Frage von Neonlogist, 73

Schmerzensgeld trotz eigenmächtigen Verlassens des Krankenhauses?

Hallo liebe Community,

kurz nach Neujahr wurde ich als Passant Opfer eines Verkehrsunfalls. Zwei Autos prallten frontal mit 50 km/h zusammen. Eines wurde dabei Richtung Ampel, an der ich wartete, abgelenkt, riss mich um und schleuderte mich einige Meter weit. Glücklicherweise konnte ich letzter Sekunde reagieren und sprang kurz bevor es mich traf hoch, sodass ich vergleichsweise weich auf dem Auto landete und mich an der Scheibe abstützten konnte. Im Endeffekt passierte mir nicht viel. Keine Äußeren Verletzungen und ich war bei vollem Bewusstsein. Wurde dennoch sofort ins Krankenhaus mitgenommen und in jeglicher Hinsicht (CT, Röntgten, Gehirn...) untersucht. Es ergab nichts, trotzdem sollte ich die Nacht auf der Intensivstation verbringen. Am nächsten Tag wurde mir mitgeteilt, dass sie mich doch noch mindestens 2 Tage behalten wollen. Da ich unmittelbar vor meinen letzten Klausuren im Bachelorstudium stand war das für mich indiskutabel. Mir ging es den Umständen entsprechend gut und ich MUSSTE raus und pauken. Ich hatte so oder so schon zwei Tage Lernzeit und eine Klausurvorbereitung verloren und nach so einer Aktion ist es nicht ganz einfach sich wieder zu konzentrieren... Ich ging also mit der Diagnose "Commotio Cerebri" (leichte Gehirnerschütterung) und verlies das KH gegen ärztlichen Rat.

Nun überlege ich Schmerzensgeld einzufordern, einfach weil die ganze Sache doch extrem nervenaufreibend und unnötig war. Ich würde nur gerne eure Einschätzung bzgl. der Erfolgsaussicht hören, da ich ja das KH verlassen habe.

Vielen Dank :)

Antwort
von Erklaerbaer17, 38

Das eine hat rechtlich nix zu tun.

1. Auf eigene Verantwortung das Krankenhaus verlassen bedeutet nur, wenn daraus Gesundheitliche Schäden entstehen ist das Krankenhaus nicht dafür zu belangen.

2. Natürlich kannst du vom Unfallgegner Schmerzensgeld fordern. Wie hoch das ausfällt, da spielt natürlich auch eine Rolle wie lange du im Krankenhaus warst, aber auch wie lange die gesamt Genesung gedauert hat. Und ob bleibende oder Folgeschäden zu erwarten sind.   

Antwort
von FantaFanta76, 15

Die gegnerische Haftpflichversicherung erstattet dir alle entstandene Schäden: defekte Bekleidungsstücke, ggf Reinigung dieser, Verdienstausfälle, Schmerzensgeld usw. Das hat nichts, aber auch rein gar nichts mit den Frühzeitigen verlassen des Kh zu tun. Das sind zwei völlig verschiedenen Dinge! Natürlich wirst du deine Ansprüche geltend machen! 100€ für eine neue Jeans und noch mal 150€ für eine neue Jacke sind auf jeden Fall drin und für das Schmerzensgeld gibt es Tabellen. Vermutlich wird die Versicherung bei dieser Schadenshöhe ohne mit der Wimper zu zucken überweisen.

Antwort
von SupendedCathal, 29

Ich vermute, das Schmerzensgeld dürfte bei einer leichen Erschütterung dünn ausfallen. Deutsche Gerichte sind da nicht so spendabel. Denk an den Schadenersatz für kaputte Klamotten etc.

Das Krankenhausthema ist nur insofern relevant, wenn du bleibende Schäden erleidest, die sich durch das Verlassen des KH verschlimmern oder nicht mehr weggehen. Wenn du dann Rente o.ä. einklagst, musst du dir einen Teil der Schuld zurechnen lassen.

Antwort
von Gigi22, 29

Ne sicherlich net wenn Du dich selbst entlassen hast bekommste kein Schmerzensgeld

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