Frage von susannem44, 53

Schenkung oder Vorerbe - und wie anrechnen?

Meine Eltern haben ein Berliner Testament gemacht, mein Vater ist vor einigen Jahren verstorben, jetzt auch meine Mutter.

Wir sind 2 Haupterben und ein Pflichtteilerbe.

Ich habe nach dem Tod meines Vaters von meiner Mutter seinen antiken Schreibtisch (ein ähnlicher kostet ca. 3000 Euro bei eBay) geschenkt bekommen - ist das ein Vorerbe oder ein Schenkung?

Muss ich das heute mit dem Erbe verrechnen und wenn wie?

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Antwort
von imager761, 51

Zunächst verwechselst du Vorerbe mit Vorempfang. Vorerbe am Nachlass eures Vates wurde kraft Berliner Testament eure Mutter.

Vorempfang meint deine lebzeitige Zuwendung an dem Schreibtisch, der gem. gemeinschalftlichem Testament der Eheleute aber eigentlich allen nacherbenden Kindern zukommen sollte.

Lebzeitige Zuwendungen sind n. §§ 2050 I, 1624 I BGB als Ausstattung oder § 2050 III BGB ausgleichungspflichtig, wenn eine derartige Pflicht angeordnet wurde.

Mit Berliner Testament sollte man annehmen, dass eurer Vater den antiken Schreibtisch allen Nacherben anteilig zugute kommen lassen wollte. Offenbar ist einer der Erben hierbei auf seinen Pflichtteil in Geld beschränkt.

Meint: Am tatsächlichen Nachlass sinkt dein Erbanspruch um den Zeitwert des Schreibtisches und kommt in dieser Hölhe dem Miterben zu. Einfacher gelöst: Er darf sich dafür einen gleichwertigen Nachlassgegenstand aussuchen.

Der tatsächliche Reinachlass plus Zeitwert ergäbe den ohne diese Schenkung fiktiven Nachlasswert und daran bemisst sich das Pflichtteilsrecht des ernterbten dritten gesetzl. Erbberechtigten, womit seine Pflichtteilsergänzung an der Schenkung berücksichtigt würde.

Ab dem zweiten Jahr nach Schenkung sinkt der Schenkungswert dabei für alle Beteiligten alljährlich um 1/10.

G imager761



Antwort
von wfwbinder, 43

So eine Schenkung wird nur angerechnet, wenn:

1. Das bei der Schenkung, oder im Testament so bestimmt ist.

2. Wenn dadurch ein Pflichtteilsberechtigter in seinen Rechten beeinträchtigt ist.

Übrigens es ist kein Vorerbe, weil es wohl im Testament nciht so benannt ist.

Beispiel (leider kennen wir den Pflichtteiler nicht, nehmen wir an ein Bruder):

Es gibt 24.000,- zu vererben. gesetzliches Erbe für alle 3 (Haupt- und Pflichtteilserbe) je 8.000,-. Plichtteil als 1/2 vom gesetzlichen Erbe also 4.000,-.

Mit Schenkung (hier müssten wir wissen wie lang die Schenkung her ist, aber nehmen wir mal an 5 Jahre, also zu 1/2 anzurechnen). Damit ist das Erbe 25.500,-. gesetzliches Erbe also 8.500,- für jeden. Damit Pflichtteil 4.250,-. Du müsstest als Begünstigter der Schenkung dem Pflichtteilserben 250,- Euro zahlen. Dem anderen Haupterben nichts, denn mit seinen 8.000,- bekommt er mehr als sein Pflichtteil, also ist er keinen Pflichtteilergänzungsanspruch.

Antwort
von KevinErdogan, 49

ja, schenkungen, die nicht länger als 10 jahre zurückliegen, werden eigentlich einberechnet


sagen wir erbe 250.000(jetzt, ohne schrank), dein anteil 10%(egal, fiktiv)

du hast den schrank, also wäre das erbe 253.000, dein anteil 25.300 und 3.000 hast du schon bekommen, bekämst noch 22.300 aus dem erbe

Kommentar von susannem44 ,

Das ist kein Vorerbe?

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