Schnell und kurz ... Muss ich Verbrechen melden?

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5 Antworten

Hallo FragenIchKomme,

Kommt da drauf an, ob es sich um

  1. bereits vergangenes Verbrechen oder um
  2. ein geplantes Verbrechen handelt und handelt es sich um geplantes Verbrechen, kommt es noch auf das Verbrechen an.

Im ersten Fall, sprich wenn die Straftat begangen wurde gilt, dass Niemand verpflichtet ist :

  • die Straftat als solches anzuzeigen, und erst recht nicht,
  • den oder die Täter einer Straftat zu benennen.

Einige User hier, sind immer wieder der Meinung, es liegt der Straftatbestand der Straftatbestand der Strafvereitelung gem. § 258 StGB ( https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__258.html ) vor, dem ist aber nicht so, da es an der Handlung fehlt, die zur Strafvereitelung führt, wenn ich einfach nichts tue bzw. sage.

Eine Strafvereitelung liegt beispielsweise dann vor, wenn es einen dringend Tatverdächtigen gibt und ich dieser Person ein Alibi gebe und er deshalb nicht bestraft werden kann.

Bei geplanten Straftaten die im folgenden Gesetz in den Nummern 1 - 8 benannt werden, begeht man aber durchaus eine Straftat, wenn man diese nicht anzeigt. Das Gesetz sagt dazu folgendes:

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§ 138 StGB - Nichtanzeige geplanter Straftaten

(1) Wer von dem Vorhaben oder der Ausführung

  1. einer Vorbereitung eines Angriffskrieges (§ 80),
  2. eines Hochverrats in den Fällen der §§ 81 bis 83 Abs. 1,
  3. eines Landesverrats oder einer Gefährdung der äußeren Sicherheit in den Fällen der §§ 94 bis 96, 97a oder 100,
  4. einer Geld‐ oder Wertpapierfälschung in den Fällen der §§ 146, 151, 152 oder einer Fälschung von Zahlungskarten mit Garantiefunktion und Vordrucken für Euroschecks in den Fällen des § 152b Abs. 1 bis 3,
  5. eines Mordes (§ 211) oder Totschlags (§ 212) oder eines Völkermordes (§ 6 des Völkerstrafgesetzbuches) oder eines Verbrechens gegen die Menschlichkeit (§ 7 des Völkerstrafgesetzbuches) oder eines Kriegsverbrechens (§§ 8, 9, 10, 11 oder 12 des Völkerstrafgesetzbuches)6.einer Straftat gegen die persönliche Freiheit in den Fällen des § 232 Abs. 3, 4 oder Abs. 5, des § 233 Abs. 3, jeweils soweit es sich um Verbrechen handelt, der §§ 234, 234a, 239a oder 239b,
  6. eines Raubes oder einer räuberischen Erpressung (§§ 249 bis 251 oder 255) oder
  7. einer gemeingefährlichen Straftat in den Fällen der §§ 306 bis 306c oder 307 Abs. 1 bis 3, des § 308 Abs. 1 bis 4, des § 309 Abs. 1 bis 5, der §§ 310, 313, 314 oder 315 Abs. 3, des § 315b Abs. 3 oder der §§ 316a oder 316c

zu einer Zeit, zu der die Ausführung oder der Erfolg noch abgewendet werden kann, glaubhaft erfährt und es unterläßt, der Behörde oder dem Bedrohten rechtzeitig Anzeige zu machen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Ebenso wird bestraft, wer
1.von der Ausführung einer Straftat nach § 89a oder
2.von dem Vorhaben oder der Ausführung einer Straftat nach § 129a, auch in Verbindung mit § 129b Abs. 1 Satz 1 und 2,

zu einer Zeit, zu der die Ausführung noch abgewendet werden kann, glaubhaft erfährt und es unterlässt, der Behörde unverzüglich Anzeige zu erstatten. § 129b Abs. 1 Satz 3 bis 5 gilt im Fall der Nummer 2 entsprechend.

(3) Wer die Anzeige leichtfertig unterläßt, obwohl er von dem Vorhaben oder der Ausführung der rechtswidrigen Tat glaubhaft erfahren hat, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.

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Also kurz und schnell. Es kommt da drauf an, ob das Verbrechen geplant oder bereits erfolgt ist. Nur im ersteren Fall kann man sich unter den Voraussetzungen des § 138 StGB strafbar machen. 

Schöne Grüße
TheGrow

Kommentar von FragenIchKomme
15.03.2016, 20:03

Vielen Dank jetzt bin ich viel schlauer 😂

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Ehm nein aber es wird schlecht wenn man weiss dass du es wusstest ohne es gemeldet zu haben

Wenn du Zeuge eines Verbrechens bist, dann mußt du das derPolizei oder Staatsanwaltschaft melden.

Ja, sonst machst du dich u. U. der Mitwisserschaft schuldig.

Kommentar von Drizzt1977
15.03.2016, 18:14

Eher jein, da hier Infos fehlen.

Unten hast du den 138er angesprochen und ist auch richtig. Bei allen anderen, schon geschehenen Straftaten ist man nicht verpflichtet, dies zu melden. Ob man in einem Strafverfahren als Zeuge läuft oder aus bestimmten Gründen dann als Beschuldigter, ist ohne weitere Informationen viel zu spekulativ.

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