Frage von Thylacine, 617

Schimmel auf Tapeten und Decken - was tun?

Hallo, ich bin vor ca. einem Jahr umgezogen und habe mittlerweile mit Erschrecken feststellen müssen, dass manche Tapeten (im Flur an der Eingangstür) und in der Küche an der Decke etwas Schimmel ansetzt. Ich möchte nur ungerne den Vermieter einschalten, da ich befürchte, dass er mich dafür verantwortlich machen könnte, aber mir ist dennoch klar, dass ich schnellstens etwas unternehmen sollte. Allerdings hatte ich so ein Problem noch nie und kann daher auch nicht beurteilen, ob es z.B. reicht, wenn ich mir im Baumarkt oder so ein Anti-Schimmel-Spray hole, oder ob ich die Stellen neu streichen bzw. neu tapezieren muss, oder ob das in der Wand drin ist und Spezialisten ran müssen... Ich habe von solchen Dingen einfach keine Ahnung. Könnt ihr mir vielleicht ein paar Anhaltspunkte geben, damit ich beurteilen kann, ob ich das selber in den Griff kriege oder nicht?

Antwort
von Onki73, 303

Den Schimmel mit Isopropanol/Alkohol/Spiritus kräftig einsprühen und nach kurzer Einwirkzeit abwischen. Befallene Tapeten entsorgen, Leim von der Wand abwaschen und am besten mit Kalkspachtel die Oberfläche spachteln/glätten und mit Kalkfarbe oder Silikatfarbe streichen.

Dort wo Schimmel entsteht, liegt immer eine erhöhte Oberflächenfeuchte vor. Die Oberflächenfeuchte darf zur Schimmelvermeidung nicht dauerhaft über aw 0,7 liegen, was einer rel. Luftfeuchtigkeit an der Oberfläche von 70% entspricht.

Man kann die Luftfeuchte direkt an der Oberfläche schlecht messen, daher wird sie über die allgemeine Raumlufttemperatur und der Luftfeuchte im Raum und der Oberflächentemperatur an der Wand mittels Luftfeuchtetabellen ermittelt.

Luft hat die Eigenschaft, wenn sie erwärmt wird, mehr Wasserdampf aufzunehmen. In diesem Zusammenhang sinkt die rel. Luftfeuchte der Luft, sie wird trockener. Im Umkehrschluß wird Luft feuchter, wenn die abkühlt. Die rel. Luftfeuchte steigt an.

So wird im Winter kalte Luft mit hoher relativer Luftfeuchte ins Zimmer gelüftet. Dort erwärmt sich die Luft, die relative Luftfeuchte sinkt ab und die Luft kann Feuchte wieder aufnehmen (Atmung/kochen/duschen), die mit der Lüftung nach draußen transportiert wird.

Wird die Wohung mit einem hohen Warmluftanteil beheizt, den alle Heizkörper (Ausnahme HK Typ 10) bieten, so ist die Raumluft warm und diese erwärmt die Oberfläche der Außenwände. Hierbei kühlt die Raumluft vor der Außenwandoberfläche aus, wobei sich die rel. Luftfeuchte erhöht.

Den Wert der rel. Luftfeuchte in direktem Wandkontakt übernimmt die Wandoberfläche im Laufe der Zeit durch Feuchteausgleich. Ist die Oberflächenfeuchte höher als die rel. Luftfeuchte davor, so wird die Oberfläche getrocknet. Ist die rel. Luftfeuchte höher als die Oberflächenfeuchte, so wird die Wandoberfläche befeuchtet.

Zum Trocknen der Wand muss sich also in direktem Wandkontakt immer einer trockener Luft befinden, im Vergleich zur Wandoberflächenfeuchte. Je stärker diese Differenz ist, um so schneller erfolgt die Trocknung der Wand.

Durch Lüftung wird die allgemeine Raumluftfeuchte gesenkt. Diese trockenere Luft erreicht nun die Wandoberfläche und feuchtet aber alleine schon durch Auskühlung vor der Wandoberfläche wieder auf, ohne dass die Luft Wandfeuchte übernommen hat.

Wird durch winterliche Lüftung also kalte Luft von draußen mit 90% rel. Luftfeuchte ins Zimmer gelüftet kann diese durch Erwärmung gut auf 40% Luftfeuchte getrocknet werden. Kühlt diese Luft im Zimmer nun vor der Außenwand wieder ab, so kann sich der Luftfeuchewert - in Abhängigkeit von der Wandoberflächentemperatur - auf 60-70% wieder ansteigen, womit der Trocknungsefekt für die Wandoberfläche sehr begrenzt ist.

Ich plädiere deshalb immer für mehr Wärme an die Wandoberfläche, z.Bsp. durch mehr Wärmestrahlung der Heizanlage. Die Wärmestrahlung erwärmt Oberflächen direkt und läßt die Raumluft kühl. Die Raumluft erwärmt sich dann erst zweitrangig an der Oberfläche.

