Frage von Twete11 04.11.2011

Schornstein/Kamin: Falsche Planung?!

  • Hilfreichste Antwort von Bo877 04.11.2011
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    Hallo Twete11,

    es handelt sich hierbei definitiv um einen Planungsfehler. Der Kaminbauer hat zu 100% recht mit seiner Aussage. Technische Begründung habt Ihr sicherlich von ihm schon bekommen.

    Wenn ich das richtig verstehe wurde der mittige Schornstein nur aufgrund einer evtl. Nachinstallation eines Kamins hergestellt,d.h. die (vermutliche) Zentralheizung hat einen separaten Zug.

    Aufgrund des Baujahrs ist der GU / Bauträger noch in der Haftungsphase. Nur ist es leider mit sehr viel Aufwand verbunden, den Schornstein zu tauschen, bedeutet bei Durchsetzung auch erhebliche Unannehmlichkeiten für Euch... Ist es evtl. möglich hinter dem Schornstein via Trockenbau einen Kanal zu schaffen, der über Dach für Zuluft sorgen könnte ? Oder lässt das der ober Grundriss nicht zu?

  • Antwort von Twete11 19.01.2012

    Es wird immer kurioser: Nachdem unser Bauträger als Lösung angeboten hatte, eine schräge Bohrung in den Keller vorzunehmen, um von dort die Zuluft zu ziehen (was laut Schornsteinfeger eh nicht gereicht hätte), bekamen wir vor ein paar Tagen ein Einschreiben, dass der Bauträger sich von diesem Mangel distanziert. Dabei wurde auf die Planung unseres Architekten verwiesen, die lediglich einen einzügigen Schornstein vorgesehen hatte und im Bauantrag ja Angaben zur Be- und Entlüftungsanlage gemacht werden müssten. Das Komische an der Sache ist, dass wir die Idee zum Einbau der Be- und Entlüftungsanlage erst in den Gesprächen mit den Bauträgern entwickelt haben (unser Architekt also definitiv nicht über den Plan informiert sein konnte) und viel wichtiger, wir gar keinen Bauantrag stellen mussten, sondern lediglich eine Freistellung. In Eigenregie habe ich zu den verschiedenen Beteiligten (Architekt, Berzirksschornsteinfeger, Bauamt, Anwalt) Kontakte hergestellt und Informationen eingeholt. Dabei bin ich bei der Bedienungsanleitung über ein Kapitel Schornsteinfegerrelung gestoßen, die dafür sorgt, dass wenn bei der Be- und Entlüftung die Zuluft ausfällt, auch die Abluft automatisch abgestellt wird. Dies habe ich dem Schornsteinfeger mitgeteilt, der sich daruafhin informiert hat. Offenbar können wir rechtlich die Feuerstelle aufgrund dieses Ausstattungsmerkmals betreiben ohne eine externe Zuluft zu legen. Nachgerüstet werden müsste lediglich ein Fensterkippschalter für den Fall des gleichzeitigen Betriebes von Kaminofen und Dunstabzugshaube sowie optional ein Druckluftwächter. D. h., dass wir den Kaminofen nun doch mit recht wenig zusätzlichem Aufwand installieren könnten und die Inkompetenz des Bauträgers durch Unwissenheit immer offensichtlicher wird. Die Fragen, die sich mir stellen: Hat schon mal irgendjemand von der sogenannten Schornsteinfegerregeung gehört (auch unser Schornsteinfeger musste sich zunächst neim Innungstechniker rückversichern und kannte das nicht)? Ist die Befeuerung eines Kaminofens ohne externe Zuluft genauso effektiv und v.a. sauber wie ohne? Oder muss ich mich auf ständig verrußte Scheiben und Schwierigkeiten beim Feuermachen einstellen?

  • Antwort von renovi 18.01.2012

    Hallo Tweet11, eigentlich wurde ja schon alles geschrieben!

    Also ich habe eine ähnliche Ausstattung wie du. Aktive Lüftung (Be und Entlüftung) mit Kreuzwärmetauscher. Dunstabzughaube MIT Zwangsbelüftung (solltest du auch haben). Und dann noch einen Kamin, mit Zuluft. Gasheizung unterm Dach.

