesamtzahl
der Vereine der kleineren Verbände.

- Man muß nicht
zwangsläufig an Veranstaltungen, Wettkämpfen oder " Schützenfesten "
teilnehmen, wobei die Geschichte mit dem " Schützenfest " sowieso
vorwiegend in den kleinen Traditionsvereinen stattfindet.

Es gehört aber eigentlich dazu, sich sportlich mit anderen zu messen.....

Allein
für sich Löcher in die Pappe zu machen ist nach relativ kurzer Zeit
langweilig......, der Wunsch dann vielleicht doch mal das ein oder
andere Spaßturnier mitzumachen kommt dann eigentlich immer ziemlich
schnell.

- Anfang-Mitte 20 ist kein unübliches Alter
fürs Sportschießen, manche Disziplinen haben aber allein schon wegen der
Kosten einen höheren Altersdurchschnitt.

Großkaliber geht
eigentlich intensiv / öfter erst, wenn man es sich leisten kann, sprich
50 bis 100€ im Monat für Munition übrig hat.

- In meinem ehemaligen Verein konnte man täglich von 10 bis 20 Uhr trainieren, sowas ist aber extrem selten.

Normal
ist, daß es pro Woche einen oder mehrere Termine für die
unterschiedlichen Disziplinen gibt....: in meinem derzeitigen
Stammverein wird z.B. Großkaliber-Kurzwaffe Dienstags, Donnerstags und
Samstags für jehweils zwei Stunden geschossen.

Als normale
Trainingseinheit gilt da normalerweise ein Durchgang nach
Wettkampfbedingungen, man kann aber natürlich auch nach seinen
speziellen Bedürfnissen trainieren.

Jeh nachdem wie viele Vereinswaffen der Verein hat muß man sich eventuell mit anderen Schützen ohne eigene Waffe abstimmen.

Munition wird dann normalerweise zum ermäßigten Preis direkt auf dem Stand abgegeben.

-
Ein Sonderfall ist die Schwarzpulverei....... , da muß man sich ohne
eigene Sprengstofferlaubnis an einen Schützen dranhängen der sowas
schießt.

Das schwarzpulvern ist beim Schießsport übrigens eine Facette mit hohem Suchtpotential.....

Antwort
von grubenschmalz, 124

Google nach SLG Bochum-Ost. Ungestört alleine auf dem Schießstand und ohne Vereinskollegen und leben - kannst du vergessen. Das schmink dir mal direkt ab.

Kommentar von grubenschmalz ,

Ergänzung: deine Freundin wird vermutlich erst mal keine WBK bekommen, da die Erlaubnis versagt werden _kann_, wenn jemand kein Deutscher ist oder sich weniger als 3 Jahre in Deutschland aufhält.

Kommentar von kheido ,


Google nach SLG Bochum-Ost.

Na ich weiß nicht........: Ein Verein mit politischem Gesinnungcheck und Psycho-Untersuchung der nur deutsche Staatsbürger aufnimmt, warscheinlich nicht einmal eine eigene Anlage hat und dazu noch einem eher kleinen Verband angehört  in dessen Vorstand es ständig Beissereien um die Position des Alphamännchens gibt....?

Ob ausgerechnet sowas das richtige für Neulinge im Schießsport ist.....?


Kommentar von sakyra91 ,

Muss ehrlich sagen, dass ich dein Verein aufgrund der Aufnahmebedingungen auch eher unsympathisch finde. "darf kein anerkannter Wehrdienstverweigerer sein." Ich wurde damals aufgrund von "Untergewicht" *lach* ausgemustert, wäre ich deswegen untauglich?!

Kommentar von grubenschmalz ,

Du kennst schon den Unterschied zwischen Wehrdienstverweigerer und untauglich?

Für dich wäre das eh nicht mehr relevant, weil du mit deinen jungen Jahren gar nicht mehr in den Genuß der Wehrpflicht gekommen wärst.

Kommentar von grubenschmalz ,

Jupp. 

Was denn sonst? BDS? Ist vom Prinzip auch nicht anders.


DSB/WSB? Ich bitte dich. Gut, Reservistenverband wäre noch ne Möglichkeit. Aber da laufen meiner Meinung nach mehr schräge Vögel rum (bin auch dort, weiß also wovon ich spreche)

Kommentar von kheido ,

Ich weiß nicht was am DSB  " ich bitte dich " sein soll.....: mein erster Verein war ein DSB-Verein in dem ausschließlich Großkaliber ohne auch nur den leisesten Anflug von Schützenfest, Luftpumpe oder Uniform geschossen wurde.

Mein Zweitverein damals war ebenfalls im DSB und hat neben einer sehr erfolgreichend Luftgwehr-Jugendmannschaft aber auch etliche IPSC- und CAS-Schützen hervorgebracht.

Und über die beiden DSB-Vereine in denen ich zur Zeit Mitglied bin schieße ich 14 verschiedenen Disziplinen in unterschiedlichen Verbänden......: trainieren kann ich das alles auf den Anlagen meiner DSB-Vereine.

Kommentar von Ninombre ,

Die schießen, wenn ich es richtig verstehe, nur Großkaliber. Wäre die Frage an die Fragesteller, ob das so angestrebt wird. Macht Spaß, ist aber teuer, gerade zum Lernen.

Kommentar von sakyra91 ,

Würde eigentlich am liebsten Pistolenschießen machen. Großkaliber muss es (für den Anfang) erst einmal nicht sein. Denke für einen Anfänger ist sowieso ein Kleinkaliber besser, oder?

Kommentar von Ninombre ,

Hängt davon ab, was Du finanziell bereit bist zu bezahlten. Bei Großkaliber geht halt vor allem die Munition deutlich mehr ins Geld.

50 Schuss KK um die 3 EUR, 50 Schuss 9mm 10 EUR für die günstigste. Andere Kaliber sind noch mal etwas teurer.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten