Frage von Lisanna00, 68

Schilddrüseunterfunktion, hilfe?

Hallo, Es wurde bei mir eine Schilddrüsenunterfunktion festgestellt und daraufhin habe ich sofort Tabletten verschrieben bekommen. Nun, ich bin ein juges Mädchen und ich denke nicht, dass es okay ist in meinem Alter jeden Tag Hormone zu sich zu nehmen. Das ist doch ein großer Eingriff in den Körper.

Kennt jemand Alternativen? Kann ich trotz einer unterfunktion abnehmen? Hat jemand Erfahrungen? Sollte ich vielleicht doch die Tabletten nehmen? Ich kann mich nicht entscheiden.

LG Katja

Antwort
von AnglerAut, 20

Es gibt im wesentlichen 2 Wirkstoffe, die du verschrieben bekommen kannst. Das Hormon selbst oder eine Vorstufe davon, dass der Körper dann wiederum selbst umwandelt oder auch beide gemischt, je nach Stärke deiner Unterfunktion.

Wenn du dann mit diesen Wirkstoffen richtig eingestellt bist, der Körper reguliert mithilfe der Vorstufe das ganze selbst mit, dann wirst du fitter sein, deine Verdauung wird besser funktionieren und insgesamt steigt deine Lebensqualität.

Insgesamt wird einfach der Zustand hergestellt, der vorhanden wäre, wenn deine Schilddrüse voll funktionsfähig wäre. Wenn du sonst gesund bist und keine Komplikationen zu erwarten sind, dann nimm die Tabletten und probiere es zumindest aus.

Antwort
von rommy2011, 17

mit L-Thyroxin wird deinem Körper lediglich das zugeführt, was ihm fehlt. Du nimmst also keine Tablettezusätzlich sondern als Ersatz für einen Mangel.

Ich finde es sehr wichtig, dass dich dein Arzt mal richtig aufklärt über die Symptome bei Unterfunktion: dir können die Haare ausgehen, du kannst sehr stark zunehmen, ständig müde sein usw. usw.

Bist du bei einem Nukleararzt gewesen, der deine Schilddrüse per Ultraschall untersucht hat und der dir aufgrund des Blutergebnisses das L-Thyroxin verschrieben hat ? oder warst du nur beim Hausarzt?

Informiere dich mal genau über das "Krankheitsbild" bei Unterfunktion, dann leuchtet dir sicher auch ein, wie wichtig es für dich und deinen gesamten Organismus ist, die "Tablette" zu nehmen. und zwar täglich!

Antwort
von sonrec, 26

Bespreche deine Bedenken mit einem Arzt, der sollte das ernst nehmen. 

Normalerweise sind die Tabletten so dosiert, dass der Hormonhaushalt wieder ins Gleichgewicht kommt (der Mangel ist ja auch ungesund) und du dich besser fühlen solltest als ohne. 

Hör dich mal um, es nehmen wirklich sehr viele Menschen Tabletten wegen der Schilddrüse (ich auch und mir geht es jetzt viel besser obwohl ich mich erst dagegen gewehrt habe).

Wenn du noch jung bist entwickelt sich dein Körper ja noch weiter, vielleicht brauchst du die Tabletten später nicht mehr.....

Antwort
von hauseltr, 14

Es ist kein Eingriff in deinem Körper, sondern ein Ersatz für das Hormon, das eine gesunde Schilddrüse selber erzeugt. Übrigens wirst du diese Hormone dein Leben lang zu dir nehmen müssen!

Ich mache das auch schon seit mindestens 15 Jahren.

Schilddrüsenhormone erhöhen bei Erwachsenen die Stoffwechselaktivität
nahezu sämtlicher Körpergewebe. Funktionsstörungen der Schilddrüse
wirken sich daher in der Regel auf den gesamten Organismus aus und
können nahezu jedes Organ in Mitleidenschaft ziehen.

Mediziner behandeln eine Schilddrüsenunterfunktion mit dem
Hormonpräparat Thyroxin. Eine aktuelle Studie zeigt: Das
Schilddrüsenmedikament kann möglicherweise auch vor Darmkrebs schützen.

Antwort
von Zeitmeister57, 23

Natürlich musst Du diese Hormone zu Dir nehmen. Deine Schilddrüse produziert ja zu wenig davon. Dazu gibt es auch keine Alternative!

Nimmst Du das Schilddrüsenhormon nicht hast Du langfristig mit den folgenden Konsequenzen zu rechnen:

Bei schwerer, lang bestehender und unbehandelter
Schilddrüsenunterfunktion können verlangsamter Herzschlag, erniedigter
und speziell ein erhöhter diastolischer Blutdruck (zweiter
Blutdruckwert) auftreten. Die Herzkranzgefäße können verkalken und es
kann zu einer Herzmuskelschwäche oder einem Herzbeutelerguss kommen.

Alles klar ??


Antwort
von Enderjenny, 36

Meine Mutter hat eine Schilddrüsenunterfunktion und darf nicht aktiv Sport machen. Sie hat ihre Figur total in den Müll deshalb gekloppt und sozusagen hat die Schilddrüsenunterfunktion ihr Leben zerstört

Kommentar von sonrec ,

Hab ich auch und mache Sport!? Mir hat niemand davon abgeraten und es gibt wirklich jede Menge schlimmere  Krankheiten.

Kommentar von Enderjenny ,

Meine Mutter hatte keine Luft bekommen, wenn sie "gelaufen" ist und wenn sie draußen an der kalten Luft War musste sie Schal anziehen, weil sie sonst umkippen könnte... (erzählt sie mir und bekomme ich manchmal mit)... könnte auch sein, dass das einfach nur an ihrem Knie liegt... Naja

Antwort
von Holger1002, 14

Hat man denn die Ursache dafür gefunden, dass Du zuwenig Hormone bildest?

Manchmal liegt eine Vitamin-D-Unterversorgung zugrunde. Das würde ich zunächst einmal messen lassen, bevor ich zu Medikamenten greife.

Kommentar von Holger1002 ,

Die Schilddrüsenunterfunktion

Die bekannten Ursachen einer Schilddrüsenunterfunktion,
auch Hypothyreose genannt, können vielfältig sein. Liegt eine Störung
der Drüse selbst vor, spricht man von einer "primären Hypothyreose".

Eine "sekundäre Hypothyreose" liegt in einer Störung der Hypophyse
begründet und die "tertiäre Hypothyreose" geht mit einer Fehlfunktion
des Hypothalamus (oberstes Regulationszentrum sämtlicher vegetativen und
endokrinen Vorgänge) einher.

Primäre Hypothyreose

Sie ist die mit Abstand am häufigsten anzutreffende Form der
Schilddrüsenunterfunktion. Sie kann sowohl angeboren sein (wenn die
Drüse zu kein ist oder gar ganz fehlt) oder im Laufe des Lebens erworben
werden.

Handelt es sich um eine erworbene Unterfunktion, so liegt die Ursache
dafür in der Regel in einem Jodmangel begründet. Die äusserlich
sichtbare Auswirkung dieses Mangels zeigt sich in einer Vergrösserung
der Schilddrüse. Aber auch eine zu hohe Medikation einer zuvor
vorhandenen Schilddrüsenüberfunktion sowie die Auswirkung einer
anhaltenden Schilddrüsenentzündung können der Auslöser einer primären
Hypothyreose sein.

Sekundäre Hypothyreose

Bei dieser Form der Unterfunktion ist die Schilddrüse selbst
vollkommen in Ordnung. Die Störung geht von der Hypophyse aus, die
aufgrund einer Schädigung nicht mehr in der Lage ist, ausreichende
Mengen des Schilddrüsen stimulierenden Hormons TSH auszusenden. Die
sekundäre Hypothyreose ist jedoch nur selten anzutreffen.

Tertiäre Hypothyreose

Dieser Form der Schilddrüsenunterfunktion liegt eine Störung des
Hypothalamus zugrunde. Da die Verbindung zwischen Schilddrüse und Gehirn
durch diesen Defekt unterbrochen wird, kommt der Impuls, Hormone zu
produzieren, bei der Schilddrüse nicht mehr an. Auch diese Störung kommt
nur sehr selten vor.

Lesen Sie mehr unter:

http://www.zentrum-der-gesundheit.de/schilddruesenerkrankung.html

Kommentar von Holger1002 ,

Therapie der Schilddrüsenunterfunktion im Zentrum für Schilddrüsenerkrankungen Bornheim (Köln / Bonn)

Bei nachgewiesener Unterfunktion der Schilddrüse führt eine
Beseitigung des Hormonmangels durch Gabe des Schilddrüsenhormon
L-Thyroxin häufig zu einem deutlichen Rückgang der Symptome. Da der
Körper sich erst wieder langsam an den normalen Hormonspiegel gewöhnen
muss, geben wir zunächst nur geringe Hormondosen. Die individuelle Dosis
wird dann von uns anhand von Laborkontrollen und vor allen Dingen dem
Ansprechen der Patienten auf die Hormontherapie festgelegt.

Der bei Schilddrüsenunterfunktion häufig vorkommende  Mangel an Folsäure, Vitamin B12, Vitamin D, Eisen, Magnesium  oder anderen Spurenelementen kann durch Umstellung der Ernährung oder durch Nahrungsergänzung beseitigt werden.

http://www.lunow.de/diagnose/schilddruese/schilddruesenunterfunktion.html

Kommentar von Holger1002 ,

Ernährung bei Schilddrüsenunterfunktion

Ein wichtiger Teil bei der Therapie einer Schilddrüsenunterfunktion
kommt der richtigen Ernährung zu. Wichtig sind Nahrungsmittel mit hoher
Nährstoffdichte, die den Bedarf an Vitaminen, Mineralstoffen und
Spurenelementen und essentiellen Aminosäuren decken.

Besonders, weil eine Schilddrüsenunterfunktion aufgrund des
verlangsamten Stoffwechsels und dem damit verminderten Grundumsatz
oftmals mit einer Gewichtszunahme einhergeht, ist auf eine angepasste Kalorienzufuhr zu achten.

 

Geeignete Lebensmittel für ausreichende Nährstoffzufuhr

Um

den Nährstoffbedarf bei Hypothyreose in ausreichender Menge zu decken,

eignen sich vor allem Gemüse, was wenig Stärke enthält sowie zuckerarmes

Obst. Ebenso sind Fisch, sowie mageres Fleisch, Eier und Milchprodukte

zu empfehlen. Light- und Weißmehlprodukte sowie Fertiglebensmittel sind

hingegen nicht ratsam. Stattdessen sind die gesünderen Varianten aus

Vollkorn (Nudeln, Reis oder Brot) zu bevorzugen.

 

Wichtig: Vitamine, Mineralstoffe & Spurenelemente

Wichtig sind neben einer ausreichenden Zufuhr von Magnesium besonders
die Vitamine A und B12 sowie die Vitamine C und D. Diese Stoffe haben
einen positiven Einfluss auf die Krankheitssymptome wie beispielsweise Lichtempfindlichkeit, Stoffwechselanomalien oder Müdigkeit.

 

Magnesium

Der Körper ist nicht in der Lage, Magnesium selbst zu produzieren und
muss es über die Nahrung zuführen. Laut DGE (Deutsche Gesellschaft für
Ernährung) liegt der tägliche Bedarf zwischen 300mg und 400mg. Der
Mineralstoff ist unter anderem an einer Vielzahl von
Stoffwechselvorgängen im Körper beteiligt. Aufgrund des verlangsamten
Stoffwechsels kann es bei einer bestehenden Schilddrüsenunterfunktion zu
einer verminderten Aufnahme von Magnesium aus der Nahrung kommen. In
der Folge ist es für den Betroffenen selbst bei erhöhter Magnesiumzufuhr
schwierig, einen bestehenden Mangel an dem Mineralstoff auszugleichen.

 

Besonders Therapiebeginn kann Probleme verursachen

Besonders, wenn die Behandlung mit Schilddrüsenhormonen einsetzt,
kann es zu Schwierigkeiten kommen. Zwar verbessert das
Schilddrüsenhormon Thyroxin die Aufnahme von Magnesium in die Zellen,
aber durch die Anregung des Stoffwechsels im Allgemeinen, steigert es
jedoch auch den Bedarf und fördert gleichermaßen die

 

Magnesiumausscheidung

Betroffene haben dabei häufig das Gefühl, gleichermaßen von Symptomen
einer Schilddrüsenunterfunktion bzw. –überfunktion betroffen zu sein.
Besonders, wenn die Schilddrüsenwerte keine Auffälligkeiten zeigen,
sollen an Magnesiummangel in Betracht gezogen werden.

Wichtige Magnesium-Lieferanten sind zum Beispiel Kürbis- und
Sonnenblumenkernen, Leinsamen und Weizenkleie, aber auch Hülsenfrüchte
oder Nüsse.