    Beim Betrieb der Lüftungsanlage, wird davon ausgegangen das dein Haus „winddicht“ ist. Dein Kamin sollte also auch im Ruhezustand, von der Raumluft getrennt sein. Darauf solltest du bei der Auswahl des Kamins achten.

    An die Ausführung der Zuluftleitung für den Kamin sind keine besonderen Anforderungen zu stellen. Bei mir sind 3 relativ kleine PE Rohre im Estrich verlegt worden. Der Querschnitt muss so groß sein, wie der Schornsteinzugquerschnitt. Was ich damit sagen möchte: Wenn es einen dekorativ vertretbaren Weg gibt, z.B. einen flachen Lüftungskanal etwa an der Wand, zu einer Außenwand zu führen, prüfe diese Option für dich. Das Wohnzimmer steht ja doch im Mittelpunkt des Lebens. Wenn du einen Lüftungskanal auf der Wand im angrenzenden Zimmer verlegen kannst (?) wäre das auch ein Kompromiss. Der Bauunternehmer hat angeregt, eine „schräge“ Kernbohrung in den Keller zu führen. Wenn da bauseitig geht? Ist das ein guter Weg. Es muss natürlich eine zweite Bohrung nach außen geben. Und eine Rohrverbindung! Wenn es die Aufteilung der Zimmer zulässt, könntest du auch aus deinem Keller, an einer geeigneten Stell, ein Rohr zum Dach verlegen. Es muss ja nicht so ein starres Rohr sein, wie ein Schornstein. So ein Rohr kann auch beliebig „verspringen“. Ein Kaminbauer / Ofenbauer wird vor Ort eine Idee entwickeln können. Wenn es dir auf diese Art gelingt den Schadensersatz Anspruch zu minimieren, wird sich das Bauunternehmen nicht sperren. Ihr tragt beide ein Prozesskostenrisiko.

    Leider weiß ich aus leidvoller Erfahrung, dass es ein Unterschied ist, Recht zu haben und dieses dann auch zugesprochen zu bekommen. Kühlen Kopf bewahren, Prozess vermeiden! Frust schiebst du und deine Familie/Frau!

    Jetzt ist es doch recht viel geworden. Schreib mal ob es eine Lösung gab.

  • Antwort von Twete11 03.12.2011

    Ich danke euch für die vielen Antworten! Wir haben den Chef des Bauträgers eingeladen und auf den Mangel hingewiesen. Zunächst entglitten ihm die Gesichtszüge und er suchte verzweifelt ein unter dem Estrich verlegtes Zuluftrohr - konnte jedoch keines finden. Dann schlug er vor, man könne schräg eine Bohrung in den Keller vornehmen, er müsse jedoch zunächst mit unserem damaligen Bauleiter sprechen, der im Urlaub sei, versprach uns jedoch, dies schnell zu tun (O-Ton: "Bestellen Sie den Kaminofen ruhig, Weihnachten steht der."). Wir haben dann in der folgenden Woche unser Anliegen schriftlich verfasst und per Einschreiben an das Unternehmen geschickt, eine Rückmeldung hatten wir noch nicht. Daraufhin ist ein Einschreiben zurückgekommen, in dem man darauf hinweist, unser Architekt habe für den Bauantrag bereits nur einen einzügigen Schornstein eingeplant, außerdem habe man bei Baubeginn nicht wissen können, welche Art von Ofen installiert werden sollte. Der Clou: Für die Be- und Entlüftungsanlage haben wir uns erst im Gespräch mit den Bauleitern entschieden, ein Bauantrag musste nie gestellt werden, da eine Baufreistellungsgenehmigung existiert für deren Beantragung Angaben zu Heizung und Belüftung nicht nötig waren. Der Schornsteinfeger hat sich mittlerweile so geäußert, dass die Zuluft zwingend von außen kommen müsse, unabhängig, welche Art von Ofen installiert wird, eine Bohrung lediglich in den Keller reicht nicht aus. Wir werten das Schreiben des Bauträgers als Einschüchterungsversuch (vermutlich sogar vom Bauleiter verfasst, da die Rechtschreibung zielmlich daneben war) und sammeln nun schriftliche Äußerungen der Beteiligten (Schornsteinfeger, Bauamt, Firma, die durch Kernbohrungen einen Zuluftkanal durch den Keller installieren könnte), geben dem Bauträger dann die Möglichkeit sich erneut zu äußern und würden im Anschluss ggf. unseren Rechtsbeistand einschalten. Eine Baurechtschutzversicherung liegt weder bei uns noch beim Bauträger vor (weiß ich aus sicherer Quelle). Wir stellen uns allerdings bereits auf einen länger währenden Kampf ein!

