Frage von Guppiekai, 133

Schild umgefahren, wenn ich unverzüglich das Straßenbauamt informiere, umgehe ich dann eine Bußgeldverfahren?

Moin, ich habe gerade auf glatter Fahrbahn ein Schild umgefahren und bin noch in der Probezeit. Leider keine guten Voraussetzungen. Ich habe Fahrerflucht begangen, gehe aber nicht davon aus, dass ich gesehen wurde, obwohl ich es nicht ausschließen will. Ich möchte trotzdem gerne für den Schaden aufkommen, jedoch werde ich, egal was ihr mir ratet, nicht zur Polizei gehen, denn sollten die schlecht drauf sein und mehr als diese 35€ nehmen ist das immer mit Punkten verbunden und dann kann ich meinen Lappen ganz abgeben. Nun meine Fragen: wenn ich jetzt(sofern ich jemanden erreiche, wovon ich nicht ausgehe, sonst direkt morgen früh) beim Straßenbauamt Anrufe und denen sage, dass ich das Schuld umgefahren habe und es gern bezahlen würde, umgehe ich damit auf jeden Fall Die Polizei oder hängt das von der Laune meines Gesprächspartners ab? Oder ist dieser vielleicht sogar dazu verpflichtet dienpolizeidie zu informieren? ich habe gerade schon gelesen, dass auch schon manche nach einer änlichen tat direkt das zuständige Amt angerufen haben und dann war die Sache eben mit begleichen des Schadens gegessen. Ich möchte nur ausschließen, dass die dann erstmal die Polizei einschalten und ich am ar... bin. Sicherlich nicht die beste Einstellung und manche würden mir alleine dafür sicherlich gern den Kopf abreißen, denn vorbildlich ist das natürlich nicht, jedoch bin ich für sachliche Antworten äußerst dankbar.

Liebe Grüße

Expertenantwort
von Dommie1306, Community-Experte für Polizei, 58

Hallo,

erstmal: Unfallflucht begehen ist nie eine gute Idee, ist gibt doch fast immer einen, der dich doch gesehen hat...

Strafgesetzbuch (StGB)

§ 142 Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort

(1) Ein Unfallbeteiligter, der sich nach einem Unfall im Straßenverkehr vom Unfallort entfernt, bevor er1.zugunsten der anderen Unfallbeteiligten und der Geschädigten die Feststellung seiner Person, seines Fahrzeugs und der Art seiner Beteiligung durch seine Anwesenheit und durch die Angabe, daß er an dem Unfall beteiligt ist, ermöglicht hat oder2.eine nach den Umständen angemessene Zeit gewartet hat, ohne daß jemand bereit war, die Feststellungen zu treffen,wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.(2) Nach Absatz 1 wird auch ein Unfallbeteiligter bestraft, der sich1.nach Ablauf der Wartefrist (Absatz 1 Nr. 2) oder2.berechtigt oder entschuldigtvom Unfallort entfernt hat und die Feststellungen nicht unverzüglich nachträglich ermöglicht.(3) Der Verpflichtung, die Feststellungen nachträglich zu ermöglichen, genügt der Unfallbeteiligte, wenn er den Berechtigten (Absatz 1 Nr. 1) oder einer nahe gelegenen Polizeidienststelle mitteilt, daß er an dem Unfall beteiligt gewesen ist, und wenn er seine Anschrift, seinen Aufenthalt sowie das Kennzeichen und den Standort seines Fahrzeugs angibt und dieses zu unverzüglichen Feststellungen für eine ihm zumutbare Zeit zur Verfügung hält. Dies gilt nicht, wenn er durch sein Verhalten die Feststellungen absichtlich vereitelt.(4) Das Gericht mildert in den Fällen der Absätze 1 und 2 die Strafe (§ 49 Abs. 1) oder kann von Strafe nach diesen Vorschriften absehen, wenn der Unfallbeteiligte innerhalb von vierundzwanzig Stunden nach einem Unfall außerhalb des fließenden Verkehrs, der ausschließlich nicht bedeutenden Sachschaden zur Folge hat, freiwillig die Feststellungen nachträglich ermöglicht (Absatz 3).(5) Unfallbeteiligter ist jeder, dessen Verhalten nach den Umständen zur Verursachung des Unfalls beigetragen haben kann.


Wenn du es nirgends meldest und dich hat jemand gesehen => Verfahren wegen Unfallflucht => Führerschein weg

Wenn du bei der zuständigen Straßenmeisterei anrufst, werden die das den zuständigen Kollegen melden => Verfahren wegen Unfallflucht => Führerschein weg, außer dir wird Absatz 4 zugute gehalten. Wenn du aber einfach nur anrufst hast du keinen Nachweis diesbezüglich.

Daher, auch wenn du es vehement ablehnst:

Selbstanzeige bei der Polizeit => Verfahren wegen Unfallflucht, => Über Absatz 4  wird dies in der Regel eingestellt (also alle durch mich aufgenommenen Unfallfluchten wurden zu 100% eingestellt) => Führerschein nicht weg

Kommentar von TheGrow ,

Hallo Dommie1306,

wie gewohnt ist Deine Antwort rechtlich völlig korrekt.

Nur zu einer Sache habe ich eine Anmerkung:

Wenn du bei der zuständigen Straßenmeisterei anrufst, werden die das den zuständigen Kollegen melden

Kann natürlich durchaus passieren, halte ich aber für unwahrscheinlich, denn warum sollten die die das tun?

