Frage von SueAllen, 41

Schmerzensgeld nach Strafprozess durch Staatsanwaltschaft möglich?

Hallo, ein Freund von mir wurde vor etwa einem Jahr im Bus von einem Security Mitarbeiter in den Würgegriff genommen. Er verletzte den Security dabei weil er sich natürlich wehrte. Die Verletzung war "eine gerötete Nase". Er wurde von der Staatsanwaltschaft angeklagt, nicht vom Security selbst und nun wegen fahrlässiger Körperverletzung zu 450 € verurteilt. Als Grund gab der Richter das "aufbrausende und aggressive Verhalten" meines Freundes im Vorfeld an welches zur Eskalation geführt habe.

Meine Frage wäre nun:

Kann der Security nun in einer Zivilklage Schmerzensgeld einklagen auch wenn er meinen Freund nicht selbst bei der Polizei angeklagt hat?

Wie hoch wäre dieses Schmerzensgeld?

Kann es meinem Freund zugunsten ausgelegt werden dass der Security sich auch nicht richrig verhalten hat? Er hat sich u.a. z.B in der Verhandlung in Widersprüche verwickelt, hat an dem Tatabend im Bus seinen Dienstausweis nicht gezeigt und sich nicht als Security vorgestellt.

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Antwort
von TheGrow, 22

Hallo SueAllen,

die zivilrechtliche Forderung kann völlig unabhängig von der strafrechtlichen Seite eingefordert werden.

Diesbezüglich währe es nicht einmal erforderlich, dass ein Strafverfahren eingeleitet wird, bzw. wurde.

Der übliche Weg ist auch nicht der, dass sofort eine Klage eingereicht wird, sondern der Geschädigte stellt entweder selbst oder mit Hilfe eines Rechtsanwaltes an den Verursacher seine Forderung nach Schmerzensgeld.

Kommt der Verursacher der Verletzungen der Forderung nach und zahlt das geforderte Schmerzensgeld, müssen auch keine weiteren Schritte eingeleitet werden.

Nur wenn der Verursacher der Forderung nicht nachkommt, muss man weitere rechtliche Schritte einleiten.

Ein Schritt währe es, dass Verursacher und Geschädigter einen Vergleich schlissen. Beispiel. Der Geschädigte Fordert 800 Euro, der Verursacher bietet 200 Euro und man einigt sich auf 500 Euro

Erst wenn eine außergerichtliche Einigung nicht zustande kommt, reicht man Klage ein. Dann wird auf dem gerichtlichen Weg entschieden, ob

  1.  der Klage stattgegeben wird und der Beklagte an den Kläger die geforderte Summe zahlen muss oder
  2. der Klage in Teilen stattgegeben wird, das heißt, wenn beispielsweise der Kläger 800 Euro fordert, kann das Gericht urteilen, dass nur 200 Euro angebracht sind
  3. der Klage wird nicht stattgegeben und der Beklagte muss nichts zahlen, dafür muss aber der Kläger die Prozesskosten tragen.

Schöne Grüße
TheGrow

Antwort
von Artus01, 11

Das was "TheGrow" geantwortet hat ist korrekt.

Sollte sich der "Geschädigte" mit einer Schmerzensgeldforderung melden, ist es ratsam zu versuchen sich mit ihm zu einigen. Durch die Verurteilung im Strafprozeß hat, wenn es zum Zivilprozeß kommt, der Kläger schon die halbe Miete im Sack.

Sollte sich der Geschädigte wegen der Sache in ärztlicher Behandlung befunden haben, wird sich seine Krankenkasse ohnehin noch melden.

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