Frage von xoxmariexox, 62

Schlechter Lehrer, Lösung?

Bald ist ein Gespräch mit unseren Klassenlehrern, den Eltern Vertretern, Herr Müller und uns, den Klassensprechern. Es geht darum das unsere Klasse nicht mit dem Unterricht von Herrn Müller zufrieden ist. Er ist unorganisiert, unaufmerksam, seine Klassenarbeiten machen keinen Sinn, er sagt die Noten vom Zeugnis und von der Klassenarbeit einfach laut in der Klasse auch wenn man das nicht möchte, verteilt massenhaft Einträge und ist bei Problemen nicht ansprechbar, deshalb mussten wir dieses Gespräch ein rufen. Wir hatten noch nie solche Probleme mit einem Lehrer. Beim Gespräch sollen auch Lösungsvorschläge von Schüler seite kommen. Habt ihr Ideen? Hättet ihr auch schon mal so einen Fall? Was habt ihr gemacht? Vielen Dank, dass ihr euch die Zeit genommen habt das hier durch zu gelesen. LG, Marie

Expertenantwort
von Nadelwald75, Community-Experte für Schule, 14

Hallo xoxmariexox,

zunächst mal solltet ihr eure Zielrichtung kennen. Wollt ihr Herrn Müller absägen oder wollt ihr eine vernünftige Regelung? – Ich hoffe mal, das zweite. Das es Probleme gibt, scheint allen bekannt zu sein.

Einstiegsfrage könnte sein: Unser Ziel ist es, eine Lösung zu finden, mit der alle zufrieden sind. Sind Sie (Herr Müller) bereit, mit daran zu arbeiten?
Das ist eine Standard-Eingangsfrage, da auf den Einwand „Die Lösung gibt es nicht!“ immer geantwortet werden kann: „Sind sie denn bereit, an einer Lösung zu arbeiten?“ Da kann man schlecht nein sagen.

Für alle Beteiligten muss klar sein, dass es nicht darauf ankommt, sich gegenseitig Schuld zuzuweisen, sondern dass eine Lösung - in aller Ruhe und Höflichkeit!!! - gesucht werden soll.


Ihr könntet Herrn Müller zunächst mal die Lage der Klasse aus seiner Sicht darstellen lassen: Welche Ziele hat er, nach welchen erzieherischen Prinzipien handelt er bei Schwierigkeiten? Was erwartet er von den Schülern und was erwartet er von den Eltern.
Ihr könnt dann darüber sprechen, ob ihr bereit seid, diese Erwartungen zu erfüllen. Damit kommt ihr ihm entgegen.

Ihr könnt dann weiterfragen: Sind sie daran interessiert zu erfahren, was wir von Ihnen erwarten? Das ist die Vorbereitung dafür, dass er euch zuhört.

Es wäre hilfreich, wenn ihr zu jedem der Punkte, die hier genannt sind, konkrete Fälle nennen könnt. Es reicht also nicht, nur zu sagen, dass er unorganisiert ist, sondern ihr müsst dann ganz genau ein Beispiel wertfrei mit Fakten nennen, die er nicht bestreiten kann, z.B.: „Als sie am Montag in die Klasse kamen, hatten sie an Unterrichtsmaterial …., geäußert, … nicht mitgebracht, … uns versprochen, aber nicht durchgeführt ….

Wichtig ist dann, dass jetzt kein Vorwurf an den Lehrer kommt („Sie sind also immer unorganisiert….“), sonst drängt ihr ihn in eine Kampf- und Verteidigungshaltung. Ihr solltet dann nur davon sprechen, wie ihr euch dabei vorgekommen seid: „Wir waren sehr enttäuscht und wussten nicht, ob wir uns auf ihn verlassen konnten.“ Das kann er weder angreifen noch als falsch benennen, denn ihr redet nur von euch (sogenannte „Ich-Botschaften“).

Ähnlich könnt ihr das bei allen anderen Kritikpunkten  (unaufmerksam, Sinn der Klassenarbeiten, Noten sagen, Einträge als Disziplinmaßnahme, Problembewusstsein….) durchführen.

Wenn Vereinbarungen getroffen werden, sollten die noch einmal deutlich genannt und schriftlich festgehalten werden.

Kommentar von xoxmariexox ,

Erst mal vielen Dank für deine hilfreiche Antwort. Ich sehe das genau so wie du. Wir haben schon sehr lange mit unseren Klassenlehrern darüber gesprochen und konkrete Fälle raus geschrieben. Ich habe das Gefühl du kennst dich in solchen Situationen aus. Weißt du wie man weiter vorgehen kann um Herrn Müller zu helfen seinen Unterricht besser zu gestalten? Ich habe an Lehrer Coaching oder so was gedacht.

Kommentar von Nadelwald75 ,

Hallo xoxmariexox,

da gäbe es verschiedene Möglichkeiten. Das erfordert aber die Bereitschaft von Herrn Müller:

- Supervision durch Hospitation eines Kollegen und anschließendes Gespräch. An vielen Schulen wird das routinemäßig durchgeführt. Das muss auch nicht der Schulleiter machen.

- Teamteaching: Zwei Lehrer unterrichten gleichzeitig in der Klasse. mit anschließendem gegenseitigen Feedback (mal googeln, dafür gibt es Gesprächsregeln)

- Persönliche Weiterbildung durch Lektüre. Muss Herr Müller selbst organisieren. DAzu gehört auch, dass er sich kundig macht über Schulgesetze, Schulverwaltungsgesetz, Ausbildungs- und Prüfungsordnung für seine Schulform, Richtlinien und Stoffpläne, damit er das, was er unterrichtet und wie er Erziehungsmaßnahmen einsetzt, auch fundiert ist.

- Führungslehrgänge, die vom Schulamt angeboten werden zu den Themen: Kommunikation, Kooperation, Konflikthandshabung (meist ganztägig bei Unterrichtsbefreiung und mit eigenen Kosten).

Kommentar von Nadelwald75 ,

..... und davon unabhängig: Ihr selbst müsst Herrn Müller das Gefühl geben, dass ihr seinen Unterrichts nicht boikottieren wollt, sondern dass ihr ihn unterstützt.

Der Unterricht wird allein schon dadurch besser, wenn der Lehrer das Gefühl hat, dass er akzeptiert wird. Das reizt geradezu , sich in allem Mühe zu geben.

Antwort
von DukeSWT, 21

Aufsichtsdienstbehörde?

Kommentar von xoxmariexox ,

Wie stellst du dir das vor? Was machen die dann?

Kommentar von botanicus ,

Dienstaufsichtsbehörde. 

Ist aber auch Quatsch. Erst mit dem Lehrer reden, dem Vertrauenslehrer, dem fachbetreuer, der Schulleitung ... immer hübsch der Reihe nach. 

Oder gehst Du bei Problemen mit der Brötchenqualität Deines Bäckers gleich zum Verbraucherschutzministerium?

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