Frage von bose25,

Schraube ausbohren

Hallo. Mir ist die Schraube für den hinteren ABS Sensor beim auto abgerissen. Sie ist genau bündig abgerissen. Ich habe versucht mit einem Schraubendreher die Schraube rauszudrehen, also schräg ansetzen und mit Hammer drauf, aber hat nichts geklappt. Die Schraube scheint am Gewinde komplett verrostet zu sein. Weiß jemand ungefähr was es kostet die Schraube rausbohren zu lassen? Ich rechne ja mit mindestens 100 Euro. Selber möchte ich es ungern machen, weil man da eigentlich nur einen Versuch hat.

Antwort von machhehniker,

Niemand hat seither auf die eigentliche Frage geantwortet. Ich kann Dir auch nicht sagen wie teuer es wird da Du nicht angegeben hast um was für ein Auto es sich handelt. Das wäre wichtig da es Welche gibt an denen man nur sehr schwer zum Ausbohren rankommt und Welche an denen man gut rankommt. Aber so schlimm ist es in der Tat nicht. Das Wichtigste wäre von der Schraube wirklich mit dem Körner die Mitte zu treffen. Es handelt sich höchstwarscheinlich um M6, also Kerndurchmesser 5,0mm. Zunächst würde ich mit 4mm durchbohren( vorsichtig damit es nicht verhakt). Die Mitte trifft man nähmlich kaum, normalerweise kratzt man an einer Stelle bereits am Gewinde. Dadurch löst sich die Spannung und der Rest der Schraube lässt sich meist dann ausdrehen. Wenn es nicht geht eben doch mit 5mm bohren und dann Schneiden. Allermeist findet man während der Aktion das Originalgewinde wieder und braucht es nur säubern (nachschneiden).

Kommentar von bose25,

Hallo. Erst einmal ein Danke an alle hier :) Es ist ein Mazda 323f BJ BJ98.

Ich glaub ich traue es mir doch zu. Es ist ein wenig eng dort. Ich glaube mit einem normalen Metallbohrer werde ich da nicht drankommen, weil zu kurz. Ich musste dann hinten den Stoßdämpfer (Glaub ich) ausbauen.

Die Aktion werde ich höchstwahrscheinlich nächsten Samstag machen.

Kommentar von machhehniker,

Na dazu wünsch ich viel Erfolg! Übrigens übernimmt die Schraube da lediglich eine Sicherungsfunktion, also wohl nicht tragisch wenn das Gewinde etwas verhunzt wird.

Antwort von IXXIac,

Hallo

das grösste Problem ist oft die Platzfrage. Wenn es eng zugeht nimmt man eine Winkelbohrmaschine.

Die weiter unten empfohlenen handelsüblichen Linksdrall Extraktroren sind meist Zeit und Geldverschwendung.

Auch die Idee ein M6 auf ein M8 Gewinde aufzubohren ist nicht ganz richtig weil M6 und M8 unterschiedliche Steigungen haben.

Meist bohrt man auf um einen Drahtgewindeinsatz (Helicoil oder Timesert) oder eine Ensatbuchse einzudrehen.

Die einfachste Methode ist mit einem Linksdralllbohrer den Bolzen aufubohren und zwar Stufenweise zuerst fängt man mit 1/2D an. Das Zentrieren ist mit einem Körnerschlag zu erledigen.

Wenn der Linksdrallboher nicht den bolzen mitnimmt wird einfach ein Sechskantextraktor oder Profilformextraktor ins Loch geschkagen und per Sonderwerkzeug ausgedreht. Besser ist man dreht den Bolzen erst ein/zwei Umdrehungen rein damit der Rost aus dem Gewinde rausfällt mit etwas Schmierung (WD40) wird dannrausgedreht.

Bei Smiedeteilen kann man auch mit etwas Hitze und Kältespraylöser arbeiten

So sehen die aus;

Kurze version

http://de.shopping.com/KS-TOOLS-Spiral-Schrauben-ausdreher-Satz-15-teilig-6-Kant...