 

Vitamin A

Vitamin A ist wichtig für alle Symptome, die mit den Augen zu tun
haben wie beispielsweise eine hohe Empfindlichkeit gegenüber hellem
Licht. Es kommt erhöht in Möhren, Leber, Süßkartoffeln, Grünkohl sowie
Spinat vor. Vitmamin A ist ein wichtiges Antioxidans. Dabei kann es das
Immunsystem bei Hashimoto-Thyreoiditis stärken und gilt als genereller
Helfer zur Bewältigung viraler und bakterieller Infektionen.

 

Vitamin B12

B12 ist ein Vitamin das hauptsächlich in tierischen Produkten wie
Milch, Eier, Fleisch und Käse vorkommt. Wer sich allerdings vegetarisch
oder vegan ernährt, kann es auch in Hülsenfrüchten, Kartoffeln und
bestimmten Getreidesorten finden. Zusätzlich sollte in diesem Fall über
eine Zufuhr von B12 über Nahrungsergänzungsprodukte nachgedacht werden.

 

Vitamin C

Vitamin C lindert besonders das unangenehme Symptom der Müdigkeit und
ist in fast allen Südfrüchten ausreichend vorhanden. Toplieferanten von
Vitamin C ist die brasilianische Camu-Camu-Frucht und die
Acerolakirsche. Beide enthalten in getrockneter Form etwa 15g Vitamin C
auf 100g.

 

Vitamin D

Vitamin D ist für die Verhinderung einer Autoimmunreaktion bei einer
unterfunktionierenden Schilddrüse zuständig. Vitamin D wird eigentlich
zu 80% vom Körper selbst geliefert, aber bei einem Hormonmangel kann mit
fetten Seefischen, wie zum Beispiel Lachs, Hering, Aal und Thunfisch
schon eine Verbesserung bewirkt werden. Pflanzliche Vitamin
D-Lieferanten gibt es leider nur wenige, hierzu gehören Pilze und
Avocados.

 

Zink

Auch Zink ist maßgeblich am Stoffwechsel der Schilddrüse beteiligt.
Ein Mangel daran kann beispielsweise das Symptom Haarausfall
hervorrufen. Besonders bei Personen, die unter Hashimoto-Thyreoiditis
leiden, kann eine vorübergehende Zinkzufuhr hilfreich sein, da das
Spurenelement eine entscheidende Rolle für das Immunsystem spielt.

Zu finden ist Zink in tierischen Produkten wie Eiern, Milch und
Fleisch, aber auch in Vollkornprodukten, Nüssen sowie Hülsenfrüchten.

 

Kommentar von Holger1002 ,

Selen

Hilfreich bei der Produktion des Hormones T3 ist das lebensnotwendige
Spurenelement Selen. Die Schilddrüse ist eines der Körperorgane mit dem
höchsten Selengehalt. Es reduziert auch die Bildung von Antikörpern,
welche die Schilddrüse angreifen können. Selen kommt häufig in Produkten
aus Milch, den Getreidesorten Gerste und Sesam, in Nüssen, Kernen,
Gurken und Fisch- sowie Fleischprodukten vor.

 

Selen zusätzlich als Nahrungsergänzung umstritten

Die tägliche Selenzufuhr bei Erwachsenen liegt zwischen 30 bis 60
Mikrogramm, was für gewöhnlich gut über die Ernährung abgedeckt werden
kann. Ob allerdings eine zusätzliche Einnahme von
Nahrungsergänzungsmitteln sinnvoll ist, ist medizinisch eher umstritten.

 

Selenbehandlung teilweise positiv bei Hashimoto-Thyreoiditis

Eine Selenbehandlung ist in jedem Fall für bestimmte Betroffene
nützlich und so hat Selen beispielsweise einen positiven Einfluss auf
den Verlauf einer Hashimoto-Thyreoiditis. In verschiedenen Studien
konnte berichtet werden, dass die Entzündungsreaktionen zurückgegangen
sind und sich das allgemeine Wohlbefinden gebessert hat. Jedoch ist
dieser positive Verlauf nicht bei allen Betroffenen zu verzeichnen. Bei
Hashimoto-Thyreoiditis-Betroffenen, deren Entzündung der Schilddrüse
bereits lange besteht, bringt die zusätzliche Einnahme von Selen nichts,
da die Schilddrüse bereits stark geschädigt ist. Auch ist die
Langzeitwirkung dieser Behandlung noch nicht ausreichend erforscht,
ebenso wenig die Wirkung auf andere Erkrankungen der Schilddrüse.

