Frage von Mony321, 28

Schüleraustausch - Erfahrungen oder Tipps?

Ich habe vor, einen Schüleraustausch in Japan zu machen, aber hab dazu noch einige Fragen von denen ich hoffe, dass sie mir hier jemand beantworten kann. Ich freue mich über jede Antwort, die irgendwas hierzu beitragen kann :)

  1. Ich bin Vegetarierin. Es ist vermutlich fast unmöglich, in Japan eine Gastfamilie zu finden, die damit zurechtkommt. Habe ich überhaupt eine Chance, genommen zu werden? Oder gäbe es Alternativen zu einer Gastfamilie (ich würde schon noch gern während meiner Schulzeit dort hin)?

  2. Japanische Schulen sind wie man weiß ja nicht gerade ohne. Ich hab gehört, es kann vorkommen, dass man täglich irgendeinen Test hat. Wie schwer ist das für einen Austauschschüler zu schaffen? Ich kann mir vorstellen, dass das bei Austauschschülern nicht so extrem ist weil ja berücksichtigt werden muss, dass jemand die Sprache noch nicht so kann. Außerdem ist man da vielleicht weniger von Dingen wie Clubs oder Nachhilfe eingespannt. Hat jemand irgendwelche Informationen dazu?

  3. Ich weiß noch nicht wie lange ich weggehen will, aber 10 Monate fallen aus mehreren Gründen fast komplett weg. Reichen auch 5 Monate (dazwischen gibt es meistens nichts)? Wie gut kann man sich in der kurzen Zeit überhaupt dort einfinden? Welche Erfolge kann ich in der Sprache erwarten, wenn ich jetzt ca auf A2 bis eher B1 Niveau bin? Ich würde gern so weit kommen, mich wenigstens ausdrücken zu können wenn ich zu irgendeinem Thema was sagen will, ich erwarte keine Perfektion.

  4. Ich überlege immer noch, ob ich nicht doch 10 Monate machen will. Hat hier jemand einen so langen oder längeren Schüleraustausch gemacht? Habt ihr es bereut und wärt gern etwas kürzer gewesen? Und danach muss man ja normal die letzte Klasse wiederholen, gibt es eine Möglichkeit, dass ich das nicht tun muss? Japan hat ja nicht gerade ein ähnliches Schulsystem...

Wenn mir jemand etwas dazu sagen kann oder sogar selbst ein Auslandsjahr gemacht hat, egal wo, dann wäre ich froh über eine kurze Antwort oder sogar ein paar Tipps.

Danke :)

Antwort
von Glina, 22

Hallo :)

1. Das kommt vor allem auf die Organisation an. Frage einfach mal bei verschiedenen orgas an, ob sie Vegetarier nach Japan vermitteln. Oft gibt es beim gleichen Reiseland Orgas, die dies nicht tun, aber auch gleichzeitig Orgas, die das durchaus machen. Sonst verweise ich hier auf maki1s Antwort, aber eigentlich kann man in so ziemlich jedem Land als Vegetarier leben, wenn man sich anstrengt ;) Oft gibt es als Alternative zur Gastfamilie auch Internate, die aber teurer sind. Außerdem ist man in den Ferien trotzdem in einer Gastfamilie untergebracht, da die Internate dann schließen.

2. Ich bin kein Japan-Experte, aber beim Schüleraustausch ist es oft egal, welche Noten du schreibst, da die für deine Schule in Deutschland keine Bedeutung haben. Also kommt es darauf an, wie viel stress du dir selbst damit machst, in der schule gut sein zu wollen. Meiner Erfahrung nach helfen Clubs aber dabei, neue Leute kennen zu lernen, auch wenn ihr da nur Mathe macht. Vielleicht geht ihr danach ja zusammen essen oder so - wer weiß.