Lange Version

de.shopping.com/Toolcraft-Ausdreher-Satz-Fur-Schrauben-9-teilig/info

Andere Version

fruugogermany.de/stud-extractor-set-25pc/p-1472758;jsessionid=mNjM4LOknixo5uOG6Q1q.webshop-eu1-3

Antwort von Amigo56,

Das kannst Du auch selbst machen, denn Du hast 2 Versuche. Erstens Gewindedurchmesser (dürfte hier M6 sein) mit 0,8 multiplizieren, also 6x0,8=4,8. Damit hast Du den zu verwendenden Bohrerdurchmesser. Abgerissene Schraube mittig ankörnen und ausbohren. Anschließend mit Gewindebohrer M6 das Gewinde nachschneiden. Neue Schraube mit Graphit-Gewindepaste einsetzen damit sie nicht wieder festrostet. Geht die Sache schief, einfach das Gewindeloch auf die nächste Größe (wäre in diesem Beispiel M8), also 8x0,8=6,4 mit Bohrerdurchmesser 6,4 aufbohren. Neues Gewinde Größe M8 schneiden, dann mit einem Gewindeeinsatz wieder auf M6 reduzieren. Die Bohrer und Gewindeeinsätze bekommst Du in den richtigen Größen in jedem gutem Baumark oder beim Autoteilehändler. Nur Mut, Du kannst es schaffen, glaub an Dich. Notfalls findest Du doch bestimmt einen Mechaniker/Schlosser der Dir dabei helfen kann. Hier noch die Zahlen für die Gewinde durchmesser

Gewinde :/: Schlüsselweite :/: Bohrerdurchmesser

M 4 :/: 7mm :/: 4 x 0,8 = 3,2mm

M 5 :/: 8mm :/: 5 x 0,8 = 4,0mm

M 6 :/: 10mm :/: 6 x 0,8 = 4,8mm

M 8 :/: 13mm :/: 8 x 0,8 = 6,4mm

M 10 :/: 17mm :/: 10 x 0,8 = 8,0mm

Die Angegebene Schlüsselweite ist die jeweilige Standardgröße. Sie kann unter Umständen abweichen, so ist z.B. bei M 8 auch eine Schlüsselweite von 12 oder 14mm möglich.

Kommentar von machhehniker,

Auf einer Schieblehre sind Kern(Bohr)durchmesser auf der Rückseite oft angegeben.

  • M4 ist 3,3mm
  • M5 ist 4,2mm
  • M6 ist 5,0mm
  • M8 ist 6,3mm
  • M10 ist 8,4mm
  • M12 ist 10mm

Das was Du angibst sind Pi mal Daumen Werte die man nachrechnet falls keine Tabelle zur Hand. Wobei ich lehrnte Durchmesser mal 0,85 bei Gewinden mit Normsteigung.

Verwunderlich ist auch wo Du ne Gewindehülse aussen M8 und innen M6 herbekommst. Es gibt Welche die aussen M8x1 haben damit die Steigung mit Innen übereinstimmt, dazu benötigt man aber auch den richtigen Gewindeschneider und muss dementsprechend auch grösser bohren.

Kommentar von Amigo56,

....toll für Dich, wenn Du so eine Schiebelehre besitzt, aber warum benutzt Du sie nicht? Wenn Du damit mal den Gewindeschaft eine Schraube M10 nachmessen würdest, kannst Du leicht feststellen, das dieser 8 mm und nicht 8,4 mm beträgt. Aber vieleicht gibt es bei Euch auch andere Schrauben. Auch Dein Faktor von 0,85 kann nicht stimmen, spätestens bei M 10 fehlt Dir dann schon ein halber Millimeter an der Gewindetiefe, was für die Kraftübertragung bereits kräftige Einbußen bedeutet. Im vorliegenden Fall zwar bedeutungslos, da nur reine Haltefunktion, aber entscheidend wenn z.B. Zugkräfte aufgenommen werden müssen.