 

Jod

Fisch ist ein guter Jodlieferant.

Das Spurenelement Jod ist notwendig für den körpereigenen Aufbau der
Schilddrüsenhormone T3 und T4. Bei einer jodmangelbedingten
Schilddrüsenunterfunktion ist eine bedarfsgerechte Zufuhr des
Spurenelements unerlässlich. Nachstehend finden Sie eine Auflistung der
täglich empfohlenen Jodzufuhr nach Altersklassen. Schwangere haben einen
erhöhten Bedarf und sollten darauf achten, diesen auch zu decken, um
eine mögliche Unterfunktion bei sich selbst sowie dem Ungeborenen zu
vermeiden. Nach Absprache mit dem behandelnden Arzt kann die zusätzliche
Einnahme von Jod in Tablettenform hilfreich sein.

http://www.schilddruesenunterfunktion-aktuell.de/ernaehrung/

Kommentar von Holger1002 ,

Schilddrüse und Mikronährstoffmedizin

Die Schilddrüse ist zwar mit einem Gewicht von 18 bis 25 Gramm ein relativ kleines Organ, hat aber eine enorme Bedeutung für denStoffwechsel und den Funktionszustand vieler Organe. Die Schilddrüsenhormone Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4) beeinflussen z.B. den Grundumsatz, das Herz-Kreislauf-System, die Atemregulation, dieBildung roter Blutkörperchen, die Darmfunktion, den Knochenstoffwechsel, den Muskelstoffwechsel, den Lipid- und Kohlenhydratstoffwechsel sowie den Umsatz anderer Hormone. Auch die psychische Befindlichkeit und die kognitive Leistungsfähigkeit sind in einem erheblichen Umfang von der Schilddrüsenfunktion abhängig.

In der Papillon-Studie, einer bundesweiten Ultraschalluntersuchung,
wurden bei einem Drittel der 96.278 Teilnehmer krankhafte
Schilddrüsenveränderungen festgestellt. Fazit der Studie war, dass die
Schilddrüsenerkrankungen echte Volkskrankheiten darstellen, wobei die
Ursache meist ein chronischer Jodmangel ist. Etwa drei Prozent der
Bevölkerung leidet an der chronisch verlaufenden Hashimoto-Thyreoiditis.
Diese ist in Nicht-Jodmangelgebieten die häufigste Ursache für eine
Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) bei Erwachsenen. Der Morbus
Basedow ist mit einer Überfunktion der Schilddrüse verbunden und
betrifft rund ein bis zwei Prozent der Bevölkerung.

Die
Hashimoto-Thyreoiditis ist eine der häufigsten Autoimmunerkrankungen des
Menschen und geht mit einer über Jahre verlaufenden Entzündung der
Schilddrüse einher, die zu einer Zerstörung des Schilddrüsengewebes
führt. Nach einer anfänglichen Schilddrüsenüberfunktion kommt es dann im
weiteren Verlauf der Erkrankung zu einer Schilddrüsenunterfunktion.

Für
die normale Funktion der Schilddrüse sind verschiedene Mikronährstoffe
erforderlich. Das Spurenelement Jod ist ein integraler Bestandteil der
Schilddrüsenhormone und wohl der prominenteste Vertreter der
Mikronährstoffe für die Schilddrüse. Die folgenden weiteren
Mikronährstoffe spielen ebenfalls eine Rolle.

 

Selen

Selen ist ein essentielles Spurenelement, das als Bestandteil
verschiedener Selenoproteine hauptsächlich antioxidative und
immunmodulierende Funktionen innehat. Die Schilddrüse ist neben dem
Gehirn das selenreichste Organ des Körpers. Bei der Bildung der
Schilddrüsenhormone entstehen fortlaufend größere Mengen von
Wasserstoffperoxid, die zur Vermeidung von Schäden mit Hilfe von
Selenoproteinen inaktiviert werden müssen. Bei einem Selenmangel kann
das Wasserstoffperoxid das Schilddrüsengewebe schädigen. Eine wichtige
Rolle spielt Selen auch für die Umwandlung von Tyroxin in Trijodtyronin
und für die Inaktivierung der Schilddrüsenhormone. Eine übermäßige
Anreicherung dieser biologisch sehr aktiven Hormone kann auch schädlich
sein.