So kann man beispielsweise 90% feuchte, winterlich-kalte Luft in sein Zimmer lüften, die im Zimmer durch Erwärmung auf 40% Luftfeuchte trocknet. Diese trockene Luft erreicht nun die warme Wandoberfläche und bekommt nun dort durch Erwärmung Luftfeuchtewerte von 10-30% rel. Luftfeuchtigkeit. Hier ist nun wegen der großen Differenz der trockeneren Luft zu der ggf. feuchten Wandoberfläche der Trocknungseffekt für die Wand sehr groß und die Trocknung erfolgt schnell.

Daher ist es also nicht nur wichtig,  dass das Zimmer gelüftet wird, es ist mindestens genau so wichtig, dass die Temperatur der Wandoberfläche nahe der Raumlufttemperatur (oder sogar darüber) liegt, um eine Luftauskühlung mit der zwangsläufigen Steigerung der rel. Luftfeuchte an (vor) der Wandoberfläche zu vermeiden.

Kauf Dir ein Infrarotthermometer und messe damit die schimmelgefährdeten Wandbereiche. In der Regel sind das die Bereiche, wo die Warmluft der Heizung nur noch unzureichend zur Oberflächenerwärmung hinkommt - in Raumecken, an der Scheuerleiste vor der Aussenwand, hinter großen Möbelstücken vor der Außenwand, etc.

Hier sollte die Differenz der Oberflächentemperatur bei normaler Raumluftfeuchte von 50% nicht wesentlich größer als 5°C sein. Ist die Differenz größer, so besteht Schimmelgefahr, ebenso bei feuchterer Raumluft. Raumluftfeuchten über 70% bedeuten generell Schimmelgefahr, da ist die Temperatur der Wandoberfläche dann fast nebensächlich.

Zur dauerhaften Schimmelvermeidung also regelmäßig Stoßlüften und für eine bessere Erwärmung der Wandoberfläche sorgen. Zeitweilig hilft eine Rotlichtlampe bei kleinerer Stelle zum Trocknen. Die Möbel mit etwas Abstand vor die Wand stellen. Nachtabsenkung der warmluftlastigen Heizung vermeiden, da diese Heizung beim Anheizen zwar die Luft schnell erwärmt, die Wandoberfläche aber - wegen der thermischen Trägheit - mit ihrer Oberflächentemperatur der Raumlufttemperatur noch lange Zeit hinterher eilt.

Die Türen zwischen unterschiedlich warmen Räumen stehts geschlossen halten.

Antwort
von Hardware02, 236

Kauf dir Dan Klorix, damit geht der Schimmel erst einmal weg. Er kommt aber nach einigen Wochen wieder. 

Die Wohnung ist wohl zu kalt und zu feucht. Lüfte also öfter, vor allem z.B. nach dem Duschen oder wenn du Wäsche in der Wohnung trocknest. Und es ist auch nicht gut, nur einen Raum zu heizen und die anderen kalt zu lassen. 

Mit dem Vermieter würde ich auch sprechen und ihn davon in Kenntnis setzen, dass du die Tapete entfernst un die Wohnung streichst. Und das würde ich dann auch bei Gelegenheit tun. Das ist nicht schwer, und die einzigen Kosten sind die Kosten für die Farbe. Nimm nicht die billige, sondern gute Farbe, z.B. Alpina - du brauchst damit weniger Zeit, weil diese stärker deckt. Je nachdem, wie viel Fläche da betroffen ist, bist zu mit ca. EUR 40,- das Problem los.

Antwort
von nutsnbolts, 308

Die Luftfeuchtigkeit in jenen Räumen ist definitiv zu hoch. Bis Du die eigentliche Ursache gefunden hast, empfehle ich Dir dringend, einen elektrischen Luftentfeuchter (kostet ca. 140€) aufzustellen. Sobald Du die relative Luftfeuchtigkeit auf einen Wert von rund 60% gesenkt hast, stoppt das Schimmelwachstum.

Die befallenen Flächen sprühst Du mit PUFAS Schimmelvernichter (Achtung: Chlorhaltig - mit Gummihandschuhen arbeiten / gibt's im Malerfachhandel) ein und wischst dann die Tapeten vorsichtig und ohne sie zu zerstören mit leicht angefeuchteten Haushaltstüchern (nach Gebrauch entsorgen) ab. Das sollte funktionieren.

Antwort
von Tim2k12, 266

Normalerweise muss sich der Vermieter darum kümmern, da es Gesundheitsschädlich ist. Sagen wird er aber, dass du mehr lüften sollst.

Könntest es mal mit besonderer Schimmelfarbe aus den Baumarkt versuchen. Hat bei mir im Bad gut geholfen.