3. Normalerweise lernt man in den ersten ca. 3 Monaten, sich gut in der Sprache zu verständigen. Wenn du bereits gute Vorkenntnisse mitbringst, sollten 5 Monate dir auch einen Einblick in das Leben in Japan geben. Allerdings ist es trotzdem immer besser, länger weg zu gehen, weil man oft so nach 4 Monaten wirklich integriert ist und dann schon wieder abreisen muss.

4. Ob du das Jahr wiederholen musst, hängt davon ab, wo du wohnst. Falls du in Deutschland wohnst, ist es in jedem Bundesland anders geregelt. Guck dazu am besten mal hier https://www.travelworks.de/schueleraustausch-dauer-anerkennung.html, das ist die Seite einer austauschorga, aber die haben das ganz gut beschrieben. Generell gilt: Wenn du vor der Oberstufe weg gehst (also in der 10. bzw. falls du 13 Jahre zur Schule gehst in der 11.) musst du nicht wiederholen, sonst schon. Ich kann dir versichern dass es sich trotzdem auf alle Fälle rentiert, wenn du nach Japan gehst schon allein wegen den Sprachkenntnissen, die dir auf dem Arbeitsmarkt einen enormen Vorteil verschaffen.

Antwort
von maki1, 28

Hallo Mony, frag am besten auf Foren, die sich mit Austausch Programmen beschäftigen 

http://www.ausgetauscht.de/auslandsjahr.htm

Es gibt auch nach der Schulzeit noch Möglichkeiten über Stipendien nach Japan zu kommen und Praktika zu machen. 

Als Vegetarierin hast du gar keine Probleme solange du Fisch verträgst, der ist als Pulver oder in Soßen fast überall drin. Gemüse essen Japaner mehr als Deutsche und es gibt fast überall Tofugerichte. Du solltest aber von Anfang an darauf hinweisen. Es gibt tolle Gemüse, die du nie zuvor gesehen hast!!!

Die Sprache wirst du erst dort richtig lernen, es sei denn du machst hier ein Intensivprogramm. Hör so oft es geht japanische Texte und versuche Worte, die du kennst heraus zu hören, das wird dir helfen.

Kommentar von Mony321 ,

Ok danke, das werd ich machen :)

Das mit dem Fisch ist ja mein Hauptproblem. Sogar in Gemüsesuppen ist Dashi drin, ich bin aber leider keine Pescetarierin sondern Ovo-Lacto-Vegetarieren und esse somit auch keinen Fisch oder Meeresfrüchte. Ich hab überlegt, für den Austausch auf Pescetarierin umzusteigen aber ich hab nicht nur Angst, dann hauptsächlich Fisch vorgesetzt zu bekommen weil ich Fisch nicht ausstehen kann, sondern bin außerdem eigentlich Veganerin und damit ist es schon ein großer Schritt für 5 Monate wieder auf vegetarisch umzusteigen :/

Danke. Ich hab ein bisschen Angst, dass ich mich überhaupt nicht verständigen kann da ich wirklich nur einfache Sätze beherrsche und vermutlich schon bei einfachen Fragen von der Gastfamilie teilweise nichts mehr verstehen werde. Ob sich das in 5 Monaten so bessert, dass ich mich dort verständigen kann? Sonst bin ich ja nur am pantomimisch darstellen und versuchen mit einzelnen englischen Wörtern Dinge zu erklären...

Kommentar von maki1 ,

du kannst tempura bestellen oder Tofu, Soba oder bei den Sushi dich an Gurke und Rettich halten. Spinat in Sesamsosse oder Bohnen und vieles anderes...

Lerne deine Beschreibung, wer du bist, woher du kommst, wie lange du bleibst, wie lange du schon da bist usw. in und auswendig. Mit Familie und Hobbies, was du magst, nicht magst... dass du satt bist, wie man sich bedankt, entschuldigt, höflich um etwas bittet. Das gibt dir Sicherheit und du hast Zeit, dich auf anderes zu konzentrieren. Beleg einen Intensivkurs oder Konversationskurs. Viel Erfolg!

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community