Frage von Rosy1974, 51

Schreckt das Gehalt Bewerber für den öffentlichen Dienst ab?

Ich hab mich ein paar Mal beim öffentlichen Dienst beworben. Man hat mich dann fast jedes Mal gefragt, ob ich das Gehalt o.k. finde und ob ich davon leben kann. Ich muss dazu sagen, dass ich mich in München beworben habe.

Für Münchner Verhältnisse ist es nicht gerade berauschend. Schreckt das Gehalt viele Bewerber ab? Dadurch würden sich meine Chancen erhöhen. Mir würde es vollkommend reichen, da ich außerhalb München wohne.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von kabbes69, 31

Ich kenne die Diskussion auch. Inwieweit du nun mit weniger Konkurrenz rechnen kannst, ist stark abhängig von der Stelle,  auf welche du dich beworben hast. Ich denke die Nachfrage nach dem Gehalt ist in den Personalabteilungen des öD inzwischen Standard. 

In einem gewissen Bereichen ist das Entgelt im öD nun mal bedeutend schlechter als das Gehalt für vergleichbare Tätigkeit in der freien Wirtschaft. Daher gibt es in manchen Ländern im öD inzwischen ein Mangel an Fachkräften. Ich drück dir mal die Daumen:-) 

Kommentar von Rosy1974 ,

Es handelt sich in meinem Fall meist um die Entgeldgruppe 6, manchmal auch mehr. Gehört Bayern auch zu den Fachkräftemangel im öffentlichen Dienst? Ich bin eine Fachkraft mit guten bis sehr guten Englischkenntnissen.

Kommentar von kabbes69 ,

Bayern weiß ich leider überhaupt nicht. Das Gespräch von dem Mangel kenne ich nur aus dem Ingenieurbereich, passt nicht zur E6. 

Kommentar von Rosy1974 ,

Heute habe ich im öffentlichen Dienst eine Zusage bekommen. Hoffentlich haut es hin.

Kommentar von kabbes69 ,

Danke für den Stern. Das wird schon. Alles Gute für dich :-) 

Antwort
von Apolon, 31

Schreckt das Gehalt Bewerber für den öffentlichen Dienst ab?

Warum sollte es?

Man bekommt immer das entsprechende Gehalt seiner Kenntnisse und Fähigkeiten.

Und danach erfolgt dann die Einstufung bezüglich der jeweiligen Entgeltgruppe.

Wie hoch dies sein kann, kann du hier nachschauen:

http://www.dbb.de/mitgliedschaft-service/entgelttabellen.html

Kommentar von Rosy1974 ,

Mich wunderte es, dass ich so gut wie immer gefragt wurde, ob ich mir es leisten kann, für das niedrige Gehalt zu arbeiten. Ich kenn die Tarife. Für eine Kleinstadt im Norden oder Osten Deutschlands mag das viel Geld sein. In München ist es eher wenig. Da geht ja schon die Hälfte für die Miete drauf.

In der Industrie bekommt man auf jeden Fall mehr. Da ich außerhalb Münchens wohne und noch dazu keine Miete zahle, ist das Geld für mich ok und hab die Hoffnung, dass viele Bewerber sich gegen den öffentlichen Dienst entscheiden.

Kommentar von Apolon ,

@Rosy1974,

man muss immer dabei beachten, welche Tätigkeit man ausübt und was man für ein mtl. Bruttogehalt im ÖD vergleichbar mit der freien Wirtschaft bekommt.

Klar kannst du in der freien Wirtschaft mehr verdienen, wirst aber ganz schnell wieder entlassen, wenn du den Erwartungen des Arbeitgebers nicht entsprichst.

Meine Einkünfte haben sich seit ich den ÖD verlassen habe um einiges erhöht.  Nur sollte man bedenken, dass ich keine 40 Stunden Woche mehr habe, sondern in meiner Tätigkeit auf ca. 60 - 70 Stunden die Woche komme. Die Woche hat 6,5 Arbeitstage.

Kommentar von Rosy1974 ,

Die meisten Stellen im öffentlichen Dienst sind von vorneherein befristet. Ich weiß auch von Bekannten, die sagen, dass der öffentliche Dienst nach 2 Jahren Beschäftigung den Leuten keinen unbefristeten Vertrag anbietet, weil sie sich kein Personal mehr fest ans Bein binden wollen. Abgesehen davon steigt im öffentlichen Dienst das Gehalt die ersten 6 Jahren einmal im Jahr. Es ist also unrentabel, die Leute im öffentlichen Dienst langfristig zu beschäftigen. Ehrlich gesagt, ist es mir persönlich lieber, einen befristeten Vertrag zu haben. Da weiß ich, wie ich dran bin, als eines Tages, vielleicht total überraschend, die Kündigung zu haben. Das ist in der freien Wirtschaft Gang und Gebe.

 

Das was du über deine Arbeitsbedingungen schreibst, ist hart. Solltest du angestellt sein, sind diese auch gesetzwidrig.

Kommentar von Apolon ,

@Rosy1974,

du irrst, auch im ÖD hat man die Möglichkeit mit geänderten Aufgaben die Entgeltgruppen nach oben zu klettern.

Nur man muss sich die entsprechenden Kenntnisse aneignen, was manchmal auch mit weiteren Schulungen oder Kursen auch in der Freizeit bewältigt werden muss.

In vielen Behörden ist es unüblich, dass die Mitarbeiter nur befristete Verträge bekommt.

Abgesehen davon steigt im öffentlichen Dienst das Gehalt die ersten 6 Jahren einmal im Jahr.

Finde ich doch gut, wenn das Gehalt jedes Jahr steigt, aber nicht nur in den ersten 6 Jahren sondern danach auch noch und zwar durch die fast jährlichen Gehaltserhöhungen die Ver.di durchboxt.

Das was du über deine Arbeitsbedingungen schreibst, ist hart. Solltest du angestellt sein, sind diese auch gesetzwidrig.

Auch hier irrst du, denn diese wöchentlichen 60 - 70 Stunden gab es auch schon bei meiner früheren Tätigkeit im Öffentlichen Dienst. Und es kommt immer darauf an, welche Tätigkeit man verrichtet und auch wie der Arbeitsvertrag aussieht.

Und der Stundenüberhang kann sich auch durch Überstunden zusammen setzen, die man in verschiedenen Bereichen leisten muss.

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