Frage von Mafiale, 46

Schmaler Grat zwischen Egoismus/Triebe und Menschlichkeit/Moral/Vernunft?

Hey, hier mal eine philosophische Frage; Diskussionen sind erwünscht.

Ich stecke momentan in einer kleinen Identitätskrise, da ich immer wieder merke wie in mir der Kampf zwischen den oben genannten Charaktereigenschaften ausgetragen wird. Beispiel:

Mann lernt eine nette Frau kennen. Sie ist lieb, sanftmütig, gutherzig und hat Spaß am Leben. Sie sieht allerdings nicht sehr gut aus.

Mann lernt eine weitere Frau kennen, die unglaublich gut aussieht und sein Herz höher schlagen lässt wenn er sie sieht. Allerdings ist sie manipulativ und der Mann weiß, dass er sich mit ihr in den Ruin stürzen könnte.

Ich weiß als Biologie Student, dass es aus evolutionärer Sicht logisch ist die schönere Frau zu bevorzugen, weil sexuelle Anziehung auch immer ihre tieferen Gründe bisher hatte. Aber wenn man eigentlich in der modernen Zeit weiß, dass es eine weit logischere und unkompliziertere ja sogar moralisch wertvollere Entscheidung wäre die liebe Frau zu nehmen, warum fühlt der Mann sich dann trotzdem so stark zur anderen hingezogen. Auch hier gibts schon eine Antwort drauf; meine Frage ist allerdings wie kommt ihr mit solchen Situationen zurecht? Kennt ihr auch diesen kleinen Kampf in euch wenn die Mischung aus Vernunft und Menschlichkeit gegen den Egoismus und den Trieb kämpft? Wie bewältigt ihr das?

Ich habe bereits beides hinter mir. In einer Beziehung hatte ich ( so doof es auch klingen mag) eine nicht ganz so hübsche Freundin aber eine unglaublich harmonische Beziehung. Dennoch war der eine Fakt, dass sie nicht allzu gut aussah wie ein kleiner Pinn im Po, der einfach ständig immer ein wenig mehr piekst. Ich hab wenn ich an sie dachte nicht viel Respekt vor ihr alleine nur aufgrund dieser einen idiotischen Tatsache und ich konnte da einfach nichts dran ändern.

Auch die Schöne hatte ich schon. Aber mein Gott war sie anstrengend und außerdem so schien es nahm sie sich das Recht raus sich einige Sachen zu erlauben scheinbar nur weil sie oberhalb meiner Liga spielt. Ich fühlte mich wie an einer langen Leine und hilflos in der Beziehung; hatte aber Herzklopfen in ihrer Nähe und habe mich wahnsinnig gefreut als wir zusammengekommen sind. Ich war richtig stolz auf mich; während ich bei der anderen das Gefühl hatte als sei das jetzt kein großes Ding... wie abgefuckt ist das?

Was meint ihr? Passiert das Leben einfach und ist es im Endeffekt egal für was man sich entscheidet, da man sowieso immer alleine stirbt? Ist der Egoismus nicht sogar eventuell die bessere Lebensweise, da man sich so wenigstens eine schöne Zeit vor dem unausweichlichen Tod machen kann (mit Blick auf die Umweltverschmutzung und all den Kriegen auf der Welt). Oder verliert diese Lebensweise nicht eventuell auch irgendwann ihren Reiz?