Antwort
von sol76, 215

auf gar keinen Fall sprühen! !! und chlor ist im innenraum schlimmer als dr meiste schimmel;-) guck doch mal bei schimmelberatung niedersachsen weg muss er, aber viel wichtiger ist ja, dass du verstehst, warum schimmel kommt um langfristig eine lösung zu haben.lg

Antwort
von WolfsNala, 213

Wenn der Schimmel nur oberflächlich ist reicht es,die Tapete herunter zu kratzen & mit anti-Schimmel-Farbe  die Stelle zu bearbeiten. Wenn du Pech hast & bereits das Gemäuer befallen ist,muss im schlimmsten Falle die Wand niedergerissen werden ! Warte auf keinen Fall zu lange,denn Schimmelpilze sind schwerst Gesundheitsschädlich !!!

Und sag dem Vermieter Bescheid ! DER muss eigentlich für die Kosten aufkommen,laut Gesetz ! Wenn er sich weigert,ruf einfach einen Gutachter vom Gesundheitsamt & lass dir den Schaden schriftlich bestätigen ! Dann hat er meist keine andere Wahl,als nachzugeben ! Und wenn alle Stricke reißen,dann geh vor Gericht ! Er MUSS auf jeden Fall die Beseitigung des Schimmelpilzbefalls bezahlen !

Antwort
von Matzeee12345, 221

Diese Baumarkt Wunder Mittel kannst du alle in die Tonne klopfen. Sie Schränken den Schimmel vll für kurze Zeit ein aber im Endeffekt bleicht das Chlor die Stellen nur aus.
Tapeten müssen auf jedenfall weg wenn der Putz auch befallen ist muss dieser auch erneuert werden

Antwort
von dietar, 198

Dein Problem ist, dass du die durch normales Wohnen entstehende Feuchtigkeit nicht los wirst. Wnn das so ist, entsteht unweigerlich Schimmel. Die bequeme Art  sich den Ärger vom Hals zuhalten, besteht darin, dem Mieterb die Schuld in die Schuhe zu schieben. Durch normale Lüftung wirst du die Feuchtigkeit nicht los. Auch das Allheilmittel "Stoßlüftung" macht die Sache nicht besser. Du kannst entweder eine Lüftung für jeden Raum einbauen oder einen "-3 KW Wrasenlüfter in der Küche einbauen. Dann musst du sehen, dass das Abluftrohr die entsprechende Grösse hat. 500 - 600 mm! Wenn du die Anlage zweimal am Tag 15 Minuten laufen lässt, ist die Wohnung trocken und es entsteht kein Schimmel.

Kommentar von Onki73 ,

Dietar, lass mal die Kirche im Dorf. Wer kann in der Mietwohnung schon 50cm große Löcher in die Fassade hacken???

Diese Entlüftung ist nur hilfreich bei entsprechendem Anfall von Luftfeuchtigkeit durch Kochen, etc. Nicht jeder hat eine Großküche zu Hause. Diese Lüftung schafft in den 15 min mit Sicherheit 15 komplette Luftwechsel, wobei 14 Luftwechsel davon unnötig sind.

Die Wände müssen die Gelegenheit haben, ihre Feuchtigkeit an die Raumluft abzugeben. Das braucht Zeit. Daher ist beispielsweise ein stündliches stoßlüften weit aus sinnvoller, als ein zwei Mal am Tag einen Orkan durch die Wohnung zu jagen.

Antwort
von schlonko, 206

Es gibt ja im Netz genug Anleitungen über "richtiges Lüften" usw. Wenn Dein Vermieter auf Stress aus ist, wird er die Ursache für den Schimmelbefall natürlich erst in Deiner Lebensführung suchen. Tust Du also etwas dazu, dass die Wohnung schimmelt? Gibt es z.B. neue Kunststofffenster? Die schließen erstmal hermetisch das Raumklima ein, Küchendampf und Duschnebel bleiben in den Wänden hängen.. dann wird die Ursache im 20 l Aquarium oder dem nicht geschlossenen Klodeckel gesucht, die zu übermäßiger Verdunstung führen. Wenn Du all das ausschließen kannst, liegt es einfach an der Wohnung. Dafür gibt es viele Gründe, doch gerade Neubauwohnungen schimmeln heute sehr schnell, weil das Mauerwerk nicht mehr über Winter im Rohbau austrocknet, sondern das komplett verputzte Haus in einem Sommer hochgezogen wird. Schnell und super, wie alles heute.. Wenn Du nicht Schuld bist, sag schnellstmöglich dem Vermieter Bescheid! Sonst wird das nur schlimmer. Schimmel ist wirklich nicht gut für Deine Gesundheit! Atemwegserkrankungen, Immunsystem..

Antwort
von sol76, 199

AU WEIA, bloss nicht sprühen!!! abgesehen davon dass chlor oft toxischer ist als die meisten schimmelarten, verteilt man die sporen in alle richtungen. hol dir anständige tipps/ unterstützung oder mach auch einen test, ob gesundheitgefährdung vorliegen könnte??? mir hat damals mykofund sehr geholfen. persönlichen support gabs auch telefonisch dazu.

alles gute

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