Schimmel erkennen- Am Schimmel Unzureichendes Lüftungsverhalten oder fehlerhafte Bausubstanz erkennen?

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8 Antworten

Alle Häuser wurden zu "ihrer" Zeit gebaut. Üblicherweise nach den zur Bauzeit geltenden Gewohnheiten und Normen.

In den 70er Jahren wurde noch nicht so sehr darauf geachtet, Wärmebrücken konsequent zu vermeiden. Aber das macht nichts, denn auch solche Häuser können schimmelfrei bewohnt werden. Die Belüftung muss dem jeweiligen Haus angepasst werden. Wenn früher kein Schimmel auftrat und bei den neuen Mietern plötzlich schon, ist das ein starkes Indiz.

Grundsätzlich kann man sagen: Wenn die Feuchtigkeit im Haus entsteht und sich irgendwo niederschlägt, sind die Mieter schuld. Kommt die Nässe jedoch von aussen, kann ein Baumangel oder -schaden vorliegen.

Beispielsweise ein Riss in der Fassade, durch den Regenwasser eindringt.

Ein Sachverständiger kann das sehr leicht feststellen: Er hat ein Messgerät, mit dem die Feuchte der Wand in unterschiedlichen Tiefen gemessen wird. Ist die Wand innen feucht und sie wird nach außen immer trockener, kommt die Feuchtigkeit von innen. Ist es weiter außen nässer als an der Innseite, kommt die Nässe von außen. Da kann der Mieter auch nichts manipulieren.

Für Mieter, die vorher ein "trockenes" Haus gewohnt waren, ist es u. U. schwierig, sich auf die neue Situation einzustellen. Eine Erklärung, wie man richtig lüftet ist die eine Sache, einen Schimmelwächter aufzustellen, ist eine hervorragende weitere Möglichkeit für den Mieter zu beobachten, wie sich die Luftfeuchtigkeit ändert und kann zur richtigen Erziehung sehr gut beitragen.

Als unsere Tochter z. B. in ihre Mietwohnung gezogen ist, trat an einer Stelle sehr bald ein Fleck an einer Außenwand auf. (Wäschetrocknung in der Nähe dieser Stelle innerhalb der Wohnung.) Ich erklärte ihr, wie das kommt und besprach, wie sie es künftig anders machen kann. Gleichzeitig schenkte ich ihr einen "Schimmelwächter". Diesen hat sie so aufgestellt, dass sie ihn ständig im Blick hat und sich entsprechend danach richten kann. Problem gelöst!

Der Schimmelwächter zeigt nicht nur die momentane Feuchtigkeit an, sondern er zeigt auch die Veränderung in den letzten Stunden, sodass sie z. B. morgens gut sehen kann, wie die Feuchtigkeit nachts nach oben ging und ebenso, wie sie nach dem Lüften schlagartig nach unten ging und wie sie sich wieder erhöht beim Kochen, Duschen oder Wäsche aufhängen. Steigt die Feuchtigkeit bis zu einem gefährlichen Wert, fängt das Ding erst an zu blinken und danach kommt auch noch eine akustische Warnung dazu, sodass man als Bewohner sofort eingreifen kann, wenn es kritisch wird.

65 % sind eindeutig zu hoch. Optimal ist die Feuchtigkeit bei einem Wert zwischen 40 und 50 und bis 60 wird immer noch als gut angezeigt.

Leih Deinen Mietern ein solches (oder ähnliches) Gerät. Es kostet nicht die Welt, wird sie und Dich aber vor unnötigem Ärger in der Zukunft bewahren, wenn sie sich danach richten. Hier findest Du das Gerät, das ich besorgt habe:

http://www.voelkner.de/products/553669/Digitales-Schimmelradar-30-5032-TFA.html?frm=ffs__schimmel

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Kommentar von bwhoch2
18.03.2016, 10:21

Danke für die Auszeichnung. Freut mich, wenn mein Tipp hilfreich für Dich ist.

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Schimmelpilze sind überall in der Luft. Erst wenn sie einen passenden Nährboden finden können sie sich vermehren. Das kann dann eine ganze Kolonie verschiedener Pilze sein. Die lieben es einfach feuchtwarm. Aus der Art des Schimmels kann also nicht auf die Ursache geschlossen werden.