LG

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Pete453, 4

Zitat: " . . .vor dem unausweichlichen Tod machen kann (mit Blick auf die Umweltverschmutzung und all den Kriegen auf der Welt)" Eine reichlich fatalistische Sichtweise, die sich abwendet und das Leiden bevorzugt, die Dich aber nirgendwo hinführt, jedenfalls nicht in die Arme einer schönen Frau. Bestimmt siehst Du die offensichtlichen Argumente selbst, die das Bild fast immer gerade rücken. Je nach genetischer Ausstattung, sozialer und ökonomischer Startbedingungen, haben wir alle eine nicht zu unterschätzende Gestaltungsmacht über die Eckpfeiler unseres Lebens. Ob wir dies rechtzeitig erkennen und den inneren Willen in äußere Tatsachen verwandeln, ist von tausend Umständen abhängig. (Wetter, Glück, Mitmenschen, Tagesform, Zufall usw.) Man könnte also wie Du vermuten, "dass Leben passiert einfach". Aber diese Ansicht ist meines Erachtens grob falsch, weil sie hauptsächlich einfach ist. Immer wenn ein komplexes Problem eine einfache Erklärung bekommt, dann kann etwas nicht stimmen. Komplex ist das Problem ja deshalb, weil es mehrere Fragen auf versch. Ebenen aufwirft. Die Rückrechnung zeigt schell, dass die einfache Antwort kaum eine wirklich anspricht. Speziell in deiner Thematik wäre die Folge ganz und gar unerwünscht. Wenn das Leben hauptsächlich passiert und man quasi dem Strom ausgesetzt ist, dann gibt es Niemanden, der Verantwortung trägt. Niemanden, der einen Plan machen muss, um Ziele zu erreichen. Niemanden, der später bedauern müsste, etwas nicht erreicht zu haben. Mit dieser Ansicht leben die Schafe dieser Welt vermutlich gut, aber du bist kein Schaf. Wir sind Menschen. Die Krone der evolutionären Schöpfung. Was macht uns im biologischen Sinne dazu, Herr Student??? Richtig!!! Die Fähigkeit uns an unsere Umwelt anzupassen und diese wenn notwendig nach unseren Wünschen umzugestalten. Mensch sein ist also per natürlicher Definition mehr als "das Leben passieren lassen". Es geht darum zu einzugreifen, zu gestalten und zu formen. Ich mache es kurz auch wenn es jetzt erst konkret wird. Egoismus hat sich entwicklungsbiologisch als notwendig erwiesen ABER nicht zwingend für das einzelne Individuum. Es zählt die engere soziale Gruppe. Sie gilt es zu stärken. Für diese soll und muss das Individuum egoistisch handeln. Das ist schon eigennützig genug, um Nachteile zu kassieren, aber per Saldo wird man zusammen mit der Gruppe ebenfalls stärker. Du kannst Dir also keinen Egoismus leisten. Weder wird dein Umfeld Dir das lange nachsehen, noch wird eine Partnerin (egal welcher Liga) dies zu ihren Lasten tolerieren. Aber ist es Egoismus für sich hohe Ziele zu setzen? NEIN. Ist es Egoismus seine Umwelt zu verändern? NEIN. Es ist kein Egoismus die schönste, klügste, gebährfreudigste und witzigste Frau des Planeten besitzen zu wollen. Deswegen darf man sich, wie Du, herausgefordert fühlen bei der Schönen Nummer 9 und gelangweilt bei der mittelprächtigen Nummer 6,5 (von 10). Solange dieses Feuer in Dir brennt, bist Du Mensch im darwinistischen Sinne. Fühl Dich nicht schlecht. Deine Ratio bringt das schon alles wieder in Ordnung. Du hast das Ziel das Schicksal zu gestalten. Heute vielleicht ein anderes als morgen. Wer weiss. Du kennst die nötigen Parameter. Jede Partnerin ist nur eine Partnerin auf bestimmte Zeit für ein bestimmtes Ziel. Wichtig ist die Erkenntnis, dass du keinen Volltreffer erzielen kannst. Egal wie clever Du gewichtest, wie moralisch Du handelst, wie mitfühlend Du denkst. Du bleibst flexibel ohne Reue und ohne Angst. Denn Du weisst, es sind vielleicht dieselben Gedanken ("...wie ein kleiner Pinn im Po, der einfach ständig immer ein wenig mehr piekst...") die Dich einmal davontreiben und Dich ein anderes Mal fest an diese Frau binden. Mit der Ballkönigin geht man in Bett, aber mit der unscheinbaren Freundin hat man Kinder. (natürlich nicht zur selben Zeit). ....

Antwort
von SeBrTi, 42

Vl solltest du mal deine Finger von Frauen lassen und dich mal besser kennenlernen. 

Es gibt weitaus mehr als die liebe, nette hässliche oder die sexy Vamp. 

Klar kannst du hohe Erwartungen haben, keiner sagt das du dich auf eine Frau einlassen sollst, der du dich nicht angezogen fühlst. Wäre ich du in der Situation hätte ich mich auf keiner eingelassen und hätte andere Frauen kennengelernt (hast es ehrlich gesagt bitter nötig) 

1) ist es der netten Frau gegenüber sehr gemein das du ihr Hoffnungen machst und aber SO über sie denkst. 