  • Antwort von Twete11 05.11.2011

    Vielen Dank zunächst für die vielen Antworten und die lebhafte Diskussion,

    um einige Fragen, die hier aufgeworfen wurden zu beantworten: 1) Der Schornstein wurde eigens für die Installation eines Kaminofens errichtet. Wärme beziehen wir von einem Blockheizkraftwerk per Fernwärme, sodass ein Schornstein diesbezüglich nicht nötig gewesen wäre. 2) Die kontrollierte Wohnraumbe- und Entlüftung (Zehnder ComfoAir 500) ist tatsächlich für den Austausch der Luft zuständig, ohne dass dazu die Fenster geöffnet werden müssen. Sie besitzt einen Wärmetauscher (ich weiß nicht, ob die Information wichtig ist, aber dadurch wird klar, dass die zugeführte Luft sehr wohl erwärmt werden sollte, eben über diesen Wärmetauscher). Zuluft habe ich im Wohn-, Ess-, Schlafbereich, Abluft im Küchen-, HW-, Flur- und Badbereich. 3) Es ist leider vom Grundriss her nicht möglich, einen zweiten Kaminzug per Trockenbau hinter dem eigentlich Schornstein zu ziehen (dieser würde auf dem Weg nach oben zwei Türen blockieren). 4) Unser Haus ist kein Passivhaus, aber ein K60-Haus. Vielleicht wirft das noch ein neues Licht auf unser Problem. Vielen Dank alle, die sich bislang beteiligt haben. Mich lässt das kaum noch schlafen und ich bekomme langsam einen Eindruck, welche Schritte jetzt schnellstmöglich einzuleiten sind! Gruß Twete11

  • Antwort von unknown1966 04.11.2011

    Die Fragestellung hat ja 2 Teile:

    Rechtlich: Würde ich auch die "Schlüsselfertig"-Firma zitieren. Du hat ein Komplettpaket gekauft und für mich gehört dazu auch die korrekte Abstimmung alle Bestandteile zueinander. Also sollen die auch eine Lösung vorschlagen und realisieren, die optisch, funktional und energetisch einwandfrei ist und für Dich kostenneutral ist. Wahrscheinlich wid die Firma sich weigern und benötigt anwaltliche Überzeugung, aber das wäre der zweite Schritt. Ich halte es für wichtig die aktuelle Sachlage durch den Schornsteinfeger jetzt schriftlich zu fixieren. Je nachdem welche Gewährleistungsfristen im konkreten Fall gelten können eventuell geltende 5 Jahre nach Fertigstellung im nächsten Jahr verjähren.

    Praktisch: vieleicht kann man trotzdem die Bodenplatte nach unten Kernbohren und dann unterhalb der Platte mit einem Spülverfahren von außen dahin stoßen. Aber da solltest Du mal jemanden vor Ort fragen.

  • Antwort von pepa666 04.11.2011

    zuerst würde ich auf jden fall den häuslebauer kontaktieren und fragen was er zu dem scheiß meint den er gemacht hat. zudem würde ich bei einem anwalt beratung holen. ist wohl blöd aber es wäre eine möglichkeit ein kamin seitlich am haus zu montieren und eben den ofen an eine außenwand stellen. löst nicht unbedingt euer problem.

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