Frage von BCCgirl, 29

Schneiden professionelle Musikcutter die Musik bei der Rhythmischen Sportgymnastik?

Hallo!

Ja, eigentlich steht mein Anliegen ja schon oben, aber ich wollte mich nochmal etwas genauer ausdrücken. Ich bin eigentlich darauf gekommen, weil ich Cheerleading mache und wir eigentlich erst noch so am Anfang sind, aber meine Trainer lassen die typische "Cheer-Musik" schon von professionellen Cuttern schneiden, die selbstverständlich auch was kosten.

Aber dann kam die Frage auf: Machen die das bei der Rhythmischen Sportgymnastik auch so? Denn ich höre mir auf YouTube immer die Musikstücke von den Gymnastinnen an und da sind keinerlei Cuts, oder so Musikstopps zu hören, wo man eben merken würde, dass das zusammengeschnitten ist und keine bereits fertige Musik ist. Ich habe auch schon mal ein paar Lieder "auseinandergenommen" (;D) und die coolsten Parts wieder auf 1:30 min (die vorgegebene Länge einer Übung bei einer Einzelgymnastin) zusammengeschnitten, aber ihr könnt euch ja vorstellen, wie sich das angehört hat: Man hat sehr deutlich gehört, dass das geschnitten ist. (Wobei ich mich auch mal selbst loben muss, denn einige klingen gar nicht SO greislig und sind mir relativ gut gelungen) ;)

Ich meine: Die großen Gymnastikländer Russland, Weißrussland, Ukraine, Bulgarien, und noch ein paar erfolgreiche Länder können sich solche professionelle Cutter bestimmt leisten, weil die Gymnastinnen (sei es jetzt einzel oder Gruppe) mit ihren Erfolgen gut Geld machen, und gerade diese Länder wird dieser Sport auch gut gefördert mit Zuschüssen.

Und dann kommt noch die Frage auf: Machen die in Deutschland das auch? Denn in Deutschland hat die Rhythmische Sportgymnastik ja leider einen schlechten Ruf und ist sehr unbekannt.

Und wenn die das machen (egal ob Russland oder Deutschland): Wie läuft das ab? Darf sich die Gymnastin tolle Musiken aussuchen, die Coaches geben ihr OK ab und dann geben die das dem Cutter und der macht nach den Wünschen von Gymnastin und Coach die Musik dann auf 1:30 min fertig?

Ich freue mich auf hilfreiche Antworten! Aber bitte nur antworten, wenn ihr wirklich Ahnung davon habt und ihr vielleicht selbst RSG macht.

BCCgirl ;)

Expertenantwort
von Beatinfected, Community-Experte für Musik, 18

Solange die Musik schon komponiert und fertig "konsumgerecht" veröffentlicht wurde, ist es keine große Kunst mehr die Musik vernünftig zusammen zu schneiden, solange man weiß, worauf man achten muss. Genaugenommen, brauch man auch nicht viel Zeit dafür, weshalb das auch bei bezahlten AudioIngenieuren nciht besonders teuer sein sollte. Aber im Grunde kann das auch jeder Amateur mit etwas Übung sehr gut hinbekommen.

Worauf du achten musst:

+ dass die Musikstücke selbst schon recht ähnlich sind und keine alzu große Tempo-Differenz haben

+ du musst mit einem guten Audio-Programm arbeiten (zb LMMS oder Presonus Studio One Prime) und möglichst wenig hin und her-konvertieren (also von wav zu mp3 und zurück etc)

+ mache Fade-ins, -outs, und Crossfades am Anfang, Ende und den Schnittstellen

+ passe das Tempo an den Schnittstellen an. Ist der erste Track zb in 120bpm, der nächste in 115, dann fange schon rechtzeitig (16Takte vorher oder so) an das Tempo langsam abzusenken. So merkt man es als Zuhörer später kaum

+ Achte darauf, dass die Schnittstellen auch von der Lautstärke her keine großen Sprünge machen - das lässt sich auch leicht mit Fades korrigieren

+ Tonalität beachten, aber das ergibt sich ja von selbst^^

Kommentar von BCCgirl ,

Hey, dankeschön! So eine genaue Analyse hatte ich jetzt nicht erwartet, aber gut! ;D Cool! ;)

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