2) klar ist das äußerliche wichtig und einer der Hauptfaktor einen Partner kennenzulernen. Jedoch würde mich das total abschrecken wenn ein Mensch sich so verhält. Sowas macht (für mich) einen Menschen wieder unattraktiv. ZB. Ich hab einmal einen hübschen Mann kennengelernt, jedoch habe ich gespürt das er einfach ein Vollidiot ist, der mich einfach ein seiner Trophäensammlung haben möchte. Nach dem Treffen wollte ich einfach nichts mehr mit ihm zu tun haben, das hat natürlich an sein ego gekratzt und war richtig idiotisch zu mir, was wieder bestätigt das er einfach ein idiotischer macho war. 

Lern mal andere Frauen kennen und keiner sagt das du mit jeder was anfangen sollst die irgendwie Interesse an dir hat. 

Kommentar von Mafiale ,

''Vl solltest du mal deine Finger von Frauen lassen und dich mal besser kennenlernen. '' - Da khast du wohl Recht aber Frauen und die Liebe gehören einfach zu meinen Leidenschaften.
Die beiden Frauentypen, die ich genannt habe waren Beispiele; natürlich gibt es noch mehr und alle sind sie individuell aber gefunkt hat es bisher nie überwältigend. Entweder bin ich zu abgefuckt und sehe überall einen Haken oder es war bisher einfach noch nichts für mich dabei.
Ich meine kannst du Teile meiner Erzählung vllt auch in dir wiedererkennen? Mir geht es so unglaublich häufig so, dass ich immer das will was ich nicht will und obwohl ich das weiß kann ich die damit einhergehenden Emotionen der ''Sehnsucht'' einfach nicht unterdrücken. Also in einer langen Beziehung die Sehnsucht auf sich neu verlieben; eine neue Leidenschaft beginnen und als Single die Sehnsucht nach Geborgenheit und Sicherheit. Wer auch immer die menschliche Psyche (bzw. meine ich sprech hier mal lieber für mich) erfunden hat gehört gefeurt :D.

Kommentar von Mafiale ,

Korrektur: *dass ich immer das will was ich nicht haben kann

Kommentar von SeBrTi ,

Hm...nein vl liegt es daran das ich sehr realistisch bin und ich weiß was ich will, ich bin selten hin und her gerissen und wenn ich für jemanden nichts empfinde, sich nichts in mir regt, wird es sich wahrscheinlich in Zukunft nichts regen. Ich versuche so fair wie möglich zu sein. Klar möchte ich manche Sachen haben, aber das sind eher materialistische Sachen die realistisch zu erfüllen sind. 

Als ich Single war, hab ich mir natürlich eine Beziehung gewünscht. Und manchmal wenn mein Freund so richtig nervt denke ich an mein früheres Single Leben. 

Auch wenn die Liebe und Frauen deine Leidenschaft sind, musst du dich selber kennenlernen. Wenn ich ein jemand kennenlerne der nicht weiß was er will und deswegen mit den Gefühlen anderem spielt platzt mir der Kragen. Und wenn du nicht ein bisschen abstand zu Frauen hältst wirst du selbst nie wissen was du eigentlich willst. Werd dir selber klar was du willst. Das geht halt wenn du Frauen kennenlernst aber nicht sofort mit ihnen was anfängst, sondern langsam kennenlernst. 

Du scheinst mir halt ein bisschen (vielleicht?) "masochstisch " zu sein, vl weißt du auch nicht wirklich zu schätzen was du hast. Vielleicht hast du noch keine Frau gefunden die zu dir passt mit der du auf der gleichen Augenhöhe bist, eine Frau die dich immer wieder herausfordert aber dich nicht verarscht? Ich denke aber nicht das du zu abgefucked bist..

Kommentar von Mafiale ,

Ich danke dir, dass du dich mit mir befasst hast. Ich will versuchen mich auf andere Dinge zu konzentrieren; wie John Lennon schon gesagt hat: ''Das Leben ist was passiert während du andere Dinge planst.''. Ich weiß nicht ich will es versuchen und hoffe inständig, dass dann vielleicht eines Tages jemand kommt bei dem ich komplett frei von Hintergedanken sein kann. Mit den Gedanken, die ich mir momentan mache fühle ich mich wieder zurückgesetzt in die Pubertät. Ich weiß nicht ich will nicht mehr viele Worte schreiben; ich sollte lieber handeln. Danke dir.

Antwort
von Suboptimierer, 46

Es kommt nur darauf an, was du willst (und was du bekommen kannst).

Du entscheidest, ob du eine liebe, sexuell anziehende, eine temperamentvolle, eine intelligente, eine modisch gekleidete, eine Rebellin,... willst.

Wer mit Evolution kommt, begibt sich in den Bereich der Naturwissenschaft, wer mit Psychologie kommt in den Bereich der Statistik. 