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Ein intensives Gutachten kann Aussage darüber treffen,das ,wenn es so ist,nicht richtig und nicht lange genug gelüftet wurde.Die Feuchtigkeit ,die von innen in die Wände eingedrungen ist,wegen zu hoher Luftfeuchte,stellt sich anders dar ,als die Feuchtigkeit die durch Kältebrücken,Wärmebrücken,andere Baumängel entstanden ist,und Schimmelverursacher wäre.Die Tatsache das die Rollos bis Mittag geschlossen gehalten sind,ist ein starker Hinweis darauf,das nicht sachgerecht gelüftet wird.Sachgerechtes lüften ist: Grundsätzlich 3 mal täglich stoßlüften,mit Durchzug und geöffneten Fenstern in allen Räumen.Dauer:Bei strengem Frost 1-2 Minuten,ansonsten 3-10 Minuten,je nach Temperatur.Zusätzlich in Küche und Bad,nach jeder Wrasenentwicklung durch Kochen,Baden,Duschen.Hier können Beobachtung durch einen Detektiv (z.B.) eine große Hilfe sein.Wenn bewiesen ist,das der Mieter für den Schaden verantwortlich ist,kannst Du Ihn für alle entstandenen Kosten in Regreß nehmen.Ich hoffe,es kann bewiesen werden.Viel Glück.

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Wenn es 15 Jahre lang kein Schimmelbefall im Hsus/ der Wohnung  gab, und jetzt wieder abwischbarere Schimmelbefall da ist, deutet alles auf das Verschulden (Mangelnde Lüftung) des Mieters hin!  Auch wenn der Mieter vor Eintreffen des Gutachters gut lüften sollte, wird der Schimmelbefall ja nicht von oberhalb der Tapete ins Mauerwerk ziehen. Hast du bei deiner Begehung den Wert der Luftfeuchtigkeit dokumentarisch festgehalten? Aber 65% Luftfeuchtigkeit sprechen schon eine deutliche Sprache.

Vllt solltest du den Gutachter bitten, auch eine Feuchtigkeitsmessung IM Mauerwerk durchzuführen.

http://bausachverstaendige.info/feuchtemessung-wand/

http://www.schimmel-im-haus.ch/schimmelpilz-durch-hohe-luftfeuchtigkeit.htm

LG 

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An der Art der ca. 250.000 möglichen Arten von Schimmel kann man nicht auf die Ursache schließen. Wichtig ist die Zeugenaussage der Tante. Blöd nur, dass Zeugen von Verwandten und Verschwägerten kaum Beachtung geschenkt wird! Ein Sachverständiger kann einen Datenlogger aufstellen, der 14 Tage lang minütlich Luftfeuchtigkeit und Lufttemperatur aufzeichnet. Sollte der Mieter in der Zeit dann ordnungsgemäß heizen und lüften, wird sich der Schimmel jedenfalls nicht stark vermehren und man könnte wieder auf Lüftungsmängel schließen. Heizt und lüftet er weiterhin nicht, oder falsch, sieht man das anhand der Auswertung ebenfalls.

Das Haus ist aus Bj. 1970. Es gab seinerzeit zur Bauzeit weder EnEV noch Wärmeschutzverordnung. Selbst Wände aus Pappe hätten dem nicht vorhandenen Energiestandart entsprochen - und was früher keine Baumängel sind - das sind heute auch keine! Also lehne dich mal entspannt zurück :-)


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Als Laie kann man nicht erkennen, wie der Schimmel entstanden ist. Es mag hierfür Indizien geben (beispielsweise der Abwischbare Schimmel), aber ein eindeutiger Nachweis ist hier nicht möglich.

Ich hätte hier einen sogenannten Datenlogger über einen Zeitraum von vielleicht 6 Wochen aufgestellt und Raumfeuchte sowie die Raumtemperatur über diesen Zeitraum analysiert.

Eine Messung über wenige Stunden, bzw. eine spontane Messung macht keinen Sinn, da sich dann der Mieter mal kurzzeitig um korrektes Heiz- und Lüftungsverhalten bemühen wird.

Über einen Zeitraum von mehreren Wochen wird er das aber nicht schaffen.

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Kommentar von IGEL999
09.03.2016, 22:04

Da das ein Eingriff ins Oersönlichkeitsrecht darstellt, muss der Mieter aber zustimmen (schriftlich). Sonst darf der Logger nicht vor Gericht und für das GA verwendet werden!

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Meine persönliche Meinung auf Grund von jahrelanger Erfahrung mit Schimmel:

65 % Luftfeuchtigkeit ist zu hoch und deutet auf unzureichendes Lüftungsverhalten des Mieters hin. Unter Umständen auch noch Wäschetrocknen in der Wohnung.

Schimmel oberhalb der Fenster deutet auf "Kippfensterlüftung" hin und ist damit auch ein Verschulden des Mieters.

Und ja, der Mieter könnte durch richtiges Lüften und Heizen jetzt ein ordentliches Raumklima erzeugen und damit den Gutachter "verunsichern".

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Kommentar von ChristianLE
09.03.2016, 14:18

65 % Luftfeuchtigkeit ist zu hoch und deutet auf unzureichendes Lüftungsverhalten des Mieters hin.

Nein, 65% liegen (gerade noch) im Rahmen.

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Der Fachmann kann Kältebrücken entdecken. 

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Kommentar von IGEL999
09.03.2016, 22:06

...die gibt es nicht. Die heißen Wärmebrücken!!!

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