Die Gewindeeinsätze samt Zubehör werden von der Firma HEMA vertrieben.

Das Unternehmen HEMA bietet auf dem deutschen Markt RECOIL, ein australisches Produkt, das bereits seit mehreren Jahren in England und in den USA vertrieben wird. RECOIL ist eine kostengünstige und anwenderfreundliche Alternative.

Das RECOIL-System besteht aus einem HSS Spezialgewindebohrer, Edelstahl-Einsatzfedern sowie einem Eindrehwerkzeug. Mit dem Gewindebohrer wird in das ausgerissene Gewinde ein neues "Hilfsgewinde" geschnitten (evtl. muss etwas vorgebohrt werden - Bohrdurchmesser wird auf jeder Packung ausgewiesen), in welches der Spiraleinsatz auf einfachste Weise mit dem Eindrehwerkzeug eingedreht wird. Die ursprüngliche Schraube kann nun wieder eingedreht werden.

Die Hauptanwendungsgebiete liegen im Aluminiumbereich, Maschinenbau (Grauguss) und mit steigender Tendenz im Kunststoffbereich. Die Ausreißfestigkeit der neuen Schraubverbindungen ist um ein wesentliches höher, als ohne RECOIL-Einsatz. Dieses ist auch der Grund für die präventive Anwendung im Automobil- und Flugzeugbau.

Das RECOIL-System ist in allen metrischen und zölligen Abmessungen sowie in Sondergrößen erhältlich - auch Sonderanfertigungen sind möglich. Die Edelstahl-Einsätze werden in 5 verschiedenen Längen (bis zum 3-fachen des Gewindedurchmessers) angeboten und können auch als sperrende Einsätze mit Sicherungseffekt in den gängigen Größen geliefert werden.

Für Handwerk (und Hobby) werden RECOIL-Kits für eine Gewindegröße sowie Kombi-Sätze für 3 bzw. 5 Gewindeabmessungen angeboten. Ein RECOIL-Kit besteht aus einem RECOIL Gewindebohrer, einer Anzahl Einsätzen, dem Eindrehwerkzeug, sowie einer Anleitung und ist in einer robusten Schachtel verpackt. Kombi-Sätze werden in einem Kunststoffkoffer geliefert.

Für besondere Anforderungen sind Gewindebohrer für Sacklöcher sowie mit langem Ansatz erhältlich. Die Gewindebohrer der Zündkerzen-Reparatur-Sätze haben eine Pilotnase, die ein Vorbohren erübrigt und eine exakte Führung gewährleistet.

siehe auch: http://www.autoschrauber.de/Gewindereparatur

Den kompletten Link kann ich wegen Spamverdacht leider nicht posten.

Sonst noch Fragen?

Kommentar von Amigo56,

Auch unter dem Stichwort "Helicoil-Einsätze" oder einfach "Gewindereparatur" findet man bei Google alle möglichen Varianten.

Kommentar von machhehniker,

Wow kennst Du Dich aber aus!!! Mit der Einsatzfeder wie bei Helicoil zB würde mich trotzdem interessieren wie Du wie angegeben ein normales M8 schneidest und durch Eindrehen dieser Gewindefeder hinterher ein normales M6 hast, das sind doch unterschiedliche Steigungen. Auch dieses Recoil ist wie das aussieht das Gleiche, nur von ner anderen Firma.

Wegen mir benutzt Du keine Tabellen um auch mit richtigen Bohrdurchmessern zu arbeiten. Und Du glaubst auch dass der Schraubenschaft den Durchmesser des Kernlochs hat.

Der Tag fing eigentlich nicht besonders an, Du hast ihn mir gerettet. Jetzt hab ich wenigstens wieder ein Lächeln im Gesicht.