Vielleicht ist es gar nicht dein Wunsch, dich zu vermehren. Vielleicht ist es gar nicht dein Wunsch, eine liebe Jasagerin, die alles für dich macht, an deiner Seite zu haben.

Man sollte noch anmerken, dass sich o. g. Eigenschaften nicht zwingend ausschließen.

Was kümmert dich, was dazu die Wissenschaft sagt? Du kannst deine Entscheidung treffen und dann gucken, ob sie sich mit den Erkenntnissen der Wissenschaft deckt. Ich würde nicht andersherum vorgehen.

Kommentar von Mafiale ,

Das wäre ja als wenn ich nur nach meinen Horoskop entscheiden würde in wen ich mich verliebe. Nein ich richte mich da nicht nach der Wissenschaft, sondern benutze sie als ein Instrument um mir meine Lage zu erklären (bzw. das sind ja alles bestätigte Theorien, die schon aufgestellt worden sind). Natürlich analysiere ich keine Gensequenzen um zu entscheiden wer zu mir passt :D. Aber ich erkläre mir mit der Wissenschaft den Fakt warum es bei mir gerade zu so einer kleinen Identitätskrise kommt; hätte ich dafür keine Antwort wäre ich glaube ich noch abgefuckter.

Kommentar von Suboptimierer ,

Ich glaube, du hattest Pech, dass es mit den zwei Frauen nicht geklappt hat. Bei jeder Frau hatte das Scheitern einen anderen Grund. Es gibt nicht nur zwei Typen von Frauen.

Kommentar von Mafiale ,

Ist mir klar. Das Ganze diente als Beispiel für die eigentliche Frage

Antwort
von mxxnlxght, 12

Das ist die Gesellschaft. Aus der Gesellschaft entstehen Klischees. Entweder die Hübsche, arrogante, die sich nichts sagen lässt oder die Hässliche mit Komlexen, die einem für Alles hinterher rennt.
Alle blonden, großen Frauen mit großen Brüsten sagen: "Neiiiin, ich schau nicht auf das Aussehen. Charakter und Persönlichkeit ist mir viiel wichtiger!" Aber wie du schon richtig bemerkt hast: So ist das nicht. Der 1. Eindruck zählt, und das ist meistens auch das Aussehen. Oberflächlichkeit.
Das bist nicht der, der eine Barbie will - sondern die Gesellschaft. Wäre es ihr Bild, das dicke Frauen die Schönsten sind, würdest du die eine dicke Frau "aussuchen". Weißt du, es gibt auch noch Identitäten auf dieser Welt (immer weniger,aber es gibt sie), die nicht dem "Mainstraming" verfolgen. Ob Hübsch oder nicht. Eine nicht so hübsche Frau kann es egal sein, ob es Hübschere als sie gibt. Ganz ohne Komlexe. Genauso wie Hübsche Frauen sich auch komplett minderwertig fühlen können...
Schönheit sollte man nicht aussuchen am Aussehen, sondern am Selbstbewusstsein. Ich will keinen Partner, der schön ist. Ich will einen, der auf meinem Level ist. Es heißt nicht umsonst "auf einer Wellenlänge" sein. Man muss nur die richtige Person am richtigen Ort treffen.
Man muss nur ein bisschen nachdenken.

Antwort
von Finda, 45

Ich glaube es gibt da noch einige Typen von Frauen, die du bislang anscheindend noch nicht kennengelernt hast.
Die ganze Welt auf 2 Typen zu reduzieren.... ist in der Tat sehr philosophisch.
Da musst du armer Tropf dich ja dann zwischen Pest und Cholera entscheiden....

Kommentar von Mafiale ,

Es kann durchaus sein, dass ich über die Jahre sehr wählerisch geworden bin ^^. Vielleicht erwarte ich von Beziehungen auch zu viel. Bisher (ich kann es nicht vermeiden) sah ich allerdings tatsächlich alle meine Partnerinnen in einer höheren oder niedrigeren Liga.

Kommentar von Finda ,

Jede Frau hat ihren Marktwert wie du auch. Aber das geht am Thema vorbei.

Liebe bewirkt eigentlich, dass man die Schwächen des Partners kennt, aber davon nicht abgestoßen wird sondern einfach und gut damit leben kann.

Antwort
von jasmxrx, 29

Da ist auf jeden Fall jemand ganz schön ehrlich mit sich selbst....warum nicht beides😉

Kommentar von Mafiale ,

Da bin ich dabei. Wo kann ich sie abholen?

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community