In mehreren Studien erwies sich eine Selensupplementierung
als nützlich für die Behandlung der Hashimoto-Thyreoiditis. Mehrfach
konnte eine signifikante Abnahme der Thyreoperoxidase-Antikörper
nachgewiesen werden. Die Thyreoperoxidase ist ein zentral wichtiges
Enzym für die Bildung der Schilddrüsenhormone. Es gibt auch Hinweise,
dass durch eine Selensupplementierung die Lebensqualität und die
Stimmungslage von Hashimoto-Patienten verbessert wird. Selen kann auch
beim Morbus Basedow von Nutzen sein. Italienische Wissenschaftler
untersuchten den Effekt von 2 mal 100 µg Selen täglich auf die
Augenbefunde von Basedow-Erkrankten. Typisch für diese Erkrankung sind
Schwellungen von Bindehaut und Lidern sowie ein Hervortreten der
Augäpfel. Diese Symptome lassen sich durch eine Therapie mit Selen
vermindern.

 

Eisen

Das Enzym Thyreoperoxidase ist eisenabhängig. Seine Funktion wird
durch einen Eisenmangel beeinträchtigt. Daraus kann man schließen, dass
ein Einsenmangel die gesamte Schilddrüsenfunktion beeinflusst. In einer
Studie einer Münchner Universitäts-Ambulanz wurden bei 188
Schilddrüsenpatienten die Spiegel des Eisenspeicherproteins Ferritin
bestimmt. Bei den Personen mit einer niedrigen Ferritinkonzentration
(< 30 µg/ l) lagen die Konzentrationen des freien T3 und freien T4
signifikant niedriger als bei den Personen der Kontrollgruppe.

Bei
Funktionsstörungen der Schilddrüse sollte unbedingt auch auf einen
möglichen Eisenmangel geachtet werden, wobei hiervon hauptsächlich
Schwangere, Heranwachsende und Frauen im gebärfähigen Alter betroffen
sind.

 

Kommentar von Holger1002 ,

Zink

Zink ist an vielen biochemischen Prozessen beteiligt. Die
Schilddrüsenhormone beeinflussen den Zinkstoffwechsel. Ein Zinkmangel
wiederum beeinflusst die Schilddrüsenfunktion. Türkische Wissenschaftler
konnten in einer Studie bei Patienten mit verschiedenen
Schilddrüsenerkrankungen nachweisen, dass der Zinkspiegel im Serum mit
der Größe einer Struma, mit den Schilddrüsen-Autoantikörpern bei
Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse und mit der fT3-Konzentration bei
Patienten mit normaler Schilddrüsenfunktion korreliert.

Die
Schilddrüsenhormone verhindern die Synthese des Enzyms Carboanhydrase,
eines wichtigen zinkhaltigen Enzyms, in den roten Blutkörperchen.

Die
Zinkkonzentration in den roten Blutkörperchen ist ein Marker für die
mittlere Schilddrüsenhormonkonzentration - so ähnlich wie das HbA1c,
welches die Blutzuckereinstellung bei Diabetikern widerspiegelt.
Japanische Wissenschaftler konnten nachweisen, dass die
Zinkkonzentration in den roten Blutkörperchen bei Patienten mit
dauerhafter Schilddrüsenunterfunktion deutlich niedriger ist als bei
Patienten, die unter einer vorübergehenden Unterfunktion litten. Durch
die Bestimmung der Zinkkonzentration kann man also unterscheiden, ob
eine Therapie mit Schilddrüsenhormonen notwendig ist oder nicht.

 

Vitamin D

Vitamin D ist auch ein wichtiger Modulator des Immunsystems. Bei
verschiedenen Autoimmunerkrankungen, einschließlich MS und des
Systemischen Lupus erythematodes (SLE), konnte eine Verminderung der
Vitamin-D-Konzentration nachgewiesen werden. Bei Patienten mit
Schilddrüsen-Autoimmunerkrankungen zeigte sich in einer Studie
signifikant häufiger ein Vitamin-D-Mangel als bei gesunden
Kontrollpersonen. Der Vitamin-D-Mangel korrelierte auch mit der
Anwesenheit von Schilddrüsen-Autoantikörpern und mit abnormalen
Schilddrüsenfunktionstests. In einer anderen Studie, die von türkischen
Wissenschaftlern durchgeführt wurde, wurde die Vitamin-D-Konzentration
bei 161 Patienten mit Hashimoto -Thyreoiditis bestimmt und mit den
Werten von ebenso vielen Kontrollpersonen verglichen. Bei den
Hashimoto-Patienten war signifikant häufiger ein Vitamin-D-Mangel
nachweisbar. Außerdem zeigte sich, dass bei einer
Schilddrüsenunterfunktion der Vitamin-D-Mangel ausgeprägter war.

