Frage von NiloracHolle, 53

Schimmel trotz regelmäßigem Lüften?

Hallo, Wir wohnen den ersten Winter in einer Wohnung (1999 erbaut, danach keine weitere Renovierung), und haben seitdem es kälter wird mir sehr nassen Fenstern zu tun. Eigentlich betrifft dies jeden Raum, besonders das Schlafzimmer, Bad und Kinderzimmer. Wir lüften momentan 4-6 mal am Tag, haben ca. 22*C Temperatur. Im Gästezimmer ist mir heute nun etwas Schimmel in einer Ecke des Zimmers aufgefallen. Ich bin nun absolut besorgt und weiß absolut nicht, was wir falsch machen, da unsere Vormieter ja anscheinend keine Probleme hatten (zumindest haben sie uns nichts gesagt und zu sehen war nichts).

Hat jemand einen guten Tipp?

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Antwort
von Spiff123, 21

Der wichtigste Tipp in so einem Fall ist, zuallererst einen oder mehrere Hygrometer in der Wohnung aufzustellen. So kann man ohne großen Aufwand die Luftfeuchtigkeit kontrollieren und regulieren. Alleine die Temperatur sagt nicht viel aus. Es hört sich so an, als ob die Luftfeuchte viel zu hoch ist, und dies durch ein Lüftungsproblem verursacht wird. Das solltet ihr schnell in den Griff bekommen, ansonsten wird der Schimmel aufblühen. Die Luftfeuchte sollte idealerweise um die 50% sein, nähert sie sich 70% oder darüber, besteht Schimmelgefahr. Viele Leute glauben es vorher nicht, wundern sich aber nach einem Blick auf den Hygrometer, wie hoch die Luftfeuchte bei ihnen wirklich ist.

Ein paarmal täglich zu lüften ist richtig, aber wie wird gelüftet? Werden die Fenster nur gekippt, kann das die Schimmelbildung sogar begünstigen. Es sollte wirklich mit ganz offenen Fenstern gelüftet werden, am besten per Querlüftung, also alle Fenster auf. Danach die Fenster wieder schließen und heizen.

Vielleicht war die alte Wohnung ein Altbau mit älteren Fenstern? Ältere Fenster sorgen für einen ständigen Luftaustausch. Werden sie durch neue Fenster ersetzt (oder bei Wohnungswechsel von Altbau zu Neubau) muss das Lüftungsverhalten geändert werden.

Bitte nicht gleich den Vermieter beschuldigen oder gar zu einem Anwalt oder zum Mieterschutzbund rennen. Hinterfragt zuerst euer Lüftungsverhalten und versucht zuerst, die Luftfeuchte in den Griff zu bekommen. Das ist der einfachste und kostengünstigste Weg, der zudem keinen weiteren Ärger nach sich ruft. Kommen Anwalt, Sachverständiger usw. ins Spiel, drohen Streit mit dem Vermieter und hohe Kosten. Solange es bisher nur dieser kleine Schimmelfleck ist, ist das noch nicht so tragisch. Dieser kann mit wenig Aufwand beseitigt werden.

Kommentar von Onki73 ,

Die Raumlufttemperatur und die allgemeine Raumluftfeuchte sagen noch nicht so viel aus. Sehr wichtig ist noch die Oberflächentemperatur der Wand und die aus diesen drei Werten resultierende oberflächennahe Luftfeuchte (bitte das Mollier-h,x-Diagramm benutzen). Diese oberflächennahe Luftfeuchte entscheidet über die Schimmelfreiheit oder den Schimmelwuchs, denn der Schimmel braucht eine gewisse Oberflächenfeuchte.

Antwort
von imager761, 15
  1. Ggf. Verzicht auf üppige Grünpflanzen oder Wäschetrocknung in den Zimmern
  2. Morgens 5-10 Minuten Stoßlüften (Fenster weit auf und danach wieder ganz zu); idealerweise Querlüften (Türen und Fenster in gegenüberliegenden Räumen weit öffnen, um raschen Durchzug zu bekommen)
  3. Tagsüber bei möglichst geschlossenen Türen angemessen heizen
  4. Wer in warmen Räumen nachts nicht schlafen kann, eine halbe Stunde vor dem Zubettgehen noch einmal Stoß- oder Querlüften
  5. Brächte dieses Maßnahmebündel nach einer Woche konsequenter Anwendung immer noch keine rel. Luftfeuchte um die 50%, über Raumentfeuchter nachdenken: https://www.trotec24.com/maschinen/luftentfeuchtung/sparpakete-luftentfeuchtung/... Die elektrischen sind effizienter und letzendlich günstiger als die mit teurem Trockenmittel nachzufüllenden.