Der Unfallverursacher hat sich bei dem Geschädigten gemeldet und zahlt den Schaden. Zu welchen Zweck sollten die den Vorgang dann an die Polizei melden? Es gibt doch nur zwei warum man das unerlaubte Entfernen vom Unfallort anzeigt:

  1.  Man will, dass der Verursacher des Schadens ermittelt wird, damit man seinen Schaden ersetzt bekommt.
  2. Man will, dass der Verursacher für seine Tat bestraft wird

Welcher der zwei Gründe soll denn vorliegen, dass die Mitarbeiter der Straßenmeisterei Grund für eine Anzeige hätten?

Ich würde daher keine Selbstanzeige bei der Polizei stellen, sondern den Schaden zwecks Schadensregulierung direkt an die Straßenmeisterei melden.

Trotzdem ist Deine Antwort natürlich nicht verkehrt, ich bin nur etwas anderer Meinung im Hinblick auf die Selbstanzeige.

Gibt aber logischerweise für diese Antwort Sowohl ein Danke, wie einen Daumen hoch.

Schöne Grüße
TheGrow

Kommentar von Dommie1306 ,

Na toll, jetzt hab ich zweimal eine Antwort geschrieben und zweimal wurde es wieder gelöscht, schau ma mal, ob es diesesmal klappt:

Du schreibst ja,

2. Man will, dass der Verursacher für seine Tat bestraft wird

Meiner Erfahrung nach ist dies genau die Intention von Verwaltungsorgangen, um die "Rechtsstaatlichkeit" aufrecht zu erhalten. Daher wurde z.B. in München oder Landshut ein "Generalstrafantrag" gestellt, damit auch ja jedes Antragsdelikt verfolgt wird.

Des Weiteren: Wir hatten mal einen Fall, der sich wie folgt abgespielt hat:

Unfallverursacher ruft bei dem Straßenbauamt an, meldet Unfall. Diese reparieren den Leitpfosten, schicken ihm die Rechnung. Er sagt, dass er das nicht war und irgendjemand seinen Namen angegeben hätte. Sein Fahrzeug war mittlerweile repariert.

Hätten das Straßenbauamt jetzt gleich uns verständigt, wären wir zu dem vermeintlichen Unfallverursacher hingefahren, hätten Fotos von den Schäden gemacht und er hätte sich nicht mehr rausreden können.

Also kannst du zu deinen zwei Punkten noch

3. Um Rechtssicherheit zu haben

hinzufügen.

Ansonsten kann ich deine Ausführungen durchaus nachvollziehen:)

Antwort
von Lkwfahrer1003, 52

Du solltest dich so schnell wie möglich melden , denn sonst hast du ein Strafverfahren am hals ....und außerdem lies mal :

§142 STGB ...unerlaubtes entfernen vom Unfallort

(3) Der Verpflichtung, die Feststellungen nachträglich zu ermöglichen, genügt der Unfallbeteiligte, wenn er den Berechtigten (Absatz 1 Nr. 1) oder einer nahe gelegenen Polizeidienststelle mitteilt, daß er an dem Unfall beteiligt gewesen ist, und wenn er seine Anschrift, seinen Aufenthalt sowie das Kennzeichen und den Standort seines Fahrzeugs angibt und dieses zu unverzüglichen Feststellungen für eine ihm zumutbare Zeit zur Verfügung hält. Dies gilt nicht, wenn er durch sein Verhalten die Feststellungen absichtlich vereitelt.

(4) Das Gericht mildert in den Fällen der Absätze 1 und 2 die Strafe (§ 49 Abs. 1) oder kann von Strafe nach diesen Vorschriften absehen, wenn der Unfallbeteiligte innerhalb von vierundzwanzig Stunden nach einem Unfall außerhalb des fließenden Verkehrs, der ausschließlich nicht bedeutenden Sachschaden zur Folge hat, freiwillig die Feststellungen nachträglich ermöglicht (Absatz 3).

Antwort
von Guppiekai, 40

Sooooo, also ich habe gerade eben mit einer netten dame beim strassenbauamt gesprochen, ihr den Sachverhalt erklärt, den Tatort genannt, sie notierte meine Daten, bedankte sich, dass ich angerufen habe und sicherte mir zu, dass ich das schild selbst zahlen kann und keine Polizei informiert wird. *freu* ich hoffe dem ist auch so, nun warte ich auf ne rechnung und nicht auf einen anruf der Polizei.

fahrerflucht ist es auf jeden Fall. Da ich schon einmal fshrerflucht begangen habe denke ich nicht unbedingt, dass das verfahren diesmal auch einfach eingestellt würde

Expertenantwort
von furbo, Community-Experte für Polizei, 52

Egal bei wem du dich meldest, ein Strafverfahren wegen VU-Flucht kommt sicher auf dich zu. Du hast die Flucht ja auch zweifelsfrei begangen.

Um halbwegs aus der Sache rauszukommen, solltest du dich unverzüglich stellen und die Flucht mit einer Schockhandlung begründen.


Antwort
von PainFlow, 65

Das einzige was ich dazu zu sagen habe:

Ehrlich währt am längsten...

In allen Hinsichten. Melde dich bei der Polizei und gut ist, kannst ja sagen das es glatt war etc. werden dir sicher nicht den Lappen deswegen abnehmen.

Antwort
von gadus, 53

Melde dich beim Srassenverkehrsamt (schnell) und sage,dass du fuer den Schaden aufkommst.  LG  gadus

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