Frage von Lalicute, 9

Schüleraustausch nach Spanien was ist gut daran und was nicht Erfahrungen?

Antwort
von Quesny, 5

Das kommt ganz auf die Region an.

Ich war für drei Monate in Burgos (ist ne Stadt und ne Region), das ist ziemlich weit im Norden.

Man muss immer ziemlich aufpassen: Wenn man sein Spanisch verbessern will, sollte man möglichst in eine Region (wie Burgos) gehen, wo auch immer spanisch gesprochen wird und nicht nach Katalonien oder so.

Positives:

Die Leute sind supernett, hilfsbereit und alles läuft über "conecciones". Wenn man ein Problem hat wendet man sich einfach an jemanden, den man kennt, am einfachsten jemanden aus der Gastfamilie und der kennt dann jemanden, der jemanden kennt, der dir helfen kann.

Die Spanier sind sehr gesellig. Wir haben uns einmal die Woche mit einem Großteil der Familie zum Essen getroffen, das war immer total lustig.

Es gibt unfassbar viel städtische bzw. sogar dörfische Kultur, ständig sind irgendwelche Feste, außerdem kann man sich jede Menge Sehenswürdigkeiten angucken.

Spanisch ist eine supercoole Sprache.

Tapas und pinchos!!!! Wenn man abends durch die Bars zieht und diese Kleinigkeiten isst, das ist einfach das größte, die sind nämlich superlecker und außerdem sind spanische Bars generell cool, die Atmosphäre ist toll (wenn auch ziemlich laut).

Abends und nachts ist noch richtig was los, da sind total viele Leute unterwegs, auch kleine Kinder.

Die Musik! Flamenco ist genial, ist allerdings eher in den südlicheren Regionen typisch, trotzdem hätte ich eine Aufführung gesehen -wenn nicht die Tänzerin krank geworden wäre. Aber von den Videos her weiß ich, dass es super ist und andere Musik, die es noch so gibt, ist auch toll.

Negativ:

Die Spanier haben fast gar kein Umweltbewusstsein: Man fährt fast nie Fahrrad, es ist alles in Plastiktüten und als Vegetarier ist man komplett aufgeschmissen.

Das Essen ist zwar sehr lecker, aber auch sehr fettig, mit superviel Fleisch und bio kauft auch im Prinzip keiner. Ich habe ziemlich zugenommen in der Zeit und musste mein Gewissen diesbezüglich ausschalten.

Die Spanier sind superschlecht in englisch und haben einen derart furchtberen Akzent, dass man wirkliche Verständnisprobleme hat. Auch wenn sie versuchen, irgendwelche deutschen Wörter auszusprechen (z.B. Volkswagen) muss man gut mit der spanischen Aussprache vertraut sein, um das zu verstehen.

Man sollte sich sehr gut mit der deutschen Geografie auskennen, um genau erklären zu können, wo man wohnt. Wichtig: Wie viele km und wie viele Stunden mit dem Auto wohnt man von München und Frankfurt entfernt?

Die Schule ist extrem stressig. Man darf beliebig viele Arbeiten schreiben und tut es auch, da es keine mündlichen Noten gibt. Man muss also sehr viel lernen. Der Unterricht ist außerdem sehr frontal, man merkt meist erst zu Hause, wenn man etwas nicht verstanden hat und es kann sehr langweilig sein.

Das Wetter. Im Süden ist es viel zu heiß und im Norden ist das Wetter genauso schlecht wie in Deutschland, es hat die ersten paar Wochen fast nur geregnet.

Wie gesagt ist vieles regional anders, das waren jetzt so meine Erfahrungen. Insgesamt kann ich einen solchen Austausch sehr empfehlen, ich habe eine Superzeit gehabt. Man sollte allerdings vorher schon spanisch können, sonst stelle ich mir das sehr hart vor.

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