G imager761

Antwort
von Padri, 7

Normalerweise kann bei einer Raumtemperatur und regelmäßigem, richtigen (!) Lüften, nichts passieren. Ich befürchte aber, dass diese Temperatur nicht ständig in allen Räumen erreicht wird. Die Angabe der Zimmer, die sie aufführen, sind auch die Zimmer, die eine eher höhere Luftfeuchtigkeit aufweisen, die morgens (im Bad nach jedem Duschen/Baden) raus transportiert werden muss. Macht man das nicht, entsteht irgendwann Schimmel.

Da man auch regelmäßig falsch lüften kann, sollten Sie Ihr Lüftungsverhalten überprüfen. Falsch ist die Kipplüftung, immer Fenster weit öffnen! Im Winter reichen 5- 10 Minuten. Faustregel: Je kälter es draussen ist, desto kürzer braucht man lüften.

Lüften Sie wirklich das Bad unmittelbar nach jedem Duschen und Baden? Wenn nein, dann müssen Sie das ändern, denn sonst verteilt sich die Feuchtigkeit in der ganzen Wohnung und schlägt sich an den Fenstern überall nieder. Das macht dann nasse Fenster.

Ganz wichtig ist, die Badtüre geschlossen halten, wie auch die Küchentüre beim Kochen. Auch nach dem Kochen ist regelmäßig zu lüften.

Kinderzimmer nicht überheizen, denn oft entsteht dort tropische, verbrauchte Luft. Fenster weit öffnen wenn das Kind sich nicht Zimmer befindet. Danach kann man wieder anheizen.

Im Schlafzimmer haben Sie sicher keine 22 Grad, denn das wäre zu warm zum Schlafen. 17, 18 Grad sind im Winter ideal. Das Schlafzimmer sollte diese Mindesttemperatur vorweisen.

Falls Sie Wäsche in der Wohnung trocknen oder viele Pflanzen haben, dann erhöht auch das die Luftfeuchtigkeit und es muss mehr gelüftet werden als normalerweise.

 

Antwort
von Michipo245, 32

Das hatte ich auch! Im Winter waren die Scheiben sogar von innen vereist. Die Fenster waren alt und schlecht isoliert. Wende dich an den Vermieter, bevor mehr Schimmel auftritt und es heißt ihr seid schuld. Bei mir hat es nichts genützt. Bin dann ausgezogen 

Kommentar von Onki73 ,

Alleine vereiste Scheiben sagen noch nichts über die Schimmelgefahr aus. Kondensiert die Feuchte am Fenster hat man einen Indikator, dass mal wieder Zeit zum Lüften ist. Besser Kondensat am Fenster, als in der Raumecke an der Wand.

Kommentar von Padri ,

Wenn Scheiben von innen vereisen, dann wird ein Raum nicht oder sehr unzureichend beheizt! Das ist nicht Vermieterschuld!

Kommentar von Michipo245 ,

Es ist nicht grundsätzlich Vermieterschuld, da gebe ich dir recht. Bei mir war es allerdings wirklich das alte Haus an dem seit Jahren nichts getan wurde. Konnte im Winter meinen Atem sehen, wenn ich nicht permanent die Heizung anhatte. Kaum war ich ausgezogen, wurden überall neue Fenster eingesetzt.  

Antwort
von pharao1961, 3

Das ist eigentlich kaum zu glauben. Bei 4-6x lüften/Tag und bei 22° Raumtemperatur müßten es schon ganz erhebliche Baumängel sein, wenn dann noch Schimmel entsteht. Fenster auf Kipp oder ganz auf?

Antwort
von herakles3000, 21

Die fenster sind undicht und müssen ersetz bzw repariert werden wendet euch so schnell wie möglich an den vermieter den je schneller das  beseitiegt wird des do eher  ist der schimmel weg, vbzw bildet sich kein neuer,.

Kommentar von 1q3c6njjj ,

Wenn Sie keine Ahnung haben, unterlassen Sie das doch bitte! 

Wenn es zieht, weil die Fenster undicht sind, kann ja viel passieren, aber es entsteht kein Schimmel, dass ist sicher!

Kommentar von lutzd ,

Ich denke auch die Schlussfolgerung ist wirklich absurd

Kommentar von Onki73 ,

Undichte Fenster wirken der Schimmelbildung eher entgegen.