Kommentar von Amigo56,

Ich habe das bereits mehrfach gemacht, z.B. genau an der von Fragesteller beschriebenen Stelle oder bei älteren Opelmotoren wo die Wasserpumpe vorn angeschraubt ist und zwar in genau der von mir beschriebenen Weise und mit einem Helicoileinsatz der aussen M 8 und innen M 6 hat, da man die Schraubenbohrungen an der Wasserpumpe nicht aufbohren kann. Aber Du weisst das ja sicher besser obwohl Du bisher offenbar gar nicht wußtest, da es soetwas überhaupt gibt.

Ich habe kein Lächeln im Gesicht, ich muß herzhaft lachen......

Kommentar von machhehniker,

Du hast irgendwie ein Problem zu verstehen dass M8 ohne weitere Bezeichnung M8x1,25 bedeutet und M6 ohne weitere Bezeichnung M6x1 bedeutet. Um eine Gewindehülse (Gewindfeder) einzudrehen in der hinterher ein M6 Gewinde ist darfst Du nicht einfach ein M8 bohren. Die Bohrung muss ein M8x1 sein, deshalb befindet sich im Helicoil-Satz ja auch ein betreffender Gewindbohrer. Dir Superhirn wollte ich mal einen Anstups geben etwas auch richtig zu erklären wenn Du es schon versuchst. Für Dich ist es ja kein Problem wenn der Fragesteller da einfach ein M8 reinbohrt und dann keine Gewindehülse dafür bekommt oder vielleicht sogar mitbekommt dass er M8x1 nehmen muss und in einer Bohrung mit 6,4mm verucht den Gewindeschneider anzusetzen (bei Feingewinde ist der Kerndurchmesser grösser) und den abreisst weil die Bohrung zu klein ist. Übrigens ist diese falsche Angabe auch IXXIac aufgefallen und ich hab angegeben Gewindehülsen mit M8x1 aussen zu kennen bevor Du erklärt hast was Du meinst.

Kommentar von machhehniker,

Ach ja, mit Helicoil wurde ich vor ca 20 Jahren das erste Mal konfrontiert. Damals war ich blutjunger Anfänger den dieses System überzeugt hatte. Man bekam dann die Einsätze nicht mehr nachzukaufen (Begründung der Händler war Produktion wurde eingestellt da Werkstätten es nicht mehr verwenden wollen). Ich merkte dann auch dass es unangenehm werden konnte etwas zu demontieren wo ein solcher Einsatz drin war und mein Satz ging verloren, wurde weggeworfen oder mir geklaut, was auch immer. Möglicherweise wurde es verbessert, weshalb es wieder erhältlich ist. Keine Frage, bei zB Leitungen die mittels Hohlschraube an einem Alublock befestigt sind durchaus Nützlich weil da gern nach einigen Schraubvorgängen das Alugewinde weg wäre. Wenn Du es ziemlich oft benutzt bist Du wohl nicht sehr gut darin abgedrehte Schrauben rauszubekommen, bei mir kommt es recht selten vor wirklich das alte Bohrloch nicht retten zu können.

Antwort von 011100,

Das macht man mit einem Linksdreher.Kenn ich auch als Schweineschwanz.Da wird erst ein Loch in die abgerissene Schraube gebohrt und der Linksdreher durch Linksdrehen reingedreht.Mit Glück dreht sich die Schraube dann raus.Ansonsten muss die Schraube ganz ausgebohrt werden und das Gewinde neu geschnitten werden.

Kommentar von machhehniker,

Mit Glück, eben. Bei Pech dreht man und der Ausdreher reisst ab. Dummerweise ist der auch noch aus Hartmetall, also nicht einfach Ausbohrbar.

Antwort von Commodore64,

Kommt auf die Schraube an.

Meist kann man die mit einem dünnen Bohrer anbohren und setzt da einen Ausdreher an. Das ist praktisch nur ein Gewindeschneider für Linksgewinde. Der frißt sich rein bis zum ENde des Loches, blockiert und dreht dann die Schraube raus wenn man weiter dreht.

Wenn die Schraube dick genug ist das zu machen und nicht allzu festgerostet (Kriechöl reicht), dann wird das nur um €10 bis €20 kosten wenn sonst nichts gemacht wird.

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