Frage von Rosella1, 24

Schopenhauers Mitleidethik?

Hi Leute, Ich soll für Ethik eine Präsentation machen über Schopenhauers Mitleidsethik genauer gesagt die Tugend der Gerechtigkeit. Nun muss ich diese mit einem anderen Philosophen vergleichen. Eigentlich wollte ich es mit Dem kategorischen Imperativ von Kant vergleichen hab aber nicht wirklich was zu im Internet gefunden. Habt ihr vielleicht Vorschläge mit wem ich vergleichen soll?

Danke im Voraus

Antwort
von berkersheim, 5

Schopenhauer war noch in soweit "Idealist", als er ein philosophisches System entwerfen wollte wie ein "Sesam öffne Dich" und schon haben wir endlich den Stein des Weisen und die Pforte zur Erlösung aus aller Unbill. Zu einem solchen System gehört für die Ethik eine unhinterfragbare Antriebsgrundlage, dass wir uns als Menschen ethisch verhalten. Dass die kantche Vernunft diese Grundlage nicht hergeben konnte, war ihm klar, darin folgte er David Hume, wonach die Vernunft nicht allzuselten nur eine Ausredengeber für den emotionalen Trieb darstellt. Aus seiner pessimistischen Sicht, dass alles Leben Leiden ist, worin er sich in der indischen Philosophie bestärkt fühlte, folgte er deren Einstellung, wonach soziales Handeln aus Mitleiden entsteht. Das bleibt bei Schopenhauer aber im Individuellen hängen und ist auch sehr widersprüchlich zu seiner "Willensdefinition", die ja eher ungeordnet und unberechenbar ist, ein brodelnder Vulkan einer wilden Lebensenergie, die der Mensch mit seinem kleinen individuellen Willensanteil plötzlich in den Griff bekommen soll. In seinen späten Lebensweisheiten, worin er sich von seinem System löst, kann er wieder auf alte antike Vorbilder wie "Gelassenheit" und "Distanz" zurückkommen.

Antwort
von Zebbinho, 13

Nietzsches Kritik an Schopenhauer würde sich da sehr anbieten.

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