Kommentar von Padri ,

Ohne die Gegebenheiten vor Ort zu kennen, ist ein solcher Rat nicht der richtige. Der Vermieter muss nichts austauschen. Und wenn, entscheidet das ein Fensterfachmann vor Ort.

Licht undichte Fenster wirken im übrigen Schimmelbildung entgegen. 

Kommentar von herakles3000 ,

Undichte fenster fördern die Schimmelbildung deswegen den vermiter informieren den  wen sie die feuchtiegkeit täglich rein lassen wird es im wohnraum schimmel geben eine luftfeuchtiegkeit von 60 grad wird schimmel produzieren..Manchmal reicht es auch  die fenster  unten  zu isolieren mit dem richtiegen isolierband aber das mus  vor ort entschieden werden auhc kann schimmel durch ein baumange auftreten oder  auch entschten wen es an außenwände ständieg  vorregent,

Kommentar von Spiff123 ,

Aua

Antwort
von 1q3c6njjj, 25

Melde es dem Vermieter und fordere ihn zur Mangelbeseitigung auf. Mit Fristsetzung:

"Beseitigen Sie den Schimmel unverzüglich, spätestens bis zum ...(heute+14Tage)" Fordern Sie Ihn auch auf, eine Zwangsbelüftung in die Fenster einzubauen, damit die Feuchtigkeit auch abzieht, wenn die Fenster geschlossen sind, man kann ja schlecht 23 Stunden am Tag lüften. 

In den Neunzigern hat man die Fenster gerne besonders dicht gebaut, wegen der Energieeinsparung.

Kommentar von lutzd ,

Und sie glauben ernsthaft das liegt an zu dichten Fenstern? Sie Fordern die leute hier zu einem Rechtsstreit auf den Sie nicht gewinnen können.
Für solch eine Empfehlung haben sie viel zu wenig Fakten. Solange keine ursache festgestellt wird hat man nur den Vermieter in Kenntnis zu setzen das Schimmel da ist. Der Entscheidet das weitere Vorgehen. Seien sie sich sicher wenn vorher tatsächlich kein Problem war wird er die Kündigung aussprechen.

Kommentar von 1q3c6njjj ,

Welcher Rechtsstreit? 

Dem VM muss der Mangel unverzüglich angezeigt werden und der Mieter hat ein Recht auf schnellstmögliche Mangelbeseitigung (Pf 535 BGB). Um diesen Mangelbeseitigungsanspruch notfalls rechtlich durchsetzen zu können, ggf. auch Ersatzmaßnahem durchzuführen, muß der VM in Beseitigungsverzug gesetzt werden, und zwar mittels Frist und angemessener Nachfrist (üblich 10 Werktage).

So, und nun teilen Sie uns noch mit, wieso der VM kündigen sollte?

Kommentar von Padri ,

Stellt sich heraus, dass ein Nutzer falsch lüftet und heizt, kann nach erfolgloser Abmahnung durch den Vermieter auch gekündigt werden um weiteren Schaden der Wohnung zu verhindern.

Kommentar von 1q3c6njjj ,

Da haben Sie natürlich recht, rein theoretisch natürlich. Oder hätten Sie auch ein AZ zum Thema? Ich denke nicht. Aber trotzdem ein schöner Gedanke, aus VM-Sicht.

Kommentar von Padri ,

Schließe mich dem Kommentar von lutzd an. Niemand weiß hier wie die Wohnung aussieht und wie der Nutzer wirklich lüftet und heizt, ob er Wäsche trocknet etc. Hier zu raten, der Vermieter müsse eine Zwangsbelüftung einbauen, ist ein grottenfalscher Rat. Lüftet ein Nutzer richtig, muss auch keine Zwangsbelüftung her.

Nasse Innenfenster deuten zudem fast immer auf ein falsches Heiz- und Lüftungsverhalten hin. Wo man Fenster öffnen kann, muss auch keine Zwangsbelüftung sein.

Kommentar von 1q3c6njjj ,

Alles richtig was sie schreiben. Am besten ist dann wohl, man schließt die Fenster im Zweifel gar nicht mehr. Wozu hat die HWK nur die Bauhandwerkerausbildung erfunden?

Antwort
von wildpark3, 24

Immer dem VM melden. Dazu bist du verpflichtet..

Kommentar von Onki73 ,

Richtig, aber oftmals passiert danach nichts weiter, als dass der Schimmel weiter wächst.

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