Frage von thissucks, 60

Schlechte Erfahrung Psychologin?

Sorry für den langen Text!

Heute war ich zum zweiten Mal bei einer Psychologin, welche mich wegen sozialer Phobie behandeln sollte. Die Betonung liegt auf SOLLTE. Erstmals in der Erst Sitzung hatte ich schon ein ziemlich schlechtes Gefühl. Aber da ich keine voreiligen Schlüsse ziehen wollte, habe ich mir trotz meinen Zweifeln einen 2ten Termin vereinbart.

Dieser war heute. Allgemein hatte ich hohe Erwartungen, da sie einen doppelten Doktortitel hat und scheint erfahren zu sein.

Ehrlich gesagt bezweifle ich ihre Kompetenz nach 2 Sitzungen.

Sobald ich irgendetwas über mich und meine Gefühle äußere, muss sie mit irgendetwas kontern/ meine Gefühle verharmlosen bzw. lächerlich zu machen. z.B. ich erzähle ihr von meiner Angst, Bus zu fahren und dem Gefühl, von jedem beobachtet zu werden - sie sagt mir, dass meine Ängste unbegründet sind und, dass ich mir einfach denken soll "Lass sie doch mich anschauen/mich beurteilen". So einfach ist das nicht. Die Angst und Panik zerfrisst mich innerlich. Mir ist klar, dass meine Ängste irrational sind, aber trotzdem sind sie ein sehr präsenter Teil meines Lebens. Und einfach, wenn mir jemand sagt, dass ich es abstellen soll, wird es kaum etwas helfen.

Ich erzähle ihr von meinen schlechten Sozialkompetenzen und meiner Unfähigkeit, Freundschaften aufzubauen und, dass ich nur eine Freundin habe, die ich aber auch nicht außerhalb der Schule treffe. Dann will sie mir penetrant aufzwingen, mich doch mit ihr außerhalb der Schule zu treffen und sagt mir beinhart, dass ich einfach zu jedem scheinheilig nett sein soll, "Brücken bilden". Dass ich freundlich zu jedem sein sollte, hätte ich mir selbst denken können. Leider ist meine Angst eben das Problem. Ich kriege schon höllische Panik, wenn ich meine Klassenkameraden nur begrüßen muss oder diese in der Öffentlichkeit sehe. Es ist mir aufgrund meiner ungeheuren Angst vor Sozial-Interaktionen unmöglich einfach "zu jedem nett sein und sich mit jedem anfreunden".

Außerdem erzählt sie auch immer Sachen aus ihrem persönlichen Leben, was ich unangemessen finde. Dann kommt es mir vor als ob sie mich nicht ganz ernst nimmt. Sie lässt mich auch unwohl fühlen, indem sie oft eine peinliche Stille erzeugt, die mir sehr unangenehm ist.

Allgemein hasse ich diesen aggressiven Optimismus. Wenn sich jemand nicht gut fühlt (in meinen Fall Angst und Panik), sollte man dieser Person nicht einfach sagen, dass sie "Darüber hinweg kommen sollten", "sich einfach keine Gedanken machen sollten" oder am besten "einfach seine Ängste überwinden sollten". Das ist mitunter, dass unproduktivste, was man in dieser Situation machen könnte. So einen Rat hätte ich mir schon tausende Mal selbst geben können, doch, wenn es so einfach wäre, hatte ich nie Therapie aufgesucht.

Was soll ich tun? Ich fühle mich von ihr missverstanden und unwohl in der Therapie. Es gibt hier, wo ich wohne, nicht allzu viele andere Psychotherapeuten, die auch Adoleszente mit Sozialer Phobie behandeln

Antwort
von Tragosso, 37

Das Gefühl kenne ich nur zu gut, besonders das mit der unangenehmen Stille. Ich bin ebenfalls wegen Sozialer Phobie in Behandlung, allerdings schon etwas länger. Ich bin mir mittlerweile sicher, dass diese Stille mir irgendwas bringen soll, aber sie führt bloß dazu, dass ich entweder wirklich nichts sage und es aussitze oder irgendwas völlig unwichtiges erzähle, weil ich mich furchtbar schäme und will, dass die Situation vorbei ist.

Ich bin mir selbst nicht sicher ob meiner überhaupt der richtige ist. Manchmal merke ich wie es mir hilft und manchmal wiederum gar nicht. Ich denke, das ist aber auch irgendwo normal, immerhin ist eine Therapie Arbeit an dir selbst. Dich kritisch hinterfragen.

Wenn du mit dieser Therapeutin aber einfach nicht warm wirst und dich permanent unwohl fühlst, dann würde ich dir dazu raten eine andere zu suchen, auch wenn du dazu etwas weiter wegfahren musst. Titel sagen nichts über die Sympathie aus und die ist bei einem Therapeuten auch wichtig. Natürlich sollt ihr keine Freunde werden, aber ein sicheres Gefühl sollte er oder sie dir schon geben können.

Kommentar von thissucks ,

Danke für deine Antwort! :-)

Antwort
von okizakadar, 37

Nimm noch einige Termine wahr. Denn meistens ist die ablehnung des Patienten am anfang der Therapie normal. :)

Antwort
von Virginia47, 18

Es gibt leider nicht so viele gute Psychologen. 

Ich war auch bei verschiedenen - aber nur einer war wirklich gut und hat mir geholfen. Dafür bin ich ihm auf ewig dankbar. 

Wenn du kein gutes Gefühl bei ihr hast, beende die Sache. Das habe ich auch vor einem reichlichen Jahr gemacht. Der Therapeut hat von den 50 Minuten 45 Minuten lang erzählt, wie toll er ist und wie er seine Probleme in den Griff bekommen hat. Das hatte mir aber gar nicht geholfen. Deshalb war ich der Meinung, dass er nicht auf meine Kosten den Selbstdarsteller spielen soll. 

Und ich sah das als Erfolg für mich, dass ich es so einfach beenden konnte. 

Antwort
von Seanna, 28

Druck deinen Text aus und wirft ihn ihr in den Briefkasten.

Alternativ - mitnehmen und in der Stunde lesen lassen.

Du sagst UNS hier deutlich was dich stört - das gehört aber zu deiner Therapeutin. Nur wenn du mit ihr redest und deine Wahrnehmung mitteilst kann sich was ändern.

Antwort
von glofaxa, 31

Wenn du so schlechte Erfahrungen mit mir gemacht hast, dann such dir bitte ein andere weil so wird es bestimmt nicht besser 🙈

Antwort
von DeadlineDodo, 19

Versuch dich in Selbstbeherrschung zu verbessern.

Kommentar von thissucks ,

Falls dieser "Ratschlag" auf meine wiederkehrende Angst bezogen ist, kann ich nur sagen, dass das ein Ding der Unmöglichkeit ist. Einfach "abstellen" ist leider keine Option. 

Danke für diesen nicht besonders hilfreiche Ratschlag ;-)

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