 

Antioxidative Vitamine

Sowohl eine Unter-, als auch eine Überfunktion der Schilddrüse führt
zu einer vermehrten Bildung von Sauerstoffradikalen. Dadurch kommt es
auch zu einer Beeinflussung der Konzentrationen antioxidativer Vitamine.
Bei Patienten mit Hyperthyreose konnte durch eine Supplementierung mit
den Vitaminen C und E als Ergänzung zur medikamentösen Therapie eine
schnellere Besserung der Symptome erreicht werden.

 

Homocystein und B-Vitamine

Die Vitamin-B2-Konzentration wird von der Schilddrüsenfunktion
beeinflusst - dies wurde bei stationären Psychiatrie-Patienten
nachgewiesen. Ein Vitamin-B2-Mangel wiederum wirkt sich auf verschiedene
Methylierungsreaktionen aus. Patienten mit einer
Schilddrüsenunterfunktion zeigten verschiedentlich erhöhte
Homocysteinkonzentrationen. Die Kombination aus erhöhten
Homocysteinspiegeln und Störungen des Fettstoffwechsels sind wohl
wichtige Faktoren, die das gesteigerte cardiovaskuläre Risiko bei
Patienten mit Schilddrüsenunterfunktion erklären.

Patienten mit
Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse haben eine höhere Prävalenz für
perniziöse Anämie im Vergleich zur Normalbevölkerung. In einer
israelischen Studie wurde nachgewiesen, dass bei diesen Patienten recht
häufig auch sehr niedrige Vitamin B12-Spiegel vorliegen. Eine von
pakistanischen Wissenschaftlern durchgeführte Untersuchung ergab einen
Vitamin-B12-Mangel bei 40 Prozent der Patienten mit der Diagnose
Hypothyreose.

 

Vitamin A

Vitamin A kann den Stoffwechsel der Schilddrüsenhormone beeinflussen.
Eine Therapie mit Vitamin A führt zu einer Verminderung der
TSH-Konzentrationen und zu einer Reduzierung der Strumagröße. Eine
Vitamin-A-Supplementierung kann also eine Überstimulierung der
Schilddrüse vermindern.

 

Kommentar von Holger1002 ,

Carnitin

In Zellkulturversuchen konnte nachgewiesen werden, dass Carnitin als
peripherer Antagonist der Schilddrüsenhormone wirken kann. In einer
randomisierten Studie zeigte sich, dass zwei und vier Gramm Carnitin pro
Tag die Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion rückgängig machen
konnten. Carnitin erwies sich ebenso bei der Behandlung einer
Schilddrüsen-Überfunktionskrise als nützlich. Bei Personen mit
Schilddrüsenüberfunktion wurden verminderte Carnitinspiegel in der
Muskulatur nachgewiesen, aber auch bei einer Unterfunktion waren die
Carnitinkonzentrationen in der Muskulatur niedriger als bei
Kontrollpersonen mit einer normalen Schilddrüsenfunktion. Vermutlich
sind die verminderten Carnitinkonzentrationen in der Muskulatur ein
wesentlicher Faktor für die Entstehung einer Schilddrüsenmyopathie.

 

Aminosäuren

Bei mehreren Schilddrüsenerkrankungen spielen oxidativer Stress und
eine erhöhte Entzündungsaktivität eine wesentliche Rolle. In
Zellkulturversuchen konnte N-Acetyl-Cystein den oxidativen Stress und
eine Infiltration mit Entzündungszellen verhindern. Bei chronisch
kranken Patienten kann ein Syndrom auftreten, das durch eine niedrige
T3-Konzentration gekennzeichnet ist. Entzündungsmediatoren wie
Interleukin-6 können die Bildung von biologisch aktivem T3 verhindern.
Dieser Effekt konnte durch NAC aufgehoben werden. Bekanntlich ist NAC
eine wichtige Ausgangssubstanz für die Bildung von Glutathion.
Interleukin-6 stört wahrscheinlich die T3-Bildung insofern, als es zu
einer Glutathionverarmung der Zelle kommt.

N-Acetyl-Cystein konnte auch DNA-Schäden der Lymphozyten bei Morbus Basedow vermindern.

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